Kinderkunst im Überfluss und lose Blätter

Wie ich versuche dem Papierberg Einhalt zu gebieten

 

Man kennt das. Schon allein EIN Kind produziert, selbst wenn es NUR im Kindergarten oder der Schule kreativ arbeitet, eine Menge Basteleien und Bilder.

Klar, kann ich im Keller eine Sammlung mit sämtlichen St-Martinslaternen und Co anhäufen und in 20 Jahren bestenfalls unter einer Staubschicht hervorwühlen, wenn nicht Feuchtigkeit sich der fragilen Gebilde bemächtigt hat. Dann könnte ich mich nochmal freuen und dann erst seufzend und schweren Herzens die ganze Arbeit wegschmeißen. Aber das verstopft ja nur den Kopf und Lagerfläche obendrein. Ein bisschen mehr Minimalismus täte unserem Haushalt gut. In jeder Beziehung.

Alle Bastelarbeiten dürfen die Kinder deshalb auch munter bespielen und bevor sie vollends auseinander fallen, mache ich ein Erinnerungsfoto. Die Laternen, die die Saison trotzdem überleben, hänge ich im nächsten Jahr als Deko ins Fenster (das eine Jahr überleben sie im Keller unbeschadet) oder wo es schön aussieht und spätestens danach erleben sie kein weiteres Mal, haben aber einen guten Dienst getan.

Ein weit größeres Problem sind aber Bilder.

Die schönsten Bilder sammele ich mit Namen und Datum versehen in einer Sammelmappe. Und spektakuläre Erstlingswerke bekommen einen Rahmen. So finde ich das Beitragsbild nennenswert, denn das Knöpfchen hat ganz gezielt meine Visitenkarte zur Hand genommen, sich alles bereit gelegt und nachgezeichnet UND ergänzt. Durch Papa und Sonnenschein. 🙂 ❤ Continue reading…

Geschwisterstreit-Kräftemessen und Gerangel in der Rangordnung

Die Kinder…schon ein Weilchen zeichnet sich die neue „Phase“ im Alltag ab und erlebt derzeit einen Höhepunkt.

Vor allem der Sohn (1. Klasse) und das Sirenchen (Vorschulkind) haben sich nun richtig oft und heftig in der Wolle.

Dass Geschwister mal mehr mal weniger streiten ist ganz normal und gehört zum sozialen Lernen dazu.

Jedoch mehren sich in den letzten Wochen ungewohnt heftige Gewitter zwischen den beiden Wackelzahnkandidaten. Ich kenne das bisher in der Form nicht.

Die Streitereien haben eine neue Qualität und auch Quantität. Sie werden vermehrt körperlich ausgetragen. Sie raufen richtig miteinander. Da sie gleich stark sind, mache ich mir keine Sorgen, dass einer von beiden körperlich unterliegt. Aber sie gehen ganz schön rau miteinander um. Es wird an Haaren gezogen, sich geboxt, gekniffen, geschubst, als Knäuel über den Boden gekullert und auch getreten. (das alles ohne Verletzungen, es scheint also noch eine unsichtbare Schwelle zu geben, die nicht überschritten wird). Sie kämpfen mit allen Mitteln, die ihre Körper zur Verfügung haben. Continue reading…

Sommerfeeling im Mai und eine kaputte Einrichtung

Dieser Teil des Jahres ist geprägt von Feiertagen, Brückentagen, Sportfesten, Elternsprechtagen, Schulärztlichen Untersuchungen etc.pp.

Die vielen Alltagsunterbrechungen stören mich derzeit aber nicht. Das sommerliche Wetter gefällt mir sehr.

Wir haben entspannte Tage oder Tagesabschnitte und natürlich auch die turbulenten Zeiten.

Letzten Samstag waren wir im Essener Grugapark. Es war einer dieser ganz besonderen Tage. Alle waren gut drauf, fröhlich und ausgeglichen. Der komplette Tage verlief reibungslos, wenn man von dem Massaker auf der Hinfahrt absieht. Der Sohn bekam kurz vor dem Ziel heftiges Nasenbluten. Wir hatten praktischerweise ein Kühlakku in der Provianttasche und ich hatte Taschen- und Feuchttücher griffbereit. (Wir haben Übung mit Nasenbluten.)

Den Grugapark kann ich übrigens auch uneingeschränkt als Ausflugsziel empfehlen! Es war wie ein Kurzurlaub!

Dann habe ich natürlich das Planschbecken im Garten nochmal befüllt. Vor allem die Mädchen lieben es vom Klettergerüst aus dort hinein zu springen. Und wenn sie das nicht machen, bauen sie sich mit Regenschirmen Häuschen. Draußen oder Drinnen. Immer mitten im Weg. 

An einem Nachmittag waren noch zwei Freundinnen da und die 5 Kinder verwandelten das frische Wasser binnen einer Stunde in eine schnodderige Brühe. 😀  Continue reading…

Eine Mutter, drei Gesichter

Die Sorte „Unerzogen“

Eine Horde Kinder, darunter meine drei, erklommen auf einem Spielplatz übermütig die Rutsche und ließen als Beschleunigungshilfe händeweise Sand herunter rieseln.

Alle hatten Spaß. Es staubte zwar enorm und sauber war danach niemand mehr. Aber was soll’s? Der Spaß steht doch an erster Stelle. 

Schließlich trat eine Oma auf den Plan, die ihre Enkel maßregelte.

„Hört auf den Sand die Rutsche runter zu werfen. Was soll das denn? Das ist doch eine Rutschbahn! Der Sand gehört da nicht drauf!“

Die Enkel hielten inne. Meine drei Kinder rieselten aber weiter lachend den Sand die Rutsche runter.

„Wer macht denn das die ganze Zeit mit dem Sand? Was soll das?“ Ihr gestrenger Blick ging zu mir rüber. 

Ich finde allerdings, dass die Kinder auf dem Spielplatz alles dürfen, solange sie niemanden in Gefahr bringen oder jemanden ernsthaft stören. Hätte sich eines der Kinder über den Sand beklagt, hätte ich auch um Achtsamkeit gebeten. Aber es waren alle Kinder beteiligt und einverstanden. Das Leben ist schon reglementiert genug. Warum sollte das Spiel unterbunden werden? Continue reading…

So ein Freitag, der ist „schön“.

Morgens vor dem Weckerklingeln:
-Mama? Was heißt „mein“ auf Englisch? Heißt das „meyiiin“?
-Ne, „mein“ heißt „my“.
-Ne, Frau …. sagt immer „meyiiiin“, oder sowas.
-Meinst du „mine“?
-Ne Frau….sagt „myiiiin“. Mama, was heißt denn jetzt „mein“ auf Englisch?
-„My“.
-Ne, DU kannst überhaupt kein Englisch! Das heißt „meyiin“.
-Bitte sehr. Dann frag mich doch nicht, wenn du es besser weißt!
-Du hast überhaupt keine Ahnung, Mama!

Dann vor dem Frühstück:
– Kinder, das Müsli ist alle. Ich mache euch ein Marmeladenbrot, okay?
Keine Antwort. Keine Reaktion.
-Das Müsli ist alle. Ihr bekommt ein Marmeldanbrot, okay?
Keine Reaktion.
-DAS MÜSLI IST ALLE, ICH MACHE EUCH EIN MAAAARMELAAAADENBROOOOT!
Die Kinder nicken und brummeln ein JA.
Ich servierte die Brote.
Das Knöpfchen: Mama, ich wollte abba ein Brot-eine Hälfte Honig und eine Hälfte Marmelade!
-Oh….das hast du mir nicht gesagt! Iss das doch schon mal, ich mache dir auch noch ein Honigbrot.
-NEEEIIIIIIN! DU SOLLTEST MIR EIN BROT MACHEN- EINE HÄLFTE HONIG und eine HÄLFTE MARMELADE! ICH HABE DAS GESAAAAAAGT!
-Nein, meine Kind, das hast du nicht. Du hast allerdings MEINE Frage mit JA beantwortet und sonst NICHTS gesagt!
-Doch.
-NEIN!
-DOOOOOCH!
-Nein und jetzt hör auf und erzähl mir nix!“
-Abba ich hab das GEDACHT!

So in der Art ging es weiter, bis alle aus dem Haus waren.
Den Vormittag verbrachte ich mit ein paar Besorgungen und Vorbereitungen für diverse Mahlzeiten. Manchmal ist es gut, wenn einiges schon „fertig“ im Kühlschrank bereit steht.

Beim Abholen im Kindergarten verteilten sich wieder alle drei Kinder in verschiedenen Räumen und Richtungen. Ehrlich, ein Sack Flöhe ist nix dagegen. Während ich noch kurz mit einer anderen Mama ein paar Worte wechselte (großer Fehler, weil meine Kinder dann sofort wieder Unsinn machen) fuhr das Knöpfchen einer anderen Mama mit einem BobbyCar über den Fuß. Sie hatte meine Bitte, das Auto in der „Garage“ zu parken geflissentlich überhört und meine kurze Abgelenktheit genutzt.
Da eine Erzieherin schon neben dem Knöpfchen hockte und mit ihr das „Vergehen“ besprach, wollte ich mich nicht einmischen. Mir gegenüber ist das Knöpfchen nach dem Kindergarten ja ohnehin immer zweifelhaft gelaunt. Und wirklich zurechnungsfähig ist sie dann auch die erste halbe Stunde aus hier und hier beschriebenen Gründen nicht. Das Knöpfchen entschuldigte sich leider auch nicht, ich sah ihrem Gesicht aber an, dass ihr die Gesamtsituation nicht behagte.
Ich wollte sie später am Tag nochmal zu dem Vorfall fragen. Das war sinnvoller.

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