Ein Zeitfenster für mich am Montagmorgen

Alu von grosseköpfe schrieb kürzlich über ihre Zeit am Abend.

Ich muss mir diese „meine Zeit“ gerade aus dem neuen Alltag mit 3 Kindern und einem Baby irgendwo aus dem Mörtel, der den immer noch frischen Großfamilienalltag zusammen hält, raus pulen. 

Und so sitze ich an diesem Montag morgen an einem noch krümeligen Esstisch (alles andere ist schon grob vorzeigbar gekramt und geräumt) mit Blick auf den Kinderwagen vor der Terassentür. Ich weiß nicht wie lange das Baby da draußen schläft. Es liegt dort „außer der Reihe“, will heißen, nicht im üblichen Zeitfenster. Deshalb weiß ich nicht, wie lange meine Zeit jetzt andauert.

Wie bei Alu brummelt der Kühlschrank, beinahe meditativ und gleichmäßig vor sich hin und untermalt die Stille. Draußen zwitschern ein paar Vögel. Ich überlege, ob ich die zweite Waschladung des heutigen Tages in der Waschmaschine nicht nur eingefüllt, sondern auch wirklich eingeschaltet habe. Ob ich mal nachschauen soll? Nein. Das ist jetzt meine Zeit. Die Waschmaschine kann genauso warten, wie die Krümel auf dem Tisch. Wer weiß, was der Tag sonst noch so bringt. JETZT muss ich Luft holen.

So schön das Baby sehr oft und sehr gut draußen im Kinderwagen schläft, so wenig Raum bleibt dennoch für mich. Zumeist nutze ich diese „Babyfreie Zeit“, um den Haushalt und was noch so mit dem Familienalltag zusammenhängt hier irgendwie zu erledigen. Es ist mit vier Kindern, (wobei das an den immer wechselnden Phasen im Babyalltag liegt) doch nochmal der Next Level an Organisation.

Denn nach wie vor muss ich mit dem Baby abends schlafen gehen. Phasenweise kann ich dann noch lesen, was mir diese Schlafbegleitung (denn das Baby wacht auch Nachts auf, wenn ich nur mal eben zur Toilette gehe! Es ist also nicht nur Einschlafbegleitung) gut aushalten, oft bin ich in letzter Zeit selbst so müde, dass ich sofort mit einschlafe und manchmal bin ich richtig genervt, weil die kleine Hummel nur zur Ruhe kommt, wenn ich sie eng umschlinge. (Wie auf dem Beitragbild liege ich fast jede Nacht. Mal links rum, mal rechts rum. Aber immer das Hummlchen begrenzt. Natürlich liegt noch ne Decke über uns.)  Dann kann ich auch nicht lesen. Dann lieg ich da. Es ist eine Phase. Sie werden schnell größer. Ich weiß. Und doch möchte ich sagen, dass mir hier und da ein wenig die Erwachsenenzeit am Abend fehlt. Sei es, um noch etwas aufzuräumen, mit dem Mann erwachsenen Gespräche zu führen oder ganz verwegen einen Film zu schauen mit Keksen und Tee. 

Ich merke immer deutlich, wie sehr mir diese Erwachsenezeit fehlt, wenn obendrein die Kinder völlig durchdrehen. Dann ist meine Lunte sehr kurz. 

Die letzten 4 Tage waren die Kinder alle samt schrecklich überdreht. Auch noch, nachdem sie draußen gewesen waren. Vor allem am Abend macht mich die Zubettbringzeit echt irre. Ich bin dann auch nicht mehr leise. Ich kann dann nicht mehr. Und es würde auch nichts bringen aus der Situation heraus zu gehen, denn dann drehen die Kinder weiter auf, streiten sich noch schlimmer, demolieren sich und das Bad und zerwühlen noch das ganze Bett und kommen gar nicht mehr zur Ruhe, was morgens zu einer schlechten Laune wegen des frühen Aufstehens führt und den ganzen Wahnsinn am nächsten Tag nur noch verschlimmert. Also heißt es: durchhalten, alle ins Bett delegieren und zur Ruhe kommandieren.

Anders fände ich es schöner. Aber manchmal geht es einfach nicht. 

Es ist wie es ist. Mein Tee ist nun ausgetrunken, der Text geschrieben und draußen fahren irgendwo Rettungswagen,Feuerwehr und Polizei mit laut klagenden Sirenen. Mein Blick geht zum Kinderwagen. Wird das Baby nun wach davon? 

Die Rettungswagensirene war es nicht. Die Sch…-Kampfjets, die über das Haus donnern, haben die Hummel nun geweckt. 🙁

 

Die größte Herausforderung Beitragsbilder digital zu zeichnen ist übrigens das Gerät vor den Kindern zu verteidigen, die dann auch alle drei dringend auch was malen oder spielen wollen.

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