Ich hätte etwas sagen müssen. Oder?

Manchmal bin ich verärgert über mich selbst. Ich bin ein blödes Schaf.

Es gibt Situationen, da reagiere ich zu zurückhaltend, weil ich so perplex bin und die Situation nicht so schnell in Gänze begreife. Und auch niemandem zu nahe treten will, ohne zu wissen was los ist.

So eine Situation gab es gestern. Ich parkte mein Lastenfahrrad mit meinen Kindern nebst einem Kindergartenfreund drin vor einer Bäckerei, um noch ein paar Brezeln für die Kinder zu holen.

Die Bäckerei hat eine große Fensterfront, die Kinder blieben im Lastenfahrrad. Wir hatten Sichtkontakt. Alles gut. Machen wir öfter so.
Während ich zahlte und nicht hinsah, hatte sich ein Mann zum Fahrrad gestellt. Als ich raus kam und ihn sah, hörte ich noch, wie er lachend sowas sagte, wie: „Wir fahren jetzt mal eine Runde!“ Die Kinder riefen: Neeeiiiiin! und Mamaaaa!
Er sah mich und lachte und lachte auch die Kinder an. Er sah nicht gefährlich aus. Eher sehr harmlos. Und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass er die Kinder ernsthaft entführen wollte. Zumal er nicht nur von mir, sondern auch von der Verkäuferin und einem Gast in der Bäckerei gesehen wurde. Continue reading…

Zurück zum ICH.

Wie fühlt sich das Leben gerade so an?

Wir werden immer mal wieder gefragt, ob wir noch ein Kind bekommen. So noch gestern. Oder es wird gar mit einem Zwinkern „unterstellt“ wir bekämen bestimmt noch ein 4. Kind.
Und ich, wir, geben zu, es gab Momente, in denen wir auch dachten: „Och, ein Viertes bekommen wir auch noch groß.“ Zumal ich früher immer dachte, ich bekomme mal 4 Kinder.

Wir waren eine Weile hin und her gerissen. Vor allem ich schwankte zwischen dem Wissen wie anstrengend eine 4. Schwangerschaft mit 3 kleinen Kindern sein würde und der romantischen Vorstellung das tolle Trio zu einem noch tolleren Quartett zu machen.

Ja, es war eine romantische Vorstellung.

Nun ist etwas Zeit vergangen. Das Knöpfchen wird in kürze drei Jahre alt und ist auf dem sicheren Weg bald auch ohne Windeln unterwegs zu sein. Ich kann gar nicht sagen, welch neues Lebensgefühl das ist. Und zwar für MICH! Nach 6 Jahren wickeln ohne Unterbrechung.
Ich fand es einerseits spannend und schön schwanger zu sein. Aber in Anbetracht, dass die Kinder immer mit 1, 5 Jahren Abstand kamen, war ich per se 4 Jahre im Dauerausnahmezustand. Müde. Schlaflos. Behäbig. Dickbäuchig. Stillend. Von Rückenschmerzen geplagt. Dauerhungrig. Immer ein Kind auf dem Arm. Oder zwei. Es war Streckenweise und vor allem in der dritten Schwangerschaft meeeega mühselig. Wirklich. Der Höhepunkt bzw der Tiefpunkt meiner persönlichen Verfassung war am Ende der dritten Schwangerschaft. Winter, zwei Kleinkinder in der Trotzphase, die täglich raus mussten. Dicke Wintersachen. Zwei Stockwerke. Ich mag gar nicht mehr daran denken. Hab ich hier schon mal beschrieben. Continue reading…

Unser Kinderzimmer- gemütlich und belebt, aber nicht „voll Instagram“.

Es geht aktuell im Mama-Blogger-Business u.a. um die Inszenierung des Wohnraumes. Es wird diskutiert, ob nun die Instagram reifen schönen und aufgeräumten Familienräumlichkeiten der Realität entsprechen und ob das überhaupt jemand sehen möchte. Oder anders herum, will man das Chaos der anderen sehen?

Bei 2kindchaos gibt es eine schöne Sicht der Dinge. http://www.2kindchaos.com/gesellschaft/ich-interessiere-mich-dafuer

Ich teile diese Ansicht.

Ich persönlich zerlese mit Begeisterung aber auch Wohnzeitschriften oder Wohn-Beiträge auf Blogs und stelle mir vor, wie ich es ähnlich bei mir zu Hause gestalte.
Hier ein Blümchen, da ein Döschen. Alles passend zur Jahreszeit wohl drapiert, auf staubgewischtem Tischlein. Farblich von der Wand bis zum letzten Kissen, alles in schöner Harmonie. Toll! Wirklich! Wenn dann die eventuell vorhandnen Kinder auch noch schön frisiert und passend angezogen wären, wie man sich das so vorstellt….da schnalze ich anerkennend mit der Zunge.

In diesem Laden hier sieht die Realität aber anders aus. Es fängt damit an, dass diese Kinder einen eigenen Kleidergeschmack haben und aus Bequemlichkeit von mir nicht mehrmals am Tag passend zur Umgebung umgezogen werden. Das ließen sie auch nicht mit sich machen. Ich bin ja froh, wenn ich sie überzeugen kann, den Schlafanzug mit der Straßenkleidung zu tauschen und umgekehrt.

Und dann ist da noch eine Sache. Unser Mobiliar wächst. Wir mögen gerne gebrauchte Möbel. Möbel mit Geschichte. Es gibt Dinge, die ziehen einfach immer wieder mit um. Und irgendwie schlummert in mir auch schon immer ein Nachhaltigkeitsgedanke. Warum soll man Möbel die noch funktionieren wegschmeißen? Manchmal hilft ein Anstrich. Außer sie sind unfassbar hässlich oder mega unpraktisch. Oder beides.
Mal davon abgesehen, dass alles neu kaufen auch echt teuer ist.

Ich nehme mal als Beispiel das Kinderzimmer. Das konnten wir mit schmalem Budget realisieren. Continue reading…

Ein gelungener Rodelausflug und eine wieder entdeckte Leidenschaft.

So, da hat es im Rheinland mal geschneit. Ein zarter Hauch Puderzucker ist da herab gefisselt in der Nacht. Es wäre schön, wenn es ein wenig mehr würde. Die Hoffnung stirbt zu letzt.

Es reichte aber, um mit dem Lastenfahrrad um die Kurve zu schlittern. Absichtlich. Ich liebe es, wenn das Heck ausbricht. Auch beim Auto. Ernsthaft. Ich habe meinen Führerschein im Winter bei Schnee gemacht.  Und das Auto meiner Eltern hatte Heckantrieb und ließ sich hervorragend um die Kurve schlittern.

Aber zurück zum Thema. Wir haben ja die schneereiche Eifel in der Nähe. Und da waren wir auch am letzten Sonntag nochmal, um diesmal frisch, gesund und ausgeruht unser Rodelvorhaben zu versuchen. Wir mussten jedoch die Kinder richtig überreden! Die wollten garnicht. Ist das zu fassen? Continue reading…

Die Sache mit der Einstellung: Entspannte Eltern=entspannte Kinder?

Auf dem Blog familiert ist gerade ein Beitrag zu lesen der da heißt: Elternsein ist Einstellungssache.

Unterm Strich will der Beitrag wohl sagen, dass jeder seinen eigenen Weg finden und gehen muss. Egal, was Außenstehende sagen. Stimmt grundsätzlich. Jedoch finde ich die Sache zu einseitig beleuchtet. Das Baby dieser Familie war sehr pflegeleicht und machte es möglich, allen Unkenrufen zum Trotz, viele Dinge zu tun, die andere Eltern nicht machen können.

Ich habe das Bedürfnis diesen Beitrag zu ergänzen durch meine Erfahrung. Denn es schwingt bei familiert für meinen Geschmack doch mit, dass eine entspannte Einstellung auch zu entspannten Kindern führt.

Der Spruch entspannte Eltern, entspannte Kinder führt zu irreführenden Trugschlüssen.

Es ist nämlich keine Einstellungssache, ob mit Baby alles ganz einfach klappt. Und wenn andere Eltern im Vorfeld meinen, man würde sich noch wundern, wie schwierig es mit Baby werden würde, dann spricht da meistens die Erfahrung. Falsch finde ich jedoch auch jedes Unken unreflektiert zu glauben. Jedes Elternpaar muss sehen, welches kleine Menschlein es da geschenkt bekommt. Jedes Kind ist anders.

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