Im Juni 2018- Von Hasen und Terminen

Letzte Woche saßen wir beim Mittagessen, da rief der Sohn in den Garten deutend: „Da ist gerade was Weißes durch den Garten gelaufen.“

„Ne Katze?“

„Neee, das sah irgendwie anders aus. Es hatte braune Flecken.“

„Ein Vogel vielleicht? Oder eine Spiegelung in der Scheibe?“

„Ne, das war irgendwie so groß.“ und er zeigte eine Größe, die weder Katze noch Vogel sein konnte.

Wir gingen in den Garten und sahen nach. Aber es war nichts zu sehen.

Der Sohn blieb aber überzeugt.

„Sah irgendwie aus, wie ein weißes Kaninchen.“

„Mmmh, vielleicht wohnt Alice im Wunderland auch irgendwo im Garten?“

Es vergingen zwei Tage, da rief das Knöpfchen: „Da sitzt ein Häschen in unserem Garten!“ Continue reading…

Das erste Grundschuljahr -ein Rückblick

Laura von Heute ist Musik hat ganz frisch ein Resume zum ersten Grundschuljahr gezogen.

Das hat mich animiert das auch zu tun, zumal ich diesen Sommer sofort das zweite Kind einschule und darüber nicht weniger aufgeregt bin, als letztes Jahr. 😀

Das erste Schuljahr vom Sohn lief im Großen und Ganzen gut.

Nachdem ich noch VOR dem Schulbeginn Sorgen hatte, wie das klappen sollte, da er nicht mal ohne mich zur Schnupperstunde ging, legte sich mit dem Einschulungstag ein Schalter um. Der Sohn sprang freudig seiner neuen Klasse hinterher und ging fortan gerne zur Schule.

Die ersten Wochen war er sehr müde und voller Eindrücke. Da er von seiner alten Kindergartengang der Einzige in seiner Klasse war, sortierte er sich auch sozial neu. Seine alten Kumpels trifft er aber weiterhin auf dem Schulhof und auch Nachmittags. Er hat dieses alte Netzwerk nun einfach noch wunderbar durch neue Klassenkameraden erweitert. Das finde ich toll.

Ansonsten musste er schon Bekanntschaft mit frechen großen Jungs auf dem Schulhof und auch einem gemeinen Zwischenfall auf dem Nachhauseweg machen. An diesen Situationen ist er allerdings gewachsen, was mich stolz und vor allem sehr froh macht. 

In diesem Jahr lernte der Sohn seine eigenen Wege zu gehen. Den Schulweg geht er seit den Herbsfreien tatsächlich hin und zurück allein. Bzw er hat schon seine Leute klar gemacht, die mit ihm den Weg bestreiten. Mit dem wachsenden Netzwerk, wächst auch die „Reisegruppe“ und der Spaß an dem Weg. Das ist sehr schön zu sehen.

Die Kinder fühlen sich auf ihren bekannten Pfaden sicher und kennen sich aus.

Holprig ist es mit den Hausaufgaben. Mal kann ich den Sohn besser motivieren, mal nicht. Er ist kein Typ, den man zwingen kann. Dann zerstört man jeden Elan. Die Lehrerin und ich stehen im Austausch und versuchen einen passenden Weg zu finden. 

Die Hausaufgaben macht er übrigens immer in meiner Nähe. Einen eigenen Arbeitsplatz wünscht er sich dennoch. Aber eher zum Malen und Basteln. Für die Schule selbst braucht man tatsächlich keinen Schreibtisch anschaffen. 

 Den Unterricht in der Schule mag der Sohn am liebsten in einer kleinen Gruppe, wenn die Klasse aufgeteilt ist. Auch ist es ihm oft zu unruhig in der Klasse. Er mag es gemütlicher und arbeitet gerne alleine auf dem Flur. Er hat für sich damit schon heraus gefunden, wie er sich am besten konzentrieren kann.

Was ihm nicht gefällt ist, dass die Fächer immer so schnell wechseln. Er würde lieber länger als eine Schulstunde an einem Thema arbeiten. Sofern es ihn interessiert. 🙂

Insgesamt blicke ich auf ein positives Jahr zurück. Denn nicht nur der Sohn hat viel gelernt. Auch ICH.

Vor allem Vertrauen.

Mein Kind fand sich gut in einer neuen Situation zurecht, obwohl seine Freunde alle in eine andere Klasse gingen.

Mein Kind konnte sich gegen Widersacher behaupten und ist daran gewachsen.

Mein Kind geht gerne zur Schule, ohne sich blind anzupassen. Er geht seinen Weg und hat schon erkannt, welche Arbeitsumgebung und Arbeitsweise ihm angenehm sind. Aktuell wird das akzeptiert und ihm Raum gegeben.

Meine Kind kann selbstständige Wege gehen und findet sich in seiner kleinen Welt souverän zurecht.

Mein Kind ist zuverlässig.

Und ich behaupte: Das Kind ist auch glücklich.

(Wobei das nicht bedeutet, dass wir hier zu Hause ein harmonisches Jahr der Glückseligkeit hatten. Es ist nicht leicht ein Erstklässler zu sein. Das kann man hier nachlesen. Auf dieses Gefühlschaos muss man sich einstellen. 😉 )

 

Ich bin gespannt, wie das Sirenchen dieses erste Jahr verlebt.

Multitasking kann ich nicht

Vor allem früh Morgens arbeitet in meinem Kopf kein Filter. Ein laufendes Radio wirft mich komplett aus der Bahn. Ich kann das nicht überhören. Schon als Kind mochte ich nicht, wenn zum Essen zu laute Musik lief. Dann ist es, als bleibt das Essen im Hals stecken. Und genau so verhält es sich auch, wenn man vor allem morgens mit Fragen und Forderungen auf mich einprasselt.

Einem ehemaligen Mitbewohner bat ich einst morgens in der Küche (um 6:30h): „Nicht sprechen!“

 

Und da stehe ich nun als Mama.  Kinder kennen keine Gnade. Und je jünger sie sind, ist es nun auch ziemlich normal, dass sie darauf keine Rücksicht nehmen können.

Und so versuche ich mich, seit sie auf der Welt sind, daran zu gewöhnen einfach besser multitasken zu können, wenn alle drei etwas gleichzeitig von mir wollen. Dieses GleichzeitigWOLLEN passiert grundsätzlich in Momenten, in denen ich ohnehin damit beschäftigt bin, einen entscheidenden Tagespunkt zu bearbeiten. Wie z.B. eine Mahlzeit oder morgens für alle den pünktlichen und geordneten Abmarsch vorzubereiten. 

Das Beitragsbild zeigt eine typische Abendsituation von vor 3 Jahren. Die Katzen reihen sich grundsätzlich in die Mecker-Motz-Forder-Frage-Waswollen-Reihe ein. Continue reading…

7 motivierende Schreibanlässe für Grundschüler

Nicht alle Kinder, die schulreif sind, sind auch bereit die schulischen Anforderungen in ihrer oft starren Form zu bedienen.

Selbst wenn die Lehrmaterialien ansprechend und anregend gestaltet sind, langweilen sich manche Kinder und verstehen den Sinn nicht hinter den Aufgaben. Oder es ist ihnen einfach zu blöd.

Möglicherweise bleiben die Kinder deswegen sogar unter ihren Möglichkeiten und kommen nicht richtig mit.

Aber gerade in den ersten Klassen ist es wichtig die Basics zu lernen. Lesen, Schreiben und Rechnen sind Kernkompetenzen, die jedes weitere Lernen erst richtig ermöglichen. Deshalb ist es besonders wichtig dort nicht steif auf normierte Lehrwerke und standardisierte Lehrmethoden zu beharren.

Ich habe so einen „speziellen“ Kandidaten hier zu Hause. Wie die beiden Geschwister so „funktionieren“ werden, werden wir noch sehen. Der Sohn arbeitet in der Schule in jedem Fall stark Interessen gesteuert und es ist ihm ziemlich schnuppe, was die Lehrer so von ihm erwarten. Dabei hat er eine super tolle Klassenlehrerin. Besser hätte er es nicht treffen können. Er mag sie auch sehr.

Die Hausaufgaben sind ihm dennoch ein Graus. Und obwohl ich auch kein großer Freund von Hausaufgaben bin, sehe ich, dass der Sohn hier und da ein bisschen nacharbeiten muss, weil er sonst nicht von der Stelle kommt. Und das nicht, weil er es nicht könnte. Er sagt so Dinge wie: „Oarrrr, das haben wir doch schon in der Schule gemacht!“ oder „Das ist mir zu langweilig!“ oder „Das interessiert mich nicht.“ oder auch: „Das ist mir zu schwer.“ Die Liste an Ausreden ist lang. In seinem Fall würde ich sagen, ist sein Kopf in vielen Dingen unterfordert, aber seine Hände müssen einfach das Schreiben üben.

Dabei werden ihm schon in Quantität und Qualität sehr passende Aufgaben gestellt. Ich bin da mit den Anforderungen an ihn vollkommen einverstanden. Dieses überschaubare Pensum bekäme er von mir auch.

Ein besonderes Desaster  bei uns sind Schreibaufgaben. 

Was macht man jetzt mit so einem Vogel? Continue reading…

Von Spinnen, einem kranken Mann, umgeworfenen und missglückten Plänen

Best off Samstag

Gegen 8 Uhr 15 maulten alle Kinder, sie hätten Hunger. Ich entschwand nach unten und backte noch ein paar Brötchen auf. Der Sohn stand ungeduldig neben mir. Ich schlug freundlich vor, er könne den Tisch schon mal decken. Er verabschiedete sich schmollend ins Wohnzimmer. 

Das Sirenchen übernahm den Part mit dem Tischdecken und der Sohn schrieb mir einen Zettel mit den Worten: Blöde Mama.

Vielen Dank.

Streit unter den Geschwistern als Zwischenspiel.

Die Kinder durften sich ein Mittagessen wünschen und wollten Nudelsalat. Dafür mussten wir aber einkaufen. Unter einem geräuschvollen Hin-und-Her saßen schließlich alle im Lastenfahrrad und Pfandflaschen waren auch dabei.

Wir fuhren vom Hof und nach 5 Metern Fahrt kreischte der Sohn panisch: „Aaaaaaaah! Eine SPINNE! EINE SPINNE! EINE SPINNE!“

Das Sirenchen stieg in das Gekreische ein und schließlich kreischten 3 Kinder panisch. Continue reading…