Chronische Unruhe und aufwallende Euphorie

In den letzten beiden Wochen ist hier irgendwie ein bisschen der Wurm drin. Die Kinder drehen völlig am Rad. Vor allem die beiden großen Mädchen. 

Erst vor zwei Tagen befragte ich sie, was denn zum Kuckuck gerade mit ihnen los sei. Und sie konnten mir sehr genau beschreiben, welch aufgeregtes Gefühl sie so innen drin haben. Aber warum das so ist, wissen sie auch nicht.

Es wird wieder irgendeinen Grund haben, der nicht so offen auf der Hand liegt oder den ich gerade nicht gut sehen kann (oder will ;-)) , denn meine Sichtweite bzw meine Bereitschaft ist derzeit (nicht nur auf den tatsächlichen Augen…ich werde alt….:-D) sondern auch auf meinem Empathiesektor etwas eingeschränkt. Beides hat mit der Situation, Stillen, oft aus dem Tiefschlafgerissenwerden und den tatsächlichen Anforderungen mit 2 Schulkindern, einem „Fuschulkind“ mit drei wackelnden Zähnen und dem Baby mit seinen Entwicklungssprüngen zu tun. (Außerdem entwickeln die Kinder jetzt doch Interessen, die mich nun auch zum Mamataxi im ausufernden Sinne werden lassen. Gestern bin ich 3 Stunden am Nachmittag hin und her gefahren, um 3 Kinder abwechselnd zu bringen und zu holen. Das muss allerdings zukünftig anders organisierst werden.) Da fahre ich buchstäblich auf 150% rund um die Uhr. Kein Ding. Mach ich. Schaff ich. Zumeist sogar gut gelaunt. Und doch gerate ich in die Mühlen der Bedürfnisorientierung. Ich KANN gerade nicht für alle und mich selbst im passenden Maß alle Bedürfnisse berücksichtigen. Geht nicht. Lernen fürs Leben, heißt es da gerade ganz unsentimental. Continue reading…

Der 7. Geburtstag vom Sirenchen

Man wird ja schlauer mit jedem Jahr. Und ich lerne jedes Jahr mehr, dass das Sirenchen spezielle Bedürfnisse rund um ihren Jubeltag hat.

Rechtzeitig im Voraus bereitete ich sie also darauf vor, dass sie sich eine Gästeliste überlegen müsse. Meine Kinder dürfen immer so viele Kinder einladen, wie sie alt werden. Während ich den Sohn stets bremsen muss, weil er über das Ziel hinaus schießt, läuft es beim Sirenchen anders. 

So tat sie sich auch dieses Jahr schwer so viele Kinder, wie sie alt wird zusammen zu stellen. Ich sagte, sie müsse keine 7 Kinder einladen, sie könne auch weniger einladen. Das sei völlig ok.

Da fiel ihr die Wahl dann leichter und sie suchte eine 5 Köpfige Truppe aus, die sich aus Mädchen aus ihrer Klasse, als auch zwei Mädchen einer Parallelklasse zusammen setzte. Ich muss gestehen, dass ich lediglich 2 der 5 Mädchen kannte. Denn das Sirenchen hat bisher noch nicht so üppig Anschluss geknüpft und trifft sich überwiegend gern mit Freundinnen noch aus dem Kindergarten. Die hat sie diesmal aber nicht auf die Gästeliste gesetzt. 

Ich fand das in sofern passend, als dass ich dann eine altershomogene Gruppe hier zu besaßen hätte und somit das Sirenchen vielleicht auch die zaghaften neuen Kontakte etwas ausbauen könnte.

Und so kam der Tag. Ich, hochschwanger mit immer wieder auftretenden Wehen, hatte mich gut vorbereitet. Continue reading…

Wenn Mama alles falsch macht

Unser Sirenchen und ich haben ja schon immer anstrengende Strecken miteinander gehabt. Und es zeigt sich immer wieder, dass sie jede Schwingung ob positiv oder negativ sofort erfasst. 

Nun ging es eine ganze Zeit lang wieder richtig gut mit uns beiden, bis sich schließlich rund um die Osterferien wieder größere und kleinere Temperamentsausbrüche einschlichen. 

Es passte alles zusammen. „Wackelzahnpubertät („Wackeln die Zähne, wackelt die Seele“), aufregende und teilweise herausfordernde Schulvormittage, da die Routine durch Ausflüge, Sportfest und Co durcheinander geriet ( ungewohnte Abläufe hinterließen beim Sirenchen immer schon Spuren), ein Lehrerwechsel zum neuen Schuljahr stand auch bevor und dann noch die nahende Umstellung im Familiengefüge (wobei ich da mehr Freude, als Verunsicherung beobachten konnte.) Hinzu kam dann noch eine Art Gestaltwandel. Sie wächst nicht nur in die Länge, sondern auch ihr Erscheinungsbild änderte sich. Sie spürt auch sehr in ihrer Körper hinein. Ständig zwackt etwas und fühlt sich komisch an. Sie äußerte auch mehrfach, sie sei so furchtbar durcheinander.

Als besonderes Topping kamen Unruhen im größeren familiären Kontext dazu, was gewisse Spannungen bei uns Eltern mit sich brachte. Jeder für sich war angespannt und dadurch auch immer mal untereinander im Konflikt.  Ohnehin schwangerschaftshormongebeutelt, führte das alles bei mir nicht unbedingt in jeder Situation zu einem souveränen auftreten.

Es wunderte mich also nicht, dass unser Sirenchen mit ausgeprägten Wutanfällen aus heiterem Himmel reagierte. Ich konnte es sogar nachvollziehen. Continue reading…

Die Zähne wackeln und die Seele auch

Das Sirenchen geht nun seit letzten Sommer in die Schule und sie geht weiterhin nachweislich gern. Sie erledigt auch immer noch äußerst engagiert ihre Hausaufgaben. Ich muss sie manchmal bremsen, wenn ihre Konzentration nach lässt und es in Gehuddel ausbricht. 

Sie erzählt nicht viel, aber wenn, höre ich heraus, dass sie sozialen Anschluss mit anderen Mädchen aus ihrer Klasse, als auch den Parallelklassen hat. So vermeldet es auch der große Bruder, der auf dem Schulhof tatsächlich alles im Blick hat. Er ist so herzzerreißend fürsorglich.

Allerdings ist das Sirenchen seltenst verabredet mit den neuen Freundinnen. Es scheint sie nicht zu stören. Sie fordert es nicht ein. Ich frage sie immer mal und zweimal fielen Namen und ich schlug vor, ich könne mal die jeweilige Mama kontaktieren. Es verlief dann ein bisschen im Sande, weil hier zu viel Chaos herrschte und ich außerdem den Eindruck hatte, dass das Sirenchen gar nicht unglücklich über „Ruhe“ am Nachmittag war. Sie schläft aktuell, trotz Zeitumstellung, auch überraschend früh und möchte auch gerne früh ins Bett.

Sie kommt in den letzten Wochen oft sehr gereizt nach Hause. Bzw sie kommt zunächst gut gelaunt an, aber ihre Stimmung kippt in der gleichen Sekunde, in der das erste Detail des heimischen Alltags nicht zu 100% zu ihrer Vorstellung verläuft.

Da ist ein Klecks Spinat auf ihrer Pizza? Drama. Continue reading…

Schrei nur-du wirst uns nicht los!

Liebes Sirenchen,

ich gebe mir von Anfang an große Mühe, dich zu verstehen und dich zu begleiten.

Ich sehe und fühle vieles. Es erschreckte mich nicht, als du sofort nach der Geburt so gebrüllt hast (für so ein kleines Neugeborenes warst du echt schon laut und vehement). Ich blieb ganz ruhig.

Ich trug dich. Ich hielt dich am Körper, wann immer es möglich war und oft genug auch über meine Kraft hinaus.  Dein großer Bruder war nur 18 Monate älter als du und brauchte mich auch.

Ich dachte mir allerlei aus, um dich zufrieden dabei zu haben.

z.B. wenn ich mit deinem Bruder ins Bad musste. 

Ich habe dich Mittags auf meinem Arm gehalten, während du gedöst hast. Du warst nicht müde genug zum Schlafen, aber brauchtest die Nähe. Ich habe sogar verstanden, dass das NUR in der Küche ging und ich dort auf einem Stuhl sitzen musste. Auf der Couch oder gar im Bett liegend war dir das nicht angenehm. Ich hätte auch so gerne geschlafen. Manchmal war mir, als wolltest du nicht, dass ich schlafe, damit ich wach bei dir bin. Mit dir. Du hast auf meinem Arm ja auch nicht geschlafen. Du hast nur ganz ruhig dagelegen und wachsam geblinzelt und wache Zeit mit Mama getankt. Continue reading…