Wieder auf Kurs

Unser Wirbelwind (das Sirenchen) bereitete mir in den letzten Wochen etwas Kopfzerbrechen.

Schon eine Weile meinte sie, sie wolle nicht in den Kindergarten. Allerdings ohne Nachdruck. Und da ich stets ein fröhliches Kind abholte, schenkte ich dem Gesagten keine größere Bedeutung. Dann wurde sie krank. Sie war ziemlich erkältet und hatte eine dicke Ohrenentzündung. Sie blieb zwei Wochen zu Hause, um wirklich wieder fit zu sein. Es war eine schöne Zeit. Wir hatten viel und vor allem eine friedliche Zeit miteinander. Etwas, was ihr sehr gut tat und sich mit meinem Gefühl deckte, dass sie Zeit und Nähe mit mir braucht. Jedoch brauchte sie auch VIIIIIEL Zeit. Man wird sozusagen inhalliert und muss sich seine Zeit „erkämpfen“.

Ich habe HIER neulich darüber geschrieben, was sich in der letzten Zeit außerdem noch dazu gesellte. Es hängt alles irgendwie miteinander zusammen. Der Sohn hatte geäußert, dass niemand mit dem Sirenchen spielt und sie hatte das auch schon ein paar mal angedeutet.

Nun hat mich der Gedanke, dass niemand mit dem Sirenchen spielen möchte, beschäftigt. Es tat mir so leid. Gleichzeitig wollte ich darauf vermehrt achten. Ich bekam Zweifel an der 100% Korrektheit dieser Aussagen, denn wenn die anderen Kinder das Sirenchen beim Abholen sahen, riefen sie alle nach ihr und winkten.

Ich nahm mir das Sirenchen mal zu Seite und befragte sie dazu. Continue reading…

Das Sirenchen braucht Nähe

Länger war es recht still um unser Sirenchen. Und obwohl wir ein paar wenige sehr harmonische Tage hatten, keimte schon eine neue „Phase“ auf. Das Sirenchen hat für ihre Verhältnisse wenig Appetit. Auffällig ist, dass sie Obst vertilgt, aber Süßkram nur anknabbert und liegen lässt. „Kind, hast du Fieber?“, möchte ich fragen. Sie ist etwas blässlich, sonst aber fit und agil, wie eh und je. Mehr Schabernack als sonst macht sie auch.
Irgendeine verrückte Ideen hat sie ständig. Heimlich Wurst aus dem Kühlschrank stibitzen, sich ein Glas übervoll mit Saft kippen und sich dann kaputt lachen, Türen knallen und laut und übermütig quietschen, alle Puppen ausziehen, die Sachen verstecken und behaupten, das Knöpfchen hätte das gemacht etc.

Ich würde sagen in ihrem Kopf  passiert was und sie wächst. Sie kommt mir länger vor. Vor allem längere Beine hat sie bekommen.
Emotional ist sie deshalb auch etwas wankelmütig.
Von kleinem Donnervögelchen bis hin zur zarten Pusteblume hat sie alles parat.
Mit den Geschwistern spielen klappt solala. Alles was mit Aktion und körperlichem Einsatz zu tun hat, klappt gut.
Sitzt sie dann mal versunken mit ihrer Puppe da und jemand anderes kommt in den Raum, um sich ein Spielzeug zu nehmen, lässt sie ihre Puppe fallen, und entwendet dem Geschwisterkind das Spielzeug. Darüber möchte sie dann bestimmen und wird ziemlich zänkisch, wenn es nicht gelingt. Gekreische vorprogrammiert.
Bin ich in der Nähe und sehe das, blicke ich gestreng mit einem Räuspern zu ihr rüber. Hört sie nicht auf, muss ich sie zwangsherzen oder sowas. Kennt das einer? Zwangsherzen? Der „Wiedersacher“ wird sozusagen nieder gekuschelt. Das führt in unserem Haus stehts zu Lach- und Quitschanfällen und nimmt den Dampf raus. Continue reading…

Habe ich ein High Need Kind?

Frida vom Blog 2Kind Chaos hat sich jüngst die Mühe gemacht und von Dr. William Sears die 12 Kriterien für High Need Kinder zu übersetzen und aufzulisten. Bei 10 von 12 Punkten musste ich heftig nicken, wenn ich an mein Sirenchen denke. Nicht umsonst habe ich auf diesem Blog ja die Kategorie: Neues vom Sirenchen. Ob sie tatsächlich ein High Need Kind ist oder nicht, ist mir eigentlich egal. Meine Einordnung war immer: Kein Anfängerkind.

Zufälligerweise sprachen meine Mutter, meine Oma und ich neulich noch über die Anfänge mit 2 Kindern. Von Oma und Uroma wurde heftig beteuert, dass das Sirenchen vor allem am Anfang ja extrem anstrengend gewesen wäre. Und auch noch immer ist. Und sie sei viel „schlimmer“ als ich es als Kind gewesen sei. (Irgendwoher muss das Kind das ja haben. :-D) Und der Mann beteuerte auch nochmal, dass der Anfang mit dem Sirenchen alles andere als lustig gewesen wäre. Allein diese ständige Lärmbelästigung….

Obwohl mir immer klar war, dass ich mit ihr schon immer stramm zu tun hatte, habe ich vieles vom Anfang verdrängt.

Das Sirenchen kam 18 Monate nach dem Sohn zur Welt. Der Sohn ist auch kein alltäglicher Vogel, aber ein ruhiger Vertreter. Er machte es mir unter den Bedingungen leicht mit dem kleinen Donnervögelchen (Sirenchen) und ihm durch den Alltag zu kommen.

Zwei Kinder in knappem Abstand sind immer eine Aufgabe unter verschärften Bedingungen und das Sirenchen forderte von Minute 1 an. Continue reading…

Trilogie der Emotionen

Oder wie meine Kinder mich zum heulen bringen.

Morgens verschwand der Sohn im Wohnzimmer, gab an, ich dürfe auf keinen Fall gucken und betrat nach einer Hörspiellänge stolz die Bühne. Er überreichte mit den Worten: Mama, das ist für dich! stolz dieses Bild.

dampflok-blog-beatrice-confuss

Din A 4

Ich wollte heulen vor Rührung!
Er malt hin und wieder mal einigermaßen gern. Aber ohne meine Leidenschaft geerbt zu haben. Und wenn er malt, so sind es bisher immer Zeichnungen. Ausmalen dauerte ihm sonst immer zu lange.
Aber diesmal hat er ausgemalt. Mit ganz viel Akribie. Eine Dampflok. Sein Lieblingsthema. Für die Mama. In bunt!
Ich kann das Gefühl garnicht beschreiben. Es war auf jeden Fall von seiner Seite eine ganz große Liebeserklärung. Und das ist auch bei mir angekommen.

Es hat schon einen Ehrenplatz in einem Bilderrahmen bekommen!

Das Sirenchen war morgens hingegen noch so ein bisschen anti eingestellt. Continue reading…

Schon wieder ein Sturz auf den Kopf…immer das gleiche Kind

Das Sirenchen ist mal wieder gestürzt. Es gab ein abendliches aufgedrehtes Gerenne. Drei aufgekratzte Kinder stoben durchs Haus. Und dann machte es RUMMS.
Dann war es für einen Moment ganz still. Die Kinder wie eingefroren. Da weiß man als Eltern schon Bescheid. Das Sirenchen lag bäuchlings auf dem Boden, hielt sich mit scherzverzerrtem Gesicht die Stirn und holte Luft. Tief Luft. Oh oh!
Wenn man das sieht, holt man am besten ganz schnell schallschluckende Ohrenschützer (Um das eigene Gehör bei der Rettung nicht über zu strapazieren) und ein Kühlpack.
Dieser Sturz hatte offenbar sehr weh getan. Leichte Stürze werden quasi tonlos und mit einem kurzen Schütteln vergessen. Dieser nicht.
Nachdem das Kind beruhigt und die Stirn gekühlt war, verging der restliche Abend unauffällig. Lediglich der Mann hatte ein Fiepen im Ohr. Er hatte das Szenario nämlich bewachen müsse, weil ich beim Sport war. Und wie das so ist, ich kenn das ja, man macht gerade mal das Abendbrot zurecht oder räumt die Spülmaschine aus und schon passiert was.

Es bildete sich wohl sofort ein ordentliches Horn mitten auf der Stirn. Zwischen den Augenbrauen. Auf die Gabe von Arnikakügelchen verzichten wir normalerweise. Ein Pusten reicht sonst auch. Aber bei solchen Kopfstürzen…schaden kann´s ja nicht. Also gab´s noch ein paar Kügelchen in den Mund. Und die Nasenwurzel mal betastet. Aber es fühlte sich gut an und tat auch nicht weh.
Da wir derzeit ohnehin im Familienbett nächtigen, war das Sirenchen also auch gut bewacht in der Nacht.
Am nächsten Morgen wurde ich vom Sirenchen früh geweckt. Sie wollte ein neues Kühlpack. Mmmmh…. Continue reading…