#WIB 23./24. September 2017

Samstag

Der Samstag begann unspektakulär und wie immer.

Der Kater wartete darauf, Ausgang zu bekommen. Manchmal sitzt er auch draußen und wartet auf Einlass.

Ich freute mich mittags 5 Minuten über ein aufgeräumtes Wohnzimmer.

Wegen des wunderbaren Herbstwetters wollte ich mit den Kindern raus. Radfahren, Kastanien sammeln und noch einkaufen. Der Weg dahin….steinig. Ich habe eine Stunde lamentiert, bis sich die Kinder endlich anzogen bzw anziehen ließen. Dazwischen musste ich ständig diskutieren, warum JETZT kein Fern gesehen würde. Was ist nur los?

Das Sirenchen und ich waren als erste angezogen und warteten auf die Geschwister, die eigentlich keine Lust hatten. Ich war schon genervt.

14 Uhr: Das Sirenchen wirbelte mit meinem Schal durch die Küche und ich grummelte ein wenig vor Ungeduld. Der Sohn hing singend in Unterhose im Kleiderschrank und das Knöpfchen krakelte unwirsch herum. Ich fürchtete, dass wir gar nicht mehr vor die Tür kämen.

Endlich unterwegs, fiel das Laufrad vom Knöpfchen auseinander. Irgendwie haben wir eine Konterschraube verloren. Das Kind weinte und schrie ganz außer sich und ich sprach auch ganz laut auf sie ein. Dazwischen krakelte stets das Sirenchen: „Guck mal, Mama. Eine Kastanie!“ Und der Sohn: „Mama, ich hab Durst!“ Wir sind eine laute Familie. Die Leute guckten. Ich versuchte zu erklären, dass das Knöpfchen ohne Hinterrad nicht weiter fahren könne. Sie sei nun mal nicht Pipi Langstrumpf.  Ich steckte die Einzelteile unter lautem Protest in mein Lastenfahrrad. Der Sohn maulte weiter, er habe Durst und er wolle was gucken. Ich sprach ziemlich oft das Wort Nein. Ich hasse das.

    

Schließlich sammelten alle Kastanien. Und währen der Sohn mit Stöcken im Wasser stocherte, machten die Mädchen die Feststellung, dass sie in der Wiese „angegriffen“ wurden.

Blumensamen klebten wie Kletten an den Strümpfen. 😀 Und dann kam wieder der Sohn und maulte, er habe Durst. Er kramte eine alte Flasche Wasser aus dem Lastenrad. Aber das Wasser muffte schon und ich schüttete die Flasche unter den irritierten Blicken einer anderen Familie ins Gras. Ich war zu faul den Sachverhalt für die Zuschauer nochmal aufzuklären. Ich vertröstete die Kinder auf den späteren Einkauf und verneinte, die Frage ob wir auch Süßigkeiten kaufen könnten. (Wir haben noch genug zu Hause.)

Was so gemütlich anmutete wurde tatsächlich mit pausenlosem Genöle begleitet. Das Knöpfchen stürzte noch und schrammte sich den Arm auf und weinte zu recht. Der Sohn wollte ständig mit mir verhandeln, dass es im Supermarkt doch Süßkram gäbe und überhaupt, er wolle später noch was gucken.

Wildgänse am Decksteiner Weiher. Kurzes Innehalten mit: „Mama, ich hab aber jetzt Durst!“

Und Schafe gab es auch wieder. Und: „Mama, ich will jetzt nach Hause was gucken!“

Wir machten einen kurzen Trinkstopp zu Hause und fuhren weiter zum….

…Supermarkt. Dass ich nicht schreiend aus dem Supermarkt gerannt bin und in Embrionalstellung im nahen Gebüsch verschwunden bin, ist alles. Die Kinder waren waaaaaahwnsinnig. Schon VOR dem Supermarkt legten sie eine Slapsticknummer mit ihren Fahrrädern hin, als hätten wir das noch nie gemacht. Es hörte mir aber auch niemand zuuuuu! Atmen. Wie oft ich vor allem den Sohn mit Namen ansprechen musste….irre. Und ich in der „Glanzrolle“ als Mutter…..komm, kann weg der Tag.

Ich entschied, schönes Wetter hin oder her…..am besten blieben wir den restlichen Tag nach dem Einkaufen zu Hause und warteten auf den Abend. Ich war nachher so gereizt, wie ich mich selbst nicht mehr mag.

Ulkiger Weise funktionierte das Zuhausesein sehr gut. Ich glaube, die Kinder waren gesättigt von der Woche und wollten einfach nur zu Hause rum lümmeln.

Das Sirenchen half mir noch beim Kartoffelschälen für das Abendbrot. Das macht sie gern. Sie nennt sich selbst eine „gute Köcherin.“:-)

In der Zeit, nahm ich noch die Wäsche ab und erfreute mich an abendlichem Grillengezirpe.

Später noch am Abend bekam das Sirenchen einen furchtbaren Nachtschreck.

 

Sonntag

Nach dem Frühstück bastelten die Kinder mit den Kastanien. Man sieht hier den gemeinen Langpiksernasenigel und den schnellen Neunzehnbeinigenrennigel. 

Der Spielplatz mit Blick auf das Wahllokal. Hierhin begleiteten die Kinder mich gern. Das Wetter war noch nebelig und trüb. Sehr passend, wie sich später herausstellte. Wir waren ohne Papa unterwegs, weil der erst später von einem Messewochenende zurück käme.

Aus Sorge um das spätere Wahlergebnis backte ich nochmal einen Kürbis-Möhren-Kuchen. Alles-wird-gut-Nahrung ist wichtig.

Der Abwasch. Sehnsüchtig erwartet wird in diesem Hause die Lieferung der neuen Spülmaschine.

Die Kinder standen wieder ständig mit neuen Forderungen neben mir. Ich musste wieder sehr oft NEIN sagen und vor allem den Sohn oft ermahnen. Furchtbar. Also ich. Und überhaupt. Meine Laune.

Ich glaube, diese Wahl macht mich gereizt. Die Kinder merken das und sind entsprechend schräg drauf. Ich bin eine furchtbare Mecker-Mutter an diesem Wochenende.

Das arme Knöpfchen sitzt später im Sonnenschein auf der Terrasse und versucht ihr Laufrad zu reparieren. Aber ich muss morgen erst im Fahrradladen eine entsprechende Konterschraube besorgen.

Die Kinder belatschern mich dann, sie wollten vor der Türe Fahrrad fahren. Ich mag das nicht so super gerne, weil wir zwar in einer 30 Zone wohnen, aber keiner 30 fährt und der Bürgersteig ist schmal.

Einer raste bestimmt mit 80 Sachen durch die Straße heute. Das macht mich sauer. Da hätte eine Omi auf dem Weg zum Wahllokal keine Chance gehabt.

So, da fuhren die Kinder also hin und her und stritten, wegen des kaputten Laufrades um die Fahrzeuge. grrrr. Bis der Mann nach Hause kam. Sie ließen alles stehen und liegen und begleitete ihn auch nochmal zum Wahllokal. Das war immerhin sehr süß, denn sie konnten ihm auch den Weg zum richtigen Raum zeigen.

Und nun….sitzen wir da…..vor den Wahlergebnissen…..vor Schreck habe ich mir sämtliche Fingernägel abgekaut.  Davon mache ich aber kein Foto.

 

Andere Wochenendgeschichten  zu diesem historischen Wochenende findet ihr bei Susanne von Geborgen Wachsen.

 

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