Neues vom Sirenchen 2.0- die emotionalen Ausbrüche sind zurück

Ich dachte ja schon vor einer Weile, ich müsste meine Rubrik „Neues vom Sirenchen“ umbenennen. Zum Einen, weil andere Kinder in diesem Hause mehr Aufregung verbreiteten und das Sirenchen in Gänze so ausgeglichen geworden ….war. Die Betonung liegt auf war.

Und wie das immer so ist, wenn man die eine Krise erkannt und bearbeitet (hat), macht schnell eine neue Baustelle auf. Damit es auch ja nicht langweilig wird.
Also der Sohn und ich sind wieder „auf Spur“, das Knöpfchen und ich arbeiten hart an ihrer Kindergartenabholstimmung, ABER  mit Fortschritten und wir können the Return of the Sirenchen vermelden. Mit Zeugen.

 

Wie alles begann

Also, es fing letzte Woche aus dem Nichts am Morgen beim Ankleiden an. Offen gestanden weiß ich nicht so genau, was der Auslöser war, ich vernahm in dem ohrenbetäubenden Geschrei nur „blöde Scheißstrumpfhose“ und „blöde Mama“.
Alle Versuche die blöde Scheißstrumpfhose und meine Beliebtheit wieder in ein gutes Licht zu bringen scheiterten und ich verbrachte das Knöpfchen schon nach unten und bereitete das Fahrrad vor.
Das Sirenchen kam uns kreischend hinterher. Ein erneuter Versuch beschwichtigende Worte anzubringen wurden mit noch wilderem Geschrei übertönt. Was die Nachbarn nur von uns denken….Und nein, eine strenge Ansprache bringt auch nix.
Ich atmete in die kühle Morgenluft. Allerdings muss ich sagen, dass ich hinsichtlich diesen Szenarios ja auf viele Monate Erfahrung zurückblicken kann und ich fast schon automatisch ganz ruhig werde. Denn alles andere bringt die Sache sonst noch mehr zum eskalieren.
Ich belud also das Fahrrad und wartete draußen.
Das Sirenchen wurde etwas ruhiger und fand dann auch ihren Weg ins Lastenfahrrad. Allerdings nicht ohne dort nicht noch vor sich hin zu grummeln und zu fauchen. Am Kindergarten angekommen war sie fast wieder entspannt.

Ich hielt diesen Morgen für eine kleine Entgleisung in unserer seit einiger Zeit wunderbaren Mama-Sirenchen-Harmonie. Sie ist so ungewohnt ausgeglichen, dass mich schon mehrere Leute, einschließlich der Großeltern, darauf ansprachen.

Jedoch blubberte der Vulkan nach diesem Morgen dezent weiter und es kam zwei Tage später nach dem Kindergarten nochmal zu einer heftigen Eruption. Continue reading…

Warum ich glaube, dass Regeln Freiraum schaffen.

Das Thema Regeln tauchte kürzlich auf Instagram bei der #ErziehungsChallenge von bineloveslive auf.
Da fiel mir einiges zu ein, was aber zu umfangreich für einen kleinen Instagrameintag ist.

Also schreibe ich hier einen Beitrag mit meinen Gedanken darüber und kann mich nicht entscheiden zwischen „Klugscheißermodus“ und persönlicher Erzählung. Aber wenn ich da lange dran rumpfeile, pfeile ich es komplett zu Klump und veröffentliche es dann doch nicht.
Nehmt es also jetzt so unvollkommen wie es da so rausgekommen ist.

 

Meine Regel-Definition:

Unter Regeln verstehe ich Handlungsempfehlungen oder Absprachen, deren Gründe immer klar und verständlich erklärt sind. Sie helfen, statt zu blockieren und sind in vielen Teilen auch flexibel.
(Es geht also nicht darum blindwütig irgendjemandes Willen jemand anderem über zu stülpen.)

 

Ich unterteile Regeln in drei Sorten.

Allgemeingültige Regeln (gruppenbezogene Regeln)

Diese beziehen  sich immer auf eine Allgemeinheit. Es sind Regeln, die das Zusammenleben, das Miteinander einfach, schön und friedlich machen. Kulturell können da durchaus Unterschiede bestehen.

Gesprächsregeln, Verhaltensregeln, Spielregeln… Continue reading…

Aus dem Gleichgewicht geraten…

Den nachfolgenden Text tippte ich vor einiger Zeit abends so wild einfach mal runter und dann nicht zu ende, weil der Mann nach Hause kam und mich unterbrach. Ich brüllte den verdatterten Mann dann sehr laut und besinnungslos an, weil er sozusagen auf eine Tretmine gestoßen war. Ich war dermaßen drüber. Ich fühlte mich erstens gestört und zweitens kam er meiner Bitte, sich NICHT auf einem Kindermöbel niederzulassen, nicht nach. Das war to much in diesem Moment. Nicht mal der Mann hört auf mich, dachte ich.

Seit dem habe ich mich wieder etwas entspannt und die anderen Beteiligten auch. Wir konnten uns noch am Abend meines Ausbruchs konstruktiv miteinander unterhalten. Aber dazu später.

Erstmal was ich schrieb:

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Ein bisschen Spaß muss sein…..vor allem im unrunden Alltag.

Und weiterhin komme ich nicht dazu Dinge so anzugehen, wie ich es mir ausgedacht hatte. Halsschmerzengeplagte Kinder, schlechte Nächte, unvorhergesehene Vorkommnisse und die nächste Woche einsetzenden Schulferien werfen mich weiterhin hinsichtlich meiner persönlichen Wunsch-to-do Liste zurück.

ABER, das muss man mal sagen, das Universum oder wer oder was auch immer, gepaart mit meinem festen Vorsatz wieder eine feste Arbeitsecke für mich einzurichten, haben mir in die Karten gespielt. Ich brauchte nämlich einen passenden Tisch für meine zukünftige Nische.
Und dieser passende Tisch stand vor zwei Tagen auf dem Sperrmüll im Ort. Massivholz, etwas angemackt, aber egal. Es ist ja ein ARBEITS-Tisch und das meint in meinem Fall, da wird gekleckert, gemalt, geklebt, geschnitten…etc. Perfekt.

In kleinen Schritten fummel ich mir diese neue Ecke nun zurecht. Es wird laangsam. Ich trage nämlich meinen ganzen Kreativkrempel nun aus dem Haus zusammen in diese neue Ecke, nicht ohne auch nochmal auszumisten und vernüftnig zu sortieren. Sowas dauert ja, wenn man nicht in einem durch machen kann.

Ansonsten hält mich die Kinderschar auf Trapp. Der Sohn klagt immer mal über Kopfweh und Augenschmerzen. Ein Augenarzttermin muss her. Günstig, dass nächste Woche Schulferien sind. Vielleicht braucht er eine Brille. Und er beklagte sich heute morgen über die Lautstärke in der Pause. Wo andere Kinder ihre Energie laut und wild auslassen müssen, bräuchte er eigentlich Ruhe. Muss er sich wohl dran gewöhnen und kann in den Ferien so viel Ruhe tanken, bis es ihm an den Ohren raus kommt.

 

Nun aber zum lustigen Teil: Continue reading…

Der Erstklässler hat Launen. Ein paar Worte an den Sohn.

Dieses Beitragsbild hat der Sohn gezeichnet vor wenigen Wochen. Es zeigt ihn (zu erkenne an den Locken) und mich. Wir spucken nicht etwa Feuer, sondern strecken uns die Zunge gegenseitig heraus.

Es beschreibt unser derzeitiges oft aufkommendes Lebensgefühl. Es ist allerdings nicht ohne Lachen zu verstehen. Denn als er es mir schmunzelnd überreichte, nach einem Streit, mussten wir beide herzlich lachen.

 

Es folgen ein paar Zeilen an den Sohn.

 

Lieber Sohn,
derzeit verstehen wir uns entweder super gut oder es kracht überaus heftig im Gebälk.

Seit die Schule angefangen hat, hat nicht nur eine positive Veränderung angefangen. Es zeichnen sich auch anstrengende Phasen ab. Das begann bereits zaghaft mit dem Ausfallen des ersten Zahnes und hat nun Fahrt aufgenommen. Es nennt sich auch in Mütterkreisen die Wackelzahn Pubertät.

Ich konnte schon in deiner sogenannten ersten Trotzphase Bekanntschaft mit deiner unfassbar stoischen Ausdauer machen und fühlte mich dezent hilflos bei deinen gefürchteten Sitz- und Liegestreiks. Mittlerweile streikst du anders. Nämlich mit bockigen Forderungen und Verweigerungen.

Nun fühle ich mich auch manchmal hilflos und überfordert. Beides vor allem dann, wenn deine Schwestern mich auch gerade brauchen.
Manchmal bist du gerade richtig ätzend drauf! Ich muss dich ständig gezielt ansprechen und mein Anliegen wiederholen. Und glaub mir, es sind bewusst nur kleine und wenige Anliegen. So Dinge, die einfach zu einem für alle angenehmen und möglichst unkomplizierten Ablauf führen.
Ich lasse dich mit komplizierten Dingen schon in Ruhe.
Und egal wie sehr ich auf Augenhöhe gehe…Was ich sage, geht durch dich durch. Probehalber frage ich manchmal nach, was ich gesagt habe. Erstaunlicherweise kannst du es sehr gut wiederholen. Aber leider wird es ignoriert.

Und ich muss ständig NEIN sagen. Continue reading…