Gestern

Ich sitze um 19.20 geduscht und entspannt am Rechner. Die Kinder liegen schon im Bett. Woooow, wird man denken. Wie geht das denn? Ha!
Das war nicht etwa eine pädagogische Meisterleistung mit drei unfassbar gehorsamen Kindern….neeeein: ES WAR NOTWEHR!

Der Tag begann easy. Ich brachte die großen Kinder in den Kindergarten. Das Knöpfchen wollte per se auf dem Rückweg neben dem Fahrrad herlaufen. Ich ließ sie, obwohl ich noch keinen Kaffe getrunken und auch noch nichts gegessen hatte. So brauchten wir knapp 30 Minuten statt 5 Minuten bis nach Hause. Kurz vor dem Ziel beobachteten wir noch einen LKW, der einen vollgeladen Container vor einem Haus abholte und konnten dann schnurr stracks nach Hause und zum Frühstück über gehen. Danach brachte ich die Küche in Ordnung. Das Knöpfchen brachte ihre Küche in Unordnung und danach bauten wir im Kinderzimmer eine super tolle Holzeisenbahnstrecke. Als sie knötterig wurde verfrachtete ich das verrotzte Kind ins Bett zum Mittagsschlaf und hängte eine Ladung Wäsche auf, machte eine neue Ladung fertig und räumte einen fertigen Korb Wäsche weg. Danach machte ich mir eine Kanne Tee und setzte mich an den Tisch und zeichnete. Nebenbei wurde gekocht. Das Mittagessen war fertig, als das Knöpfchen erwachte und wir aßen zusammen. Danach hängten wir zusammen die nächste Runde Wäsche auf und warfen noch eine Maschine an. Nachdem wir dann auch noch die Spülmaschine ausgeräumt hatten…also ich, das Knöpfchen kreiste mit dem Laufrad um mich herum, machte ich ihr noch eine neue Windel und wir fuhren zum Kindergarten.
Dort ließen sich Atto und Dita ganz gut einsammeln. Erstarrten aber just im Gehen zu den bekannten Salzsäulen. Die Judogruppe kam auf den Flur und die Trainerin stellte einen elektrisch singenden und tanzenden Tannenbaum mit Nikolausmütze auf einen kleine Tisch. Das Ziel, die Gruppe ruhig zu stellen bis sie mit dem Ausschenken von Getränken fertig war, ging auf. ALLE starrten auf diesen Weihnachts- Trash.
Wir brachen auf nachdem das Spektakel vorbei war. Zu Hause kamen wir erstmal an, bequatschten bei einem kleinen Zwischensnack, wie es im Kindergarten war und dann gingen wir ins Kinderzimmer. Mich fröstelte es und ich war irgendwie müde. Ich weiß nicht, ob sich Ingwertee und Kaffe gegenseitig negativ beeinflussen. Ich plante also im Kinderzimmer auf ein dickes Kissen nieder zu sinken, während die Kinder spielten. Atto und das Knöpfchen machten das auch. Sie waren sehr süß und sehr emsig mit der Eisenbahn zugange. Dann kam das Sirenchen ins Spiel. Zunächst spielte sie mit einem Luftballon über der Eisenbahnstrecke, was zu Unmut führte. Dann schrie sie, weil ich sie bat, im Flur weiter mit dem Ballon zu spielen. Sie entschied sich lieber zu zanken und entriss dem Knöpfchen die Lok. Das Geschrei ging los. Ich maßregelte. Das Sirenchen setzte sich mitten auf´s Schienennetz. Der Sohn verzweifelte. Ich drohte, bei weiterem Ungehorsam müsse sie eine Auszeit neben mir machen. Dies musste ich leider in die Tat umsetzten. Atto und Kali spielten weiter. Das Sirenchen sirente neben mir. Das hatte was von einer Kreissäge direkt am Ohr. Ich bat sie in das begehbare Kleiderschränkchen zu gehen. Dort könne sie schreien. Sie hörte auf.
Kali erklomm das Hochbett und warf zunächst Kissen und dann Bücher herunter. Beinahe auch zwei Modelleisenbahnen. (Das ist ein extra Thema. Da könnt ich ja den Herrn Papa schütteln). Jedenfalls bat ich den Sohn, die Loks bloß schnell in Sicherheit zu bringen. Er war nicht schnell genug. Die Diesellok verlor ein Augenlicht. Scheibe kaputt. Ich bat nochmals das Zeug in Sicherheit zu bringen. Am besten erstmal ins Schlafzimmer. Der Sohn wollte nicht. Ich sah ihn streng an. Ich hob an mich aufzuregen, dann dachte ich: „Pfff, ich war von Anfang an dagegen. 4 Jährige brauchen keine sündhaftteueren Modelleisenbahnen. Erstrecht nicht mit kleinen Schwestern! Aber auf mich hört ja keiner. Ich mach mir damit jetzt keinen Stress mehr.“ Ich schimpfte mit Kali, wegen der Werferei. Sie heulte. Atto kletterte hinterher, die beiden hatten zunächst Spaß. Dann kletterte Atto wieder runter. Das Knöpfchen glaubte plötzlich nicht mehr alleine runter zu kommen. Ich weiß aber, dass sie es kann. Macht sie seit 5 Wochen jeden Tag mehrfach. Und das souverän. Ich weigerte mich aufzustehen und sie runter zu heben. Wenn Atto ihr helfen wollte, schrie sie noch lauter. Atto kam zu mir kuscheln. Dita kreischte auf, weil sie kuscheln wollte. Gemeinsam kuscheln wollte sie nicht. Ich versuchte zu beschwichtigen. Sie nannte mich eine blöde Mama. mmmpf
Kali fand den Weg vom Hochbett dann doch alleine runter, nicht ohne weiter zu heulen. Ich beschloss die Abendbrotrunde einzuleiten. Die Meute folgte mir nach unten in die Küche. Zwei davon heulend. Ich richtete Obstteller her. Die Mädchen heulten laut und Atto hörte ich dazwischen immer wieder fragen: „Was ist das für eine Zauberei?“ Keine Ahnung, was er meinte. Ich schnippelte Obst im Akkord. Der Kater miaute neben mir. Ich hatte das ganz dringende Bedürfnis einen Becher Wasser über ihm auszukippen, den ich eigentlich servieren wollte. Ich ließ es sein. Jedoch hörten diese schrillen und penetranten Geräusche nicht auf. Ich bekam richtig Gänsehaut und musste mich schütteln. Als kratzt einer mit den Fingernägeln über eine Tafel und hört nicht auf. So ist die Frequenz, wenn die Mädels heulen. Ich wollte das es aufhört. Ich musste etwas werfen und auf den Boden stampfen. Ich nahm einen kleinen leeren Kunststoffeimer, in dem die Cocktailtomaten im Supermarkt angeboten werden. Da konnte nichts passieren. Den pfefferte ich auf den Boden. Der Kater war verscheucht. Die Kinder hatte das aber nicht weiter beeindruckt. Auch nicht von meinem Stampfen. Die waren erst still, als das Essen vor ihnen stand. Der Sohn fragte die „Zauber-Frage“ immer noch. Und da sah ich, was er meinte. Es handelte sich um eine Badekugel für Kinder. Auf dem Bild sah es aus, wie eine Zauberkugel, die sich in der Wanne entfaltet. Ich erklärte und genoss kurz die Ruhe, zeigte eine Folge Sandmännchen und delegierte alle nach oben ins Bad. Da klappte es solala. Eigentlich wie üblich. Und dann, als alle im Bett lagen, heulte das Sirenchen, weil das Innefutter ihrer neuen Lieblingstasche, die mit im Bett schläft, nicht richtig IN der Tasche war. Da war ein Faden gerissen und hielt das Futter nicht mehr richtig. Ich bot an, es zu nähen. Wollte sie nicht. Ich sagte, ich nähe es am nächsten morgen. Das war ok. Ich fummelte das Futter wieder richtig rein. Aber sie fummelte es wieder raus. Sie schrie und kreischte. Das Knöpfchen machte mit.

Und da bin ich Türe knallend ins Bad und habe mich einfach unter die heiße Dusche gestellt. Da hört man nämlich kein Geschrei. Kann ich nur empfehlen!!!

Als ich wieder raus kam, herrschte fast Ruhe. Es wurde noch gesungen. Das war wenigestens schön!

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