Drei Kleinkinder, drei Fahrrädchen und EINE Mutter

So, die Kinder radeln also jetzt immer mit ihren eigenen Rädern zum Kindergarten und zurück. Ich hatte letzte Wochen morgens zweimal Glück. Das Knöpfchen schlief lange und ich konnte sie beim Herrn Papa zu Hause lassen. Mit dem Sohn und dem Sirenchen geht das dann tadellos.

Nachmittags nach dem Kindergarten habe ich aber natürlich immer 3 Kinder auf Rädern dabei. Das Knöpfchen fährt super gut Laufrad, aber trödelt hier und da immer mal rum, weil es einen „Wauff“ (Hund) sieht, oder eine „Bümchen“, oder ein „Fugzeug“ oder ein anderes Kind oder einen „Käfa“ oder einen „Vögl“. „Chau mal, Mama!“ höre ich alle paar Meter.
Dies setzt dann natürlich voraus, dass ich mich auf die beiden Großen verlassen kann. Üblicherweise gebe ich auf gewohnten Strecken immer die gleichen „Landmarken“ an (auch mal etwas aus meiner Sichtweite), an denen die Kinder Halt machen sollen, warten oder wieder umdrehen. Das ist mir egal. An schwierigen Straßen gehen/fahren wir grundsätzlich zusammen weiter. Das klappt beim Sohn mittlerweile immer. Beim Sirenchen kommt es sehr auf die Tagesform an. Nach dem Kindergarten ist sie oft wirklich in merkwürdiger Stimmung. Eine Mischung aus müde und noch nicht wieder in der Wirklichkeit außerhalb des Kindergartens angekommen.
So kam es am Freitag nachmittag zu folgender Szene.

2 Drittel unseres Weges gehen durch Wohngebiete mit Spielstraßen. Das letzte Drittel ist nicht wirklich stark befahren aber etwas unberechenbar und unübersichtlich und setzt erhöhte Aufmerksamkeit vorraus. (Da ist es fast leichter in der Stadt mit fließendem Verkehr, da ist die Grenze IMMER sichtbar für Kinder).
Die Hälfte der Strecke klappte alles super. Dann kam das Knöpfchen nicht mehr von der Stelle. Die Großen sollten an einem gewohnten Punkt warten. Das Sirenchen fuhr leider weiter. Ich setzte mein lautes Organ ein. Das Sirenchen hörte nicht. Der Sohn radelte hinterher und versuchte sie zu stoppen. Aber sie stoppte nicht. Der Sohn kam verzweifelt zurück geradelt. Ich brüllte nochmal laut die Straße runter. Das Sirenchen hielt an, sah sich um und radelte dann weiter. Sie näherte sich leider dem Bereich in dem die Spielstraße aufhört und dann als bald eine blöde Kreuzung kommt.
Da krieg ich nen Föhn! Das Knöpfchen käme ja mit dem Laufrad nicht schnell genug hinterher. Wenn sie es denn täte. Und ich könnte/wollte sie aber auch nicht zurück lassen. Also 3 Kinder auf eine sehr lange Straße weit verteilt und als Mama allein ist…….Uuuaaaa! Isch werd nervös beim dran denken.

Ich schnappte mir kurzerhand das Knöpfchen auf ihrem Laufrad sitzend und stopfte das Kind genau so ins Lastenrad. Das passt zum Glück. Stellt es euch vor. Sie saß auf ihrem Laufrad IM Lastenrad. Allerdings rückwärts. 😀
Die hatte keine Zeit zu zetern. Ich raste los. Dem Sohn rief ich zu, er solle in Ruhe hinterher kommen, schön am Rand bleiben, ich würde auf ihn vor der Kreuzung warten. Kurz vor der Kreuzung konnte ich das Sirenchen einholen und stoppen.
Das Donnerwetter hörte man wahrscheinlich im ganzen Wohngebiet.
Das Sirenchen grinste diablolisch. Dass sich ihre hübschen Kulleraugen nicht nach hinten drehten war alles. Ich nahm ihr Puppengesicht in beide Hände und sagte sie solle mich ansehen. Sie tat es wiederstrebend. Ich erklärte ihr die Gefährlichkeit und meine Sorge und Angst dabei. Und dass  3,5 jährige Kinder auf dem Bürgersteig fahren müssen und nicht einfach alleine nach Hause fahren können! Und dass ich ihr Fahrrad einkassieren würde, wenn sie nochmal ohne Erlaubnis weiter führe.
Sie weiß das. Ich ließ sie wiederholen, was ich gesagt hatte und dann konnten wir gemeinsam nebeneinander her nach Hause weiter fahren. grrrrr

Alleine mit 3 Kleinindern auf Fahrrädern ist echt mal ne Nummer. Einmal mehr bin ich froh, dass ich zur Not 3 Kinder und Rädchen mit meinem Fahrrad abtransportieren kann und somit auch Konsequenzen androhen UND umsetzten könnte.

Ich bin gespannt wie es in der nächsten Woche klappt. Ich werde berichten. Ein Sommer mit vielen Fahrradabenteuern liegt vor mir.

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