Entspannt wirken- angespannt sein

Unsere Außenwirkung ist auf viele Leute, die uns nicht näher kennen, meist eine entspannte.
Es sieht offenbar so aus, als würde ich den Laden mit 3 kleinen Kindern mit Links schmeißen. Das schmeichelt. Aber so ist es nicht!

Als das Knöpfchen noch recht frisch auf der Welt war, und ich mit 3 Kindern zwischen Kindergarten, Spielplatz und Zuhause hin und her tingelte, fragten mich wirklich Viele wie ich das überhaupt schaffen würde. Ich sähe immer so entspannt aus.
Meine Antwort war immer die gleiche: „Ich weine sehr viel!“
Immer mussten alle mit mir zusammen lachen. Wahrscheinlich war das der Grund, warum ich immer entspannt wirkte. Wenn ich nicht weinte (weinen baut ja auch Druck ab), dann lachte ich (was ja auch entspannt). Tatsächlich war ich es ganz oft überhaupt nicht. Continue reading…

Körperpflege- Das Drama mit dem Baden und Haarewaschen

Kennt ihr das? Kleinkinder, die Baden nicht mögen oder das komplette Haus zusammen brüllen, weil man ihnen die Haare waschen muss?

Der Sohn war Wasser von Anfang an skeptisch zugetan. Es wurde ernst erforscht. Er war lange kein vergnüglich quitschendes Baby in der Badewanne. Als er dann Spaß daran fand, durfte man ihm aber die Haare nicht mehr waschen. Und davon hatte er früh schon viele auf dem Kopf. Haarewaschen war ein Reizthema. Dabei hatte ich mir immer Mühe gegeben und es ohne Shampoo gemacht und möglichst kein Wasser ins Gesicht laufen gelassen. Es gab kein negatives Erlebnis mit brennenden Augen oder so etwas. Er schrie und kreischte von heute auf morgen fürchterlich dabei. Da seine Haare nicht schnell muffelten oder fettig wurden, verschonte ich ihn in dieser Phase, so lange es ging.
Als das Sirenchen dann mit in der Wanne saß und komplett in ihrem Element war, wurde der Sohn unzufrieden beim Baden. Ihm spritze Wasser ins Gesicht, weil das wilde Sirenchen tauchte und prustete was das Zeug hielt. Er lernte jedoch mit der Zeit, dass Wasser auch Spaß machen kann und tauchte irgendwann mit. Endlich konnte ich dem Kind dann auch die Haare wieder vernünftig waschen, ohne dabei eine Geräuschkulisse zu provozieren, die nach Abschlachten klang.
Seither klappt das super in der Wanne.
Das Knöpfchen, unsere Jüngste, hat nun neuerdings Anwandlungen… Continue reading…

An einem Morgen im Advent

Überflüssige Redezeit

Nachdem alle 3 Kinder fertig im Lastenfahrrad sitzen, fahren wir los Richtung Kindergarten.
Ich bin knurrig und müde, es wird langsam hell. Überall ist Weihnachtsbeleuchtung. Ich möchte still vor mich hin radeln und höre mich sprechen:
– „Wie bitte, ich habe dich nicht verstanden!“
– „Ich verstehe dich ganz schlecht, weil auf diesem Stück Strecke so viele Autos fahren.“
– „Hier fahren Z U V I E L E  A U T O S!“
– „Warte.“
– „Warte.“
– „Du sollst W A R T E N!“
– „Hier ist zu viel Verkehr! Warte bitte!“
– „Mmmmmmmh!“
– „So.., was hast du gesagt?“
– „Nein, hab ich nicht gesehen!“
– „Ich musste mich auf den Straßenverkehr konzentrieren!“
– „Nein, hab ich nicht gesehen!“
– „Ich gucke mir den Nikolaus auf dem Rückweg an!“
– „Ich S A G T E: Ich sehe mir den NIKOLAUS auf dem RÜCKWEG an!“
– „Ist doch auch egal. Ich würde jetzt gerne fahren ohne zu sprechen!“
– „Ich möchte nicht sprechen!“
– „Ich möchte beim Fahrradfahren JETZT NICHT SPRECHEN!“
– „Nein, auch NICHT SINGEN!!“
– „Ich sag jetzt nichts mehr!“
– „Mmmmmmh!“
– „Achtung, Kopf rein!“
– „Ja, da musste ich was sagen, sonst hättest du dich unter Umständen gestoßen!“
– „Du H Ä T T E S T dich sonst G E S T O S S E N!“
– „Na, dann bitte schön!“
– „Nicht zanken!“
– „Lass das bitte!“
– „Lass es! Sie hält das doch schon die ganze Zeit fest!“
– „Sag, ENTSCHULDIGUNG!“
– „Aufhören zu zanken und zu schreien!“
– „S T O P P !“
– „Nicht Z A N K E N!“
– „Wir sind da!“
– „Wir sind da!“
– „Aussteigen!“
– „Aussteigen, wir sind da!“
– „Aussteigen.“
– „Aussteigen! Soll ich helfen?“
– „Na dann steigt alleine aus!“
– „IST DOCH EGAL!“

Ich brauche einen Kaffe! Dringend!

Backen mit Kindern

Meine Großtante war eine große Backfee, die mit Geduld und Hingabe mit mir zusammen backte. Die wunderbarsten Sachen hat sie mit mir gezaubert. Himbeerbisquitrolle mit frischem Himbeermus aus dem Garten, die besten Windbeutel der Welt mit Sahne und Sauerkirschen gefüllt, Apfelkuchen vom Blech, Hefebrötchen, Plätzchen aller Art und Marmorkuchen. Toll! Lecker! Super schöne Nachmittage! Ich durfte alles mitmachen und es gelang IMMER! Es war wie in einem Werbespot. Ein großes Vorbild.

Jetzt bin ich so romantisch und naiv verklärt, dass ich bevor ich Kinder hatte, immer dachte: „Ach, wenn ich mal Kinder habe, dann backen wir auch tolle Sachen zusammen. Und in der Adventszeit werden Plätzchen gebacken! Dazu Kerzenschein und lustige Weihnachtlieder. Das wird sooooooo toll!!!!“

Kommen wir zur Realität: Continue reading…

Dezember, 2 Jahre zuvor, gleiches Wetter

Wenn du glaubst es geht nicht mehr…

Als der Sohn fast 2 Jahre alt war, war das Sirenchen 5 Monate alt.
Es war Winter. Oder es sollte Winter werden. November Rain seit Tagen. Die Decke fiel uns auf den Kopf. Der Advent konnte die Stimmung nicht retten. Der Sohn rannte wie angestochen durch die Wohnung und auch ich musste mal raus. Es war schon dunkel. Und es regnete. Ich entschied einen kurzen Abstecher zum Bäcker um die Ecke zu machen. Eine Wegstrecke von 30 Sekunden. Ohne Witz. Mit Toddler dann doch 2 Minuten länger, aber durchaus eine excellent machbare Strecke mit motivierendem Ausblick auf ein frisches Brötchen. Ich band mir das Sirenchen im Tragetuch vor den Bauch und zog dem Sohn eine halbwegs wetterfeste Garnitur an. Wir marschierten los. Die zwei Stockwerke nach unten und zum Bäcker hin, klappte alles wie am Schnürchen.
Dann kam der unüberwindbar weit entfernte Rückweg. Continue reading…