Ist irgendwas mit dem Mond? Oder hab ich was verpasst?

Der Morgen begann verschlafen. Mein Wecker klingelte, wie jeden Morgen um 7: 18. Warum 7.18? Keine Ahnung. Mir gefĂ€llt die Asymmetrie auf dem Ziffernblatt 😀

Die „großen“ Kinder musste ich wecken. Das Knöpfchen ließ ich schlafen. Der Herr Papa musste spĂ€ter aus dem Haus und hĂ€tte das Knöpfchen bewachen können. Somit hĂ€tte ich theoretisch dann nur zwei Kinder zum morgendlichen Ankleidetheater gehabt. ABER:
Das Sirenchen diskutierte ausgiebig, dass sie NUR eine Shorts ohne Strumpfhose oder ohne Leggins anziehen wollte. Und das lautstark. Den Sohn musste ich antreiben, damit es beim Ankleiden voran ging. Er hing irgendwie halb im Schrank und sang, was ja sehr sĂŒĂŸ ist, aber da hing er auch 10 Minuten spĂ€ter noch unangekleidet. Und das Sirenchen bekam schließlich einen wahnsinnigen Kreisch-und Wutanfall, weil: DER SOHN EINE ANDERE HOSE, als die die ich raus gelegt hatte anzog. Ist da eine Logik hinter? Seit wann bekommen Kinder einen Wutanfall, wenn sie selbst garnicht betroffen sind von einer Sache?

Reflexartig wollte ich noch rufen: Ich hab doch gar nichts gemacht!

Das Knöpfchen erwachte sodann von dem LÀrm und heulte. Kann ich verstehen. Möchte ich auch morgens, wenn das erste GerÀusch, das ich höre Gekreische ist. Ich wechselte ihr nach dem Trösten die Windel und stopfte sie in einen Fleeceoveroll. Das ging am schnellsten.

Die Kinder frĂŒhstĂŒcken seit einiger Zeit immer  im Kindergarten, also machte ich erst nach dem Bringen einen FrĂŒhstĂŒckstisch zu Hause zurecht.

Beim FrĂŒhstĂŒck bekam das Knöpfchen dann einen Wutanfall und heulte geschlagene 15 Minuten, weil:
Sie hatte sich selbst höchstpersönlich in eigener Regie ein Brot mit Marmelade ihrer Wahl geschmiert und dann festgestellt, dass sie die falsche Marmelade genommen hatte. Aaaaaah! GibtŽs denn sowas?

Wie nennt man denn sowas? Autoautonomie?

Sie sah mich wĂŒtend an und ich sagte: „Ich warÂŽs nicht! Echt!“
Da sie keinen Mittagsschlaf machte
es war partout nichts zu machen, wurde sie im Laufe des Tages nicht gerade ausgeglichener. Als manisch könnte man den Zustand am besten beschreiben.

Dann holten wir die Geschwister im Kindergarten ab. Das war erstmal total sĂŒĂŸ, denn die beiden hatten zwei TraumfĂ€nger fĂŒr das Knöpfchen und mich gebastelt. Der Sohn und das Sirenchen haben nĂ€mlich auch schon seit ein paar Tagen einen ĂŒberm Bett hĂ€ngen und wollten nun, dass wir anderen auch einen haben. Super sĂŒĂŸ. Ich war mal wieder komplett gerĂŒhrt.

Nachdem wir dann auf dem RĂŒckweg beim BĂ€cker waren, steuerten wir das Zu Hause an.
Die Kinder stĂŒrzten eilig ins Haus, vorneweg das Sirenchen mit ihrer Beute: Einer TĂŒte QuarkbĂ€llchen. WĂ€hrend ich hektisch mein Rad anschloss und die Butterbrotdosen, TraumfĂ€nger und zurĂŒck gelassene Jacken ins Haus rĂ€umte, rief ich noch schnell: Schuhe aus und HĂ€ndewaschen.
Als ich mit allem Kleinkram drinnen ankam, wollte sich das Sirenchen gerade rumlaufend ihr erstes QuarkbĂ€llchen in den Mund stopfen. Ich nahm es ihr weg, blickte streng und merkte an, dass ich wĂŒnsche, dass ALLE gleich am Tisch zusammen essen und ICH das Futter zuteile.

Ich servierte jedem zwei QuarkbÀllchen. PUNKT! Nur damit es keine MissverstÀndnisse gab.

Dann wollten wir die TraumfĂ€nger aufhĂ€ngen und gingen ins Kinderzimmer. Der Sohn fand ins Spiel mit seiner Eisenbahn. Und die MĂ€dchen verkrĂŒmelten sich ins Hochbett und spielten mit Puppen.
Derweil hÀngte ich WÀsche auf. Danach schmiss ich die Kaffeemaschine an. Bevor ich meinen ersten Schluck nehmen konnte, hörte ich es im Kinderzimmer poltern. mmmh.
Ich hörte es wieder poltern und dann rief das Sirenchen: „Hier sind GlĂ€serscherben! Hier sind GlÀÀÀÀserscheeeerben!“
Och nö, bitte nicht nicht ein Fenster
, dachte ich erschrocken und stĂŒrmte hoch. Ich suchte sofort nach dem Loch in den Fenstern, aber die waren heil. Und dann sah ich den Scherbenhaufen.
Mir war sofort klar was geschehen war. Die MĂ€dchen hatten Spielsachen vom Hochbett geworfen und unter anderem die Uhr vom Sohn. Deren Glas war komplett zertrĂŒmmert und lag in spitzen Scherben zwischen der Unordnung.

Ich habe schon mehrfach erklÀrt, dass man keine GegenstÀnde vom Hochbett wirft, wegen Verletzungsgefahr und weil dabei Dinge kaputt gehen können und auch schon kaputt gegangen sind.
Und nun das.
Jetzt möchte ich mal wissen, wie man da reagiert, OHNE LAUT ZU SCHIMPFEN??????
In einer solchen Situation kann und will ich nicht ruhig nochmal erklĂ€ren, dass ich das nicht nochmal sehen möchte und dazu langatmige ErklĂ€rungen finden. In einer solchen Situation schimpfe ich laut und wie ein Rohrspatz und zeige ganz deutlich, dass ich das richtig SCHEISSE finde! Aber so richtig scheiße!

Da das Uhrenglas wirklich zertrĂŒmmert war, waren ÜBERALL große und kleine Splitter. Das lasse ich die Kinder nicht alleine rĂ€umen. Alle mussten also da bleiben wo sie waren und ich sortierte das Chaos auseinander und saugte grĂŒndlich. Nicht ohne weiter dabei zu meckern. Den neugierigen Kater blaffte ich auch noch an, er solle sich trollen.

Sollte jemand fragen, wieso die Kinder an die Uhr gekommen sind
die Uhr ist ein steter Begleiter des Sohnes und liegt immer irgendwo. Immerhin hat sie jetzt kein Glas mehr. (Was ich zudem immer fĂŒr Plexiglas gehalten hatte). Da kann jetzt ja aber auch nicht mehr viel passieren.

Kaum war wieder alles friedlich, ich ging erneut nach unten, um diesmal die SpĂŒlmaschine auszurĂ€umen und den kalten Kaffe zu trinken, kamen die Kinder alle nach unten. Das Knöpfchen nackig. Da sie erst jĂŒngst mit Ohrenschmerzen geplagt war und erkĂ€ltet ist, schickte ich sie zurĂŒck nach oben augenblicklich ihre Sachen holen. Den Ausdruck augenblicklich und meinen Blick dazu versteht sie. Da wird nicht mehr diskutiert. Sie holte mit einem flötenden Ja-haaa Mami ihre Sachen und ließ sich ankleiden.
Der Sohn bearbeitete derweil ein Wicky- RĂ€tselheft, hatte da aber ganz konkrete RĂŒckfragen an die Aufgabenstellungen. Alles wurde hinterfragt und dann wurde mosernd mit Stiften geschmissen, wĂ€hrend ich das Knöpfchen gerade noch aufhalten konnte eine Flasche Saft komplett ĂŒber dem Tisch zu entleeren. Es tropfte dank meiner Intervention nur an einer Tischseite auf den Boden.

Das Sirenchen verwĂŒstete noch mit einem Handstreich das Wohnzimmer….ich warf mich gedanklich hysterisch lachend zu Boden.

Das war so ein Tag wo ganz klar eine strickte Abendgestaltung zu einer ganz zeitigen Uhrzeit stattfinden musste.
Den Stiefel zog ich dann auch durch. 18 Uhr Abendbrot, danach ins Bad, noch eine Geschichte lesen, kuscheln und Gute Nacht!
Ich hörte die großen Kinder noch eine halbe Stunde lang vergnĂŒgt Lieder singen. Was wieder sehr rĂŒhrend war. Das Knöpfchen hatte offenbar direkt geschlafen.

  5Comments

  1. Avatar Anni   â€ą  

    😃 Ja, so Tage gibts – und dann muss ich auch mal laut schimpfen. Ich find das voll ok, schließlich werde ich auch oft genug angemotzt aus – nun ja – fragwĂŒrdigen GrĂŒnden…

  2. Avatar Bepunkt LampenhĂŒgel   â€ą  

    Beste Frau Confuß,

    herrje, manchmal knubbelt es sich aber auch so mit den schiefgegangenen Situationen; arme Frau Confuß – es muss SCHLIMM gewesen sein! 3 nölige Kinder…, Gefahr im Verzug, usw. – da halten auch die hĂ€rtesten Stahlnerven manchmal nicht mehr zu pĂ€dagogisch wertvollen Reaktionen. Oder doch? Vielleicht war es pĂ€dagogosch wertvoll. Vielleicht wares fĂŒr die Kinder echt und ehrlich und auch richtig, zu merken, dass genau da Deine Grenze erreicht war. Der Bogen war eben ĂŒberspannt. Wann kommt das bei Ihnen schon mal vor? Seltenst! Klar, laut schimpfen sollte nicht an der Tagesordnung stehen, es ist aber auch nicht moralisch verwerflich, wenn es maal passiert. Ich denke, dass eine solche Reaktion ihre Berechtigung hat. Frau Confuß, Sie sind ja keine Maschine! Deine Kinder haben sicher deutlich gemerkt, dass Du sauer warst, aber sie haben bestimmt nicht daran gezweifelt, dass Du sie weiterhin liebst. Sie haben eine so gute Basis, dass sie das nicht aus der Bahn wirft. Und bestimmt hast Du im Nachhinein, als die Wutwolke verpufft war, gesagt, dass es Dir leid tut mit der Meckerei…? Na also. Solche Momente gibt’s eben – und davon kann sich niemand freisprechen (ich zumindest nicht und mir tat es dann auch schrecklich leid).
    Also.. Den Rang als rabigste Rabenmutter lĂ€ufst Du mir damit jedenfalls nicht ab 😉

    • Avatar Beatrice   â€ą  

      Frau LampenhĂŒgel, stellen Sie sich vor, Ich bin eine solche Rabenmutter, dass mir das Meckern nicht leid getan hat. Ich habe mich nicht entschuldigt. Aber wir haben trotzdem gekuschelt danach. 😀

  3. Avatar Zesyra   â€ą  

    Wunderbarer Text, danke hat mir heute nach einem anstrengendem Tag sehr gut getan. Manchmal ist einfach der Wurm drin.

    • Avatar Beatrice   â€ą  

      Das freut mich. Ich denke auch, geteiltes Leid, ist halbes Leid. Ich kann viel eher lachen, wenn ich weiß, es geht mir nicht alleine so. Und hinterher kann ich sowieso meistens lachen. Nur, wenn man mitten drin steckt, qualmt es aus den Ohren. 😀

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