Mutti gehen die Lampen aus

Oder: Ich hatte einen UMfall

Da habe ich doch noch „Einen“ kurz vor dem Jahreswechsel.

In der letzten Nacht erwachte ich von den Worten: „Mama, kannst du mir helfen? Ich hab´ Nasenbluten!“
„Ooooh“, dachte ich:“ Wenn er mich extra weckt, ist es doll!“ Denn an sich schafft der Sohn das immer gut alleine mit dem Nasenbluten. Wir haben Übung damit. (Familienleiden in der Wachstumsphase.)

Ich richtete mich auf und merkte schon…mein Kreislauf…

Und dann merkte ich, dass es einer dieser wenigen Momente waren, in denen ich ganz schlecht Blut aushalten kann. Das hatte ich lange nicht. Schlagartig wurde mir aber speiübel. So schlimm, dass ich Sorge hatte, ich würde meinem kleinen Mann in den Schoß kübeln. Ich bat ihn das Taschentuch nochmal alleine zu halten und mir ins Bad zu folgen. Dabei kam ich mir vor, wie eine Rabenmutter. Das arme Kind wird nicht von der Mama ins Bad geleitet, sondern umgekehrt.

Im Bad tastete ich nach dem Lichtschalter, den konnte ich aber schon nicht mehr finden, denn mir gingen die Lampen aus. Sternchen überall…oooooh lala…..
Ich habe zum Glück eine ganz gute Antenne für solche Momente. Aus Teenagerzeiten auch Übung mit diesem Kreislaufproblem. Ich falle also nicht einfach um, wie ein gefällter Baum. Sondern ich lasse mich rechtzeitig zu Boden sinken. Die Gefahr einer größeren Verletzung durch heftiges Aufprallen war bisher nie gegeben. So auch nicht in dieser Nacht.

Es waren nur Sekunden. Als ich wieder zu mir kam, stand mein Söhnlein neben mir und blickte interessiert auf mich nieder, während er sich weiter das Taschentusch vor die Nase hielt.

Es tat mir so leid. Der arme Kerl. Kurz wollte ich weinen, weil ich so „versagt“ hatte. Ich entschied mich aber zum Lachen, denn es war ja auch etwas absurd alles und der Sohn wirkte auch nicht wirklich erschrocken.
Ich bat ihn, sich erstmal gemütlich hinzusetzen und legte meine Beine an ein Badezimmerschränkchen gelehnt hoch. Dem etwas verlegen grinsendem Sohn, erklärte ich dann, was es mit solchen Kreislaufgeschichten auf sich hat.
Als ich mich wieder stabilisiert hatte, stand ich auf und legte ihm einen kalten Waschlappen in den Nacken und kümmerte mich. Er und ich waren weiß wie eine Wand. 😀

Als wir wieder im Bett lagen, kuschelten wir uns aneinander.

Am nächsten Morgen fragte ich ihn, ob er Angst gehabt hätte. Er sagte: „Nein, ich habe mich nur gewundert, was mit dir los ist.“
Wir mussten nochmal lachen, über diese Szene.

(Für die Besorgten unter den Lesern: Es geht mir gut, ich bin nicht schwanger und auch nicht krank. Ich hatte einfach Abends unfassbare und übermütige drei Gläser „Puffbrause“ getrunken. Ein weiteres Getränk, welches ich von meiner ohnehin spärlichen Liste der bekömmlichen Stimmungsmacher streiche.)

  9Comments

  1. Nicole G   •  

    Mensch Du machst ja Sachen, weg mit diesem Puff-Dingens :-D. Gut das es euch Beiden aber gut geht.

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      😀 Ja ja. Alles gut. 😀

  2. roksana   •  

    Ich musste mir gerade auf die Lippen beissen bei puffbrause, sonst hätte ich die beiden kurzen geweckt vor lauter gegacker
    Gut, dass dir nichts passiert ist. Diese kreislaufsache kenn ich auch… Da war früher immer irgendwie das letzte Bier schlecht.
    Lieben Gruß
    Roksana

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      😀 Bier geht bei mir auch nicht gut. Ich lass das ganze Zeug einfach stehen und nehme einfach Schnapshaltige Pralinen. Das geht gut. 😀

      • roksana   •  

        Schnapspralinen ❤ das Känguru lässt grüßen. 😁

        • Beatrice Beatrice   •     Author

          Stimmt. 😀

  3. Olaf   •  

    Lichtschalter aus meiner Jugend können ein anderes Lied singen 🙂 Ich hab’s nie geschafft, mich vorher sinken zu lassen. Ich wusste danach allerdings, dass meine Eltern auch dann nicht aufwachen, wenn 70 Kilo an die Wand und den Boden knallen.

    Ich wünsche ein immerwährendes Nichtmehrauftreten!

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Vielen Dank! 😀

      Und deine Eltern scheinen ja einen gesegneten Schlaf zu haben. 😀

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