Das Baby ist 4 Monate alt und am Tag sehr wach

Mittlerweile ist die kleine Hummel 4 Monate alt. 

Sie wog bei der U4 7610g und teilte sehr unmissverständlich ihren Unmut bei der Untersuchung mit. Da kommt sie ganz nach ihren Geschwistern. Das erste Lebensjahr schrieen sie den Kinderarzt alle stets an. 

Etwas verfrüht startete das Hummelchen auch mit dem 4. Entwicklungssprung, dem 19 Wochen-Schub. Ich weiß gar nicht, ob ich die Schübe bei den Geschwistern so bewusst wahr genommen habe. Ich denke, beim Sohn war eh alle neu und aufregend und die Mädels kamen so schnell hinterher, dass ich keine Zeit hatte, da groß drauf zu achten. 

Bei diesem 4. Baby nehme ich es jedenfalls bewusst wahr, was ich ganz schön finde. 

Mit diesem 4. Sprung wurde die Hummel sehr wach und interessiert. Aber auch unruhig. Die zarten Anflüge einer Schlafroutine am Tag, wurden nochmal durcheinander gewürfelt. Mal schläft sie 10 Minuten, mal 20 Minuten, mal 2 Stunden, mal möchte sie draußen im Kinderwagen liegen, mal im Bett, mal getragen werden…Das macht den Tag sehr unberechenbar, was teilweise schwierig mit den festen Terminen des Alltags ist. Ich muss das Hummelchen entweder wecken, weil wir los müssen oder sie ist schon unleidig müde bevor wir los müssen und das fördert nicht gerade einen konzentrierten Aufbruch. Ich finde allein mit Baby muss man an so viel denken, was man mitnehmen muss. Erstrecht, wenn noch drei Kinder mit müssen.

Außerdem fremdelt das Hummelchen hin und wieder. Vornehmlich ab dem späten Nachmittag. 

Logistisch komme ich Streckenweise an die Grenze des Machbaren. Wenn man alleine den Alltag mit 4 Kindern bewältigt, Termine koordinieren, begleiten, organisieren und wahrnehmen muss, ist das ganz schön viel. Denn die Großen sind zwar schon sehr selbstständig und patent, aber doch noch zu jung, um alle Wege alleine zu machen oder ihre Termine zu organisieren oder bestimmte Aufgaben alleine zu schaffen. 

Hier und da nehme ich Hilfe an oder organisiere mir Unterstützung, so dass andere Eltern ein Kind mit zu einem Termin nehmen, oder wieder vorbei bringen oder Opa oder Oma müssen mal einen Fahrdienst oder eine Aufsicht übernehmen. Aber selbst das muss ich ja rechtzeitig bedenken, abfragen und koordinieren.

Und alles was zu viel ist, sage ich gar nicht erst zu oder ab. Einfach damit ich meine Energie nicht an Stellen verbrauche, die gerade für diese Familie keine A-Priorität haben. Denn die großen Kinder brauchen mich auch.

Gerade jetzt vor Weihnachten sind alle 3 aufgeregt und etwas dünnhäutig, weil so viele tolle Termine, aber dadurch auch lauter Ausnahmen im Alltag stattfinden. Da setzt latente Verunsicherung und damit Stimmungsschwankungen ein. Das „Fuschulkind“ ist auch außer Rand und Band. Sie setzt gerade etwas zwischen den Stühlen. Sie nimmt die Rolle des mittleren Geschwisterkindes ein. Die Schulkinder sind eine „Einheit“ und dann ist das das Baby. Und das Knöpfchen sitzt dazwischen auf der Schwelle zum nächsten Lebensabschnitt. Einiges, was die Schulkinder schon können oder machen, interessiert sie nicht, gleichzeitig versucht sie nachzueifern und kommt nicht hinterher.

Umso mehr, muss ich der Fels in der Brandung sein. 

Hier zu Hause macht die kleine Hummel nach wie vor ab 19 Uhr deutlich, dass sie ins Bett möchte. Das passt zum Glück auch für die drei aufgeregten Großen. So liegen wir üblicherweise gegen 20 Uhr im Bett. Wer schon schlafen kann, schläft (die Mädchen zumeist sehr schnell) und der Sohn liest noch.

Letzte Woche habe ich zweimal das passende Schlaffenster fürs Baby aus logistischen Gründen verpasst und sie war sehr unleidig und musste noch mehrere Runden durch die Küche getragen werden. Der eine Abend war so vermurkst und unruhig, dass ich schon etwas verzweifelt war und laut vor mich hin schimpfte. Wissend, dass das nicht hilft. Aber ich bin auch nur ein Mensch. 

(Dazu muss ich sagen, dass ich die 4 Kinder immer alleine zu Bett bringe. Und wenn die großen Kinder mich dann auch brauchen und das Baby-Mädchen ist so laut, wird es mehr als schwierig.)

Mein lautes Lamentieren fand die Hummel nicht gut und als ich meine Brille anzog und sie damit ansah, erschrak sie so schlimm, dass sie bitterlichst begann zu schluchzen und richtig weinte. Mit sprühenden Tränen. Es war so herzzerreißend. Und es tut mir immer noch furchtbar leid!

Ich würde sagen, wir lernen uns nun besser kennen. Die Phase des reinen bemutterns der Grundbedürfnissen ist vorbei. Das Kind wird sehr wach und und aufmerksam und kommuniziert. Weiterhin muss ich neben ihr liegen zum Einschlafen, sie umklammert meine Hand dabei, duldet derzeit aber nicht, dass ich ein Buch lese. Das Rascheln der Seiten, lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Sie ist auch sehr neugierig.

Dann schlafe ich halt auch. Was soll´s. Bin ich am nächsten Tag auch ausgeschlafen. Und es wird sich auch wieder ändern, sobald der Schub vorbei ist.

Die Nächte sind durch mehrere Stillmahlzeiten unterbrochen, die ich aber im Halbschlaf bedienen kann und im Schnitt schläft das Hummlchen dann gut und gerne bis 6 Uhr. 

Seit dieser Woche kann sie sich vom Rücken auf den Bauch drehen und schiebt sich auf dem Bauch um die eigene Achse oder Rückwärts. Und das Greifen ist sehr zielgerichtet. Sie kaut auch unheimlich viel auf ihren Händchen herum und sabbert sehr viel. Ich wäre nicht überrascht bald einen Zahn zu sehen. 

Und gestern hatten wir unseren ersten Auswärtsabend mit Baby und ich wusste nicht, wie es klappen würde. Wir waren auf alles Mögliche eingestellt. 

Wir brachten allerdings in einem guten Zeitfenster auf. Eine halbe Stunde vor ihrem bevorzugten Schlaffenster und demnach kamen wir nicht in die Verlegenheit hier zu Hause Zeit zu überbrücken, in der wir normalerweise zu Bett gehen. 

Freundlicherweise hat das Baby- Mädchen auch alles ganz wunderbar mitgemacht und hat entweder in der Trage geschlafen oder gut gelaunt in die Runde gegrinst. Wieder zu Hause schlief sie problemlos neben mir ein.

Ich bin nun gespannt, wie wir die nächsten aufregenden Wochen schaffen. Wir sind noch auf zwei Weihnachtsfeiern in der Schule, einem Kinderkonzertausflug und dann kommen natürlich die Weihnachtstage und Silvester.

  3Comments

  1. Avatar Steffi   •  

    Ich bin sehr froh bei dir zu lesen, dass auch deinen Kindern die Aufregung vor Weihnachten anzumerken ist. Bei unseren Kindern läuft es tatsächlich immer am Besten, wenn alles ganz normaler von außen „langweiliger“ Alltag ohne Feiertage, Feste, Sonderaktionen ist. Sobald Events dazukommen wie Geburtstage, Ostern, Weihnachten etc oder gar ein ganzer Monat Advent mit tausend Extrafeiern und Aufregung ist es schwieriger, sind sie dünnhäutiger und schneller aufgebracht. Ich fühle mich teilweise schon ganz paranoid wenn ich mir wieder denke „oh man, kann nicht einfach normaler Alltag sein“ oder erzähle, dass die Daueraufregung in Kindi und Schule gerade alle ziemlich aufgewühlt macht, denn gefühlt alle in meinem Umfeld mit Kindern scheinen das nicht so zu sehen. Alle freuen sich mächtig über die viele Aufregung und die vielen Sondertermine, alle Kinder machen das scheinbar problemlos mit. Und wenn ich dann mal sage nee, heute nachmittag hätten wir zwar Zeit aber wir machen einfach nichts, und kommen auch nicht zum Spielen/Plätzchen backen etc. woandershin, dann ist da wenig Verständnis. Ich finde es auch bewundernswert wenn Kinder das so robust wegstecken. Und ich frage mich auch oft, wie viel ich auf die Kinder übertrage weil MIR viele Dinge zu viel sind, zB ein voller Weihnachtsmarkt etc. Ich finde auch nicht direkt meine Kinder anstrengend, denn die machen das ja nicht mit absicht, sondern die Umstände, dass eben immer irgendeine neue Action dazukommt, und hier noch ein Fest und da noch eine Feier, ich denk mir da immer oh man muss das sein? Und daher bin ich froh zu lesen, dass es auch bei anderen Familien so zu sein scheint, dass alle Abweichungen vom Alltag mit zunehmender Unruhe einhergehen. Danke also fürs Teilen – es ist immer gut wenn man weiß, dass man nicht allein ist 🙂

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Ich weiß genau was du meinst! Auch ich kenne viele Kinder, die es offenbar problemlos alles mitmachen. Was zählt ist, dass man als Familie seinen Weg findet und bei Bedarf die nötigen Pausen für alle einräumt. Lass dich da nicht beirren. 😉 Ich fiebere hier erstmal den Ferien entgegen, damit sich wieder alle beruhigen und dann freue ich mich auch auf einen stink normalen Alltag ohne ständige Aufregung.

      • Avatar Steffi   •  

        Ja das stimmt, man sollte sich einfach nicht beirren lassen. Danke fürs Nicht-Alleine-Fühlen, das hilft beim Sich-nicht-beirren-lassen 🙂

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