Tripple-Trotz-und-Heul-Anfälle braucht kein Mensch

…die Zeitumstellung übrigens auch nicht!

Das Sirenchen erwachte. Es lärmte und krachte. Von Minute 1 nach 6 an….vor ein paar Tagen…die Zeitumstellung….man kann es sich denken.

Ich war schon wach, deshalb kann ich es mit Gewissheit sagen: Es war NICHTs rein gar nichts voraus gegangen, was extern zu Unstimmigkeiten hätte führen können. Alle lagen noch zufrieden im Bett.
Ich döste vor mich hin. Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die morgens nicht aus dem Bett springen kann. Selbst wenn ich wollte, ich würde umfallen. Mein Kreislauf braucht ein paar Minuten, um hoch zu fahren.
Während ich also hochfuhr, krähte das Sirenchen mit rauer und lauter Stimme urplötzlich los: „Maamaaaahaaahaaa, ich möchte runter gehen!“ „Mmmmmmh.“ Mein Sprachzentrum war auch noch nicht ganz da. „Mamaaahahaaaaaha…ich WILL jetzt runter gehen!“ „Äh, ja. Wieso? Wir ziehen uns gleich erstmal an und gehen zusammen.“ „Neeeeeiiiiiin!“ kreischte es mir entgegen. Das Geräusch kam ganz nah. „DU SOLLST MIT RUNTER GEHEN!“ Ganz schlechter Plan. Wenn ICH gerade den Prozessor hochfahre und sofort und in so einem unangenehmen und lauten Tonfall etwas SOLL, dann reagiere ich allergisch. Dann möchte ich eigentlich auch ausflippen. Ich entgegnete stattdessen hoffnungsvoll flötend: „In 5 Minuten klingelt der Wecker. Komm, wir kuscheln noch eine Runde und stehen dann nach dem Klingeln zusammen auf.“
Es klingelte dann nicht der Wecker, sondern meine Ohren. Ein ohrenbetäubendes Gekreische setzte ein. Das Sirenchen gab alles. Ich versuchte es mit Kitzeln und Quatsch machen. Das ging kurz gut ins Lachen über, aber wandelte sich dann wieder ins Schreien. Ich stand noch vor dem Weckergeläut auf und floh ins Bad.
Der Herr Papa versuchte sich mit seiner souveränen Ruhe dem Sirenchen anzunehmen. Aber auch das scheiterte. Sie schrie und kreischte nach mir, als hätte ich sie alleine in einen dunklen Keller gesperrt. Echt!
Sie folgte mir ins Bad und wollte sich dann eines ihrer beiden Lieblingskleider anziehen. Bzw Ich sollte das an diesem Morgen tun. Leichter gesagt als getan. Eines hing noch klamm auf der Wäscheleine und das andere muss mal geflickt werden. Ausgerechnet. Ich erklärte den Sachverhalt und fragte, ob ICH ihr denn etwas aus dem Schrank für sie aussuchen dürfe. Sie nickte. Ich fragte außerdem, ob sie dass denn dann auch anzöge. Sie schüttelte den Kopf: „NEEEEIIIN!“ „Ok, dann musst du dir selbst etwas aussuchen. „ Sie kreischte los, sie wolle ihr Kleidchen anziehen. Ich erklärte nochmals den Sachverhalt und konnte ihr dann ein Strickkleid aufschwatzen. Also hat sie derzeit 2 Kleider die sie ohne Murren trägt und eines, dass notgedrungen auch mal geht. Ausnahmsweise. (Ich brauche mehr Kleidchen nach ihrem Geschmack. Denn Anzuziehen hat sie eigentlich genug!)
Dann war aber wieder etwas mit der Strumpfhose nicht in Ordnung. Sie schrie und wälzte sich auf dem Boden. Sie ließ sich nicht helfen. Gleichzeitig war ich die „blöde Mama“. Und ich kenne das Gefühl mit der Strumpfhose! Ich kenne es. Wenn die Dinger oft gewaschen wurden, dann schrumpfen die irgendwie doch ein bisschen ein. Die passen dann noch, aber man muss etwas mehr ziehen. Es fühlt sich sperrig an und unbequem. Hat man sie ein Weilchen an, geht´s wieder. Aber bis dahin…. (Ich brauche auch mehr Strumpfhosen für´s Sirenchen und die einfach schon in der nächsten Größe!)
Bis dahin weiß ich ihr leider nicht zu helfen. Und mir auch nicht.
Sie wälzt sich derzeit wieder vermehrt hysterisch auf dem Boden (nicht nur wegen Strumpfhosen und Kleidern), schlägt um sich und hat einen starren Blick. Sie ist in dem Zustand nicht ansprechbar. Wenn ich nur immer wüsste, was der Auslöser ist. An dem besagten Morgen war ja, wie gesagt, nichts. Vielleicht hatte sie was geträumt???
Das Knöpfchen trotzt ja neuerdings auch und gerne mal zeitgleich. Der Sohn wettert das meistens gelassen ab. Wenn er aber müde ist, dann heult er mit. Ich möchte dann auswandern.

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