Eine Erinnerung aus der Zeit mit „nur“ 2 Kindern und unwissend wieder schwanger

Ich fand jüngst in meinem alten Rechner noch ein paar sehr spannende alte Texte und auch e-mails.
Meine beiden Kinder waren zu der Zeit 10 Monate und 2,5 Jahre und ich wieder schwanger, wusste es aber noch nicht.

Ich schrieb im Sommer 2013


Ich wäre in den letzten Tagen gerne draußen im Park oder irgendwo auf einem Wasserspielplatz mit den Kindern gewesen. Stattdessen kühlte ich bei 30 Grad schwüler Hitze im Schatten einen 40 Grad heißen Sohn runter.
Am Dienstag war er schon ein wenig knötterig nach der Spielgruppe und schlief dann über 2 Stunden. Danach glühte das Kind und jaulte auf Teufel komm raus. Ich versuchte erstmal zu verifizieren was los war, verabreichte ein Zäpfchen und rief den Dok an. Die Sprechstundenhilfe fragte mich, wann ich da sein könnte. Ich sagte, wenn ich sofort aufbräche in 45Minuten. Das überschritt aber leider die Öffnungszeit von 16 Uhr um genau 15 Minuten! Was ist das denn bitte für ne Öffnungszeit von nem Kinderarzt????? Naja, ich fragte, wo ich dann hin solle. Und sie so: „Na dann müssen sie zum Notdienst!“ Ein kurzes Innehalten und mal Lage durchdenken. Kind 40 Fieber, heult pausenlos. 2. Kind gut drauf und sehr unternehmungslustig. 30 Grad schwüle Hitze. Notdienst???? Nä! Ich kurz überlegt und den Dr. Sowieso hier im Viertel angerufen. Im Urlaub! Nochmal meinen Dok angerufen, ob er wirklich keine Vertretung hätte. Nä, Notdienst. Da hab ich noch schnell ne Kinderärztin im Nachbarviertel hier ausgemacht, die uns netterweise ausnahmsweise empfangen wollte. Ich sollte in 30 Minuten da sein. Was auch zu Fuß mit Kinderwagen gut zu schaffen war. Ich packte also beide Kinder in die Karre. Das Sirenchen ohne Mittagessen (das ist bei uns ja immer spät), dazu war leider keine Zeit. Der Sohn genoss derweil zum Glück die Wirkung des Zäpfchens und heulte nicht mehr. Dafür schwitzte ich wie´n Erpel (wieso eigentlich Erpel???)Naja, ich ölte also und sah ziemlich derangiert aus und irgendwie hatte ich auch vergessen zu essen und vorallem zu trinken. Und war dann vor lauter Hetzen und Sorgen und Dehydrierung auch im Delierium und bin erstmal zu weit gelaufen 🙁 (Und das bei der Hitze). Naja, wie von mir schon vermutet, waren wieder die Ohren die Übeltäter. Ich schob also die glühende Fracht im Stechschritt wieder nach Hause, stellte auf dem Weg das Sirenchen mit ner Eiswaffel still und den Sohn mit ner Kugel Schokoladeneis. Zu Hause machte ich (DANKE INTERNET und DANKE SENDUNG MIT DER MAUS) genau das nämlich an und die beiden ließen sich noch ein Getränk und ein kleines Abendbrot ohne Gekreische verabreichen. Beide lagen dann um 19 Uhr wie erschossen im Bett. Ich zwei knappe Stündchen später auch. Aber die Nacht war von neuen Zäpfen geben und Wadenwickeln durchwachsen. Dat Kind glühte.

Den Mittwoch saß ich dann also hier drin, wo´s temperaturtechnisch ok war, (jedenfalls wenn man kaum was an hatte) und kühlte den Sohn weiter, der das Schlimmste aber am Abend überstanden hatte. Am Donnerstag war´s dann so ok, dass tatsächlich meine Mama kommen konnte, am Abend. Und der Mann und ich gingen mal ins Theater mit Freunden. Ins Schauspielhaus in ein Stück, dessen Inhalt man getrost auf zwei Stunden hätte kürzen können. 3 Stunden waren einfach zu lang. Und es wurde an Bühnenshow nicht gespart. Tolle Schauspieler! Und sehr viele und: WASSERMASSEN und DRECK auf der Bühne. Das hätte ich mir ja auch vorstellen können. Man muss ja nicht gleich einen 5Tonner auf der Bühne auskippen. Naja, die Konsumgesellschaft braucht es halt verschwenderisch. Das einstürzende Stadtarchiv von Köln wurde im dritten Teil verarbeitet.  Der dritte Teil war für mich sehr amüsant, denn das Bier, dass ich in der kurzen Pause hinunterstürzen musste, tat seine Wirkung sehr üppig, denn ich hatte wieder vergessen was richtiges zu essen und zu trinken über den Tag, vor lauter Brutpflege.
So, und da hatten wir also Wasser satt in der dreistündigen Tortour und als wir raus kamen um 23.30 da schüttete es draußen auch in Strömen!!!
Wir kamen dann ne ganze Weile nicht weg. Zu viel Wasser den ganzen  Abend sag ich nur. Die Taxen waren mehr als rar. Wir entschlossen uns das Warten auf ein Taxi aufzugeben und rannten Richtung U-Bahn. Dabei wurden wir klitsch nass bis auf die Haut und fanden dann am Hansaring doch noch ein Taxi. Hast du schon mal nassgeregnet in einem Eisschrank gesessen? Scheiß Klimaanlagen.

Um 1 Uhr  betrat ich das Kinderzimmer, um dort auf der Matratze die Nachruhe zu versuchen. Neben dem Mann wollte ich nicht liegen, der wirkte schon total unfit und als würde er fürchterlich schnarchen. Ich vermutete den Sohn auf der Matratze liegend, da er da neuerdings lieber schläft, als in seinem Bett. Ich tastete also im Dunkeln nach ihm, hörte ihn auch atmen, fand ihn aber nicht. Ich stellte verwirrt fest, dass er doch in seinem Bett lag. Um so besser. Ich fiel auf die Matratze und mein Magen knurrte, ohne Flax, so laut, dass ich Angst hatte, die Kinder würden davon wach! Ich fiel dennoch in einen komatösen Schlaf, für 1 Stunde und 45 Minuten. Dann heulte das Sirenchen. Schnuller weg. Schnuller wieder rein. Hinlegen. Einschlafen. 15 Minuten später heulte der Sohn. Durst. „Tiiinken?“ Mama reichte an. Legte sich wieder hin. Geheule. Der Sohn wollte dann auch auf die Matratze. Ok.  Kind wälzte sich unentwegt, wollte noch öfter Trinken, was ich immer anreichen musste und auch wieder weg stellen, sonst stimmt die Ordnung nicht und der Sohn jault wieder. Ich schlief dann mit der Trinkpulle in den Händen ein und erwachte schnell wieder, weil der Sohn neben mir saß und jaulte, ich solle den Verschluss zu machen und die Flasche wegstellen. Ok. Mach ich doch GEEERN!!!! Weiter geschlafen. Weitere 45 Minuten später stand das Sirenchen wieder heulend im Bett und wollte auch auf die Matratze, was dann aber nicht funktionierte, weil sie dann den Sohn begrabschte, was der unlustig fand. Also Kind wieder ins Bett gelegt. Restliche Nachtruhe bis 7 Uhr. Das Sirenchen verharrte zum Glück noch ein Weilchen plappernd in ihrem Bett. Dann klingelte der Wecker. Wir hatten einen Termin beim Kinderarzt. Der Sohn schlief aber irgendwie weiter. Ok. Das Sirenchen aus dem Bettchen genommen, Türschutzgitter vom Kinderzimmer zu gemacht. Da konnte sie dann krabbeln. Ich machte erstmal Kaffee. Dann ins Bad gehuscht, schnell das angezogen was noch im Schlafzimmer lag. Beim Blick in den Spiegel stellte ich fest, dass es fleckig war, aber ich keine Zeit hatte das nochmal zu tauschen. Ein komplett verschwitzter und fiebernder Mann unter zwei (ohne Scheiß) pitschenassen Bettdecken verlangte nach Ibuprophen. Oh weh! Männer und Grippe….Ich reichte die gewünschten Medikamente noch schnell an. Dazu blökte das Sirenchen resolut und randalierte am Türschutzgitter. Der Sohn schlief weiter. Ich riss noch schnell alle Fenster auf, zwecks Lüftung, stürzte nen Kaffe herunter und kleidete dann et Madämchen ein. Der Sohn war derweil erwacht. Beide Kinder äußerten Hunger, ich stülpte dem Sohn nen Pulli über damit er nicht fror, machte Brei, und Brot und versuchte dabei selbst eine Scheibe Brot zu essen. Danach musste ich den Sohn anziehen, seine Medizin verabreichen, beim Sirenchen ne neue Windel machen, die sich auf dem Wickeltisch wand und plärrte und alles was sie in die Finger bekam um sich warf. Ich ließ ein mittelschweres Donnerwetter los, bat den Sohn schonmal seine Schuhe zu holen und packte schnell das Nötigste für den Arzttermin in einen Rucksack. Zack, raus. Das Sirenchen runter geschleppt, Kinderwagen von der Zwischenetage runter gerollert. Während ich das Sirenchen in den Wagen packte, bat ich den Sohn selbst in den Wagen zu klettern, der wollte aber laufen, was dem Zeitlimit aber nicht wohl täte. Also musste ich nochmal ein resolutes Kommando EINSTEIGEN abgeben und hechtet zur Bahnhaltestelle. Da wischte ich beiden Kindern nochmal das Gesicht sauber und holte für die kurze Fahrt zum Zülpischer Platz kurz Luft. In der Annahme, dass ich bestimmt zu spät käme, legte ich mir schon zurecht, was ich auf Kritik der Sprechstundenhilfe sagen würde. Nebenbei beantwortet ich des Sohnes gefühlt 20mal gestellte Frage: „Fahren in den Tunnel?“ Nein, wir steigen vorher aus!!
Wir waren gerade so noch pünktlich beim Arzt. Alles lief unkompliziert. Bloß, dass der arme Sohn jetzt noch ne Medizin zusätzlich bekommt und in zwei Wochen nochmal kontrolliert werden muss.
Auf dem Rückweg fing es dann an zu regnen. Ich war wieder ohne Regenschutz unterwegs, eilte zur Apotheke, dann zur Bahn. In der Bahn wollte das Sirenchen per se nicht im Wagen bleiben und musste zu ihrem eigenen Schutz von mir auf den Schoß genommen werden. Der Sohn bekam gleich schonmal die erste Fuhre Medizin verabreicht. Das Sirenchen musste dann noch extra bespaßt werden und zerpflückte mir dabei, die ohnehin Notfall-Frisur.
Zu Hause angekommen packte ich das Sirenchen dann ins Bett. Um so wilder sie nämlich wird, umso müder ist sie. Sie schlief gleich ein DANKE! Der kranke Mann bekam den Auftrag zu lauschen und ich packte den mittlerweile aus unersichtlichem Grund randalierenden Sohn und ging zum Einkaufen.
Bei dm war an der Kasse nach uns niemand, somit hatte die Verkäuferin Zeit den Sohn zu unterhalten und machte ein Kästchen mit Süßigkeiten voll, was sie ihm schenken wollte. Ein ganzes Kästchen! Da ich froh war den Einkauf in Ruhe verstauen zu können, sagte ich nichts, hoffte aber, dass dieses Kästchen mit Süßkram nicht zu einem weiteren Topsuchtsanfall führen würde. Denn, das war zu viel zum auf einmal zum Essen. Doch zum Glück ließ sich der liebe Sohn mit einem Brötchen ködern und vergaß das Süßkramkästchen, welches ich zu Hause sofort dem Müll zuführte.
Ich machte einen Rieseneinkauf, der mich zwang zweimal die Treppen hoch und runter zu laufen. Der Sohn lief,  dank Bestechung (diesmal wars Traubenzucker aus der Apotheke), die Treppen alleine. Ich rannte aber 3 mal runter und schaffte den Kinderwagen noch auf die Zwischenetage, weil es unten im Flur zu eng ist. Der Sohn rief derweil im Treppenhaus nach mir. Ich stopfte oben die Sachen für den Kühlschrank schnell in den Kühlschrank, gab dem Sohn nochmal einen Rutsch Medizin und versuchte eine Pause zu machen. Es war mittlerweile 12 Uhr. Ich schaffte es gerade so ein Brot zu essen. Mit dem letzten Bissen eilte ich schon wieder dem erwachten und krakelenden Sirenchen entgegen. Dann machte ich für beide Kinder einen Zwischenimbiss, der unter Gejaule und Gezeter gegessen wurde. Danach ließ der Sohn sich zum Glück in sein Bettchen geleiten, wo er  über 2 Stunden seine kranken Ohren gesund schlief ..
Nach der Fütterung der Sirene musste ich nochmal die Windel wechseln und entdeckte nebenbei, dass eine der Katzen unsauber auf Toilette gewesen war und ich da ein Maleur von größerem Ausmaß weg putzen musste. Also parkte ich das Sirenchen beim kranken Mann vor den Fernseher. Und wienerte das Klo und den Flur.
Und dann musste ich was kochen und nach 3 Tagen Notfall Gläschenkost, sollte es nochmal was Frisches geben und für MICH auch mal was Warmes. Und irgendwie schien mir Brokkoli und Reis so pfad. ABER was fiel mir dann ein????? DIE RETTUNG!!!!!
Geriebener Käse!!! Geriebenen Käse gabs immer mal bei meiner Schwägerin in Lyon zum Mittag gereicht. Und das ist ja suuuper!!! Hab ich nie dran gedacht und aß es dann einfach täglich, bevor der Sohn und ich vom Fleisch fielen.

Lange Rede kurzer Sinn!! Eine Ode an die Erfinderin des geriebenen Käse zum Mittagessen!!

 

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