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	Kommentare zu: Distanzlernen-Januar 2021	</title>
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	<description>Großfamilienleben mit 4 Kindern</description>
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		<title>
		Von: Katha		</title>
		<link>https://beatrice-confuss.de/2021/01/18/distanzlernen-januar-2021/#comment-23850</link>

		<dc:creator><![CDATA[Katha]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jan 2021 10:58:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Prinzipiell läuft es bei uns ähnlich. Vieles könnte ich genauso formulieren.

Unser Setting: 
Vier Zimmer Küche Bad in Berlin, nicht wirklich am Rand, aber auch nicht mittendrin. Ein Mann in Homeoffice, d.h. am Schreibtisch im Schlafzimmer, das grenzt mit Flügeltür ans Wohnzimmer. Also richtig weg ist der nie, aber die Tür bleibt auch mal zu. Eine Zweitklässlerin (K2) mit geriger Arbeitsmotivation. Eine Viertklässlerin (K1) die sich zunehmend selbständig zeigt. Eine viereinhalbjährige (K3) mit Rett-Syndrom (sehr mobil, null Fokus, null Selbständigkeit, keine verbale Kommunikation). Eine Mama in verlängerter Arbeitslosigkeit die eigentlich gerade auf Jobsuche sein sollte.

Die Schulkinder haben beide eine dauerhaft eingerichtete Onlinepinnwand (Padlet) die die Lehrerinnen aktualisieren. 

Bei K1 sind die Aufgaben nach Fächern geordnet wie auf dem Stundenplan und sie ist dazu angehalten, das auch tagesaktuell zu bearbeiten. Das macht sie sehr selbständig und motiviert im eigenen Zimmer mit eigenem Laptop. Außerdem hat sie eine Klassenkameradin als Lernpartnerin mit der wir auch weiterhin Treffen erlauben. Das klappt gut, aber dafür sitzt sie auch meist bis in den Nachmittag dran. Pausen plant sie selbst. In die Videokonferenzen loggt sie sich selbst ein. Mit der eingeteilten Medienzeit klappt es gut. Insgesamt klappt es bei K1 erstaunlich gut, das war im Frühjahr noch ganz anders. Aber auch ihr ist die Belastung an anderer Stelle anzumerken.

K2 bekommt einen Wochenplan in dem die in dieser Woche zu erledigenden Aufgaben vermerkt sind. Alle Arbeitshefte und Bücher haben wir zu Beginn des Lockdowns aus der Schule mitgenommen oder die Lehrerin legt sie in der Schule zur Abholung bereit. Zusätzlich gibt es Arbeitsblätter, die drucken wir aus. Auch verlinkt sind viele Tipps für Videos u.ä. Das Kind ist nur schwer zur Arbeit zu motivieren und ich muss eigentlich permanent daneben sitzen und aufpassen, dass sie die Aufgabenstellung beachtet und nicht nur Löcher in die Luft stiert oder sich nebenbei mit anderem verzettelt. Wir sitzen dafür am großen Esstisch im Wohnzimmer. Wahnsinnig macht mich auch, dass sie alle Aufgaben prinzipiell eher schluderig und unordentlich bearbeitet. Letzte Woche hat alles ganz gut geklappt. Heute noch nicht. Ständig gibt es Diskussion um die vereinbarte Medienzeiten und überhaupt viel Streit gerade. Ihr fehlen definitiv Kontakte zu den Mitschülern.

K3 ist ein weiterer Chaosfaktor. Sie dürfte in die Kita, davon haben wir aber abgesehen und bei der derzeitigen Aussicht auf weitere Einschränkungen bleibt das wohl erstmal so. Sie läuft irgendwie parallel mit, braucht aber trotzdem ganz viel Aufmerksamkeit. 3 Mal pro Woche kommen ihre Einzelfallhilfen und einmal geht es zur Ergotherapie. Diese Termine gilt es auch zu koordinieren und zeitweise zu begleiten. Zuhause mit ihr &quot;arbeiten&quot; kommt viel zu kurz. Wenn sie gut drauf ist, springt sie herum und beschäftigt sich. Wenn sie nicht gut drauf ist, braucht sie eigentlich die volle Aufmerksamkeit eines Erwachsenen. Tatsächlich kann ich eigentlich nie auch nur 5 Min ruhig neben K2 sitzen. Mit K3 müssen wir regelmäßig raus - die Spaziergänge tun gut. Leider wollen die anderen meist nicht mit.

Was hier nämlich viel zu wenig passiert: Sportprogramm und rausgehen. 
Zum Sporteln zuhause müsste ich einfach viel mehr motivieren. Spaziergänge macht sonst niemand freiwillig. Eigentlich wohnen wir direkt an Park und Wald. Der ständige Kampf ums Rausgehen kostet mir oft zuviel Nerven. 15 - 30 Min auf den Spielplatz um die Ecke, das ist noch drin. 

Der Mann im Homeoffice ist eine Unterstützung. Für ihn ist es aber auch anstrengend so. Alle sind auf die ein oder andere Art gestresster als sonst. Mir geht auch langsam die Puste aus. Das ständige Chaos nagt an mir. Das emotionale Chaos und die ständigen Streitereien der Kinder auszuhalten und abzufangen ist auch Arbeit. Die fehlenden Kontakte machen sich bemerkbar. Dazu das eigene schlechte Gewissen, nie allen gerecht zu werden, auch mir selbst nicht. 
Zum eigenen Befinden kann man ja nochmal so lange Texte schreiben. Aber auch das hast Du an anderer Stelle ja schon ganz passend beschrieben. 
Und eigentlich sollte ich mir gerade einen neuen Job suchen, aber schon der Gedanke daran überfordert mich total.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Prinzipiell läuft es bei uns ähnlich. Vieles könnte ich genauso formulieren.</p>
<p>Unser Setting:<br />
Vier Zimmer Küche Bad in Berlin, nicht wirklich am Rand, aber auch nicht mittendrin. Ein Mann in Homeoffice, d.h. am Schreibtisch im Schlafzimmer, das grenzt mit Flügeltür ans Wohnzimmer. Also richtig weg ist der nie, aber die Tür bleibt auch mal zu. Eine Zweitklässlerin (K2) mit geriger Arbeitsmotivation. Eine Viertklässlerin (K1) die sich zunehmend selbständig zeigt. Eine viereinhalbjährige (K3) mit Rett-Syndrom (sehr mobil, null Fokus, null Selbständigkeit, keine verbale Kommunikation). Eine Mama in verlängerter Arbeitslosigkeit die eigentlich gerade auf Jobsuche sein sollte.</p>
<p>Die Schulkinder haben beide eine dauerhaft eingerichtete Onlinepinnwand (Padlet) die die Lehrerinnen aktualisieren. </p>
<p>Bei K1 sind die Aufgaben nach Fächern geordnet wie auf dem Stundenplan und sie ist dazu angehalten, das auch tagesaktuell zu bearbeiten. Das macht sie sehr selbständig und motiviert im eigenen Zimmer mit eigenem Laptop. Außerdem hat sie eine Klassenkameradin als Lernpartnerin mit der wir auch weiterhin Treffen erlauben. Das klappt gut, aber dafür sitzt sie auch meist bis in den Nachmittag dran. Pausen plant sie selbst. In die Videokonferenzen loggt sie sich selbst ein. Mit der eingeteilten Medienzeit klappt es gut. Insgesamt klappt es bei K1 erstaunlich gut, das war im Frühjahr noch ganz anders. Aber auch ihr ist die Belastung an anderer Stelle anzumerken.</p>
<p>K2 bekommt einen Wochenplan in dem die in dieser Woche zu erledigenden Aufgaben vermerkt sind. Alle Arbeitshefte und Bücher haben wir zu Beginn des Lockdowns aus der Schule mitgenommen oder die Lehrerin legt sie in der Schule zur Abholung bereit. Zusätzlich gibt es Arbeitsblätter, die drucken wir aus. Auch verlinkt sind viele Tipps für Videos u.ä. Das Kind ist nur schwer zur Arbeit zu motivieren und ich muss eigentlich permanent daneben sitzen und aufpassen, dass sie die Aufgabenstellung beachtet und nicht nur Löcher in die Luft stiert oder sich nebenbei mit anderem verzettelt. Wir sitzen dafür am großen Esstisch im Wohnzimmer. Wahnsinnig macht mich auch, dass sie alle Aufgaben prinzipiell eher schluderig und unordentlich bearbeitet. Letzte Woche hat alles ganz gut geklappt. Heute noch nicht. Ständig gibt es Diskussion um die vereinbarte Medienzeiten und überhaupt viel Streit gerade. Ihr fehlen definitiv Kontakte zu den Mitschülern.</p>
<p>K3 ist ein weiterer Chaosfaktor. Sie dürfte in die Kita, davon haben wir aber abgesehen und bei der derzeitigen Aussicht auf weitere Einschränkungen bleibt das wohl erstmal so. Sie läuft irgendwie parallel mit, braucht aber trotzdem ganz viel Aufmerksamkeit. 3 Mal pro Woche kommen ihre Einzelfallhilfen und einmal geht es zur Ergotherapie. Diese Termine gilt es auch zu koordinieren und zeitweise zu begleiten. Zuhause mit ihr &#8222;arbeiten&#8220; kommt viel zu kurz. Wenn sie gut drauf ist, springt sie herum und beschäftigt sich. Wenn sie nicht gut drauf ist, braucht sie eigentlich die volle Aufmerksamkeit eines Erwachsenen. Tatsächlich kann ich eigentlich nie auch nur 5 Min ruhig neben K2 sitzen. Mit K3 müssen wir regelmäßig raus &#8211; die Spaziergänge tun gut. Leider wollen die anderen meist nicht mit.</p>
<p>Was hier nämlich viel zu wenig passiert: Sportprogramm und rausgehen.<br />
Zum Sporteln zuhause müsste ich einfach viel mehr motivieren. Spaziergänge macht sonst niemand freiwillig. Eigentlich wohnen wir direkt an Park und Wald. Der ständige Kampf ums Rausgehen kostet mir oft zuviel Nerven. 15 &#8211; 30 Min auf den Spielplatz um die Ecke, das ist noch drin. </p>
<p>Der Mann im Homeoffice ist eine Unterstützung. Für ihn ist es aber auch anstrengend so. Alle sind auf die ein oder andere Art gestresster als sonst. Mir geht auch langsam die Puste aus. Das ständige Chaos nagt an mir. Das emotionale Chaos und die ständigen Streitereien der Kinder auszuhalten und abzufangen ist auch Arbeit. Die fehlenden Kontakte machen sich bemerkbar. Dazu das eigene schlechte Gewissen, nie allen gerecht zu werden, auch mir selbst nicht.<br />
Zum eigenen Befinden kann man ja nochmal so lange Texte schreiben. Aber auch das hast Du an anderer Stelle ja schon ganz passend beschrieben.<br />
Und eigentlich sollte ich mir gerade einen neuen Job suchen, aber schon der Gedanke daran überfordert mich total.</p>
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