Wenn man mit einem guten Koch zusammen lebt…

Mein lieber Mann,

ich darf die folgenden Zeilen so schreiben, weil ich sie dir auch schon alle persönlich gesagt habe. Und sie auch nicht ganz so bierernst zu nehmen sind. Wir kennen uns ja. 😉

ICH WILL, DASS DU AUFHÖRST AN MEINEM JUNKFOOD RUM ZUMÄKELN!

Ich weiß, du bist ein sehr guter Koch und ich bekomme beinahe tĂ€glich die feinsten Speisen angeboten. Wirklich. Und immer toll arrangierte Teller. Wie du das immer machst? Jeden Tag aufÂŽs neue und mit Leidenschaft? Irre.

Ich kann das nicht. Ich fange nĂ€mlich immer erst an zu kochen oder HĂ€ppchen zu machen, wenn ich schon Hunger habe und das ist in der Regel eine ungĂŒnstige Zeit, dann wĂŒrde ich Nudeln auch halbroh essen, weil ich nicht mehr klar denken kann. Hier schon mal berichtet.
Kochen ist fĂŒr mich ein notwendiges Übel. DafĂŒr esse ich leidenschaftlich gern.

Und manchmal, ganz manchmal, da möchte ich keine SternekĂŒche. Ganz manchmal, da mag ich was Olles. Junkfood nennt man das wohl. So fertiges Zeug. Oder halb fertig. Oder sowas, was unglaublich schnell fertig ist und zu meinem ungeduldigen Magen passt. OOOAAAAAAH. Da tropft der Zahn!
Ich denke da an FischstÀbchen mit Blubb- Spinat und Kartoffeln. Oder Bratwurst mit Spiegelei und Kartoffeln. Ravioli. Oder Miracoli
mit einem weichgekochten Ei dazu
.
Letzteres habe ich seit Jaaaahren nicht mehr gegessen. Also Miracoli. SoÂŽn Ei schon. Ich weiß gar nicht wieso mir das Nudelgericht auf einmal einfiel. Beim Supermarktbesuch wollte ich es kaufen. Ich habÂŽs dann wirklich richtig suchen mĂŒssen, denn ich habe nicht mitbekommen, dass die Packungsform und Gestaltung verĂ€ndert wurde.

Als ich zu Hause am nĂ€chsten Tag triumphierend die Zubereitung startete, kamst du in die KĂŒche und hast verĂ€chtlich die Nase gerĂŒmpft. Aber ich habe mich voll gefreut ĂŒber MIRACOLI. Ich konntÂŽs kaum aushalten und bin vorm Herd rum gehibbelt.
Da hast du verĂ€chtliche Kommentare ob diesen Frevels abgegeben. Ich weiß, ich weiß, es ist kein tolles Essen. ABER ES SCHMECKT. MIR! Manchmal.
Ich hab die Tomatensoße noch ein wenig gestreckt mit ein bisschen Mehlschwitze. Das mag ich so. Du hast gemosert und ich hab mich gefragt, wenn du sowas doch nicht magst, wieso du dann noch neben mir stehst. Und als ich mich abwandte, wolltest du irgendwas nachwĂŒrzen
..Bist du denn waaaaahnsinnig? Da bekam ich hektische Flecken. Der Geschmack eines solchen Mahls, darf in keinem Falle verĂ€ndert werden. In keinem Fall! Auch, wenn es danach veredelt wĂ€re. Die ursprĂŒngliche Geschmacksrichtung MUSS erhalten bleiben. Ich will auch keinen Knoblauch in meinem Blubbspinat!

Als ich die Teller hervor holte, wolltest du auch mal eine kleine Portion kosten. Wieso? Ich DENK DU MAGST SOWAS NICHT? ES IST MEIN ESSEN!
Ja, da werde ich futterneidisch.
Und dann beim Essen, ich wollte es genießen, nölte das Knöpfchen, ich solle sie fĂŒttern und du bemĂ€ngeltest, dass irgendwas nicht so schmeckt wie es sollte.
UND OOOOOB! Es schmeckte GENAU SO WIE ES SOLLTE! Ich hĂ€ttÂŽs so gern kommentarlos in Confusser-Manier mit Genuss in mich hinein geschaufelt. Aber ich musste ein Kind fĂŒttern und Kritik an MEINEM Junkfood, das ich mit euch GETEILT habe, aushalten. Ich wollte es doch nur essen. Und zwar warm und ohne zu sprechen, zu rechtfertigen oder noch Assistenz beim Kind zu leisten.

Das nĂ€chste Mal mach ich mir sowas einfach nachts. Dann habe ich meine Ruhe. Ruhe fĂŒr mein JUNKFOOD! BÀÀÀÀh! 😀

  2Comments

  1. Hauptstadtpflanze   â€ą  

    Hier! Genau! So!
    Ich freue mich sehr ĂŒber Deinen Text und werde an ihn denken, wenn ich das nĂ€chste Mal im Supermarkt um Fertigspaghetti herumschleiche. Liebe GrĂŒĂŸe, Svenja

  2. Sabrina   â€ą  

    Oh herrlich, vielen Dank!! Mich ĂŒberfĂ€llt das auch hin und wieder mal und ich esse es dann mit Genuss, ganz alleine,wenn die Kinder schlafen. Yaii 🙂

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