#WIB 23./24. September 2017

Samstag

Der Samstag begann unspektakulär und wie immer.

Der Kater wartete darauf, Ausgang zu bekommen. Manchmal sitzt er auch draußen und wartet auf Einlass.

Ich freute mich mittags 5 Minuten über ein aufgeräumtes Wohnzimmer.

Wegen des wunderbaren Herbstwetters wollte ich mit den Kindern raus. Radfahren, Kastanien sammeln und noch einkaufen. Der Weg dahin….steinig. Ich habe eine Stunde lamentiert, bis sich die Kinder endlich anzogen bzw anziehen ließen. Dazwischen musste ich ständig diskutieren, warum JETZT kein Fern gesehen würde. Was ist nur los?

Das Sirenchen und ich waren als erste angezogen und warteten auf die Geschwister, die eigentlich keine Lust hatten. Ich war schon genervt.

14 Uhr: Das Sirenchen wirbelte mit meinem Schal durch die Küche und ich grummelte ein wenig vor Ungeduld. Der Sohn hing singend in Unterhose im Kleiderschrank und das Knöpfchen krakelte unwirsch herum. Ich fürchtete, dass wir gar nicht mehr vor die Tür kämen. Continue reading…

Rippenblockaden

Jeder hat ja irgendeine Schwachstelle. Meine ist, wie bei vielen, der Rücken.
Verspannungen im Schulterbereich, Blockaden im Nacken. Ätzend. Nun weiß ich, wie ich da so mit umgehen kann, damit der Alltag funktioniert. Aber das Leben ist ja gemein und denkt sich sofort was Neues aus.

Und so mache ich seit wenigen Jahren regelmäßig Bekanntschaft mit Rippenblockaden. So auch wieder vor zwei Tagen.

Ich weiß nicht, wie es anderen mit Rippenblockaden so geht. Mich schaltet dieses Gebrechen völlig aus.

Das geht dann so.
Zunächst bemerke ich, dass ich eine blöde Bewegung gemacht habe. Dann denke ich jedes Mal: „Mist, aber das ignoriere ich jetzt, das renkt sich gleich wieder ein. Einfach nicht dran denken.“ Völlig naiv. Jedes Mal.

Ich mache dann so meinen Kram und irgendwann fällt mir auf, dass sich eine unsichtbare Schraubzwinge um meinen Brustkorb legt und langsam und unerbittlich fest gedreht wird. Das ist irre. Auch das ignoriere ich völlig naiv weiter. Denn: Ich hab keine Zeit, ich muss die Kinder abholen, mich kümmern. Irgendwann ist der Druck dann so stark, dumpf und in den ganzen Oberkörper strahlend, dass mir die Luft buchstäblich weg bleibt. Ich versuche dagegen zu steuern, mich zu bewegen, in den Schmerz hinein zu atmen, damit sich die Sache wieder auflöst. Aber es gelingt nicht. Dann bin ich schon so verkrampft, dass eigentlich nichts mehr geht. Die latenten Kopfschmerzen dazu merke ich gar nicht mehr, weil mir richtig doll übel wird vor Schmerzen. Ich weiß dann auch plötzlich nicht mehr, wie ich mich bewegen soll. Wie ich sitzen, stehen, liegen kann, ohne das Gefühl zu haben erdrückt zu werden. Der Puls wird schneller, ich schwitze, mein Herz fängt an zu klopfen. Wenn ich nicht wüsste, woran es liegt, würde ich glauben, ich würde in Bälde verenden. Kein Scherz. Man bekommt ein bisschen Angst. Continue reading…

Reif für die Insel?

Am Samstag hatte ich einen Totalausflall. Mama Error Delux.

Seit einer ganze Weile schleppe ich mich schon immer mal so durch den Tag. Mal hab ich mehr Elan, mal weniger. Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein habe ich mehr Energie. Oder kann noch welche aus mir heraus kitzeln. Ansonsten muss ich mich ganz schön in den Hintern treten und ich bin oft sehr gereizt. Glaubt man gar nicht, wenn man mich nicht genauer kennt. Das weiß ich. Ich lache ja auch meistens. Und grundsätzlich ist meine Lebenseinstellung ja auch gut gelaunt und optimistisch. Die Grundkoordinaten stimmen. Dennoch, da ist gerade ein Ungleichgewicht, das nicht gut ist. Das muss ich mir nun doch mal selbst eingestehen.

Ich versuche mich mit allerlei entspannenden Gedanken wieder aufzutanken und jeden noch so kleinen Moment der Entspannung sauge ich auf, so gut es geht. Das ist mit unter auch ein Grund, warum ich mit meinen Kindern nachmittags gern alleine unterwegs bin bei schönem Wetter. Dann habe sie meine volle Aufmerksamkeit und tanken Mama und ich kann stur vor mich Hinstarren, wenn sie beschäftigt sind. Viel Raum habe ich dazu allerdings nicht.

Mein aktuelles Bedürfnis einfach nur da zu sitzen, zu denken, zu lesen und zu träumen wird zu knapp gestillt. Einer plappert ja immer auf mich ein. Und ich finde es schade, dass ich kaum mehr Kapazität habe das Geplapper zu genießen.
Die letzten Monate (eigentlich ja Jahre :-D) waren wegen diverser Termine anstregend, die Kinder waren auch dauernd krank und eine allgemeine Umbruchstimmung führt zu aufgekratzten Kindern. Der Sohn ist nervös wegen des nahenden Schulstarts, ist launisch, für seine Verhältnisse sehr aufmüpfig und diskutiert ALLES. Er fragt mich etwas, bekommt eine Antwort und sagt dann das würde nicht stimmen. Und wird sauer. Er zankt seine Schwestern, die aktuell ein schönes Spielteam geworden sind und in ihrer Mädchenwelt versinken und keinen „kämpfenden Ritter“ dabei haben wollen. Das führt zu Frust. Dann kommt noch das krabitzige Köpfchen, die mit ausdauernden Wutanfällen aufwartet und meinen allerletzten Rest der Geduld auffrisst.

Und ich merke einmal mehr, dass ich schon länger auf Reserve laufe und jede zusätzliche Aufgabe an meinem Gleichgewicht gewaltig rüttelt. Ich kann mich manchmal selbst nicht leiden, wenn ich genervt, gereizt und ungerecht reagiere. So möchte ich nicht sein.

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Faulenzen ist heilsam.

Manchmal bin ich so müde. Einfach so. Gar nicht weil ich zu wenig geschlafen habe in der Nacht. Also auch noch oft. Aber manchmal ist es einfach auch nur so. Ich könnte dann immer weiter schlafen, komme nicht richtig zu mir und wenn es ganz dicke kommt, dann frage ich mich sogar, wieso ich mich körperlich fühle, als hätte ich einen Marathon mitgelaufen. Da hilft dann auch kein Kaffe mehr.

Dabei fühle ich mich weder traurig, noch leer. Nur irgendwie unzufrieden, rastlos auch, lustlos und vor allem unfassbar müde und erschöpft. Eine komische Kombination.
Und trotzdem habe ich noch Energie übrig mit meinen Kindern etwas zu unternehmen. Auch, weil ich das Bedürfnis habe mal raus zu kommen.

Und trotzdem erledige ich noch alles, was dringend zu erledigen ist. Aber auch NUR das. Der Rest bleibt liegen.

Und ich reagiere dann manchmal heftiger, als es angemessen wäre, wenn die Kinder mich fordern. Ich fühle mich dann überfordert. Mein Bedürfnis nach einer Pause ist dann übergroß. Ich werde ungeduldig und blind.

Und dann kommt es vor, dass ich eine Frau, alleine auf einer Bank im Schatten sitzen sehe und denke: „Oh, hat die es gut! Da säße ich jetzt auch gern!“
Und dann stelle ich mir vor, wie ich da so sitzen kann. In Ruhe. Mit einem Buch. Ohne Uhrzeiten im Nacken. Ohne Gequake neben mir. Einfach ICH, allein.
Und dann stelle ich mir vor, wie das Leben so wäre ohne Kinder. Ich hätte nach der Arbeit frei. Ich hätte ein Wochenende. Ich könnte Nachts immer schlafen und müsste nicht trösten, neu zudecken, Zimmerservice spielen und Getränke anreichen etc. Ich könnte, hätte, würde….
Doch wenn ich den Gedanken über den Moment hinaus spinne, wird mir klar, dass ich diese Freiheit ja schon vor den Kindern hatte. Und ich habe das durchaus auch ausgekostet auf verschiedene Art und Weise und mich am Ende ….gelangweilt. Denn der Genuss der Ruhe hielt sich nur sehr kurz. Dann musste ich mir ein „Problem“ suchen, eine Herausforderung finden, alles kompliziert machen. Continue reading…

Ein rührseliges Einkaufsdebakel und warum es manchmal ok ist inkonsequent zu sein.

Inkonsequenz Nr 1:

Die Uroma bedenkt neuerdings die 6 jährigen Urenkel mit Taschengeld. Das finde ich eigentlich noch komplett überflüssig. Jedenfalls der Sohn kann noch nicht rechnen und irgendwie ist ihm die Bedeutung vom Wert des Geldes auch noch nicht so wirklich verständlich. Aber das diskutierst te nicht mehr mit ner 90 Jährigen, der es eine riesen Freude macht ihren „großen“ Urenkeln heimlich was zuzustecken. Ich hatte dann die angesammelten 20 Euro für den Sohn verwahrt.

 

Inkonsequenz Nr. 2 mit gerührter Mama:

Heute machten wir uns dann auf den Weg um u.A. ein Kindergeburtstagsgeschenk für den nächsten Tag zu besorgen. Ich sagte noch: „Wir suchen NUR was für das Geburtstagskind (einen Kindergartenfreund vom Sohn) aus! Ihr könnte euch alles angucken, aber NICHTS wollen!“
Der Sohn sagte dann, er könne ja sein Taschengeld mitnehmen und davon das Geschenk kaufen.

„Du möchtest wirklich von deinem Taschengeld das Geschenk kaufen?
„Ja!“
Ich überlegte und fand das aber sehr großherzig. Ach, mein Sohn. schnüff. Ich schlug vor, er könne ja mal schauen, ob er etwas für sich selbst davon kaufen wolle.
Damit war das Gebot, es gäbe nur etwas für das Geburtstagskind dahin.

 

Inkonsequenz Nr. 3 mit sehr gerührter Mama:

Im Geschäft bejubelten die Mädchen auch so Allerlei. Es wurde alles bestaunt und toll gefunden und es kam die Frage, ob sie sich auch etwas aussuchen dürften.

Ich sagte: „Vielleicht hat euer Bruder ja die Spendierhosen an für euch.“

Der nickte sofort und sagte freudig: „Jaa! Ich kaufe für die beiden auch etwas!“
Ich brech zusammen.

 

Inkonsequenz Nr. 4 mit einer Mama, die am liebsten in Tränen ausgebrochen wäre:

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