7 motivierende Schreibanlässe für Grundschüler

Nicht alle Kinder, die schulreif sind, sind auch bereit die schulischen Anforderungen in ihrer oft starren Form zu bedienen.

Selbst wenn die Lehrmaterialien ansprechend und anregend gestaltet sind, langweilen sich manche Kinder und verstehen den Sinn nicht hinter den Aufgaben. Oder es ist ihnen einfach zu blöd.

Möglicherweise bleiben die Kinder deswegen sogar unter ihren Möglichkeiten und kommen nicht richtig mit.

Aber gerade in den ersten Klassen ist es wichtig die Basics zu lernen. Lesen, Schreiben und Rechnen sind Kernkompetenzen, die jedes weitere Lernen erst richtig ermöglichen. Deshalb ist es besonders wichtig dort nicht steif auf normierte Lehrwerke und standardisierte Lehrmethoden zu beharren.

Ich habe so einen „speziellen“ Kandidaten hier zu Hause. Wie die beiden Geschwister so „funktionieren“ werden, werden wir noch sehen. Der Sohn arbeitet in der Schule in jedem Fall stark Interessen gesteuert und es ist ihm ziemlich schnuppe, was die Lehrer so von ihm erwarten. Dabei hat er eine super tolle Klassenlehrerin. Besser hätte er es nicht treffen können. Er mag sie auch sehr.

Die Hausaufgaben sind ihm dennoch ein Graus. Und obwohl ich auch kein großer Freund von Hausaufgaben bin, sehe ich, dass der Sohn hier und da ein bisschen nacharbeiten muss, weil er sonst nicht von der Stelle kommt. Und das nicht, weil er es nicht könnte. Er sagt so Dinge wie: „Oarrrr, das haben wir doch schon in der Schule gemacht!“ oder „Das ist mir zu langweilig!“ oder „Das interessiert mich nicht.“ oder auch: „Das ist mir zu schwer.“ Die Liste an Ausreden ist lang. In seinem Fall würde ich sagen, ist sein Kopf in vielen Dingen unterfordert, aber seine Hände müssen einfach das Schreiben üben.

Dabei werden ihm schon in Quantität und Qualität sehr passende Aufgaben gestellt. Ich bin da mit den Anforderungen an ihn vollkommen einverstanden. Dieses überschaubare Pensum bekäme er von mir auch.

Ein besonderes Desaster  bei uns sind Schreibaufgaben. 

Was macht man jetzt mit so einem Vogel?

Das Kind weigert sich Schreibübungen zu machen. Er versteht nicht, warum er jeden Buchstaben mehrmals hintereinander in eine Zeile schreiben soll. Er weiß doch, was das für ein Buchstabe ist. Ob der nun spiegelverkehrt da steht oder nicht, ist doch egal. Oder gar Sätze wie z.B.: „Tom malt ein Bild.“ mag er nur ungern abschreiben. (Weil Das ist langweilig und Wer ist überhaupt dieser Tom?)

Selbst wenn man ihm erklärt, dass es mit der entsprechenden Übungen leichter sein wird ganze Wörter und Sätze zu eigenen Gedanken zu schreiben, ist er nicht wirklich überzeugt.

Lösungsideen sind nun alternative Schreibanlässe  für ihn zu finden. Schreibanlässe, die u.a. auch das Schreiben in Linien üben.

 

Was wir so machen:

1 Einkaufszettel auf liniertes Papier schreiben  

(DinA4 Blöcke aus denen man die Seiten problemlos heraus trennen kann. Wir haben so einen extra mit Kontrastlinieatur für Erstklässler. )

 

Ich spreche die Wörter überdeutlich vor und das Kind schreibt. Die Wörter kann man zudem in Silben klatschen. (alleine, zusammen, das Kind alleine) und bei unklaren Endungen nach der Mehrzahl fragen. Ich lass auch hin und wieder die Begleiter dazu schreiben. Die Begleiter gehören zu den Namenwörtern und machen sogar aus Tu-Wörtern oder Wie-Wörtern manchmal ein Namenwort.  z.B. lachen und das Lachen/dein Lachen. (Kann man jedenfalls nebenbei mal einfließen lassen, wenn das Kind aufnahmefähig ist.)

Das Wort die ist auch eine Fehlerquelle. Der Sohn vergisst immer das E. Schadet also nicht, wenn er diesen Begleiter unter meiner Aufsicht immer mal schreiben muss.

Da übt der Sohn dann also in Linienschreiben, Rechtschreibung und Grammatik in einem. Wenn es gerade passt jedenfalls.

 

2 Wunschzettel für Geburtstag und Weihnachten sind auch beliebt. 

Da kann man auch spielerisch korrigieren, weil es sollen ja die richtigen Geschenke gebracht werden. Und das geht nur, wenn der Adressat die Wörter richtig lesen kann. 😉

 

3 Comics zeichnen und beschriften

Zwar wird dann nicht in Linien geschrieben, aber ich kann behutsam und mit Humor mit dem Sohn zusammen das Geschriebene korrigieren, weil man sonst die brillanten Dialoge falsch versteht. Das leuchtet auch dem störrigen Kandidaten ein. Korrigieren sollte man immer zusammen. Durch deutliches Vorsprechen und Silbenklatschen hilft man den Schreibanfängern schon enorm bei fehlerhaften Wörtern doch noch die richtige Schreibweise zu finden. Und bei unklaren Endungen kann man immer nach der Mehrzahl fragen und idealer Weise kommt das Kind alleine auf die richtige Endung.

Fehler markiere ich immer mit einem Bleistiftpunkt an der entsprechenden Stelle und lasse den Sohn erstmal selbst genau schauen.

 

4 Briefe schreiben

Hier lasse ich den Sohn auch erstmal schreiben und korrigiere dann behutsam mit ihm zusammen. Es dürfen ruhig ein paar Fehler drin sein. Man muss den Inhalt allerdings verstehen können. Ich picke mir dann Kernwörter heraus, die für die Verständlichkeit entscheidend sind und Wörter wie und, die, dann, wenn…Damit es nicht demotivierend wirkt, weise ich immer wieder auf die Verständlichkeit des Textes hin.

Ich lesen gerne laut und etwas überzogen missverstanden falschgeschriebene Sätze vor. Oder wiederhole, was ich verstanden habe. (Das extra falsch) damit das Kind begreift, dass es etwas verbessern muss. Bisher ergab das immer viele gemeinsame Lacher. 

Humor schadet nie. 😉

 

5  Geschichten zu den Lieblingsgeschichten schreiben und malen

Egal ob es Hörbuch, Serie, Filme oder Bücher sind, die inspirieren. Man kann entweder frei oder ein paar vorgeschriebene Sätze zum Thema schreiben lassen. (Dazu kann man auch wieder den linierten DinA4 Block nehmen oder ein Heft. Ganz egal.) Die kurzen einfachen Sätze zum Thema können Eltern auch mal eben schnell vorschreiben. Vielleicht hat das ein oder andere Kind auch Wünsche, WAS es gerne vorgeschrieben haben möchte, damit es abschreiben kann.

Egal ob es Pferde-,Indianer-,Piraten- oder Hexengeschichten sind. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht ist das ein oder andere Kind auch naturwissenschaftlich interessiert.

 

6  Rechengeschichten 

Matheliebhaber und Zahlenakrobaten können auch wunderbare Rechengeschichten schreiben. 

 

7 Freundebücher ausfüllen

Hier bei uns gibt es ja noch zwei jüngere Schwestern. Da hat der Sohn nun den Auftrag mit den Schwestern das Kindjrgartenfreundebuch auszufüllen. Ich schaue dann drüber und helfe wenn nötig.

 

 

Wenn man, wie wir, Glück mit der Lehrerin hat, kann man diese Dinge absprechen und als Hausaufgaben machen lassen. Es ist alles kein Garant, dass die Hausaufgaben dann immer gern gemacht werden.

 

Habt ihr noch andere Ideen? Ich sammele sie gerne und ergänze meine Liste!

 


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  1 Comment

  1. Anke   •  

    Manchmal fallen den Kindern ja Sachen/Witze ein, die sie sehr lustig finden oder sie träumen etwas Cooles. Das könnte man sie ja auch aufschreiben lassen als dauerhafte Erinnerung. Oder was sie erlebt haben, damit sie die Details nicht vergessen. Vielleicht sogar ein Tagebuch? Ich habe mit sechs mein erstes angefangen, wenn mich nicht alles täuscht.

    Was mache ich denn mit einem Kind, das sich wunderbar Geschichten ausdenken kann und dessen Berichte aus der Schule schon teilweise ins Fantastische abdriften (ja, ich glaube Dir, dass Du, als ein Kind sich von einem anderen bedrängt fühlt, die Stopp-Geste gemacht hast und dem Kind geholfen hast. Dass Du sie gegenüber zehn anderen Kindern gemacht hast – naja, eher nicht…), das sich aber beharrlich weigert, sich Sätze auszudenken, wenn es in den Hausafgaben gefordert ist, weil es angeblich nicht weiß, wie das geht? *Seufz*

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