Windpocken

Für die einen haben wir den Jackpot geknackt, weil wir sie haben. Die echten, wilden Windpocken, ein „Immunsystembooster“. Für die anderen sind wir fahrlässig.  Ich weiß um die Diskussionen. Ich finde beide Extreme fragwürdig. 

Die erste Frage, die die Meisten stellen: Sind die Kinder denn nicht gegen Windpocken geimpft?

Nein. Sind sie nicht.

Und bevor der Gedanke der aktuellen Zeit aufkommt: 

Wir sind KEINE Impfgegner! Ich befürworte aber tatsächlich eine individuelle Impfentscheidung. Die wirklich schwierigen Krankheiten werden/wurden bei unseren Kindern geimpft. Darunter Masern und das nicht erst seit Einführung der Impfpflicht. 

Bei Windpocken machte ich mir keine Gedanken. Diese Impfung stand ganz hinten auf meiner Prioritätenliste. Denn sie sind gut bekannt, gut behandelbar und meistens völlig harmlos. Wer einmal Windpocken hatte, ist immun. Ich fand das für mich selbst in den Schwangerschaften beruhigend. Denn rund um Schwangerschaft, Geburt und die jungen Säuglinge sind Windpocken tatsächlich ein Risiko. Und eine Impfung ist kein 100%er Schutz. Es kommt öfter vor, dass dagegen Geimpfte trotzdem Windpocken bekommen. (Ich selbst hatte als Kind, wie damals fast alle, die Windpocken und ich habe keine schlimmen Erinnerungen daran. Immer wieder hörte ich, die Windpocken seien in schlimmer Erinnerung, die Erkrankten waren dann aber meiste schon im Teenageralter. Ich finde eine Impfung im Teenageralter, wenn man sie noch nicht hatte dann durchaus einen sinnvollen Gedanken).

Da Deutschland eines von wenigen Ländern ist, die eine Impfung gegen Windpocken empfiehlt, können sie einem also doch immer wieder begegnen. Die Schweiz und Österreich impfen zum Beispiel nicht gegen Windpocken. 

Wenn ich mir die Ausführungen des RKI zur Windpockenimpfung und Meldepflicht durchlese, dann klingt das alles ohnehin mehr wie eine Evaluationssache hinsichtlich einer Kosten-Nutzen-Rechnung für mich. Die etwas sperrigen Ausführungen kann man hier nachlesen:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/19_16.pdf?__blob=publicationFile

Und bevor mich jetzt jemand in die Verschwörungstheorienecke stellt…ich bin durchaus in einigen Dingen kritisch, aber die Coronapandemie halte ich für real, halte mich auch freiwillig an alle Regeln und fühle mich dadurch nicht in meiner Freiheit beschnitten. Nur aus bequemen Gewohnheiten gerissen. Ich glaube auch nicht an einen ausgefuchsten Microchip-Coup von Bill Gates. 
Corona ist ein neues Virus, welches wir gerade erst kennen lernen, also ist Achtsamkeit und Rücksichtnahme geboten, bis wir es besser kennen und gut damit umgehen können.

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Kopfläuse- jetzt haben wir die auch noch!

Kopfläuse sind eine wirklich überflüssige Erfindung. Der Sohn fragte auch schon nach dem Nutzen der Tierchen in der Natur. 

Nun, da Läuse nicht auf dem gängigen menschlichen Speiseplan stehen, wie bei unsere Vorfahren der Affen, weiß ich keine Antwort darauf.

Sie sind schlicht weg überflüssig.

Tatsächlich kam ich bislang mit Läusen nur als Zuschauer in Kontakt. Oder als Fahnder. Brach in der Schule eine nicht enden wollenden Läuseepedemie aus, kontrollierten wir Lehrer die Köpfe der Kinder. Ich fand schon Läuse und Nissen und weiß, wie das alles aussieht.

Immer wenn eine Läuseepedemie ausbrach, juckte es mich sofort und am ganzen Körper, was schon ein sicheres Zeichen dafür war, dass ich IM Kopf Läuse hatte, aber sehr wahrscheinlich keine AUF dem Kopf. Das bewahrheitete sich dann auch jedes Mal.

Ich las mir diverse Informationen über Kopfläuse an, um mich generell zu entspannen und weiß, dass man nicht in übertrieben Putz-und Waschzwänge verfallen muss. Nach spätestens drei Tagen sind Läuse, sollten sich sich einmal versehentlich abseits eines Kopfes verirren, hinüber.

Meine Kinder und ich blieben freundlicherweise bisher von jeglicher Läuseplage verschont. Selbst bei hartnäckigen Epidemien in der Kita. Letztes Jahr war es einmal so arg, dass ich mir zur Sicherheit einen Läusekamm besorgte und alle Köpfe gründlich durcharbeitete. Aber es war nie etwas. Einzig ein dezentes Schütteln, weil ich es schon fies finde, wenn kleine Krabbeltiere über Köpfe laufen und sich dort heimlich ausbreiten.

 

Und da erwischte es uns doch

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Das Schulkind hat Bauchschmerzen- Was steckt dahinter?

Bauchschmerzen sind nichts Außergewöhnliches. Gerade bei den Schulanfängern taucht das gerne auf. Die Aufregung, das Neue, die Umstellung….
Man kann es fast nachfühlen.
Der Sohn geht zum Glück nach wie vor sehr gerne zur Schule, ist jedoch immer dankbar, dass er mittags nach Hause kommen kann. Was er im Übrigen seit den Herbstferien prima alleine macht.

Aber zurück zu den Bauchschmerzen. Schon seit ein paar Wochen klagt er immer mal wieder darüber. Vor allem morgens. Er setzt die Bauchschmerzen nicht ein, um nicht zur Schule zu müssen. Er geht trotzdem ohne Murren und meist auch mit Freude. Dennoch….etwas schwelt vor sich hin und das hängt mit der Schule zusammen.

Organische Ursachen schließe ich deswegen aus, weil er viel und gut isst, keine Verdauungsauffälligkeiten hat und die Bauchschmerzen vor allem morgens und unter der Woche auftauchen. Nachmittags und am Wochenende sind sie weg. Nachtigall ick hör dir Trapsen.

Wie finde ich also raus, was los ist?

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Das Sirenchen und der Nachtschreck

Den Nachtschreck, den kenn ich schon ganz gut. Beim Sohn war er eine Zeit lang regelmäßig zu Besuch. Mittlerweile nur noch selten. Beim Sohn äußert sich der Nachtschreck durch furchtbar leidendes Geschrei, einer Orientierungslosigkeit und heftiges Umsichschlagen, wenn man ihn berührt.

Beim Sirenchen taucht er auch auf. In den letzten zwei Wochen massiv.
Ich glaube, er ist auch früher schon mal aufgetaucht, aber da hielt ich ihn für eine Art Schlafwandeln. Das Sirenchen schreckte damals schon manchmal schreiend im Bett auf. Saß dann im Bett und wenn man sie nicht anrührte und ansprach, dann legte sie sich recht schnell wieder hin und schlief weiter, als sei nichts gewesen. Wenn man sie aber ansprach, erschreckte sie fürchterlich und schrie noch lauter auf.
Das Erschrecken ist eine ganz typische Sache auch im Alltag. Dazu komme ich später.

Seit sie Vorschulkind ist und nun ohne eines ihrer Geschwister in die Kindergartengruppe geht, geht sie einerseits so gerne wie lange nicht in den Kindergarten, gleichzeitig wird sie aber vom Nachtschreck derartig gebeutelt, dass mir selbst teilweise die Pumpe kurz geht. Continue reading…

Von Schwerhörigkeit und Mittelohrentzündungen bei Kindern

-Wie wir ohne Antibiotikum zurecht kommen

Ich war, nennt mich verrückt, mit allen drei Babys nicht beim Hörscreening.

Ich war mir nämlich sehr sicher, dass sie gut hören. Ich habe alle drei genau beobachtet. Und sie reagierten auf sehr leise Geräusche. Schnurrte eine unsere Katzen irgendwo im Raum, lauschten sie auf und drehten den Kopf schon früh in die Richtung. Sie erschraken, ohne Witz, wenn ein Paket Watte auf dem Boden landete und solche Sachen.

Sie entwickelten sich sehr normal. Sprachen recht früh schon kleine Sätze. Sprechen deutlich. Können Melodien perfekt nachsingen. Merken sich Liedtexte. Nehmen feine Geräusche und Nuancen wahr.

Es kam immer mal zu „Schwerhörigkeit“, wenn sie einen starker Schnupfen oder eine Mittelohrentzündung hatten. Aber danach war wieder alles beim Alten. Manchmal hören sie mir sogar zu gut. 😀

Der Sohn hatte mit 3 Jahren ständig Mittelohrentzündungen. (Übrigens haben alle drei Kinder noch nie ein Antibiotikum gegen die Ohrenentzündung bekommen.) Das hat sich aber fast komplett verwachsen. Das Sirenchen war lange Zeit verschont von allem was sich Kinder so einfangen können und äußerst robust. Und nun ist sie im letzten Jahr ständig mit entzündeten Ohren und Schwerhörigkeit bei Schnupfen geplagt.  Sie sagt dann auch, dass sie nichts hört. Jedoch empfinde ich ihr Gehör immer wieder als super gut, wenn der jeweilige Infekt vorbei ist.

Die Logopädin im Kindergarten hatte mich nun mehrfach angesprochen, dass ich das Gehör mal bei einem Pädaudiologen checken lassen solle, da das Sirenchen hier und da Verhaltensweisen zeigt, die auf ein schlechtes Hörvermögen hinweisen können. Das bestätigten auch die Erzieherinnen. Ich war sehr verunsichert und machte mir Gedanken. Auch warf ich mir vor, vielleicht ihre typischen Eigenheiten fehl interpretiert zu haben.
Ich machte einen Termin bei Pädaudiologen. Natürlich gab es nur einen Termin Moooonate später. Wie sollte es auch anders sein.
Der Termin war kurz vor ihrem Geburtstag. Die Hörtests fielen katastrophal aus. Das Sirenchen hatte einen Schnupfen. grrrrrr . Der Arzt erklärte mir zwar sehr gut und sehr zugewandt das ganze Zusammenspiel und empfahl mir dann aber eine OP zum Einsetzen von Paukenröhrchen und der Entfernung der Polypen.

Ich dachte zunächst: „Paukenröhrchen haben viele. Ich kenne nur gute Erfahrungen damit. Polypen hat man mir als Kind auch rausgenommen. War nicht schlimm. Wenn es danach besser wird…Ja gut. Ist vielleicht besser.“

Zu Hause dachte ich, dass das doch alles Blödsinn ist.  Continue reading…