Mutter-Kind-Kur: Der Antrag und eine Feststellung

Was es mit dem Beitragsbild auf sich hat, erklärt sich gleich.

Es ist eine ganze Weile her, da war es noch Sommer und ich beantragte eine Mutter-Kind-Kur.

Und die Kur ist genehmigt!!!!
Ich fischte das Schreiben am Wochenende aus dem Briefkasten! Ich fahre mit den drei Kindern über den Jahreswechsel auf die Insel!

Ganz ehrlich: Ich habe geweint, als ich die Zusage in der Hand hielt.

 

Ich war nämlich innerlich schon darauf eingestellt gewesen, dass sie erstmal abgelehnt würde.

 

Denn:

Mein erster Schritt war der Anruf bei meiner Krankenkasse. Ich wollte mal nach hören, wie das alles funktioniert mit dem Antrag. Ich wurde verbunden mit einer etwas kurz angebundene Ansprechpartnerin für Kuren. Diese fragte ein paar Parameter ab. Auch wie viele Kinder ich habe und sie knallte mir dann an den Kopf….Achtung: „Aber Sie gehen ja nicht mal arbeiten!“

ABER SIE GEHEN JA NICHT MAL ARBEITEN!

Ja, dachte ich. Das stimmt. Es steht mir gar nicht zu erschöpft zu sein. Ich habe ja nur die letzten 6 Jahre damit zugebracht drei kleine Kinder auszutragen, zu gebären und best möglich groß zu ziehen. Und das den überwiegenden Teil alleine. Einer muss ja das Geld verdienen. Ich hatte 6 Jahre lang 24 Stunden am Stück immer mindestens EIN KIND bei mir. Die Kinder sind gesund, fröhlich, sozialkompatibel und verstehen sich untereinander auch noch super. Das ist nicht komplett von alleine so geworden! Auch wenn ich denke, dass die Kinder vieles als Anlage von alleine mitbringen und man es nur zulassen muss. Das Zulassen und dabei jedem best möglich gerecht werden, ist ARBEIT! Jeder Vollzeitnanny würde man anerkennt auf die Schultern klopfen! Aber die Mutti, ist ja nur die Mutti. Die arbeitet ja nicht! Das bisschen Haushalt macht sich ja auch von alleine. 
Es bricht ein wenig Zorn aus mir heraus. Entschuldigung.

Zurück zum Telefonat.

Obgleich ich mich nicht schell entmutigen lasse und dann auch entschlossen nachsetzte (und in Tränen ausbrach, ich gebe es zu, ich bin nicht sehr souverän. ) fragte sie wie alt denn die Kinder seien. Sie riet mir schließlich, wahrscheinlich war sie etwas überfordert mit meinem Geheule, eine Kur-Beratungsstelle anzurufen (was ich dann immer noch weinend direkt tat….mimimimi :-D). Der besagte Satz hallte weiter in meinem Kopf nach und ärgert mich noch immer.
Denn ich selbst haderte mit mir, ob mir das überhaupt zustünde, so eine Kur. Vielleicht bin ich ein Jammerlappen, dachte ich. Die Dame von der Krankenkasse hat vielleicht doch Recht.

Der Satz: „Sie gehen ja nicht mal arbeiten!“ spricht aus, was allgemein gedacht wird. Eine Hausfrau und Mutter arbeitet nicht. Das Ansehen einer Hausfrau und Mutter ist schlecht.

Seien wir ehrlich, als Mama ist man Kinderpflegerin, Haushälterin, Chauffeurin.Außerdem noch Nachhilfelehrerin und Motivationstrainerin.
Das alles ist man 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Ohne Urlaub, ohne richtige Pause und Feierabend, weil man immer in Bereitschaft ist. Immer im gleichen Aufgabenfeld. Keine Abwechslung in dem Sinne. Nicht mal Autofahren und dabei Radio hören, kann man in Ruhe! Und nur selten klopft einem jemand anerkennen auf die Schulter und sagt: Du machst einen tollen Job!

 

Wenn ich also arbeiten ginge, im Sinne einer klassischen Erwerbstätigkeit, dann müssten Teile der oben aufgelisteten Tätigkeiten, von jemand anderem für mich übernommen werden. Das schaffe ich nicht alles alleine.
Es würde also jemand bzw mehrere Personen meine derzeitigen Arbeitsbereiche Haushalt, Kinder, Garten, Fahrdienste, Organisation vielleicht gegen ein Entgelt übernehmen müssen, damit ich an anderer Stelle Geld verdienen könnte. Die Menschen, die dann meinen Haushalt in Schuss halten oder sich um die Kinder kümmern, ernten Anerkennung, weil sie ja arbeiten.
Ich würde sogar behaupten, wenn sie diese Arbeit als freiwillige Hilfe machen und kein Geld dafür bekommen, erntet das Anerkennung, weil sie ja helfen. Mache ich diese Arbeit hingegen selbst, ist sie offenbar keine Arbeit. In diesem Denken stimmt doch was nicht. Könnt ihr mir folgen?

(Ob jemand in seinem Beruf gerne arbeitet und den Haushalt oder die Kinderbetreuung in andere Hände gibt, das muss jeder selbst entscheiden. Oft genug geht es ja auch nicht anders. Darum soll es aber auch nicht gehen. )

 

Als ich schließlich den Kurantrag, der ziemlich umfangreich ist, ausfüllte, bemerkte ich, was außerdem noch alles eine Rolle für mein Wohlbefinden bzw aktuelles Unwohlsein spielt. Es ist nicht allein diese pausenlose Verantwortlichkeit. Es sind auch noch äußere Faktoren, die da mit hinein spielen und mich negativ beeinflussen.
Für so einen Kurantrag sortiert man nämlich mal alle Puzzleteile vernünftig auseinander und so ein sonst lapidar gedachter Satz: „Irgendwie geht´s mir gerade nicht gut, ich hab nen Durchhänger.“ bekommt ein anderes Gewicht. Ich habe mich selbst ganz schön aus den Augen verloren.

Ich fand schon alleine die Auseinandersetzung mit dem Kurantrag und seinen 17Millionen Fragen sehr erkenntnisbringend.

Und somit suchte ich dringlich einen möglichst nahegelegenen Kurtermin am Meer aus, weil ich das Gefühl habe, es pressiert. Dabei orientierte ich mich lediglich daran, dass für den Sohn nicht zu viel Schule ausfiele. Gar nicht aus Angst, er könne Schulstoff verpassen, denn den könnte ich ihm ja auch beibringen. Ich dachte anfänglich, er würde vielleicht schwer wieder in den Schulalltag reinfinden, wenn er zu lange raus wäre. Mittlerweile denke ich, er würde sich beklagen, wenn er zu lange nicht in die Schule gehen könnte. So oder so habe ich eine richtige Entscheidung getroffen. Wir fahren in den Weihnachtsferien. Die Kurberatungsstelle bot mir zwar schon einen Platz mitten in den Herbstferien an. Das wäre wettertechnisch sicherlich netter gewesen, aber die genannten Gründe….

 

Ich weinte also, weil dieser nun genehmigte Kurantrag bedeutet: Meine „Beschwerden“ sind nicht einfach nur Pillepalle und werden ernst genommen. ICH werde erst genommen.

Es ist für mich indirekt eine Anerkennung meiner Arbeit und der Startschuss mich selbst wieder ernster zu nehmen.

Ich freue mich wirklich sehr, bin sehr erleichtert und bin aber auch ein bisschen aufgeregt.

  14Comments

  1. Nätty   •  

    Das hat die Frau von der Krankenkasse ernsthaft gesagt??? Ich könnte der glatt für dich eine reinhauen. Ich hasse diese Haltung gegenüber Müttern, die zuhause auch noch komplett allein den Haushalt schmeißen. Das verdient soviel Respekt. Grauenvoll, dass unsere Gesellschaft das nicht zu schätzen weiß. Das macht mich echt wütend.
    Zum Glück wurde deine Kur genehmigt. Ich freue mich sehr für dich!
    Und ich muss übrigens sagen, dass ich die Zeit zuhause (mit nur einem Kind) als wesentlich anstrengender empfand als meine 22 Stunden-Büro-Woche mit dem Rest der Zeit Kind. Während man im Büro ist und das Kind in der kita, bleibt die Wohnungen schonmal sauber und man hat einen weitaus geringeren Lärmpegel zu ertragen. Naja, wie auch immer, ich wünsche dir, dass du dich gut erholen kannst. Allerliebste Grüße, Nätty

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Liebe Nätty,
      ja, das hat sie wortwörtlich gesagt. 😀 War ihr wahrscheinlich so rausgerutscht. 😀 Ich freue mich wirklich auch sehr über die genehmigte Kur. Es ist ja nicht so, dass ich da 3 Wochen Urlaub Südsee bekomme, sondern es soll ja einfach mal durchatmen lassen und einen wieder auf beide beine stellen. Ich bin sogar gar nicht unglücklich, dass dann Winter ist. Dann ist es auch nicht so voll.
      Und ja, wenn keiner zu Hause ist, wird auch nix durcheinander geworfen. Am Wochenende herrscht hier im Nullkommanix das Riesen Chaos.
      Liebe Grüße zurück!

  2. Bepunkt Lampenhügel   •  

    Beste Frau Confuß. Das ist auch voll mein Thema. Die fehlende Anerkennung und der Verlust des eigenen Ichs – die bringen mich zum Platzen!

    Da stelle ich noch einmal diese JOB-Frage: Wer ist 24 Std. verfügbar? Bei bester Laune versteht sich und immer bereit zu schlichten, zu trösten, aufzupassen, zu putzen, zu kochen, in den Schlaf zu juckeln, aus dem Schlaf herauszujuckeln, ganz nebenher Wäsche zu machen, dabei schnell noch zum Turnkurs von Nr. 1 zu fahren, aber nicht trödeln, weil der Tanzkurs von Nr. 2 ja gleich beginnt und: Das Wochenende mit dem angekündigten Besuch muss ja auch noch organisiert werden… Hey, kein Ding! Mit der Freisprechanlage kann man ja jetzt auch bei Autofahrten telefonieren (ich wüsste nicht, wann sonst…). Wer erhält keinen Schlaf oder nur dann, wenn die „Geschäftspartner“ schlafen? (Einer schreit immer!) Wer darf/kann NIE Pause machen und soll dabei wegen der bedingungslosen Mutterliebe bitte trotzdem immer gut gelaunt sein? Wer erhält für diese…ja, darf man denn dazu überhaupt Arbeit sagen (???) kein Geld? Und noch weniger Anerkennung? Mütter! Mütter auf der ganzen Welt!

    Ich finde es BOMBE, dass DU Euch die Kur möglich gemacht hast und Dich nicht entmutigen lassen hast! Gute Reise mit viel Erholung und Rezepten für eine Entlastung Deiner Person, die Du Dir in den zukünftigen Alltag mitnehmen kannst!

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Liebe Frau Lampenhügel,

      ja, ich muss mich neu organisieren. Ich weiß das schon, habe da auch so Ideen, tatsächlich bin ich aber insgesamt gerade etwas schlaff unterwegs. Deshalb denke ich, wird mir das gut tun um mit Elan die Sache mit meiner Person mal neu anzugehen. 🙂 Ich bin aber guter Dinge.

      Frau Lampenhügel, an dieser Stelle von mir aus an SIE: Sie machen ebenso einen grandiosen Job und unser Lohn (selbstständige, fröhlich, glückliche und aufgeschlossene erwachsene Kinder) wird sich mit zeitlicher Verzögerung einstellen. Bis dahin gilt es die Durchstrecke zu überbrücken. 😉

      Liebe Grüße!

  3. Nadine Hintz   •  

    Moin.
    Ich freue mich für Dich!
    Auf welche Insel geht es für Euch?

    Das Prozedere habe ich dann nächstes Jahr auch mal wieder vor mir. Januar 2014 war ich mit der Großen auf Fehmarn, da war sie noch 3. Es hatte geschneit und es war zeitweise bitterkalt in Petersdorf, richtiger Winter! Das war toll!
    Der Mann kam uns in der letzten Woche dazu. Das war für mich dann richtig entspannend, vor allem da wir eine komplette Ferienwohnung hatten und nicht alle in einem Zimmer schlafen mussten.
    Nächstes Jahr ist sie dann 8, der Mittlere 3 und die Kleine 1.
    Diesmal wird es komplizierter, da die Große und der Mittlere diesmal selbst Behandlungen bekommen sollen wg ihrer Neurodermitis und den verschiedenen Kassen. Und diesmal soll es der Herbst werden! Wieder nach Fehmarn.
    Liebe Grüße aus dem Dauerchaos!
    Nadine

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Liebe Nadine,
      das klingt nach einem gelungen Kur. Wenn man die gleiche Klinik wieder wählt, hat sie wohl einiges richtig gemacht. Wenn die Kinder auch Behandlungen bekommen, stelle ich es mir auch unter Umständen komplizierter vor. Dann hat man ja doch wieder ein paar Termine mehr zu koordinieren.
      Wohin ich genau reise verrate ich erstmal nicht, weil ich ungern irgendwelche Erfahrungsberichte zu hören bekommen möchte. Dann wäre ich nicht mehr unvoreingenommen. So habe ich keine übersteigerten Erwartungen und bleibe gedanklich flexibel auf alles was da kommt. Das macht es einfacher, als vorher zu glauben, man weiß genau was einen erwartet. Ich schreibe dann aber einen Erfahrungsbericht, wenn ich zurück bin. 🙂
      Liebe Grüße zurück!

    • Nikita   •  

      Nadine, nur ein kleiner Hinweis am Rande….auch wenn es nicht das eigentliche Thema betrifft: Guck dir mal genau an, was deine beiden Größeren essen. Hauterkrankungen sind häufiger eine Toxin-Entgiftung. Bei zu hoher Belastung versucht er sie in alle Richtungen loszuwerden u.a. ueber Durchfall. In den Lebensmitteln befinden sich diverse versteckte Toxine. Deklaration genaustens lesen, ueber unbekannte Inhaltstoffe informieren und echte Bio-Lebensmittel essen, kein Wasser aus der Leitung zum trimken, sondern Quellwasser,dann gucken, ob es sich verbessert. Ich wuensche euch viel Erholung auf der Kur. Gruß

  4. Sophie (Kinder haben ...und glücklich leben!)   •  

    Als ich noch eine ignorante kinderlose Blödmannsgehilfin war, hätte ich wohl auch so gedacht, wie deine freche Sachbearbeiterin: Faule Hausfrau und Mutter, ey, was will die denn mit ner Kur? Tja, jetzt, wo ich selbst zwei wohlgeratene (chrchr) Kindchen habe, weiß ich: Ohne die Kita würde ich durchdrehen. Würde man mich zu einem reinen Mutter-Dasein zwingen, also 24h für die Kinder da sein zu müssen, ich wäre innerhalb von 2 Wochen reif für die Kur!! Es gibt kaum einen anstrengenderen „Job“ als Vollzeit für Kinder und Familie da zu sein. Lass dir also nix erzählen – du hast sogar die arbeitenden Mütter auf deiner Seite! 😉

    Ich hoffe, ihr habt es mit eurer Kur dann auch gut getroffen und du wirst da wirklich gut entlastet. Das ist ja auch oft Glückssache, was man so hört.

    Und dauerhaft wünsche ich dir, dass du auch im Alltag Entlastung findest und nicht sofort wieder in die Stressspirale gerätst.

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Ich danke dir, für deine Worte! 🙂
      Ich muss zugeben, dass ich kinderlos auch das ein oder andere Vorurteil hatte. Allerdings wäre mir so ein Spruch nicht rausgerutscht. Schon gar nicht an der Stelle. 😀

      Ich bin sehr guter Dinge, was die Kur angeht. Ich gehe es nämlich ohne übersteigerte Erwartungen an, hoffe aber, dass ich danach wieder mehr in meiner Mitte bin und mit ein bisschen Rückenwind mich wieder etwas besser organisieren kann. Sicherlich ist es nicht verkehrt danach noch die Angebote zu Hause hinsichtlich einer Nachbearbeitung wahr zu nehmen.
      Ich bin wirklich gespannt, wie es wird.

  5. Mia   •  

    Ich steuere dann auch mal zwei Anekdoten bei, wobei beide etwas mit weiblichen Sachbearbeiterinnen zu tun haben ( liegts am Job?) , jedoch nur eine mit einer Krankenkasse…

    Wir schreiben das Jahr 2013, ich beantrage meine erste Kur überhaupt nach mehr als 15 Jahren Familienarbeit, bei vorhandenen (damals) 6 Kindern, zeitweise immer wieder zwischendurch arbeitend, ehemals pflegebedürftiger Mutter und schliesslich in wohnlichen Verhältnissen die so manch anderer als katastrophal ansehen würde ( und damit meine nicht Unordnung oder so). Mein Antrag, der mithilfe einer Beratungsstelle ausgefüllt wurde , erntete eine Ablehnung. Begründung: Es seien nicht alle ambulanten Massnahmen ausgeschöpft worden. Daraufhin rief ich bei der Kasse an und fragte die Sachbearbeiterin dann auch sogleich was sie denn Bitteschön damit meinen würde? Welche ambulanten Massnahmen solle ich denn in Anspruch nehmen wenn man einfach mal am Ende der Kräfte wäre? Die Dame erzählte mir dann doch tatsächlich, dass „ich doch einfach mal mit meiner Familie in den Urlaub fahren solle“ alternativ “ ich mir eine Haushaltshilfe besorgen könne“ …hatte sie „besorgen“ gesagt? Ja hatte sie…. Damit ist diese Geschichte zu Ende, denn ich war damals so perplex das ich auflegte. Im Nachhinein hatte ich zum Glück noch genug Mut um Einspruch einzulegen, schliesslich bekam ich die Kur.

    ( Nachtrag dazu: Es war eine Mütterkur. Ich durfte mir gefühlt drei Mal am Tag von anderen Müttern die Frage gefallen lassen, WARUM ich denn überhaupt dort sei, wo ich doch keinerlei körperliche Beschwerden habe, einfach Erholung zu brauchen zähle ja nicht…)

    Die zweite Geschichte spielt Im Sommer 2016, vielleicht lag es am Wetter ? …ich brauchte eine Kontoklärung bei der Rentenversicherung, also musste ich mit allen Unterlagen dorthin.
    Die Dame am Schreibtisch gegenüber auf die Frage warum ich denn nicht einfach auf meine jährlichen Bescheide warten würde, entgegnete ich…das ich keine bekomme. „Wie alt sind Sie?…mit Blick in die Unterlagen…ah verstehe, sie haben also noch nie was getan.“

    Zu diesem Zeitpunkt war ich Mutter von 7 Kindern, hatte mehr als 17 Jahre Familienarbeit hinter mir, studierte Vollzeit an der Uni und hatte KEINE Haushaltshilfe. Braucht Frau solche Aussagen? Nein, braucht man nicht. Ich bin dann aufgestanden und gegangen. Den Termin habe ich bei einer anderen Sachbearbeiterin gemacht.

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Das ist echt so unverschämt. Ich denke, du hast das ganz richtig gemacht einfach eine andere Sachbearbeiterin zu suchen. Da hilft ja diskutieren auch nichts mehr. Vor allem, wenn man 7 Kinder hat…..wenn DAS keine Arbeit ist, weiß ich es auch nicht.

  6. Nikita   •  

    Meine Damen, es würde mich total Begeistern diese Thema und eure Berichte als Buch und/oder Film zu verfassen. Es ist so unglaublich wichtig, diese Werteverschiebung in unserer Gesellschaft ins Bewusstsein zu holen, Fragen zu stellen und diese zu beantworten. Familie vs. Konsumgesellschaft. Die Quantitaet der Leistung wird bewertet ueber den Kontostand. Um Qualitaet geht schon gar nicht mehr. Diese Idee kam mir jetzt recht spontan. Ich koennte mir gut vorstellen, dass man zusammen da etwas Schoenes erschaffen kann. Lieben Gruß

  7. Gabi   •  

    Hallochen,
    ich melde mich mal. Auch ich war mal in deiner Situation als meine Beiden klein waren. Ich habe gedacht ich wäre die Einzige die immer müde ist. Ich habe damals keine Kur bekommen aber Alex mit seiner Neurodermitis und so konnte ich mitfahren und mich neu sortieren. Auch ich habe an mir gezweifelt und gedacht ich stell mich nur an, andere schaffen das auch so. Als ich da war habe ich zuerst keine Gespräche genommen mit Therapeuten. Später dann doch, nachdem alle auf mich eingeredet haben, die Zeit zu nutzen. Das war gut so, es hat mir geholfen und ich konnte zum Teil Verantwortungen abgeben und ein wenig Zeit mit mir verbringen. Die Zeit mit den Kindern, wenn sie so klein sind ist einfach anstrengend. Es ist noch nicht mal die Arbeit an sich, sondern dass ständige in Bereitschaft stehen und nie abschalten können. Jeder will was von einem und man selber will es auch richtig machen. Keine halben Sachen, so ist man erzogen worden. Doch man muß einsehen, dass man nicht perfekt ist und das dies auch ok ist. Man versucht das Beste zu geben, doch manchmal sollte man auch „die 5 gerade sein lassen“ und sich nicht selber fertig machen. Unsere Zeit ist viel zu schnelllebig und läßt uns schnaufend immer hinterher rennen.Meine Kinder sind heute erwachsen und ich habe lernen müssen, sie los zu lassen, damit sie ihre eigenen Fehler machen können.:) Aber Mutter bleibe ich ein Leben lang. Laßt euch nicht unterkriegen, normalerweise wird es mit der Zeit besser und die Belastung verändert sich.

  8. Bepunkt Lampenhügel   •  

    Beste Frau Confuß, ich bin es nochmal. Ich komme mal wieder zum Lesen – das war mir die letzten Tage vergönnt, da ich seit einer Woche ohne Herrn Lampenhügel auskommen muss. Er weilt geschäftlich in anderen Landen. Ihr Kompliment berührt mich sehr. Danke. Das aus Ihrer Feder! Da wollte ich Sie jetzt spontan drücken oder errötet weggucken. Ich hoffe (und denke) auch sehr auf eigenständige, gefestigte Kinderseelen.

    Der Muckmann und sein Nachtschreck und sonstige bekannte Unruhezustände unterhalten mich die ganze Nacht hindurch. Der Rest (Arbeit, Kinder, Kindergarten, Haushalt, Essen, etc.) läuft selbstverständlich wie normal – halt nur nur mit mir und nicht mit dem Mann dazu. Ich erhasche also gerade eine klitzekleine Ahnung davon, wie es für alleinerziehende Mütter sein muss; ohne jegliche Unterstützung.
    Nie (man lasse sich das auf der Zunge zergehen), nie durchatmen. Nie Verantwortung abgeben oder sie zumindest teilen. Ständiger Bereitschaftsdienst. Bei mir sind es jetzt noch 1.5 Wochen; ich bin glücklicher Weise also nur Zeitarbeits-Alleinerziehend. Alle Mütter sollten irgendwann zur Kur fahren, ob sie wollen oder nicht. Bumms.

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