Viel zu sagen und zu nix gekommen.

Ich würde für euch, für m i c h gerne mehr aufschreiben. Ganz viel sogar. Es kommt mir gerade vor, als läuft ein Stau auf. Ich komme nicht dazu. 

Es geht einfach nicht.

Kaum setzte ich mich am Tag an den Rechner quakt ein Kind nach mir. Dass das Kleinkind das natürlich nicht aushalten kann, wenn ich still und stumm vor einem Bildschirm sitze, ist logisch. Vormittags kann ich also definitiv nichts schreiben.

Vor allem aber sind es die großen Kinder, die mich dann am Nachmittag pausenlos unterbrechen. Ich tippe zwei Sätze, dann tönt es: “Maaamaaa, wo sind die Haferflocken? Maaaaamaaaa!“

Ich stehe irgendwann entnervt auf, nachdem ich schon vergessen habe, woran ich gerade geschrieben habe, und hole die Haferflocken aus dem Schrank, sehe aber dabei, dass sich das fragende Kind schon ein Brot geschmiert hat. „Wieso fragst du mich nach Haferflocken, wenn du ein Brot isst?“, frage ich dann. „Weil ich wissen wollte wo die sind! Vielleicht für morgen.“🥳 Continue reading…

Jetzt geht’s rund-die Hummel stellt mich vor die Wahl

Das Kleinkind entdeckt seit knapp zwei Wochen den ganz eigenen Kopf und einen noch verschärfteren Erkundungsdrang.  Dieses Update muss unfassbar aufregend sein. Die Hummel schläft etwas mehr als sonst. Erst heute vormittag schlief sie auf meinem Schoß ein, als ich ihr eine Flasche Milch gab. Und Hunger hat sie auch ständig. Und der Schnulli wird auch kaum mehr abgelegt. Zwei Zähne drücken.

Diese Phase schlägt sich auf meinen Alltag nieder.

Morgens beginnt der Tag aktuell so:

Wenn ich die drei Schulkinder mit Frühstück versorge und mit allen nötigen Utensilien des Tages versehe und auf den Weg schicke, hat die Hummel bereits eine schnelle Banane gegessen, welche sie stets freudig hüpfend (jedenfalls ist es fast eine Art Hüpfen) in Empfang nimmt. Danach verteilt sie sämtliche Schuhe in der kompletten unteren Etage, alle Mützen pfeffert sie aus dem Mützenkorb und verschiedene Spielzeuge werden durch die Küche gezogen. Oder aber sie erklimmt die Treppe nach oben oder den Esstisch oder tippelt auf den Gehweg vor der Tür, von dem ich sie schon einige Male im Schlafanzug gefischt habe. Vieles wird zusätzlich durch lautes Plappern untermalt oder durch Motzen. Continue reading…

Corona- Woche 5- Über den „Alltag“ und zwei Buchempfehlungen

In meinem Kopf sind 4 verschiedene Texte. Aber ich werde nur einen allgemeinen schreiben, der alles anreißt. Denn meine Zeit reicht nicht.

Ich komme zu nix.

Das Baby klebt an mir.

Ach, was sage ich, die Kinder kleben alle am Mann und mir.

Gestern morgen beklagten wir noch vor dem Aufstehen, dass wir immer belagert werden und der Sohn war so schlagfertig und benannte sich und die Schwestern selbst als Helikopter-Kinder. 😀

Der Mann und ich haben darauf hin entschieden, dass wir offenbar zu nett sind. Wir müssen mal „härter durchgreifen“. 

Das eher ruhige Fahrwasser in dieser Shutdownsituation hält bei uns weiter an. 

Wobei, manchmal kommt auch ein Strudel. Continue reading…

Corona-Quarantäne- Woche 1

Die erste Woche Quarantäne liegt hinter uns. 

Meine Gedanken springen von totaler Zuversicht und entspannter Entschleunigung, bis hin zu betäubter Ratlosigkeit und manchmal bin ich auch schwermütig.

Das ist doch alles völlig surreal.

Unser Stundenplan trägt uns allerdings gut durch die Zeit und sorgt für Klarheit.

(Vor allem für unser wildes Mädchen ist das wichtig. Andernfalls dreht sie völlig durch. Zwischendurch tut sie das auch trotzdem. Sie spürt, wie immer, jede feine Schwingung.)

Also, hier weiß jeder was dran ist und auch das Vorschulkind kommt zurecht. Sie spielt viel frei oder malt. Und das Baby-Mädchen robbt, schiebt und krabbelt zwischen unseren Beinen umher. Und zieht sich auch hoch. Alles ist spannend. Alles wird erkundet. Und es ist toll, dass alle da sind.

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Ein Zeitfenster für mich am Montagmorgen

Alu von grosseköpfe schrieb kürzlich über ihre Zeit am Abend.

Ich muss mir diese „meine Zeit“ gerade aus dem neuen Alltag mit 3 Kindern und einem Baby irgendwo aus dem Mörtel, der den immer noch frischen Großfamilienalltag zusammen hält, raus pulen. 

Und so sitze ich an diesem Montag morgen an einem noch krümeligen Esstisch (alles andere ist schon grob vorzeigbar gekramt und geräumt) mit Blick auf den Kinderwagen vor der Terassentür. Ich weiß nicht wie lange das Baby da draußen schläft. Es liegt dort „außer der Reihe“, will heißen, nicht im üblichen Zeitfenster. Deshalb weiß ich nicht, wie lange meine Zeit jetzt andauert.

Wie bei Alu brummelt der Kühlschrank, beinahe meditativ und gleichmäßig vor sich hin und untermalt die Stille. Draußen zwitschern ein paar Vögel. Ich überlege, ob ich die zweite Waschladung des heutigen Tages in der Waschmaschine nicht nur eingefüllt, sondern auch wirklich eingeschaltet habe. Ob ich mal nachschauen soll? Nein. Das ist jetzt meine Zeit. Die Waschmaschine kann genauso warten, wie die Krümel auf dem Tisch. Wer weiß, was der Tag sonst noch so bringt. JETZT muss ich Luft holen. Continue reading…