Trilogie der Emotionen

Oder wie meine Kinder mich zum heulen bringen.

Morgens verschwand der Sohn im Wohnzimmer, gab an, ich dürfe auf keinen Fall gucken und betrat nach einer Hörspiellänge stolz die Bühne. Er überreichte mit den Worten: Mama, das ist für dich! stolz dieses Bild.

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Din A 4

Ich wollte heulen vor Rührung!
Er malt hin und wieder mal einigermaßen gern. Aber ohne meine Leidenschaft geerbt zu haben. Und wenn er malt, so sind es bisher immer Zeichnungen. Ausmalen dauerte ihm sonst immer zu lange.
Aber diesmal hat er ausgemalt. Mit ganz viel Akribie. Eine Dampflok. Sein Lieblingsthema. Für die Mama. In bunt!
Ich kann das Gefühl garnicht beschreiben. Es war auf jeden Fall von seiner Seite eine ganz große Liebeserklärung. Und das ist auch bei mir angekommen.

Es hat schon einen Ehrenplatz in einem Bilderrahmen bekommen!

Das Sirenchen war morgens hingegen noch so ein bisschen anti eingestellt.
Sie schälte zunächst Unmengen an Mandarinen, von denen einige Mandarinenstücke liegen blieben. Auf dem Boden im Wohnzimmer. Ich bat sie diese zu essen oder aufzuheben und auf einen Teller zu legen. Sie weigerte sich mit einem schlichten: Nö! Ich erklärte ihr darauf hin warum ich großen Wert darauf lege, dass sie die Mandarinenstücke aufhebt. Aber selbst die Ausssicht, dass ihr selbst am Ende noch Mandarine unter der Strumpfhose an der Fußsohle klebt, konnte sie nicht überzeugen. Nö! blieb die Antwort.
Ich entfernte mich kurz, um ihr die Gelegenheit zu geben sich für ein Ja zu entscheiden. Es tat sich nichts.
Ich sagte schließlich kurz und knapp: Ich will, dass du die Mandarinenstücke jetzt vom Boden aufhebst!
Nö!
Darauf hin drohte ich, dass sie dann leider dort sitzen bleiben müsse, bis die Mandarinen aufgehoben worden seien.
Sie blieb stoisch auf der Couch sitzen.
Nach einer Weile holte ich ein Argument, dem sie nur schwer widerstehen kann hervor: „ Wenn du die Mandarinenstücke aufhebst, können wir gleich auch alle zusammen frühstücken!“ Das hat geholfen. Frühstück ist ihr heilig. 😀

Im weiteren Tagesverlauf war das Sirenchen zauberhaft. Auf einem kleinen Ausflug in die Rheinauen in Bonn lief sie die ganze Zeit an meiner Hand. Auf einem kleinen Spielplatz sah sie sich ganz versonnen einen Vater mit Säugling auf dem Arm an. Ich sagte, sie sei auch mal so klein gewesen und ich hätte sie immer getragen, während sie sich alles mit großen Augen angesehen hätte. Wie das Baby bei seinem Papa auf dem Arm. Sie nickte andächtig und lehnte sich schwer bei mir an. Ich streichelte ihre Wangen (das mochte sie schon als Baby) und ich hätte schon wieder heulen können. Dieses wahnsinnige eigensinnige aber auch liebe Mädchen…

Später am Tag fand ich das Knöpfchen und das Sirenchen zusammen. Das Sirenchen hatte ihren Kopf in den Schoß vom Knöpfchen gelegt und ließ sich von ihr die Haare kraulen. Beide waren ganz versunken und zufrieden.

Da läuft einem doch das Herz über.

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