Shopping zu Coronazeiten

Vor zwei Tagen ließ es sich nicht länger vermeiden. Ich musste unser Einkaufszentrum aufsuchen. Ich war in den letzten Monaten tatsächlich nur zweimal in einer Drogerie und in einem Hofladen einkaufen. Das hat mir gereicht. Alles andere besorgt der Mann oder bestellte ich online.

Allerdings brauchten wir Geschenke für anstehende Kindergeburtstage und das wilde Mädchen brauchte tatsächlich akut neue Sommerkleidung. Einen spärlichen Rest vom letzten Jahr kann sie noch tragen, aber da zwickt und zwackt es auch schon und die Regenjacke nervt sie auch, weil die Arme ihr über der Strickjacke zu eng sind etc pp. Sie ist krass gewachsen in den letzten Wochen.

Fürs Fuschulkind hab ich auf diesem Weg noch ein paar Leggings besorgt. Die sind nämlich auch alle kaputt und die die nicht kaputt sind, sind dicke Herbst-/Wintermodelle.

Und somit fuhr ich mit Baby und wildem Mädchen ins EKZ.

Das Baby schlief freundlicherweise die ganze Zeit und das wilde Mädchen und ich liefen bemaskt…bemundschützt….oder soll ich sagen… verschleiert durch die Shoppinghölle. 

In meinem Fall kann ich zwar mittlerweile die Maske aushalten ohne mich ständig jucken zu müssen, aber meine Ohren stehen von den Gummibändern ab, was sich ziemlich schnell als sehr unangenehmes Tragegefühl heraus stellte. Bei den kurzen Abstechern in Hofladen und Drogerie merkte ich das bisher nicht so. 

Naja. Also galloppierten wir im Stechschritt von Laden zu Laden. Und ich sah dabei irgendwie auch noch komisch aus. 

Erstmal Sommergearderobe. Das wilde Mädchen flog sofort auf ein paar Kleider an, die aber nicht passen konnten, denn sie ist der bisherigen Abteilung bereits entwachsen. Ich konnte es ihr nicht zeigen, denn Anprobieren durfte man nichts. Ich erklärte also geduldig, bis sie sich auf andere Kleider einlassen konnte, die wir blind nach Gefallen auswählten. 

Eine regenfeste Übergangsjacke mussten wir in einem anderen Geschäft suchen. Es gab zum Glück ein letztes Modell in ihrer Größe welches gefiel.

Dafür mussten wir an einer endlos langen Schlage an der Kasse warten und durften diversen Gesprächen zur aktuellen Situation folgen.

Eine Dame beklagte, sie habe sich für den Sommerurlaub extra eine neue Garderobe zugelegt, die sie jetzt dann wohl hier zu Lande auftragen müsse. (Ich sehe die neu erworbenen Kleidungsstücke frisch gewaschen und gebügelt in einem extra Schrank hängen und frage mich, ob das tatsächlich Usus ist, sich für den Urlaub neu einzukleiden. So nach dem Motto: Damit man manierlich aussieht und im Allinklusivhotel nicht „in den alten Lumpen“ rumlaufen muss.“)

Eine andere Dame beklagte, man dürfe ja nix anprobieren von wegen Desinfektion und so und das sei eine Unverschätmheit. So kauft ja niemand was. 

Eine andere meinte, sie hätte ja Corona gehabt, aber es erstmal nicht gemerkt und wäre arbeiten gewesen. Sie hätte aber niemanden angesteckt.

Und wieso denn jetzt im Kaufhaus alle auf Kurzarbeit wären. So stünden sich die Kunden ja die Beine in den Bauch an der Kasse. 

Schon interessant so Gespräch in einer Warteschlange. Den Sicherheitsabstand hielten auch nicht alle ein. 

Ich war dann froh, als wir alles beisammen hatten.

…bzw wir brauchen noch die Geburstagschenke. 

In der Spielwarenabteilung fuhr mir sodann eine vertraute Melodie durch die Segelohren direkt in die Beine. Ich tänzelte beschwingt vor mich hin, während ich aus dem für mich überfordernd großen Spielzeugangebot das preislich passende auswählte. 

Da sprach das wilde Mädchen:

„Mama! Tanzt du etwa? Wie peinlich!“

Ich musste lachen und dachte, es wäre mir wahrscheinlich auch peinlich mit meiner tanzenden Segelohrigen Mutter  da rum zu stehen. 

Aber ab 40 wird man auf jeden Fall schmerzfrei. Ich tänzelte frohen Mutes zur Kasse, bezahlte und freute mich das Einkaufszentrum endlich wieder verlassen zu können und vor allem meine Ohren wieder an ihren richtige Plaza zurück flitschen zu lassen.

Unter den gegebene Bedingungen werden ich Einkaufstouren weiterhin sehr reduziert antreten. Ist ohnehin nicht mein Hobby. Aber jetzt noch weniger.

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