So ein Dienstagmorgen

Die Nacht war gut, obwohl ich wirr geträumt habe. 

Ein paar Lastwagen waren durch unseren Vorgarten gefahren, um im Nebenhaus einen fulminanten Wasserrohrbruch abzupumpen, welcher, wie sich herausstellte auch in unserem Haus das Erdgeschoss mit geflutet hatte. Ich grüße an dieser Stelle Henrike vom Blog nieselpriem, die mit einem heiteren Schwank aus ihrer Jugend wahrscheinlich nicht ganz unschuldig an dem Überflutungsszenario in meinem Kopf ist. ;-D) . Ein wirres Durcheinander an Gedanken….meine Pflanzen…..das Haus, der Boden muss neu gemacht werden…, dann der Sprung in eine wirre Zukunft, in der ich zurückkehre in meine alte Tanztruppe, aber vollkommen unfit bin und nicht mithalten kann. Meine ehemalige Trainerin macht zudem eine Übung, die allein auf Grund der Schwerkraft nicht möglich ist, aber im Traum geht ja alles und ich tröste mich damit, dass ich das nicht kann, weil ich erst vor einem halben Jahr ein Baby bekommen habe und auch Jahre raus bin aus dem Training. (Auch dieser Part des Traumes hat seinen Ursprung. Meine Mädchen und ich haben gestern zusammen getanzt und ich habe mich etwas sehnsüchtig erinnert.)

Also noch in diesen Gedanken gefangen, muss ich erstmal zu mir kommen. 

Die Katzen kommen schnurrend dazu. Die Klütte schnurrt um mich herum und das wilde Mädchen (das Sirenchen….es wird Zeit für einen anderen Namen, aber da bin ich noch nicht 100% schlüssig, aber Kinder werden ja größer und älter und überhaupt.. wenn ihr versteht was ich meine…) ist verstimmt deswegen. Ich hätte sie einfach von ihr weg gelockt. Was ich nachweislich nicht getan habe und Katzen machen ja sowieso was sie wollen.

Ehe ich mich versehe, hockt der Sohn auf meinem Kopfkissen und das wilde Mädchen schiebt mich auch fast von der Matratze. Sie wollen nicht zu mir, sondern zu ihrer Baby-Schwester, die grinsend, Bläschen machend und knurrend neben mir strampelt. Ich fühle mich bedrängt und auch sonst irgendwie nicht ganz wohl. Ich weiß aber noch nicht so richtig. Ich brauche halt Zeit zum Wachwerden. Immer. Und vorher fühle ich nichts richtig. Irgendwie. Und seit einer Weile sehe ich dann auch nicht mehr richtig. Also ich kann nicht richtig lesen so am Morgen. Als müssten meine Augen sich erst einsehen. Ich werde alt. Das kommuniziere ich auch, also nicht das mit dem alt werden, aber den Rest und bitte die Geschwister doch noch etwas Abstand zu halten und mich nicht aus meinem Bett zu drängen, weil ich nicht gut gefusselt bin. Das klappt nicht, bis ich vehement darum bitte von meinem Kopfkissen runter zu gehen und mir Platz in MEINEM Bett zu lassen.

Das Baby-Mädchen macht geräuschvoll die Windel voll und da ich gerade erst eine Windeldermatitis bei ihr wieder heile haben (Ich beobachte da immer schon einen Zusammenhang in der Zeit des Zahnes und Hautirritationen am Po) , beeile ich mich schweren Herzens sofort aufzustehen und sie schnell trocken zu legen.

Ich schwanke fast schon ins Bad und lege die kleine Hummel ermattet von den paar Schritten auf den Wickeltisch. Ich glaube, ich bekomme eine Erkältung. Oder habe eine? Keine Ahnung. Das geht seit ein paar Wochen schon so. Immer mal denke ich Oh-oh, jetzt hat es dich erwischt und dann bekommt mein Immunsystem wieder die Kurve. Hoffentlich ist das jetzt auch so. Ich habe keine Zeit und Lust auf eine Zwangspause. Karneval steht vor der Tür. Und überhaupt. Endlich kann man wieder mal auf Spielplätze gehen und andere Mütter spontan treffen und der Geburtstag vom Knöpfchen ist auch auch ganz bald…

Das wilde Mädchen plappert irgendwas auf mich ein, der Sohn turnt auch noch dazwischen und das Knöpfchen kommt auch noch dazu. Ich bitte alle vehement den Raum zu verlassen. Ich kann so irgendwie nicht.

Als das Hummelchen frisch eingekleidet ist, ziehe ich mir eine Sweatshirtjacke über den Pyjama und gehe mit dem wilden Mädchen und der Hummel nach unten. Dort bereite ich das Schulbrot vor und trinke erstmal 1,5 Liter Wasser auf Ex. Boah, war ich durstig. Sehr ungewöhnlich für mich. Während das wilde Mädchen frühstückt und gleichzeitig mit der kleinen Hummel spielt, drücke ich mir ein Schokoladenbrot quasi quer in den Schlund. Hungrig bin ich auch. Boah. 

Das Knöpfchen (welches auch einen neuen Namen hier braucht) kommt die Treppe in Unterwäsche herunter gesprungen und meint, ich solle AUGEN-BLICKLICH mit ihr nach oben kommen und ihr Sachen raus legen. Sie wolle für die Schule trainieren früh fertig zu sein und wenn ich jetzt nicht SOFORT käme, dann würde sie einfach immer trödeln. Auch und vor allem als Schulkind. Obgleich mir dieses Szenario schon länger Sorge macht und ich fürchte auch ein „Pünktlichkeitstraining“ am Morgen wird auf Dauer keinen Erfolg bringen, lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen. Ich sage, sie sei gleich erst dran. Nun sei erstmal die große Schwester an der Reihe. 

Als diese unterwegs ist, schnappe ich das mittlerweile motzende Baby und gehe nach oben. Dort scheuche ich den Sohn und das Knöpfchen ins Bad und lege die Hummel zu den Legoduplosteinen ins Kinderzimmer.

Das Knöpfchen sucht ihre Sachen, die alle da liegen, wo sie sie gestern Abend abgelegt hat. 

Wenige später wieder unten, mache ich ein weiteres Schulbrot und versuche die Kinder, die sich genau da (und wir haben eine geräumige Küche in der man sich aus dem Weg gehen könnte) wo ich die Brotdose herrichte, ein Müsli kredenzen. Eigentlich ist das ganz süß. Aber uneigentlich bin ich nicht gut gefusselt und knurre vor mich hin. Das Baby knurrt auch, aber das macht sie zumeist aus Vergnügen. Ein ulkiges Kind. 

Der Sohn hat irgendwelche Themen, die mir gerade nicht in den Kopf passen. Ich denke an den Judobeutel des KiTakindes und daran, dass ich die Autobatterie heute nochmal an den Strom legen muss. Wir sind tagelang nicht gefahren und heute nachmittag brauche ich das Auto.

Schließlich sinke ich ermattet auf einen Stuhl und der Sohn kommt kuscheln. Ich sage, ich sei einfach nicht gut drauf heute. Er sagt, er hat mich lieb und ich sage, ich habe ihn auch lieb und wir kuscheln weiter. Das ist schön. Das Knöpfchen kommt auch dazu und das Baby beschwert sich, weil sie alleine auf dem Boden rumliegen muss.

Der Mann erscheint auf der Bildfläche und kann die kleine Hummel kurz unterhalten, während ich den Sohn auf den Weg zur Schule schicke und das Lasternfahrrad startklar mache. Dann radle ich das Knöpfchen fröstelnd zur KiTa und habe sogar an den Judobeutel gedacht. Yeah.

Wieder zu Hause weiß ich auch nicht so richtig. Normalerweise wäre meine Runde um den Weiher dran und das Hummelchen würde sich gewiss freuen. Aber ich fühle mich echt nicht wohl und setze mich deshalb, während das Baby nochmal ein kleines Nickerchen macht an den Computer und tippe diesen Text.

Wirklich weit komme ich nicht. Die kleine Hummel hat eine Phase des Powernappings. Dazwischen ist sie hellwach und ultra neugierig. Sie schiebt sich mittlerweile behänd vorwärts durch die Räume. Obgleich sie, und das zum Glück, sonst ginge das komplette Freizeit-Familien-Programm überhaupt nicht, überaus gut gelaunt und freundlich UND aufgeschlossen ist, möchte sie fast ständig unterhalten werden. Wenn sie nicht selbstständig etwas Neues erkunden kann, muss man sie entertainen. Ruhig auf dem Schoß bleibt sie nie. Immer ist sie in Bewegung und will stehen und hopsen und herum getragen werden. 

Und so ist das mein Vormittag. Als sie kurzzeitig „gesättigt“ ist von meiner Aufmerksamkeit, schiebt sie sich nochmal durchs Wohnzimmer und ich sitze daneben und tippe das hier zu Ende. Auch, um mitzuteilen, dass ich diesen Kanal hier nach Karneval wieder mit neuen Geschichten befülle und die nächsten Tage mit dem rheinischen Frohsinn beschäftigt sein werde.

Wer kurzzeitig das Interesse verspürt zu sehen, was wir so machen, der ist herzlich eingeladen bei Instagram vorbei zu schauen. 

 

P.S. und der Murphy wollte, dass die Kinder den digitalen Zeichenstift leer gezeichnet haben und ich ihn erst laden muss und weil ich aber das hier fertig machen möchte, zeichnete ich das Beitragsbild mit meinem Finger. :-/

 

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