Ein neuer Vorgarten

Lange habe ich nichts über den Garten geschrieben. Er war in den letzten Jahren auch weniger von mir bearbeitet worden. Schwangerschaft, Stillzeit, Babyzeit, Pandemie….und das Wissen, dass nebenan eine Baustelle entstehen würde und bei uns dann auch, da hatte ich wenig Muße etwas zu tun, wenn ohnehin alles in Mitleidenschaft gezogen würde. Und so ist es jetzt auch. Unser Garten hinten und eine komplette Grundstücksseite sind hinüber. Wir mussten uns von lieb gewonnen Pflanzen trennen und gleichzeitig ist nun alles weg, was nur Interimslösung war oder aus Mangel an Zeit und Manpower noch stand.

Im Vorgarten ließen wir, wo wir gerade starke Männer mit Werkzeuge und passend Fahrzeugen da hatten einen riesen Thujabaum entfernen. Der war schon immer nur geduldet und nahm zunehmend mehr Platz ein, so dass in wenigen Jahren ohnehin kein Platz mehr gewesen wäre. Nun ist er weg und die Rasenkantensteine, welche in diesem Vorgarten in doppelter Reihe gesetzt waren, sind auch endlich ausgebuddelt. Weiß der Kuckuck wer das mal für eine gute Idee gehalten hat.

Das bedeutet, ich konnte nun endlich den Vorgarten neu anlegen und hatte Platz, um unsere Weinrebe neben dem Haus zu retten. Die wäre nämlich den Bauarbeiten zum Opfer gefallen.

Das bedeutete, ich schnitt sie großzügig im Februar schon zurück und stach rund herum mit dem Spaten um den Wurzelballen herum. Dann gab es ordentlich Wasser und sollte zwei Wochen so erstmal ruhen. Das hatte ich mir angelesen. Nach 1, 5 Wochen grub ich die Traube aber schon aus, so gut es ging. Ich hantierte mit vollem Körpereinsatz zwei Stunden lang und musste Daumen dicke Wurzelstränge mit der Axt durch schlagen. Ich hatte große Sorge, dass das der Pflanze nicht gut tat, freute mich aber enorm, als ich die Wurzel endlich aus der Grube lösen konnte.

Nun steht die Traube am neuen Platz und ich beäugte sie ein paar Wochen sehr besorgt. Aber anscheinend macht die Rebe das mit. Denn sie treibt überall aus.

Dann nahm ich eine Reihe Bruchsteine, die ich einst als Übergangslösung als Abgrenzung zum Bürgersteig genutzt hatte, und legte eine art mini Bruchsteinmauer an, die einen Kräuterhügel nach vorne hin flankiert. Die Bruchsteine hatte ich damals überall hinten im Garten gefunden.

In die Mitte vom Vorgarten wollten wir versuchen die Blutpflaume von hinten zu retten, aber es stellte sich heraus, dass unter dem Vorgarten eine alte Zisterne aus Beton liegt und damit war für die tiefwurzelnde Blutpflaume zu wenig Raum. Zumal diese nach 5 Standjahren schon einen ordentlichen Wurzelballen hat und es ohnehin ein riskantes Unterfangen ist. Die Blutpflaume setzten wir nun hinten im Garten mit Hilfe eines Minibaggers um und hoffen, dass sie es ebenso schafft wie die Traube im Vorgarten.

Für die Vorgartenmitte haben wir nun eine flachwurzelnde und sehr robuste Kupferfelsenbirne gekauft. Die ist nicht nur hübsch über das ganze Jahr, sondern wird auch nicht zu groß und ist Insektenweide.

Rund um den Garten haben ich nun auch endlich einen Staketenzaun. Wollte ich immer schon haben. 

Insgesamt habe ich in der Reihe zwischen Staketenzaun und Kräuterhügel Frühblüher und flache Stauden gesetzt und /oder geplant. Direkt am Zaun sähe ich Sonnenblumen und Stockrosen.

 

Sonnenblumen habe ich schon auf der Fensterbank angefangen vorzuziehen, aber ich habe auch ein paar einfach mal experimentell ins Beet gesät. Es war ja im März definitiv warm genug. Da wir hier viele Schnecken haben, ich schrieb schon mehrfach darüber, und auch die nützlichen Häuschenschnecken vor ganz jungen Sonnenblumen keinen Halt machen, habe ich Joghurtbecher unten aufgeschnitten und als Schneckenschutz über den Keimling gestülpt.


Bis jetzt sind die jungen Sonnenblume unbehelligt draußen in diesem Setting gewachsen. Mal schauen ob es gelingt sie auch groß zu ziehen.

Einige Pflanzen, von denen ich glaubte, sie seien den umfangreichen Grabearbeiten im Vorgarten zum Opfer gefallen, sind aber noch da und habe das alles überstanden. Darunter eine Schachbrettblume und die Pfingsrose. 

Zwischen all dem habe ich noch Gründung gesäht, um dem Boden noch etwas Gutes zu tun. Ist ja noch viel Boden frei. Ein paar Trittsteine muss ich dann auch noch setzen. Die Trittsteine sammelt mir einer unserer Handwerker aus dem alten Terrassenfundament heraus. Da sieht so manches ähnlich aus wie Bruchstein.

Spätestens im nächsten Frühjahr setze ich noch ein paar Stauden dazu.

Den Platz für meine „Sonnen-Bank“ habe ich mit vorhanden Material angelegt. Ein bisschen Fließ war noch von den Hochbeeten übrig. Den habe ich als „Unkrautsperre“ ausgelegt. Dann etwas Schotter von der Baustelle und Kieselsteine, die ich in einer Regentonne hinter dem Gartenhaus jahrelang aufbewahrt hatte. Die lagen hier nämlich auch hinten im Garten, als wir das Haus bezogen. Dann noch ein paar Bruchsteine, die auch noch hinten als Trittsteine vom Vorbesitzer lagen und fertig.

Davor stehen noch ein paar Schwertlilien. Vor den Steinen haben sich Erdbienen eingenistet. Ich hielt diese Bauten ursprünglich für Ameisenbauten, aber es sind tatsächlich Wildbienen, die ich nun sehr gerne und ausdauernd beobachten kann.

Jetzt heißt es abwarten. Ich freue mich über jedes grüne Blättchen was sich zeigt und freue mich, wenn der Vorgarten endlich richtig aufblüht.

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