Protokoll am Morgen- Zwischen Wahnsinn, Grab und Liebe

Vorwort:

Am Freitag Abend war ich ziemlich angestrengt, weil die Kinder sich den ganzen Tag wie Wahnsinnige aufgeführt hatten und zu allem Überfluss angaben, sie wären so aufgeregt wegen Weihnachten. Ich freue mich schon auf die nächsten 5 Wochen/6Wochen? Wie lange geht das jetzt so? Oh weia.

Zu allem Überfluss bin ich etwas angeschlagen und war dann abends komplett heiser.

Als der Mann nach Hause kam und mich mit Fragen löcherte, knurrte ich ihn an. Er meinte: „Ach, die zweite Zyklushälfte hat also angefangen.“

Darauf reduziert zu werden finde ich unter aller Kanone, wenn man die Vorgeschichte des Tages nicht kennt, aber meine eindringliche Heiserkeit unterband lauten Protest.

 

Samstag morgen

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Von dunklen Wolken umnachtet

(Fast hätte ich diesen Beitrag nicht veröffentlicht. Denn so heftig und kurz der Zustand da war, so schnell war er verflogen. Und dann denke ich: Ach, ist doch nicht der Rede wert. Aber vielleicht doch :-))

 

Es gibt diese Tage, da zieht eine dunkle Wolke auf. Eine richtig dunkle Wolke. Sie ist zusätzlich schwer und zäh und umnebelt mein komplettes Sein. Sie lähmt mich.

Wer mich nicht näher kennt, glaubt ich sei immer gut drauf. Aber das ist nicht so. Ich habe auch Launen und oft versinke ich in Melancholie. Melancholie mag ich, wenn gleich ich sie mit Kindern nicht mehr so auskosten kann, wie früher.

Hin und wieder flammt sogar etwas wie eine depressive Verstimmung auf.

Ich kann nicht umhin einen eindeutigen Zusammenhang zu meinem Zyklus zu erkennen. PMS in Kombination mit innerem Stress, zu wenig Selbstfürsorge und ungünstigen Lebensmitteln führen wenige Tage vor den Tagen zu einem Kollaps meines ganzen positiven Lebensgefühls. Ich bin nicht mehr „nur“ gereizt, sondern jeder Lebensfreude beraubt.

Diesen Monat war es extrem. Ich wusste schon, dass es unklug war derart viel Schokolade und Kaffee in der zweiten Zyklushälfte zu mir zu nehmen. Aber gleichzeitig schrie alles nach mir nach Nervennahrung und Wachmacher. 6 Tafeln Nussschokolade an 4 Tagen.

Auf mich prasselten zu viele Dinge ein. Die Kinder mit ihren aktuellen Launen, Bedürfnissen und auch kleinen Sorgen waren das eine und auf der anderen Seite war ich in einem beinahe permanenten Verteidigungsmodus. Vielleicht kennt ihr das. Ihr seid von etwas überzeugt und euer Bauch sagt euch, das ist richtig, aber das wird extern ständig angezweifelt. 

Die Quittung kam. Continue reading…

Die emotionale Verfassung in diesem Haus

„Huiiii, ich habe aktuell morgens nur eineinhalb Stunden ohne Kinder.“

„Ich habe keine eineinhalb Stunden morgens ohne Kinder! Vielleicht tröstet dich das.“

„Nein.“

Es tröstet mich nicht. Ich habe dieses Lebenskonzept  zwar frei gewählt und bin grundsätzlich auch glücklich damit, aber ich möchte dennoch sagen dürfen: „PUUUUHHH, gerade finde ich es herausfordernd.“ 

Die regelmäßigen Leser/innen werden im Bilde sein über Ferien, Schulstart und stolpernden Alltag.

Emotional ist auch was los.

Der Sohn fühlte sich neuerdings von mir nicht mehr adäquat lieb gehabt. So musste ich mit dem Sohn besprechen, dass ich ihn auf jeden Fall genauso lieb habe, wie alle anderen. Denn das meinte er in letzter Zeit nicht von mir gezeigt zu bekommen. Ich meckere zu viel mit ihm und das Sirenchen ist aktuell ungewohnt in den Mittelpunkt gerückt. Ich erklärte mehrfach, dass das nunmal so ist, wenn man frisch eingeschult wird und das dies bei ihm letztes Jahr nicht anders war. Und ich ja auch nur mit ihm meckere, wenn er irgendwelchen Mist macht. Mag sein, dass er so meine Aufmerksamkeit auf sich lenken möchte. Aber ich bin nur eine Mama für drei Kinder, die mich gerade alle drei verstärkt fordern. Ich glaube aber, der Sohn  hat es verstanden, denn er ist wieder etwas gnädiger mit mir.

Die jähzornigen Ausbrüche des Knöpfchens werden einen ähnlichen Ursprung haben, wie beim Sohn. Sie kreischt, wenn es nicht so läuft wie sie meint, so Dinge wie: „Ich will eine neue Mama haben!“ und lässt sich dann aber sehr bereitwillig kuscheln. Dann bin ich wieder die liebste Mama von der Welt.

Tja, und das Sirenchen….der Satz: „ICH will das machen!“ ist von ihr derzeit der meist gesprochene und sie zeigt hier zu Hause eine ziemlich geringe Toleranzgrenze gegenüber Dingen, die sie blöd findet.

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Mental Overloaded und müde-keine gute Kombi

Ich schlafe schlecht und bin müde. Nicht weil mich hungrige Säuglinge oder weinende Kleinkinder aus dem Schlaf reißen. Meine Kinder sind aus dem Alter heraus und liegen friedlich schlummernd neben mir und ich fühle mich äußert glücklich den leisen Atmengeräuschen lauschen zu können. Aber anstatt darüber entspannt wieder einzuschlafen, liege ich wach.

Man könnte es eine partielle Schlafstörung nennen, die mich schon länger immer wieder ereilt. Entweder ich werde jede Nacht wach und bin schweißgebadet oder leide an kreisenden Gedanken. Sorgen würde ich das nicht nennen. Es sind kein dunklen Gedanken (die großen Geschicke dieser Welt kann ich zumeist ausblenden). Es sind Alltagsgedanken und eine innere Unruhe.

Ich bin jetzt 41 Jahre alt. Vielleicht sind das schon Vorboten der Wechseljahre? Ich weiß es nicht. Es ist auch egal, denn eines steht fest: Es nervt und reduziert meine Leistungsfähigkeit am Tag gerade drastisch.

Ich notiere mir alles. Auf Papier. Was ich virtuell festhalte ist nämlich weg. Wie in meinem Kopf. Irgendwie gut gespeichert, aber unauffindbar. Dazu kommen für meinen Alltag unwichtige Informationen, die einfach mein persönliches Interesse wecken. Auf dem Weg zur Schule steht in einem Vorgarten ein Aussteller mit Broschüren. Immer düse ich daran vorbei und denke: Gleich guckst du mal, was das ist! und vergesse es dann wieder. Zu Hause fällt es mir wieder ein.

Für alle Alltagsrelevanten Dinge habe ich einen Familienplaner in der Küche und eine Wand an der alle wichtigen Zettel hängen und ein Notizbuch. Da steht alles. Termine, Aufgaben etc.

Ich könnte also einfach in Ruhe schlafen und bei aufkommenden Fragen am nächsten Morgen meine Notizen bemühen. 

Meinen Kopf interessiert das aber nicht. Er verschwendet wichtige Zeit während der Nachtruhe mit kreisendem Allerlei.  Continue reading…

Die Sache mit der Zahnbürste

Es sind nun richtige Ferien für alle Familienmitglieder. Der rührselige und schöne KiTa Abschied vom Sirenchen liegt hinter uns. Seit 3 Tagen können wir einfach aufstehen wann wir wollen. Wunderbar. 

Neben wunderschönen Spielsituationen der Kinder, welche mein Herz erweichen, geht es dennoch auch immer wieder turbulent und laut bei uns zu. Die Streitereien unter den Geschwistern flammen immer wieder mal auf. Ebenso wie „Anfälle“ einzelner Protagonisten. Der jüngste Vorfall allumfassenden Lärmens (ich lärme ja „gern“ mit) liegt einen Tag zurück.

Wir hatten Besuch von einem fast erwachsenen Cousin. Das war sehr schön, denn der Cousin machte das ganz prima mit den kleinen Verwandten und somit verlief der gestrige Nachmittag erstmal sehr entspannt.

Die Kinder durften etwas später zu Bett gehen. Also genau zu dem Zeitpunkt, an dem sie „auffällig“ wurden. 😉 Continue reading…