Hambacher Forst- Auf dem Weg zur Demo am 6. Oktober 2018 / Blogparade #lautwerden

Wir waren da. 

Und ich nehme mit diesem Beitrag Teil an der Blogparade der Blogfamilia  „Stimme erheben“ #lautwerden

 

Und ich kann nur sagen, es wären definitiv NOCH mehr Menschen am Hambacher Forst gewesen, wenn man alle mitzählte, die arbeiten mussten, bei denen das Leben andere Pläne vorsah oder all die, die auf halbem Weg zur Demo doch aufgegeben haben. 

Ich erzähle mal:

Im Vorfeld gab es ein paar Dinge zu organisieren…

Das Knöpfchen malt auf eigene Wunsch ein Plakat.

 

…und so kam es, dass um kurz vor 11 vor unserem Haus einiges los war.

Meine Eltern kamen vor gefahren und brachten einen kleinen Kindersitz (den es noch in ihrer Garage gab) für ein mitreisendes Kind einer Freundin, packten den großen Kindersitz vom Sohn in ihr Auto, denn sie nahmen den Sohn mit nach Essen zum Geburtstag seines besten Freundes und Cousins.

Ein Arbeitskollege vom Mann fuhr vor, um den Mann freundlicherweise mit zur Arbeit zu nehmen, damit ich das Auto zur Verfügung hatte. (Der Kollege kam lustigerweise aus Kerpen, unserem späteren Ziel.

Dann kamen noch eine Frau aus Köln und eine Mama mit Kind aus dem Ort, die alle mit mir und meinen Mädchen im Auto mit fuhren. 

Und eine Mama mit 2 Kindern im eigenen Auto.

Von uns aus braucht man eigentlich nur 20 Minuten mit dem Auto zum Hambacher Forst.  Meine Hoffnung war, dass wir nicht in den Hauptstrom aller Anreisenden gelangen würden. Da die Versanstaltung schon um 10.30 beginnen sollte… Mit Kindern plant man ja etwas anders, als wenn man nur mit Erwachsenen unterwegs ist. (Die Mitfahrenden Kinder waren zwischen 3 und 6 Jahren alt)

Kurz vor der Stadt Kerpen begann jedoch ein Stau. Ein wunderbarere Stau! Noch nie habe ich so gerne im Stau gestanden. Um uns herum standen vollbesetzte Autos, Hambi-Fahnen hingen in den Fenstern. Es ließ vermuten, dass mehr als 20000 Leute anreisten. Die Kennzeichen kamen aus dem ganzen Land.

Die Brücke über der Autobahn bei Kerpen-Buir war voller Menschen, alle auf dem Weg zum Hambacher Forst mit Fahnen und Schildern. Sie winkten. Autofahrer hupten fröhlich und winkten zurück. Je näher wir der Ausfahrt Merzenich kamen, je mehr Leute stiegen aus den Autos aus und versuchten über den Wall Richtung Hambacher Forst zu gelangen. Continue reading…

Von dunklen Wolken umnachtet

(Fast hätte ich diesen Beitrag nicht veröffentlicht. Denn so heftig und kurz der Zustand da war, so schnell war er verflogen. Und dann denke ich: Ach, ist doch nicht der Rede wert. Aber vielleicht doch :-))

 

Es gibt diese Tage, da zieht eine dunkle Wolke auf. Eine richtig dunkle Wolke. Sie ist zusätzlich schwer und zäh und umnebelt mein komplettes Sein. Sie lähmt mich.

Wer mich nicht näher kennt, glaubt ich sei immer gut drauf. Aber das ist nicht so. Ich habe auch Launen und oft versinke ich in Melancholie. Melancholie mag ich, wenn gleich ich sie mit Kindern nicht mehr so auskosten kann, wie früher.

Hin und wieder flammt sogar etwas wie eine depressive Verstimmung auf.

Ich kann nicht umhin einen eindeutigen Zusammenhang zu meinem Zyklus zu erkennen. PMS in Kombination mit innerem Stress, zu wenig Selbstfürsorge und ungünstigen Lebensmitteln führen wenige Tage vor den Tagen zu einem Kollaps meines ganzen positiven Lebensgefühls. Ich bin nicht mehr „nur“ gereizt, sondern jeder Lebensfreude beraubt.

Diesen Monat war es extrem. Ich wusste schon, dass es unklug war derart viel Schokolade und Kaffee in der zweiten Zyklushälfte zu mir zu nehmen. Aber gleichzeitig schrie alles nach mir nach Nervennahrung und Wachmacher. 6 Tafeln Nussschokolade an 4 Tagen.

Auf mich prasselten zu viele Dinge ein. Die Kinder mit ihren aktuellen Launen, Bedürfnissen und auch kleinen Sorgen waren das eine und auf der anderen Seite war ich in einem beinahe permanenten Verteidigungsmodus. Vielleicht kennt ihr das. Ihr seid von etwas überzeugt und euer Bauch sagt euch, das ist richtig, aber das wird extern ständig angezweifelt. 

Die Quittung kam. Continue reading…

Nachhaltigkeit im Familienalltag-(unbezahlte Werbung)

Zero Waste- Für die einen sind wir Anfänger, für die anderen schon totale Ökos

Ich hab’s ja schon ein paar Mal erwähnt, statt ohnmächtig vor dem Problemen dieses Planeten zu stehen, möchte ich etwas tun. In meinem/unseren Rahmen hier machen wir sogar schon lange hier und da etwas. Und weil es durchaus noch viel Potential gibt, war ich vor wenigen Tagen auf einem Vortrag zum Thema Zero Waste.

Für alle, die diesen Begriff nicht kennen: Bei Zero Waste geht es darum Müll zu vermeiden und weniger Ressourcen zu verschwenden.

Wer Zero Waste wirklich konsequent betreibt, produziert kaum noch Müll.

Ich finde das sehr bewundernswert und lauschte gespannt der Referentin. Leute die im Thema sind, werden ihren Namen kennen. Olga Witt schreibt einen Blog zum Thema  Zero Waste Lifestyle          , betreibt den Unverpacktladen in Köln, Tante Olga,  zu dem auch ein Online Shop gehört. Nebenher schreibt sie auch noch Bücher. (Links am Ende des Beitrags)

Ich muss sagen, es beeindruckt mich, wenn Menschen aus Überzeugung und mit Herzblut für eine Sache stehen und sich einsetzen. 

Olga Witt sagte selbst, es sei ein Weg in kleinen Schritten gewesen, in dem sie sich immer weiter ihrem jetzigen Zero Waste Lifestyle angenähert hat.

Komplette Müllvermeidung bedeutet eine große Umstellung. Man muss anders einkaufen, anders planen und verzichtet „freiwillig“ auf ein paar Dinge. Man setzt neue Prioritäten und gewöhnt sich um.

Ich muss gestehen, ich möchte auf manche Dinge nicht verzichten, wie vielleicht viele andere auch. Dennoch kann man etwas tun. Wenn die meisten Menschen wenigstens ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickeln und dann überlegter konsumieren, ist auch etwas gewonnen.

Ich möchte nach und nach  Ideen von Olga aufgreifen und versuchen umzusetzen. Einiges kann ich allerdings nur für mich selbst entscheiden. Denn weder meinem Mann, noch meinen Kindern kann ich in allem Vorschriften machen. Das ginge nach hinten los.

Möglicherweise kann ich sie und andere Menschen aber noch inspirieren und sogar anstecken. 😉

 

Zero Waste in der Umsetzung

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Mental Load und Beziehung

Der Mann sagte neulich: 

„Du hast überhaupt keine Zeit mehr für mich.“

Da hat er irgendwie recht.

Aber er hat auch keine Zeit. Er arbeitet viel. Wir haben uns entschieden diese Wegstrecke so zu gestalten und aufzuteilen, wie es gerade ist. Nicht immer ist das einfach. Nicht immer sind wir zufrieden. Aber so lässt sich das Schiff derzeit am besten steuern.

Bei mir mangelt es derzeit an wacher Zeit und einem freien Kopf mit dem Mann. Das ist richtig.

Zwei Schulkinder bringen unentwegt neue Zettel in der Postmappe nach Hause. 

Unterschreiben Sie hier, melden Sie zurück, nehmen Sie zur Kenntnis, kommen Sie dann und dann, könnten Sie hier vielleicht helfen? Und denken Sie an…

Elternabende, Elternsprechtag, Fahrradtraining, Kennenlernnachmittage in zwei Klassen, Schulpflegschaftssitzung, Schulkonferenz….

Im Kindergarten ist Laternenbasteln und Herbstfest.

St Martin steht in KiTa und Schule vor der Tür.

Die ganze Organisiation von den gefragten Dingen und allem was damit zusammen hängt…. Wer passt abends auf die Kinder auf? Kommt der Mann früh genug von der Arbeit? Hat die Oma Zeit? Können die Kinder beim Elternsprechtag auf dem Schulhof warten? Passt das mit der KiTa-Abholzeit vom Knöpfchen?  Continue reading…

Wenn die Kinder nach der Schule ausflippen

oder: Das Sirenchen dreht durch

Ich weiß aus meiner Zeit als Lehrerin, dass die frisch eingeschulten Erstklässler eine ganze Weile lang ziemlich erschöpft sind nach einem Schulvormittag. Und sei er noch so kurz. Das äußert sich bei jedem Kind anders. Das eine wird still und zieht sich zurück, das andere explodiert förmlich vor Energie. Positiv oder negativ oder beides. Und es kann auch schwanken. Das eine Kind kommt besser mit dem Umstellung zurecht, als ein anders.

Gerade wegen dieser Erfahrung und einer guten Einschätzung meiner Kinder, meldeten wir sie nicht in der Ganztagsbetreuung der Schule an.

Der Schultag ist also durchaus moderat von der Zeit und dennoch ist die Stimmung explosiv bei den Kindern.

Beim Sohn gab es letztes Jahr nach der Einschulung auch wochenlang ganz schöne Aussetzer. Er ist allerdings ein sehr reflektierte Typ und wusste sich und seine widersprüchlichen Gefühle schon früh und gut zu formulieren. Das nahm der Sache ein wenig die Dramatik.

Das Sirenchen ist ein Vulkan mit wilden Ausbrüchen. Sie spricht nicht viel, sie fühlt, schreit und tobt dazu. Die Energie, für die sie keine Worte hat, muss raus.

Ich kenne das von ihr. Als Baby schon war sie laut und expressiv. In der typischen „Trotzphase“ hatte ich wahnsinnige Szenarien mit ihr. Immer laut, immer ausdauernd. Immer erschöpfend.

Es verwuchs sich etwas. Sie wurde ruhiger und weniger impulsiv in ihren Ausbrüchen. Weil sie lernte, weil wir lernten. Letztes Jahr, als frisches Vorschulkind brachen auch nochmal einzelne Wutausbrüche aus ihr heraus. Da verteidigte sie sehr ihre neue Selbstständigkeit. Im letzten halben Jahr beruhigte sich dies wieder. Sie fand ihre Mitte in der neuen Rolle. Und ich gab ihr Raum.

Aber seit sie in der Schule ist, kommt dieser aufgewühlte Wesensteil wieder hoch. Nochmal richtig heftig und man spürt, wie sie hilflos von ihren Gefühlen überrollt wird.

Gestern kam es wieder zu einem sehr extremen Ausbruch. Continue reading…