Das Torten-Wochenende

Unser Wochenende fing damit an, dass ich am Freitag begann Marzipanblümchen und den Biskuit für eine Buttercreme-Torte vorzubereiten. Wenn man sowas noch nie gemacht hat, ist das ein bisschen aufregend.

Samstags waren wir bei Freunden eingeladen.
Der Morgen begann wahnsinnig. Ich ging als Erste in die Küche, um den Pudding für die Buttercreme schon zu kochen, damit dieser am Abend verarbeitungsbereit war.
Die Kinder unterbrachen ihr bis dahin friedliches Spiel und folgten mir natürlich sofort in die Küche. Allerdings nur, um zu sehen was ich da tat. Als ich den Pudding von der Herdplatte nahm, war ich umzingelt von Hockern, Stühlen und 2 Puppenwagen. Das alles hatten die Kinder um mich herum geschoben, um sich dann lärmend im Wohnzimmer zu streiten. Ich bat genervt um die Auflösung der Barrikaden.
Der Mann war losgefahren, um Brot und Brötchen für´s Frühstück zu organisieren. Er tauchte über eine Stunde lang nicht auf und die Kinder zogen sich gegenseitig an den Haare und zankten sich in einer Tour.
Sie halfen auch nicht beim Tischdecken und wurschtelten mit einer Wolldecke am Tisch herum, so dass 2 Gläser umkippten.
Obwohl ich sie bat die Decke ins Wohnzimmer zu bringen und die Streitereien zu lassen, machten sie weiter und steigerten sich immer weiter. Da nahm ich wutschnaubend die Decke, entriss sie den Kindern warf sie ins Wohnzimmer (also die Decke, die Kinder hätte ich auch gerne da rein geworfen, aber das geht ja nicht) und brüllte stattdessen rum. ROOOOAAAAAAAAARRRRRR! Mann, wo blieb der Mann mit dem Frühstück?

Schließlich tauchte der Mann genervt auf. Zunächst war das Auto schwer auf gegangen und die Fahrertür nicht wieder zu. Außerdem sprang das Auto erstmal nicht an. Als er dann mobil war, fuhr er mit einer Hand die Tür zuhaltend ins nahegelegene Einkaufszentrum, um dort in der Tiefgarage mehrere Runden zu fahren, damit das Türschloss wieder auftaute und schloss. Das hatte alles gedauert.

Wir hatten ein sehr spätes Frühstück, wie man sich denken kann.

Schließlich musste ich noch einen Gang zu einem Lädchen im Ort machen. Dort gibt es Heliumballons und da wollte ich für die Gastgeberkinder welche mitbringen.
Eigentlich sollten meine Kinder mit kommen und dabei ein bisschen ihr hitziges Gemüt abkühlen. ABER: Ich ging schließlich Türe knallend allein. Am liebsten wäre ich hysterisch kreischend durch den Ort gerannt. Die bad vibrations hatten sich final auf mich übertragen, als die Kinder sich wieder furchtbar zankten, als es daran ging sich anzukleiden.
Mir tat die frische Luft dann gut und ich kam abgekühlt mit Ballons zu hause an.
Als dann wirklich und endlich alle angezogen waren, fuhren wir los und gerieten sozusagen noch vor der Haustür in einen überflüssigen Stau, der keiner ist, sich aber so anfühlt und unbedingt von den Kölner Verkehrsbetrieben als Schikane geplant worden sein muss. Wir standen fast 20 Minuten an einer Kreuzung, wo sich Straßenbahn und Hauptverkehrsstraße treffen und kreuzen. Man steht und steht und steht und möchte weinen und schreien. An so einem gereizt begonnen Tag staut sich bei mir Energie.

Wir kamen schließlich mit einer für uns untypischen argen Verspätung bei unseren Freunden an, die es uns aber zum Glück nicht übel nahmen. Ich war dennoch kurz versucht Flikflakschlagend und schreiend im Gastgebergarten meinen angestaunten Wahnsinn abzuarbeiten. Hab ich mir dann aber nur vorgestellt.

Der Tag war wunderbar! Es gab sensationelles Essen! Wirklich sensationell lecker. Man wird selten besser bewirtet! Da bin ich immer ganz hin und weg. Insgesamt eine Konstellation, wo sich Erwachsene und Kinder sehr gut verstehen. Es wurde spät!
Um 21 Uhr machten wir uns nach einem sehr vitalisierenden türkischen Tee auf den Weg nach Hause.
Nicht ohne vorher zwei Kinder über die Hofeinfahrt purzeln zu sehen. Es hatte Eis geregnet. Sowas von rutschig…
Wir wagten uns dennoch auf den Heimweg. Die Straßen waren gut befahrbar. Jedoch war unser Weg vom Auto zur Haustür so rutschig, dass ich am liebsten gekrabbelt wäre. 😀

Nachdem ich die müden Kinder im Bett hatte, machte ich mich ans Zusammenbauen der Torte.

Die Buttercreme an sich gelang, ließ sich aber schlecht auf die Schichten auftragen und das Drum Herum auf der Torte gestaltete sich als ebenso kniffelig. Ich hab sowas ja noch nie gemacht.

Nachdem ich mein Werk frustriert betrachte und ziemlich betrübt glaubte, ich hätte versagt, stellte ich den Klumpen Kuchen erstmal in den Kühlschrank und recherchierte.

Was in dem Rezept nicht gestanden hatte, war, dass man Buttercreme gut verarbeiten kann, wenn man das Werkzeug in heißes Wasser tunkt.
Nach diesem wirklich heißen Tipp, gelang es sogar, die Buttercreme einigermaßen glatt zu streichen.
Am Sonntag erwachten wir alle friedlich, wir frühstückten und ich setzte die Marzipanblümchen auf.
Das war für mich akzeptabel, als Erstlingswerk.

Mittags trafen wir us dann, um Omas Geburtstag gemeinsam zu begießen und zu schlemmen.

Die Torte schmeckte übrigens sogar. Ich muss das geschmacklich loben. Die anderen fanden sie auch lecker. Insgesamt hätte ich etwas feiner bei den Schichten arbeiten können. Das mach ich dann beim nächsten Mal. (Leider habe ich vergessen Fotos vom Inneren zu machen.)

Wir hatten jedenfalls einen tollen Nachmittag und meine Oma hat sich sehr gefreut und wir haben viel und laut gelacht.
Was die Kinder im Übrigen immer noch machen. Die schlafen irgendwie nicht, aber amüsieren sich im Kinderzimmer. Ich höre sie lachen. Der Verdacht, dass es zu spät zu viel Kuchen und Marzipanröschen gab, ist nicht von der Hand zu weisen.

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