Koordination von Verabredungen mit 3 Kindern

Es gab eine Zeit, da packte ich meine drei Kinder ein und ging irgendwo hin zu Besuch. Oder der Besuch kam zu uns. Die Kinder spielten zusammen, im Idealfall sehr friedlich und die Mamas konnten mal ein paar Worte wechseln. Wenige Worte. Denn kleine Kinder lassen einen nichts Zusammenhängendes sprechen. Man serviert pausenlos Snacks und Getränke, betüdelt, macht sauber, wechselt Windeln oder begleitet zur Toilette, tröstet bei Bedarf…..Es war dennoch ein Pflegen allumfassender Sozialkontakte.
Der Vorteil dieser Zusammentreffen war: Die Zeit ging besser rum als immer nur zu Hause, alle hatten mal was anderes gesehen und waren zufrieden. (Ok, ich war es nicht immer, denn ich hätte mir hin und wieder schon mal ein vernünftiges Gespräch unter Erwachsenen gewünscht ohne das ständige Kleinkindgewusel, Geplapper und Umsorgen.)
Diese Zeit wandelt sich nun. Gespräche sind wieder eher möglich, was ich sehr angenehm finde. Jedoch ergeben sich nun neue Herausforderungen.

Der Sohn ist recht selbstständig, kann aber noch nicht alle Wege alleine gehen. Manche Strecken sind zu weit und noch unbekannt oder führen über echt blöde Straßen mit etwas unübersichtlichem und nervösem Verkehr. Da traut er sich noch nicht alleine und ich bin da auch noch zögerlich. Sprich, zu manchen Verabredungen muss ich ihn bringen und abholen.
Gleichzeitig traut er sich mal eine Hörspiellänge alleine zu Hause zu bleiben. Aber länger nicht und das möchte ich auch auf keinen Fall. Noch nicht, jedenfalls. Das macht schon einiges einfacher, aber noch nicht alles.
Die Mädchen fangen nun auch an aktiv Verabredungen einzufordern. Das Sirenchen kann  schon alleine bei Freundinnen bleiben, muss aber natürlich  gebracht und geholt werden. Es sei denn es ergibt sich eine Mitfahrmöglichkeit direkt im Auto der Verabredung. Das Knöpfchen war bisher noch so klein, dass ich sie zu ihren Verabredungen begleitet habe, bzw sie war einfach dabei, wenn ich die beiden Geschwister irgendwohin begleitet habe. Ich gehe ja ganz gerne mit zu den Verabredungen, denn ich unterhalte mich durchaus sehr gerne mit anderen Mamas. Mittlerweile klappt das ja auch halbwegs. Es ist schon schön immer mal andere Erwachsene um sich herum zu haben.
Es ist kein Problem mit beiden Mädchen zu einer „Mädchen-Verabredung“ zu gehen oder sie dort hin zu bringen. Bis letztes Jahr machte es dem Sohn nichts aus, dabei zu sein. Er erkundet gerne andere Räumlichkeiten.
Allerdings langweilt er sich neuerdings bei „Mädchen-Verabredungen“ , vor allem, wenn sie 2 bis 3 Jahre jünger sind als er und ist dann unzufrieden, wenn er selbst keine Verabredung mit einem Freund hat.
Für das Knöpfchen ist es manchmal schwierig, wenn die Geschwister verabredet sind und sie nicht. Dann ist sie ganz traurig. Sie vergleicht sich und möchte dann auch verabredet sein. Wenn ich Glück habe, habe ich eine für sie akzeptable Alternative parat. Wenn ich Pech habe, kann ich anbieten was ich will und sie hat schlechte Laune.

Tja, und so stehe ich oft vor dem Dilemma, dass meistens mindestens ein Kind unzufrieden mit der Nachmittagsgestaltung ist und mault.
Oder heult.
Oder diskutiert.

Ich freue mich immer, wenn wir uns mit anderen treffen, die ähnlich alte Kinder haben und am besten noch im gemischten Doppel. Dann sind alle zufrieden. Aber davon allein kann man ja keine Freundschaft abhängig machen.

Der Sohn hat noch nicht so den Dreh raus sich mit den Jungs auf dem Schulhof abzusprechen und schon mal abzufragen, wer nachmittags Zeit und Lust hat. Das üben wir gerade. Ich muss aktuell immer die Mamas vom Wunsch-Spielkameraden für den Nachmittag antexten oder anrufen und fragen, ob es passt. Wenn er Freunde aus dem Kindergarten treffen möchte natürlich sowieso. Wenn möglich, machen wir auch langfristig schon Verabredungen aus. Was im Winter aber mit den ständigen Infekten bei allen oft genug wieder gecancelt werden musste.

Es kommt ja noch hinzu, dass jeder am Nachmittag so seine Termine hat. Schwimmmkurs, Turnen, Judo, Chor, Ergotherapie, Reiten, Geige……und was es alles so gibt. Ganz ehrlich: Ich kann mir die Terminpläne der anderen Kinder nicht merken. Ich bin ja froh, wenn ich uns 5 im Blick habe. Der Sohn kann sich das auch nicht merken. Und die Freunde wissen es manchmal selbst nicht so genau, wie ihr Nachmittag aussieht.
(Ich freue mich übrigens wie Bolle, dass meine drei Kinder am gleichen Tag zum Turnen gehen.)

Also jongliere ich so herum zwischen „Ruhetagen“ für alle, an denen wir einfach zu Hause sind (was hier für alle sehr wichtig ist) und Tagen, an denen es Verabredungen für alle gibt und Tagen an denen sich alle verabreden wollen, aber keiner Zeit hat oder an denen nicht alle meine Kinder eine Verabredung haben. Wichtig ist es, das aushalten zu lernen und sich trotzdem auf den Nachmittag einzulassen. So manches mal birgt das ja auch unerwartete Freude. Erst neulich musste der Sohn mit auf eine „Mädchen-Verabredung“ (weil ich auch mit dabei war) und war maulig, weil keiner seiner Freunde Zeit hatte. Allerdings waren wir später auf einem Spielplatz, auf dem einer seiner Klassenkameraden unterwegs war. Der Sohn knüpfte neue Freundschaften und hatte dann noch einen prima Nachmittag.

Tja, das ist wohl wieder einer dieser Übergangsphasen, in denen jeder für sich die neuen Möglichkeiten und Gegebenheiten annehmen und damit umgehen muss.

In meinem Fall heißt es aktuell: Sektetärin sein und Termine verwalten, Verabredungen organisieren und koordinieren und dann alle Kinder bringen, abholen oder losschicken oder gar den Nachmittag über begleiten.
Am einfachsten ist es logistisch, wenn Kinder zum Spielen zu uns kommen. Wobei das dann auch nur geht, wenn ich keines meiner Kinder zu einer Verabredung bringen und holen muss. Ich kann ja nicht alle Kinder mit hin und her fahren oder alleine zu Hause lassen. Der Sohn kann sich dann immerhin mit Kindern verabreden, die auf bekannten Strecken wohnen und wo er alleine gehen und kommen kann oder er muss die Freunde ebenfalls zu uns einladen.
Manchmal bringe ich auch Spielkameraden, die bei uns sind, auf einem Weg nach Hause, wenn ich eines meiner Kinder irgendwo wieder abholen muss.

Übrigens gehen meine Kinder überaus gerne zu anderen Kindern zum Spielen. Lieber, als wenn Freunde zu uns kommen. Kennt das jemand?

Im Sommer wird das wieder etwas einfacher. Dann macht man einfach ein großes Treffen auf dem Spielplatz aus und alle sind zufrieden.

 

 

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