Kindergeburtstag für 6 bis 7 Jährige

Bei uns ist es so: Ich bin ein großer Freund so lange wie möglich zu Hause Kindergeburtstag zu feiern. Obwohl zwei von 3 Kindern im Februar Geburtstag haben und man auf jeden Fall für Drinnen planen muss. Und das ist auch gut möglich, wenn:

  1. die Menge der eingeladenen Kinder zum vorhandenen Platz passen.
    2. die Spiele unterhaltsam genug sind.
    3. man Lust drauf hat.

Die Menge der Gäste gebe ich vor. Darüber kann man streiten. Aber ich stehe dazu. Der Sohn durfte zum 7. Geburtstag 7 Kinder einladen. Die Auswahl fiel ihm nicht leicht. Und doch, selbst wenn ich 10 erlaubt hätte, hätten immer noch Kinder gefehlt, die er einladen wollte. Wo zieht man also die Grenze?

Mit meinen 3 Kindern waren es dann insgesamt 10 (bzw 9, ein Junge war leider krank) und die kann ich hier zu Hause gut beschäftigen.

Der Fledermausgeburtstag

Ein Thema, das immer wieder auftauchte war die Fledermaus. Der Sohn wollte einen Fledermausgeburtstag.
Der grobe Überbau war damit vorgegeben.

Der Kuchen war anders geplant, sah aber am Ende so aus und das reicht auch. Ein einfacher Rührkuchen und mit Hilfe einer Papierschablone mit dem passenden Motiv bestäubt.

Die Idee

Da alle Kinder bereits lesen und schreiben können, notierte ich auf einem linierten Blatt 11 Aufgaben in Druckschrift. (Ich hätte es auch tippen und ausdrucken können, aber man kennt es ja, immer wenn man mal eben schnell was drucken will, verweigert der Drucker seinen Dienst. Und ich habe die Erfahrung gemacht: Das schönste Material garantiert kein Gelingen! Die Kinder wollen einfach nur wissen, was die Aufgabe ist.)
Hinter jeder Aufgabe stand ein Buchstabe. Die Aufgabe selbst führte zu einer Lösungszahl, die neben dem Buchstaben notiert werden musste.
Tatsächlich wollten alle Kinder mal eine Aufgabe vorlesen und machten das richtig gut. (Alle waren erst seit einem halben Jahr in der Schule). Jeder wollte auch mal eine Zahl eintragen. (Ich fand das ja pädagogeisch sehr wertvoll. Das neu erworbene Können aus der Schule erfuhr einen sinnvollen Einsatz. Immer diese Pädagogen. ;-D)

Der schmucklose aber begehrte Aufgabenzettel.

Ziel der Spiele war es am Ende mit Hilfe der Zahlen und Buchstaben einen kleinen Lösungssatz zu erarbeiten, der wiederum zu einer Belohnung führte.

Die Spiele

Es gab vier Aufgaben, bei denen die Kinder im Haus bestimmte Dinge zählen oder überlegen und denken mussten. Also stürmten einmal alle durch alle Räume oder überlegten zusammen.

 

Fledermäuse fangen

Auf dem Dachboden hatte ich in einen Holzbalken Heftzwecken gepinnt. Daran hingen an Fäden mit Büroklammern fest gemacht weiße gefaltete Zettelchen herunter. Wirklich ganz schnell und einfach. Nix aufwendig Gestaltetes. Auf einigen der Zettelchen waren Fledermäuse gezeichnet. Die Kinder musste nun abwechselnd mit verbundene Augen und einer Grillzange versuchen die Zettel aus der Luft zu fangen. Das ist gar nicht so einfach und die anderen Kinder mussten ganz gut durch Wort und sanftes Führen der Hand helfen. Sie schoben und hoben sich zum Teil gegenseitig. Aber immer vorsichtig und zielorientiert. Nach jedem geschnappten Zettel war der Nächste dran.

Die Zahl der Fledermäuse ergab wieder eine Lösungszahl.
Es machte allen Spaß.

 

Fledermaushöhle

Die wollte ich eigentlich auch auf dem Dachboden in einer dunklen Ecke machen, aber die Zeit und diverse Unwegsamkeiten verhinderten das. Ich bereitete eine provisorischen Höhle im Wohnzimmer vor. Zwischen Sofa, kleinen Stühlen und mit ein paar Decken baute ich einen schmalen Gang. Mit herunter gelassenem Rollladen war es im Raum schon recht dunkel und in dem Tunnel erstrecht stock finster. Die Kinder mussten einzeln hinein kriechen und am Ende des Tunnel lagen Schokoriegel und Gummibärchentüten. Die Kinder sollten ertasten, wie viele Gummibärchentüten dort lägen und jeder durfte als Beute einen Schokoriegel mit hinaus nehmen. Die Zahl der Gummibärchentüten durften sie jedoch erstmal nicht verraten.
Die Kinder staunten, wie finster es unter den Decken war und knisterten nach meinem Empfinden ziemlich gerne im Dunkeln herum.
Am Ende durften alle auf Drei die Zahl laut sagen. Das war passender Weise die Zahl 4. (Dabei hatte ich Gurke ein Tütchen zu viel in die Höhle reingelegt. Es hätten drei Tüten sein müssen. Egal. Ich klärte meinen Irrtum auf. Das schmälerte jedoch nicht die Freude beim Spiel.)

 

Reifenspiel

Wir stellen uns alle im Kreis auf (ich machte mit) und nahmen uns an der Hand. Ein Hulahuppreifen musste nun die Runde machen, ohne dass man die Hände löst. Man steigt reihum durch den Reifen. Ziel war es, zwei Runden zu schaffen. Die Kinder mochten das Spiel so gerne , dass sie noch viele Runden weiter machten.

 

Schlangehäuten

Das Bild erklärt es am Besten.

Man steht hintereinander und greift mit einem Arm durch seine Beine und mit der anderen Hand durch die Beine des Vordermannes. Man hält sich an den Händen fest. Und dann beginnt der Letzte und krabbelt OHNE die Hände zu lösen durch die Beine der Vordermänner. Dabei reiht sich sofort der Vorletzte ein, dann der Vorvorletzte usw. Bis die Schlange einmal auf Links gedreht wurde. Es funktioniert. Die Kinder machten 3 Durchgänge und wunderten sich immer wieder, wie das gehen kann.

Tisch aus Menschen bauen

Ein schwieriges Spiel. Die Kinder durften die Hände als Hilfe hinzu nehmen und machten wirklich engagiert mit. So ganz klappte es nicht. Aber das war egal. Spaß gemacht hat´s.

Fangen spielen

Das Fangenspielen ergibt sich bei uns immer automatisch. Die Kinder rannten um die Kücheninsel und hatten einen riesen Spaß. Der Fänger krabbelte und konnte sich somit ungesehen oft sehr nah ranpirschen und plötzlich auftauchen. Danach hatten alle glühende Köpfe und schwitzten. Glücklich ist, wer irgendwelche Möglichkeiten in der Wohnung hat, wo die Kinder drum herum laufen können.

 Wer klaut der Hexe die Süßigkeiten, war noch so ein Spiel. Ich hab’s nicht gut erklärt und die Luft war ein bisschen raus. Wir machten es so wischi waschi halbherzig. Jeder aß seinen erarbeiteten Schokoriegel und dann waren auch schon fast alle Buchstaben einer Zahl zugeordnetet. Die beiden fehlenden Buchstaben sollten die Kinder selbst an die passende Stelle knobeln.

Engagiert reihten sie sich vor dem Kühlschrank auf und setzten die Wörter mit Hilfe des Lösungszettels und den Magnetbuchtsaben zusammen.

 

Der Vampir aus der Sesamstrasse, Graf Zahl. Ich habe eine Best of 80er Jahre Sesamstrassen DVD, bei der man einzelne Kapitel auswählen kann. Darunter war eine Graf Zahl Folge. Passte zum Thema Fledermaus und die Kinder durften dann knapp 5 Minuten lang eine Folge Graf Zahl anschauen. Danach stand das Abendbrot auf dem Tisch.

 

Insgesamt habe ich 3,5 Stunden für den Geburtstag angesetzt. Bis alle da waren, einmal das Kinderzimmer inspiziert, die Geschenke ausgepackt und Kuchen gegensen hatten, waren gut 50 Minuten rum. Dann brauchten wir mit kleinen Pausen zwischendurch für die Spiele etwa 2 Stunden. Ungefähr 20 Minuten Abendessen. Und dann hatten alle nochmal etwa eine viertel Stunde, um sich frei zu beschäftigen.

 

Ich war echt zufrieden, dass alles so gut angekommen ist. Einzig der Sohn war etwas merkwürdig und hatte anfänglich etwas gestreikt und fand alle Spiele „voll langweilig“. Er wollte lieber eines seiner Geburtstagsgeschenke bespielen. Zum Glück fanden die Gäste meine ausgedachten Spiele so attraktiv und versuchten den Sohn mit ins Boot zu holen.  Nach der Hälfte der Zeit klappte es dann auch mit Sohn. Der Mann hat da aber auch nochmal ein ernstes Wort mit ihm gesprochen.

 

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