Homeschooling ist voll „einfach“

So. Da ist er also der zweite dicke Lockdown. Es war zu erwarten und mir schwant nichts Gutes, wenn schon angedeutet wird, er würde eventuell über den 10. Januar hinaus gehen. Es wird wohl an uns allen liegen, wie schnell wir wieder Lockerungen erwarten können. 

Aus diesem Grund nutzen wir für unsere Kinder ab heute auch die Befreiung vom Präsenzunterricht. Es ist uns möglich, deshalb machen wir das. Es entlastet ja auch all die, die da das System am laufen halten und alle die, die die Kinder eben nicht zu Hause behalten können.

Vornehmlich nutze ich das aber auch aus egoistischen Gründen, weil ich ganz klar, keine Hiobsbotschaften mehr ertrage. Es reicht erstmal. So sind erstmal alle mehr oder weniger save zu hause im Kokon.

Der Mann ist auch seit dem Wochenende zu Hause (nicht ganz planmäßig, aber durchaus jetzt eine große Erleichterung für ALLE und ALLES. Emotional, organisatorisch und überhaupt…)

Das bedeutet aber nicht, dass in unserer überaus komfortablen Situation alles glatt läuft und davon möchte ich erzählen.

Abgesehen von unserer beiden Anwesenheit, sind wir zusätzlich in der überaus privilegierten Situation genug Endgerät zur Verfügung zu haben, um die Kinder auch digital am Unterricht teilnehmen lassen zu können. Ginge allerdings auch nicht, müssten wir am Tag homeofficen.  Außerdem haben wir eine sensationell gut organisierte Schule, die sogar digital arbeiten kann. In dem Rahmen jedenfalls, den die W-Lan-Verbindungen zu lassen. Manchmal stürzt halt auch was ab. Continue reading…

Die Hummel „räumt auf“.

Die Hummel ist nun 16 Monate alt und überaus mobil. Trepp auf, Trepp ab geht es fortan. Allein! Das hat sie geübt. Immer und überall. Auch gern an fremden Hauseingängen. Da steh ich dann und starre Löcher in die Luft und warte und friere irgendwann. Ich konnte mich noch nicht überwinden es der Hummel gleich zu tun und irgendwas zu trainieren.

Wobei es sicherlich unterhaltsam wäre, wenn ich da so mitten im Wohngebiet auf dem Gehweg auf der Stelle joggte und dann ein paar dieser neumodischen Planks hinterher schöbe. Vor allem weil ich letztere genau nur 3 Sekunden lang kann.

Wenn das Kind dann nicht gerade Treppen steigen trainiert, freihändig, dann versucht sie mit Begeisterung mit meinem Haustürschlüssel andere Türen aufzuschließen. Ich warte auf den Tag, an dem sie einen Schlüssel ernsthaft versenkt und er stecken bleibt. Auch beeile ich mich stets die Hummel um Gullys herum zu lotsen, immer ein wachsames Auge auf den Schlüsselbund.

Im Haus selbst kommt sie nun auch an die Klinke der Haustüre. Wir können an diesem Modell nicht einfach die Klinke anders herum montieren und müssen mit Abschließen kontern.

Das lustige und zumeist sehr zufriedene Hummelchen hält mich mit ihrem Erkundungsdrang ganz schön auf Trab. Ich komm nicht hinterher. Den Herd schaltete sie mir auch ständig aus beim Kochen und ich wundere mich ein ums andere Mal, dass das Nudelwasser noch nicht kocht. Oder aber sie schaltet ihn an, was auch nicht ohne ist. Immer wachsam sein. Immer auf Zack. Alle Empfänger auf ON. Continue reading…

Über den Ausnahmezustand und Zuversicht

Es ist gerade für alle eine sehr fordernde Zeit. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier lebe, wo ich lebe und ich mich im Vergleich mit vielen anderen Menschen auf diesem Planeten als äußerst privilegiert betrachten kann.

Trotzdem hat die Pandemie auch für mich/für uns besondere Herausforderungen parat.

Wir haben allerdings als Familie schon ein paar knifflige Situationen in den letzten Jahren überwunden. Es war nicht immer einfach.

Aber ich denke, wir sind alle daran gewachsen und das hat uns für diese Zeit jetzt auch gestärkt.

Ich finde nämlich, dass die Kinder mit der gesamten aktuellen Situation erstaunlich gut zurecht kommen. Meine Kinder jedenfalls. Es kann daran liegen, dass sie nun auch zu viert sind und sie sich nicht als Einzelkind mit der Mama langweilen müssen. 

Aber vielleicht geht unser Plan, den Kindern möglichst viel Resilienz mitzugeben auch auf. Keine Ahnung. Vielleicht ist es auch ihre Grundkonfiguration oder eine Kombination aus allem.

Mir ist auf jeden Fall seit je her wichtig, dass die Kinder mit allen schwierigen Situation möglichst gut umgehen können. So brauchte es nicht erst eine weltweite Pandemie, die aufzeigt, dass eben nicht immer alles nach Plan läuft. Auch davor hat es immer wieder Umstände gegeben, die Gewohnheiten oder Pläne durcheinander würfelten. 

Krankheiten, Umwelteinflüsse, externe Umstände….das alles kann Pläne über Bord werfen und Frust entfachen.

Und so gibt es jetzt auch ständig Dinge, die nicht laufen können wie gewohnt, gewünscht, erhofft, geplant. Continue reading…

Jetzt geht’s rund-die Hummel stellt mich vor die Wahl

Das Kleinkind entdeckt seit knapp zwei Wochen den ganz eigenen Kopf und einen noch verschärfteren Erkundungsdrang.  Dieses Update muss unfassbar aufregend sein. Die Hummel schläft etwas mehr als sonst. Erst heute vormittag schlief sie auf meinem Schoß ein, als ich ihr eine Flasche Milch gab. Und Hunger hat sie auch ständig. Und der Schnulli wird auch kaum mehr abgelegt. Zwei Zähne drücken.

Diese Phase schlägt sich auf meinen Alltag nieder.

Morgens beginnt der Tag aktuell so:

Wenn ich die drei Schulkinder mit Frühstück versorge und mit allen nötigen Utensilien des Tages versehe und auf den Weg schicke, hat die Hummel bereits eine schnelle Banane gegessen, welche sie stets freudig hüpfend (jedenfalls ist es fast eine Art Hüpfen) in Empfang nimmt. Danach verteilt sie sämtliche Schuhe in der kompletten unteren Etage, alle Mützen pfeffert sie aus dem Mützenkorb und verschiedene Spielzeuge werden durch die Küche gezogen. Oder aber sie erklimmt die Treppe nach oben oder den Esstisch oder tippelt auf den Gehweg vor der Tür, von dem ich sie schon einige Male im Schlafanzug gefischt habe. Vieles wird zusätzlich durch lautes Plappern untermalt oder durch Motzen. Continue reading…

Tagebuchbloggen September 2020

Der Spätsommer ist da und ich finde ihn wunderbar! Ich tanke, so gut es geht im Alltagsstrudel, Licht und Wärme. Hier und da duftet es schon nach Herbst. Ich richte mich auf einen Winter voller Ausnahmen und ungewohnter Abläufe ein und finde hier und da aber schon im Vorfeld Positives.

Die Elternabende der Kinder sind nun alle absolviert. Einen Laternenumzug zu St. Martin wird es dieses Jahr in der Schule nicht geben. Ebenso wenig Weihnachtsfeiern, wie wir sie bisher kannten. Um ehrlich zu sein…schade um den Laternenumzug, das war immer toll, aber die Weihnachtsfeiern setzten mich mit 2 Kindern schon immer unter Stress. Mit drei Schulkindern und einem wuseligen Kleinkind wäre es nicht wirklich entspannt gewesen. bzw wir hätten die Großeltern einspannen müssen, was auch ohne Pandemie bei uns gerade nicht so ohne weiteres geht.

Seit kurzem haben meine Schulkinder wieder gleiche Unterrichtsuhrzeiten und können gemeinsam zur Schule hin und je nach Stundenplan auch gemeinsam nach Hause gehen. Das finde ich ganz angenehm für uns alle. Bis auf das Tragen der Masken hier und da fühlt sich gerade alles fast normal an. An die Masken haben wir uns weitestgehend „gewöhnt“, was nicht bedeutet, dass wir uns nicht freuen, wenn wir irgendwann mal wieder ohne dieses  „It Piece 2020“ unterwegs sein können.

Schade ist es für uns, dass wir die Großeltern weiterhin nicht mit ins Boot holen können und sei es nur, um am Wochenende einfach mal bei ihnen „abzuhängen“.  

Den Alltag schmeiße ich also alleine, der nicht wenig von unserer Hummel „torpediert“ wird. Sie ist so unfassbar wuselig. Wäsche transportiere ich in extra kleinen Wäschekörben durchs Haus, die passen besser unter einen Arm. Unter dem anderen windet sich ein Kleinkind. Setze ich sie ab, marschiert sie grundsätzlich in die entgegengesetzte Richtung und zur Treppe, wenn ich nicht schnell genug das Türschutzgitter wieder zu mache. Ohnehin hantiere ich nur noch mit Türschutzgittern und Türen. Bevor ich in einer Etage „entspannt“ werkeln kann, kontrolliere ich die Türen und Gitter und lausche auch auf Schranktüren. In der Küche zum Beispiel. Und den Herd muss ich auch bewachen. Trotz zweierlei zu betätigender Knöpfe, bekommt die Hummel den schon an. Sie wusste flott, wo sie drücken muss. Am Spülenunterschrank sagt sie selbst schon Nein Nein und schwenkt den kleinen speckigen Zeigefinger. Continue reading…