Das erste September-Wochenende: Vom Reiten und Rosenschnitt

Am letzten Wochenende hatten wir einige Pläne und wie so oft gesellten sich weiter mögliche Aktivitäten hinzu. Aber man schafft nicht alles und ich sortierte schon im Vorfeld aus.

Es gab im Haus der Großeltern in Aachen einiges zu tun, was man nicht Sonntags und auch nicht bei 30 Grad im Schatten erledigen kann. Da wir, als auch die Oma gern im zeitlichen Wechsel verplant sind, ist es manchmal nicht so einfach einen Termin zu finden, an dem alle können. Nach diversen Versuchen fanden wir den Samstag zusammen. Es war zum Glück auch nicht zu heiß, aber auch trocken! Wir wollten diesen Tag zudem mit einer Überraschung für´s Knöpfchen krönen.

Das Knöpfchen spricht nämlich seit Woooochen von nichts anderem als von: „Mami, mötte Pfäädchen reiten! Bötte, Mami!“
Wieso weiß kein Mensch. Ich mag zwar Pferde auch sehr gerne, aber wir haben in unmittelbarer Nähe keine Reitersleute oder Kontakt zu Pferden. Das kleine Mädchen flippte schon früh aus, wenn sie im Vorbeifahren irgendwo Pferde auf der Weide stehen sah. „Da hüa, Pfääd! Hüüüühüüühüüühüüüü!“ Macht es dann auf der Rückbank.
Also wollten wir diesen Wunsch einmal erfüllen. Und in Aachen wusste der Herr Papa einen Hof, der bestimmt 20 Ponys hat. Nachdem ein paar Löcher in Omas Wohnzimmer gebohrt worden und Kleinigkeiten repariert waren, machen wir uns auf den Weg. Ab 12 Uhr, kann man die Ponys für je10 oder 12 Euro (je nach Größe des Ponys), eines für jedes Kind mieten und geht ungefähr eine Stunde durch einen wunderbaren Wald auf einem gekennzeichneten Weg spazieren. Die Ponys kennen den Weg in und auswendig und zeigen den Weg an, wenn man kurz unschlüssig ist. Sie versuchen allerdings auch gerne mal abzukürzen. 😀
Ich würde sagen, dieses tägliche gleiche Wege abtrotten ist nicht optimal, aber auch nicht die schlechtes „Arbeitsstelle“ für ein Pony. Wenn sie nicht reitwütige Kinder durch den Wald tragen, haben sie viel und schönen Auslauf auf großen Weiden am Waldrand mit Bächlein.
Unsere drei Kinder waren hell auf begeistert. Der Sohn entschied sich für ein etwas größeres weißes Pony. Das Sirenchen wählte unter drei Schecken gezielt ein bestimmtes aus. Und das Knöpfchen bekam das kleinste zur Verfügung stehende Pony zugeteilt. Ich hatte etwas Sorge, ob sich das Knöpfchen den ganzen Weg im Sattel halten könnte. Sie saß zunächst auch etwas unsicher. Aber sie wurde immer lockerer und ich musste sie die ganze Stunde kein einziges Mal im Sattel zurecht zuppeln. Sie machte das ganz ausgezeichnet. Meine zweite Sorge war, dass sie in jedem Fall runter fallen würde, wenn das Pony Mätzchen machte. Aber das tat das Pony netterweise nicht.
Der Sohn und das Sirenchen waren auch ganz selig. Das Sirenchen trabte sogar das letzte Stück. Geführt vom Mann, versteht sich. Danach aßen wir zusammen zu Mittag.

Am nachmittag machten wir uns an ein nicht ganz unkompliziertes Projekt am Haus der Großeltern. An der Hauswand zur Dachterasse hoch wächst bestimmt eine 10 Meter hohe schon ziemlich alte Rose. Diese Rose hat der Opa einst gepflanzt und gehegt und gepflegt. Leider gibt es den Opa nicht mehr und die Rose ist in den letzten Jahren von einer Krankheit befallen, die sich immer weiter ausbreitete und das abgestorbene Holz musste einfach einmal rausgeschnitten werden.
Wer schon mal ein altes dicht verzweigtes Rosengewächs beschnitten hat, der weiß, dass das nicht so einfach ist. Erstrecht nicht, wenn sich das Gewächs über mehrere Etagen zieht. Zudem waren einzelne Stränge an Mauerankern und dem Dachterassengeländer festgebunden.
Die Kinder liefen vergnügt von einer Etage zur anderen, während die Oma etwas erschöpft mithalf, so gut es ging. Wir schnitten, rupften, kletterten und schwitzten. Einen dicken geschlungen toten Zweig mussten wir aus einem Fenster heraus mit Hilfe von einer Harke aus dem noch lebendigen Rosengewirr zuppeln und schubsen. Ich machte noch eine waghalsige Aktion aus dem Fenster heraus mit der Astschere, um einen Draht durch zu knipsen. Und der Herr Papa stand auf einer Leiter und zog. Auf der Dachterasse kletterte ich am Ende noch über das Geländer auf den recht breiten Sims, um noch ein paar tote Zweige abzuschneiden und aus dem Gewirr zu friemeln. Ich habe eigentlich Höhenangst. Aber da ich das Geländer direkt neben mir hatte und mich gut festhalten konnte, war ich ganz Sorglos. Ich fühlte mich so sicherer, als auf einer langen Leiter! Allein die Oma und der Mann hielten mich an den Kleidern und an meinem Arm am Geländer fest, aus Sorge, ich könne abstürzen.
Aber solche Aufgaben machen mir persönlich ja Spaß. Ein bisschen Abenteuer,Bastelei und Gekniffel.
Die Kinder sprangen aufgeregt um uns herum und wiesen mich richtigerweise und mehrfach darauf hin, dass man das aber nicht dürfe, übers Geländer klettern.
Es wurde später als gedacht. Wir fielen zu Hause ziemlich müde einfach um. Alle. 😀
In der Nacht bekam der Sohn Ohrenschmerzen, die aber im Laufe des Sonntags wieder abklungen. Dennoch sorgte diese Tatsache und die Gewitterfront dafür, dass wir einen geplanten Ausflug zum Rhein nicht machten. Dort hätten wir sonst eine Freundin beim Triathlon angefeuert.

Und schwups, war das Wochenende vorbei.

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