Der Plan- wie ich mich selbst überliste

Ich hab’s ja mehrfach angekündigt: Ich hab jetzt nen Plan. Einen Alltags-Organisations-Plan. Einen flexiblen Plan wohl bemerkt!

Denn, mit Kindern gibt es ja immer nur kurze Abschnitte, in denen ein geregelter Alltag statt findet. Diverse Krankheiten und Wehwehchen, Ferien, unvorhergesehene Dinge, viele Kindergeburtstagseinladungen hintereinander, Elternratstreffen, Jahreszeitliche Feste etc.pp. und dibididu. Man kennt es ja.
IMMER ist was. Mit drei Kindern ist das bei uns auf jeden Fall so.

Mein neuer Plan führt auch nicht zu einem „tippe-di-toppe“ Haushalt. Den Anspruch habe ich gar nicht. Dazu bin ich zu chaotisch und wenn mich meine Kreativität überfällt, explodiert meine Arbeitsecke. Das muss und darf so. Das dürfen die anderen Mitbewohner auch. Aber gerade dann ist es wichtig, wenigstens die besagten (HIER beklagten) Schweine aus dem Weg zu räumen. Das sind zumeist Aufgaben, die ich persönlich doof finde. Oder Dinge, die ich immer hinten anstelle, wie auch den Sportteil für mich. Oder die, die an Sisyphos erinnern. Das Thema Wäsche ist so eines. (Da sitzt auch gern der Schweinehund drauf.)

Somit erdachte ich einen flexiblen Plan, der vor allem die für mich doofen aber unumgänglichen Aufgaben beinhaltet UND den Sport.
Die doofen Aufgaben sind auch meist die, die unfertig den Betrieb aufhalten und alles noch chaotischer aussehen lassen, als es ohnehin schon ist.

Ich will den Plan mal erklären.

Auf den ersten Blick sieht er sehr luftig aus. ABER:

Man sieht die Woche Montag bis Sonntag wie bei einem Stundenplan unterteilt. Den Vormittags habe ich etwas kleinschnittiger aufgeteilt, als den Nachmittag.

Wichtig sind die fixen Zeiten (rot schraffiert), wie die Morgenroutine mit den Kindern (inkl. bis alle aus dem Haus, bzw weg gebracht sind und ich wieder zu Hause angekommen bin), das Mittagessen nebst Hausaufgaben betreuen, die Abholzeit der Mädchen und das Abendprogramm. Also gibt es 4 feste Zeitfenster, die aktuell definitiv gesetzt sind.
Mittags variiert es je nach Stundenplan des Sohnes, nach Karneval ändert sich schon was  und ab Sommer kommt der Stundenplan vom Sirenchen auch noch hinzu. Da wird sich das Mittagszeitfenster nochmal verändern.

Die fixen Zeiten werden schon mit Puffern „berechnet“, so dass in der Regel Zeit übrig bleibt. Worüber ich mich wie eine Schneekönigin freue, weil ich dann guten Gewissens eine Kaffeepause machen oder mit der nächsten Aufgabe dann auch einfach anfangen kann und dementsprechend schneller fertig bin. Oder ich mache was ganz Verrücktes und lege ein kurzes Workout ein. Und wenn ich mal aufgehalten werde und das Zeitfenster exakt ausgenutzt wird, ist das kein Problem.
Ich staune selbst, wie sehr ich mich mit den Zeitfenstern und Aufgabenverteilungen selbst überliste. Es funktioniert super!
Diese fixen Zeiten recht streng eingehalten, lassen mich zudem den Kindern einen Schritt voraus sein. Ich muss ihnen nicht mehr hinterher stolpern.

Ansonsten habe ich viele freie Fenster, die ich mit den Knackpunkten bestücken kann. Und wenn die erledigt sind, kann ich alles andere machen.

Es gibt hier einen Garten, der mich braucht, jede Menge kleine Aufgaben rund um den Haushalt, Besorgungen, Papierkram, Kinderarzttermine, Kinderturnen, Verabredungen inklusive Shuttelservice der Kinder, Tierarztbesuche, Geburtstagsvorbereitungen und so weiter und so fort. Den Blog darf man auch nicht vergessen. Der schreibt sich nicht von allein. Das alles trage ich nicht in den Plan ein. Es füllt ganz automatisch die weißen Felder und ist zumeist der Willkür des Tages unterworfen. Damit komme ich klar. Langeweile habe ich übrigens auch nicht. Und wenn, dann nur im Kopf.

Wie bestücke ich den Plan?

Mein Plan für diese Woche sieht z.B. so aus, wie auf dem Foto. Der Plan wird bestimmt vom Geburtstag des Sohnes, einer Einladung zum Kindergeburtstag, einer Verabredung der Mädchen und dem ganzen Vorbereitungskram für den Geburtstag. Karneval wirft auch seine Schatten voraus. Ich sag nur: Kostüüüüüme.

Den Plan mache ich mir Sonntagabends immer im Einklang mit den Terminen im Kalender neu zurecht.

Auf diese Weise kehrt hier tatsächlich mehr Ordnung und Struktur ein, ohne dass ich mich komplett verbiegen muss. Das Kuriose ist, dass ich dadurch insgesamt effizienter bin und auch deutlich entspannter bleibe. Den Stress durch mein eigenes inneres Chaos habe ich damit im Griff.

Wo hängt der Plan?

Der Plan hängt an der Kühlschrankseitenwand. Das ist ein zentraler Platz und der ist obendrein magnetisch. Da hängt auch der Stundenplan und alle aktuellen Zettel aus der Schule.
Die selbst auferlegten Aufgaben schreibe ich mir auf Magnetstreifen (man kann sie praktischerweise auf die gewünschte Größe zuschneiden und immer wieder neu beschreiben.)
Die kann ich mir, egal ob es wöchentliche Aufgaben oder alle paar Wochen wiederkehrende Aufgaben sind, wild in den Plan heften.

Wenn unvorhergesehene Dinge dazwischen kommen, kann ich die Aufgaben verschieben oder raus nehmen, vor allem wenn ich merke der Plan geht in der Woche nicht auf. So fange ich auch nicht damit an und muss es mittendrin liegen lassen.

Über die Kleinschrittigkeit bin ich mir noch nicht ganz schlüssig. Ich belasse es aktuell bei Stichwörtern z.b. Böden (das kann gründlich Saugen oder Wischen bedeuten) oder Wäsche (Das beinhaltet alles rund um das Thema. waschen, weg falten, aussortieren oder was auch immer. Davon mache ich mir übrigens  ein paar Schilder mehr.)

So einen Plan kann man auch nach und nach auf die Familie ausweiten und Aufgaben verteilen. Für ältere Kinder super. Und vielleicht auch für den Partner. 😉 Vor allem, wenn beide Elternteile einer gesellschaftlich anerkannten Erwerbstätigkeit außerhalb des Hauses nachgehen. 😉

Vielleicht ist das auch was für den ein oder anderen von euch?

Wie seid ihr organisiert? Seid ihr ohnehin gut strukturiert und richtige Haushaltsprofis, denen alles leicht von der Hand geht? Oder verdaddelt ihr euch auch gerne mal in einem Wust an Aufgaben?

  2Comments

  1. Andrea   •  

    Hallöchen!
    Ich habe das verdaddeln quasi erfunden! Haushaltsmäßig geht mir rein gar nichts leicht von der Hand; ich kann auch ganz gut „Baustellen“ (oder Schweine)gekonnt übersehen und hoffe immer, dass sie sich irgendwann in Luft auflösen.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Ich habe 6jährige Zwillinge, die zur Zeit *huuust*. ein wenig „betreuungsintensiv“ sind und gehe Teilzeit arbeiten (25 Std/Woche); außerdem arbeite ich ehrenamtlich- immer so, wie die Umstände es zulassen von der Zeit her- auf der Onkologie.
    Da ich meine spärliche Freizeit mit meinen Kindern verbringen möchte, habe ich vor ca 3,5 Jahren beschlossen, mir eine Haushaltshilfe auf Mini-Mini-Job-Basis zu leisten (andere Mütter in meinem Umfeld gehen mehrmals pro Monat zum Friseur oder zur Kosmetikerin oder sowas und DAS ist eben mein Luxus)- eine super Entscheidung! Unser „Helferlein“ kommt 1x in der Woche für 3 Stunden und kümmert sich um die Böden und ums Grobe (Staubwischen usw macht sie nicht)und 1x im Monat putzt sie die Fenster.
    Natürlich wische ich zwischendurch auch bei Bedarf oder sauge mal durch- trotzdem bin ich sehr entlastet durch sie.
    Leider kriege ich auch überhaupt kein System in unseren Bastel-Fundus, es liegen wirklich überall IDEEN rum und unvollendetes; das Problem ist neben meiner offensichtlichen Unfähigkeit, dass wir sehr, sehr wenig Platz haben- alles liegt an gefühlten 78 Stellen verteilt, ich verliere völlig den Überblick manchmal. Darum ist momentan mal wieder eine größere Aufräum- und Entsorgungsaktion im Gang (HAUFENPRINZIP, man muss ja erst mal sortieren!), und kein Ende ist in Sicht, weil ja natürlich ständig irgendwas unaufschiebbares dazwischen kommt.
    Du bist also ganz bestimmt nicht allein mit dem Chaos!!
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Liebe Andrea,
      danke für deine Wort! ❤️ 6 Jährige Zwillinge….das ist nicht ohne. Dieses Schulalter hat es in sich und dann gleich zweimal…. 😀 ist hier ähnlich. Der Große wird jetzt 7 Jahre und die Mittlere wird im Sommer 6 Jahre. Puh. Die Wackelzahnpubertät….

      Das mit der Haushaltshilfe ist genau richtig. Wie soll man denn das schaffen, Arbeiten, Haushalt und die Kinder? Es gibt natürlich so gut strukturierte Energiebündel, die das hinkriegen, aber jeder ist anders. Ich hätte unter den Umständen auch eine Haushaltshilfe. Wäre mir auch wichtiger als Friseur und Kosmetik. (Haare kann man ja auch selbst schneiden.Mach ich hier bei allen Familienmitgliedern.)

      Und Aussortieren…das ist hier auch ständig Thema. Es entstehen ja auch jede Saisons neue Kinderklamottenberge, die nicht mehr passen oder einfach durch sind. Oder Spielzeug, dass nicht mehr gebraucht wird…..

      Hach jaaaa….

      😀

      Liebe Grüße zurück!

      Beatrice

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