Eine Situation auf dem Spielplatz und eine Verantwortungsfrage

Wir waren vor einiger Zeit auf einem Spielplatz mit Karussell. Ich finde Karussells auf Spielplätzen immer etwas schwierig, weil sie eine große Anziehungskraft auf große und kleine Kinder haben und nicht ganz ungefährlich sind. Große Kinder drehen gerne sehr schnell, was für kleinere Kinder ungünstig ist, weil sie sich noch nicht richtig festhalten können oder während der Fahrt aus-oder ein steigen und mit den Großen mithalten wollen. 

Eigentlich auch ein prima Lernfeld für viele Dinge auf einmal, aber das tut hier nichts zur Sache. Fakt ist, ein Karussell muss man beaufsichtigen, wenn die Alterstruktur sehr heterogen ist. Und das tat ich immer, solange ich Mama von unerfahrenen Kleinkindern war.

Unsere Kinder spielten nun jüngst bestimmt eine ganze Stunde lang friedlich immer auch mit anderen Kindern. Mal am Karussell, mal auf einem Klettergerüst. Alles prima. Der Mann und ich setzten uns gemeinsam auf eine Bank und beobachteten sie und die anderen Kinder. 

Schließlich saß das Sirenchen wieder im Karussell mit zwei etwas jüngeren Kindern zwischen 3,5 und 5 Jahren alt und der Sohn drehte sie an. Die beiden anderen Kinder waren neu dazu gekommen.

Ich beobachtete kurz und unterhielt mich dann mit dem Mann über das Knöpfchen, welches auf dem Klettergerüst unterwegs war.  Continue reading…

Vom lieben Gott und interessanten Erziehungstipps auf der Straße

Vor einigen Tagen war ich mit den Mädchen zu Fuß unterwegs zum Supermarkt. (Der Mann war mit dem Sohn zum Baumarkt gefahren). 

Wir brauchten nicht viel und wir schlenderten mal einen anderen Weg als sonst, um uns die Beine zu vertreten. Anschließend sollte es noch bei der Eisdiele eine Kugel Eis geben. Die Kinder hatten nämlich den ganzen Tag geduldig ausgehalten, wie wir Eltern unsere aktuelle Kinderzimmerbaustelle, das letzte Drittel unseres Hauses, weiter bearbeiteten, anstatt ins Schwimmbad zu fahren.

Es musste mal ein kleiner Tapetenwechsel her.

Das Sirenchen war von ausgesuchtem Unmut gebeutelt und „verpestete“ die Luft mit Gemecker und „Befehlen“ ins Leere und gleichzeitigen Versuchen sich mit der Situation abzufinden. Ich wusste, dass sie mit dem Tag unzufrieden war, auch wenn wir gerade auch für SIE etwas Neues schaffen. Sie wollte die ganze Zeit helfen, was bei manchen Arbeiten sogar ging, aber nicht in dem Ausmaß, wie sie es sich gewünscht hätte. Zudem wäre gerade SIE besonders gerne mit uns schwimmen gegangen. Das betonte sie auch mehrfach. Aber es geht halt nicht immer alles auf einmal. Sie war hochgradig unzufrieden. Und so ein unzufriedenes Gefühl, weil alles nicht so läuft, wie man es sich dachte, kenne ich. Da kann man nicht so richtig raus. 

Und so fühlte ich förmlich, wie das Sirenchen mit sich rang. Ich fühlte es, weil ich dieses Gefühl, ihr Gefühl mit diesem Hin- und Hergerissensein von Enttäuschung, Zorn, gleichzeitigem Verstehen und dem eigenen Bedürfnis selbst so oft hatte als Kind. Man könnte sich in der Luft zerreißen.

Nun trafen wir auf eine ältere Dame mit Rollator. Ich fand sie ganz zauberhaft in ihrem Blümchenkleid. Wir waren schneller als sie und als wir sie überholten, kam es irgendwie zu einem Gespräch. Ich finde das ja immer nett. Ich unterhalte mich gerne mit anderen Menschen und gerade die ältere Generation fühlt sich oft alleine und freut sich auch unterwegs mal jemanden zum Plaudern zu treffen. Da wir das gleiche Ziel hatten, verlangsamte ich meinen Gang einfach.

Die Dame sprach auch die Kinder an und freute sich.

Allerdings wurde das Sirenchen schnell ungeduldig. Ihr war irgendwie zu warm in der Sonne, wenn wir doch nur schwimmen gegangen wären…,dann drängelte sie, sie wolle schnell zum Supermarkt, weil danach gäbe es ja auch das Eis. Und sie zog und zerrte an meiner Hand, blickte finster und machte sich nichts daraus, dass die Dame sie auf ihr Verhalten ansprach. Continue reading…

Die Sache mit der Zahnbürste

Es sind nun richtige Ferien für alle Familienmitglieder. Der rührselige und schöne KiTa Abschied vom Sirenchen liegt hinter uns. Seit 3 Tagen können wir einfach aufstehen wann wir wollen. Wunderbar. 

Neben wunderschönen Spielsituationen der Kinder, welche mein Herz erweichen, geht es dennoch auch immer wieder turbulent und laut bei uns zu. Die Streitereien unter den Geschwistern flammen immer wieder mal auf. Ebenso wie „Anfälle“ einzelner Protagonisten. Der jüngste Vorfall allumfassenden Lärmens (ich lärme ja „gern“ mit) liegt einen Tag zurück.

Wir hatten Besuch von einem fast erwachsenen Cousin. Das war sehr schön, denn der Cousin machte das ganz prima mit den kleinen Verwandten und somit verlief der gestrige Nachmittag erstmal sehr entspannt.

Die Kinder durften etwas später zu Bett gehen. Also genau zu dem Zeitpunkt, an dem sie „auffällig“ wurden. 😉 Continue reading…

Kinderkunst im Überfluss und lose Blätter

Wie ich versuche dem Papierberg Einhalt zu gebieten

 

Man kennt das. Schon allein EIN Kind produziert, selbst wenn es NUR im Kindergarten oder der Schule kreativ arbeitet, eine Menge Basteleien und Bilder.

Klar, kann ich im Keller eine Sammlung mit sämtlichen St-Martinslaternen und Co anhäufen und in 20 Jahren bestenfalls unter einer Staubschicht hervorwühlen, wenn nicht Feuchtigkeit sich der fragilen Gebilde bemächtigt hat. Dann könnte ich mich nochmal freuen und dann erst seufzend und schweren Herzens die ganze Arbeit wegschmeißen. Aber das verstopft ja nur den Kopf und Lagerfläche obendrein. Ein bisschen mehr Minimalismus täte unserem Haushalt gut. In jeder Beziehung.

Alle Bastelarbeiten dürfen die Kinder deshalb auch munter bespielen und bevor sie vollends auseinander fallen, mache ich ein Erinnerungsfoto. Die Laternen, die die Saison trotzdem überleben, hänge ich im nächsten Jahr als Deko ins Fenster (das eine Jahr überleben sie im Keller unbeschadet) oder wo es schön aussieht und spätestens danach erleben sie kein weiteres Mal, haben aber einen guten Dienst getan.

Ein weit größeres Problem sind aber Bilder.

Die schönsten Bilder sammele ich mit Namen und Datum versehen in einer Sammelmappe. Und spektakuläre Erstlingswerke bekommen einen Rahmen. So finde ich das Beitragsbild nennenswert, denn das Knöpfchen hat ganz gezielt meine Visitenkarte zur Hand genommen, sich alles bereit gelegt und nachgezeichnet UND ergänzt. Durch Papa und Sonnenschein. 🙂 ❤ Continue reading…

Geschwisterstreit-Kräftemessen und Gerangel in der Rangordnung

Die Kinder…schon ein Weilchen zeichnet sich die neue „Phase“ im Alltag ab und erlebt derzeit einen Höhepunkt.

Vor allem der Sohn (1. Klasse) und das Sirenchen (Vorschulkind) haben sich nun richtig oft und heftig in der Wolle.

Dass Geschwister mal mehr mal weniger streiten ist ganz normal und gehört zum sozialen Lernen dazu.

Jedoch mehren sich in den letzten Wochen ungewohnt heftige Gewitter zwischen den beiden Wackelzahnkandidaten. Ich kenne das bisher in der Form nicht.

Die Streitereien haben eine neue Qualität und auch Quantität. Sie werden vermehrt körperlich ausgetragen. Sie raufen richtig miteinander. Da sie gleich stark sind, mache ich mir keine Sorgen, dass einer von beiden körperlich unterliegt. Aber sie gehen ganz schön rau miteinander um. Es wird an Haaren gezogen, sich geboxt, gekniffen, geschubst, als Knäuel über den Boden gekullert und auch getreten. (das alles ohne Verletzungen, es scheint also noch eine unsichtbare Schwelle zu geben, die nicht überschritten wird). Sie kämpfen mit allen Mitteln, die ihre Körper zur Verfügung haben. Continue reading…