Die neue zweite Katze

Teil 2- und die Katze, die man nicht fotografieren kann (man sieht immer nur Augen.)

Es war klar, dass  wieder nur eine Tierheimkatze in Frage kam. Dummerweise erzählten wir in den Tierheimen immer, woran die alte Gefährtin gestorben war und alle zuckten sofort zusammen. Unter diesen Umständen könne man uns keine Katze abgeben. Wenn der Kater ebenfalls die Katzenseuche hätte….Hätte, hätte Fahrradkette. Weiß man nicht. Also haben wir bestimmt 10 Katzen nicht aus dem Tierheim befreien können und ihnen auch kein gemütliches neues Heim beschert. Ein paar wenige aber schöne Jahre währen vielleicht mehr wert gewesen, als ein ganzen Leben im Tierheim. Wenn man sieht, wie viele Katzen da sitzen, die keiner will.

Wir wurden schlauer. Das arme Katerchen mutete schon depressiv an. Wir fanden eine Katze beim Tierschutzbund. Eine schüchterne Katzendame. Das Klüttchen. Das ist ein kölsches Wort für kleines Kohlestück. Weil das Klüttchen kohlrabenschwarz ist.)
Wir wurden bei der Pflegestelle vorstellig und waren ziemlich geschockt von der Masse an Katzen, die dort untergebracht waren und dem Pflegezustand des Hauses. Es stank in jeder Ecke nach Katzenpisse. Das alte Ehepaar wirkte etwas überfordert mit dem großen Haus und den vielen Tieren.

Wir durften die Klütte nicht sofort mitnehmen. Der Mann von der Pflegestelle wollte sie vorbei bringen, um sich ein Bild vom neuen zu Hause zu machen. Das finde ich eigentlich auch ok. Ich dachte ohnehin, alles sei besser, als diese stinkende Pflegestelle.
Eine Woche später war es soweit. Ich hatte zwei Wochen Herbstferien und damit auch richtig viel Zeit mich um die neuen Bewohnerin und deren Eingewöhnung zu kümmern.

Als das Klüttchen aus der Transportbox heraus huschte, versteckte sie sich sofort unter meinem Schreibtsich hinter einer Korbtruhe. Da war es etwas dämmrig und geschützt. Sie müffelte etwas. Der Mann von der Pflegestelle ließ sich alles quittieren, sah sich gar nicht weiter um und ging. Interessante Inspektion des neuen Heims.
Das Klüttchen hockte die nächsten Tage schnurrend unter meinem Schreibtisch und lugte immer mit großen freundlichen Augen hinter der Korbtruhe hervor. Sie putzte sich viel und ausgiebig. Ich konnte zufällig einen Blick auf die Hinterläufe erhaschen. Das Fell sah sehr verklebt aus. mmmh.

Sie blieb erstmal in meinem Arbeitszimmer. Wir hatten ihr eine Katzentoilette mit hinein gestellt. Die hatte sie auch benutzt und etwas Durchfall gehabt. Ich schob es auf die Umstellung und die Aufregung. Gefressen hatte sie normal.

Das Katerchen und das Klüttchen näherten sich binnen einer Woche zaghaft und freundlich an. Es ist sehr rührend, wenn man zwei Katzen miteinander bekannt macht. Die Klütte war sofort akzeptiert. Es war nicht das gleiche Verhältnis, wie mit der alten Gefährtin. Aber auch ein freundliches ohne Revierkämpfe. Man muss sagen, dass wir ein glückliches Händchen mit den Katzen hatten. Alle waren/sind sie sehr sehr liebenswert und sanftmütig.

Der Durchfall hörte jedoch nicht auf. Der Kater bekam auch Verdaueungsirritationen. Mal war es besser mal kam es wieder. Eine Kotprobe ergab schließlich, dass beide Katzen an Giardien erkrankt waren. Giardien sind Parasiten im Darm, die durch Kot ausgeschieden werden und sehr ansteckend sind. Auch für Menschen äußerst unangenehm. Kann man googeln.
Woher sollte der Kater das nun haben? Der Verdacht lag nahe, dass die Klütte diese Parasiten mit eingeschleppt hatte. Finde ich nicht so abwegig auf Pflegestellen, wo Katzen auf engem Raum auch oft aus schlechter Haltung zusammen kommen. Da kann so etwas passieren. Und sie war uns ja mit Durchfall angeliefert worden.

Ich informierte die Pflegestelle, die alles bestritt. Egal. Sie wussten damit Bescheid und konnten sich überlegen, ob sie etwas unternehmen müssen oder nicht.
Wir hatten nun den Salat und nachdem wir mit peinlichster Hygiene, die bei der Bekämpfung unerlässlich ist, versuchten dieser Seuche Herr zu werden, mussten wir am Ende die beiden Katzen in Quarantäne bei unserer Tierärztin geben. Unsere alte Tierärztin ist ein wahrer Schatz und hatte es uns angeboten.
Nach über einer Woche war es dann überstanden. Die beiden Katzen waren wirklich sehr liebevoll versorgt worden und wieder clean. Ich hatte in den katzenfreien Tagen die Wohnung einmal umgekrempelt. Da sollte kein Parasit mehr lebend zu finden sein.

Danach erfreuten sich die beiden Katzen einer guten Gesundheit. Zu verzeichnen gab es nur einmal eine kleine Bronchitis (Ja, das können Katzen auch :-D) und Flöhe. Wie kommt sowas an Wohnungskatzen dran? frag ich mich da. Aber die haben wir gnadenlos mit Chemie bekämpft. Und seit ich die Katzen immer mal wieder mit einem Kombipräparat aus der Apotheke gegen Flöhe behandle, sind sie auch kein Gast mehr gewesen.

Von der angeblich mega hochansteckenden Katzenseuche ist übrigens weit und breit keine Spur. Bis heute sind beide topfit! Und unsere Tierärztin war da auch entspannt mit umgegangen.

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