Startschuss war für mich der Karnevalsprojekttag in der Schule an einem Samstagmorgen knapp zwei Wochen vor Weiberfastnacht. Da ich es nicht sonderlich erbaulich fand Samstag morgens um 7:35 in der Schule aufzulaufen, entschied ich mich im Schlafanzug mit Bademantel, ungeschminkt und mit Messibun hin zu schlurfen. Ankleiden und Haus verlassen ging nie schneller. Ich fühlte mich ein bisschen wie früher als Kind nach dem Baden. Und als ich los fuhr, schreckte ich kurz auf, weil ich „vergessen hatte“ eine Knirschschiene anzuziehen. Unter dem Arm trug ich noch meinen Stoffaffen aus meinen Kindertagen. Er trägt eine, mit einer aus Omas Nadeln gestrickte, Latzhose mit dem aufgestickten Namen „Volker“. Affe und Beinkleid gehören ursprünglich nicht zusammen, passen aber erstaunlich gut zueinander und die ganze Geschichte dahinter würde den Rahmen sprengen. Es sei aber so viel gesagt: Das Kostüm hatte schnell einen für Erwachsene lustigen Namen. „Sonntag mit Volker“ Leider habe ich kein Foto, aber noch eine Anekdote dazu. Einige Kinder meiner Projektgruppe fragten: „Als was bist du denn verkleidet?“ „Naja, als ICH im Schlafanzug natürlich!“ „Mmmmmh“, sagte dann ein Kind: „Alten Leuten ist auch nichts peinlich!“ 😀
Dieses Jahr 2025…
Das erste Mal in meinen 48 Jahren sagte ich mehrfach schon ab der Jahresmitte: Was n Scheiß- Jahr! 2025 kann weg! Ich traute mich die letzten Wochen noch nicht einen Rückblick zu verfassen aus Angst davor noch einen Kübel Mist vor die Füße gekippt zu bekommen. Aber heute, einen Tag vor Silvester, traue ich mich. Und das hat einen Grund.
Ich kam in den letzten Wochen mehr und mehr zur Ruhe und die letzten Tage fuhr ich auch ganz bewusst sämtliche Anforderungen (ob selbst oder von außen gestellt) zurück. Und das war sehr heilsam. Ein bisschen vorsichtig beäuge ich zwar immer noch die letzten Stunden des Jahres 2025, aber ich habe insgesamt meinen Frieden mit diesem furchtbar turbulenten Jahr gemacht. Ich habe viel reflektiert.
An dieser Stelle wollte ich eigentlich einen Jahresrückblick veröffentlichen. Allerdings hat mich das Jahr 2025 gelehrt….den Tag nicht vor dem Abend loben und das Jahr nicht „besingen“ bevor es nicht auch wirklich vergangen ist. So oder so ähnlich. Ich veröffentlichen den Jahresrückblick also erst ganz am Ende. Oder vielleicht sogar erst am 1. Januar? Dann habe ich Gewissheit, dass diese verflixte 25 mir nicht doch noch was vor die Füße spukt.
Impulskontrollschwäche
Ein voller Tag. Ich hatte alles durchgetaktet. Es war eisig kalt und ich würde viel Fahrrad hin und her fahren müssen. Ich zog mich warm an. Denn Frieren hasse ich. Und deshalb hasse ich den Winter, wenngleich er landschaftlich oft seinen Reiz hat.
Ich betrat das graue, nasskalte Draußen, stellte fest, dass mein „Körbchenfahrrad“, das ganz normale mit zwei Rädern, welches ich immer öfter statt meinem mittlerweile doch sehr ramponierten Lastenfahrrad nutze, einen etwas schlappen Hinterreifen hatte. Ich kramte die Standluftpumpe aus dem Lastenfahrrad, nicht ohne Umstand, denn das Regenverdeck hat an der Seite mittlerweile ein Loch und ein Klebstreifen zum Fixieren des Seitenverdecks ist abgerissen, so dass sich die Luftpumpe, am nun immer im Weg flatternden Seitenverdeck verheddert. „Wenn ich später wieder zu Hause bin, schneide ich die Fetzen einfach ab!“ fauchte ich genervt und nicht zum ersten Mal in den letzten Wochen.
Am 21.11. ist Vorlesetag. Und da passt es, dass ich ein ganz neu erschienenes Buch vorstellen darf.
Es heißt Der Schneekompass und eignet sich hervorragend zum Vorlesen. Mehrfach erprobt. Ich sitze ja sozusagen an der Quelle für geneigte Zuhörer:innen. 😉
Das Buch kommt ohne Bilder aus, aber die Geschichte ist schön und lebendig erzählt, so dass bisher keinem Kind etwas fehlte. Nein, die Geschichte ist sogar so kurzweilig, dass die Kinder verzweifeln, wenn man nach einem Kapitel unterbrechen muss, um das Weiterlesen auf den nächsten Tag zu verlegen.
Eine Besonderheit sei noch zu erwähnen. Die Geschichte spielt nämlich in meinem Heimatdorf und mir sind der oder die ein oder andere Protagonist:in durchaus bekannt. Denn geschrieben hat diese zauberhafte Geschichte tatsächlich einer meiner Mitschüler aus lange vergangenen Schulzeiten.
