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...und was es sonst noch gibt

London 2026

Neben unserer Heimatstadt Köln, meiner einstigen Wahlheimat Berlin, sind Marrakech, Cork und London die von mir meist bereisten Städte. Und somit fühlte es sich nicht fremd an, diesen Sommer nochmal nach London zu reisen. 

Auf dem Beitragsbild sitz ich übrigens in dem Speedboat!

Unsere Reiseplanung entstand, wie für uns üblich, recht kurzfristig, aber noch in der Schulzeit. Wir sprachen mit unserer Verwandtschaft vor Ort den Zeitraum ab und buchten die Fähren und wir brauchten für die Kinder neue Reisepässe. Und dann hatten wir eine klitzekleine neue Kleinigkeit vergessen, verdrängt, gar nicht wahrgenommen…was auch immer. Dies sollten wir dann schmerzlich bemerken, als wir ohnehin etwas knapp an der Fährstation in Calais eintrafen. Keine Einreise ohne ETA Nummer! Wir hatten keine! FCK!

Während in meinem Kopf die fatalistische Gedankenschleife los ging: Na toll, letztes Jahr das Auto, diesmal fehlende Visa! Wieso sagt einem das keiner? Wieso haben wir das vergessen? Wo hat die Info gestanden? Oder hat es jemand erwähnt und wir haben nicht zugehört? Was hat das Universum nur gegen unsere Reisen? Super, wieder keine Reise! Ich habe keinen Bock mehr!  Ich schwöre, ich war kurz davor zu sagen, wir drehen um, sah ich mich schon vor, zu den ETA Visa Kosten, auch noch  zusätzlichen Kosten wegen einer verpassten Fähre stehen. Aber die Dame an der Fährstation war sehr nett und erklärte, dass man die ETA Nummer online mit einer App ordern kann und das ginge schnell. Kurz flammte die Hoffnung auf, wir könnten die Fähre noch erwischen. Wir steuerten also einen Parkplatz an und versuchten unser Glück. Die Handys hatten leider schlechten Empfang, so dass es zunächst dauerte die dazu benötigte App herunter zu laden. Dann musste man für jeden einzeln die ETA Nummer beantragen mit ein paar Zwischenschritten, Formularfelder ausfüllen etc pp und jedes mal separat bezahlen. Mit dem lahmen Netz mussten wir zweimal neu anfangen und es dauerte dann rund 45 Minuten, bis wir für alle 6 Personen die Nummern beantragt hatten. Sie waren dann allerdings auch wirklich sofort da. Der nächste Punkt war die nun die dann doch verpasste Fähre. Man hatte uns jedoch schon ohne unser Zutun auf eine spätere Fähre umgebucht ohne Zusatzkosten. Das war versöhnlich und stimmte mich wieder froh. Die salzige Luft, die kreischenden Möwen. Das Meer. Die Fährfahrt war erfrischend und tat allen gut. Wir kamen allerdings zwei Stunden später am Ziel an, als geplant und wir waren ziemlich müde.

 

 

 

 

 

 

Unsere Londonreise sollte weniger ein wilder Sightseingtrip werden, als einfach ein Tapetenwechsel mit Qualitytime mit Verwandtschaft. Zudem hatten wir verschiedenste Bedürfnisse irgendwie zu berücksichtigen. Zudem gab es ein Handicap, was aus persönlichen Gründen hier nicht weiter erwähnt werden wird. So waren dann auch unsere Unternehmungen entsprechend angepasst. Wir sind ohnehin nicht die, die von Attraktion zu Attraktion hetzen, sondern vielmehr Reisende die wirklich da sind und die Atmosphäre aufnehmen, um eine Stadt zu verstehen. Dennoch kommt immer noch genug Sightseeing zusammen.

Wir waren an meinem Geburtstag nach ausgedehntem Frühstück in Chinatown und im Embankment unterwegs. Wir haben in Chinatown gegessen und  im Park gesessen und und Eis gegessen. Der Höhepunkt für mich an dem Tag war eine Speedboadtour mit meiner Schwägerin.  DAS war ein Spaß! Das Wetter war in dieser Stunde wild, wolkig und windig und die Fahrt war es dementsprechend auch. Wie unsere Gemüter. 😀 Nachher regnete es sogar noch. Wir waren durchgepustet und getauft von oben und unten und von äußerst guter Laune danach! Und neben der während der wilden Fahrt abgespielten Rockmusik, gab es für mich auch noch einen Geburstagssong. Das war klasse!

 

 

 

 

 

Lichtsimmung an meinem Geburtstag

Nach der Bootsfahrt teilten wir uns kurz auf und trafen wieder alle zusammen in einer Seitengasse der Osxfortstreet wieder. Dort gab es Kaffee und Käsekuchen.

An einem Tag waren wir die meiste Zeit entspannt einfach „zu Hause“ mit unseren Gastgebern und die Teenager nebst Cousine waren nachmittags zum Badminton verabredet. K4 und ich verdingten uns in der Zeit auf einem großen Spielplatz in der Nähe und sahen uns die vorstädtische Umgebung Londons etwas an.

Sinnbild: Klimakatastrophe.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Camden und besuchten Camden Market. Ich mag diesen Ort sehr, auch wenn er sehr touristisch überlaufen ist. K2, K4 und ich konnten dem Cyberdog viel abgewinnen. K4 sprach immer von „der Höhle“. „Ich will nochmal in die Höhle!“ Und ich selbst würde gern nochmal raven gehen. Ich fühlte mich zurück in die Vergangenheit katapultiert.

Wir tingelten durch die vielen bunten Läden und kauften noch ein paar Ohrringe und einen Schlüsselanhänger. Ansonsten konnten wir uns erstaunlich gut zusammen reißen. Wenn die Kinder nicht schließlich genug gehabt hätten, wäre ich durchaus auch gern noch durch die ruhigen Seitenstraßen von Camden flaniert. 

Camden abseits der Konsumecke ist wirklich schnuckelig.

An einem Nachmittag zog es uns nach Southall oder sollte ich sagen:LittleIndia

Dort kehrten wir zunächst in einem Lokal zum Mittagessen ein und ich muss sagen, my favorit dish schlug den von meinem Lieblingsinder Yogi Haus in Berlin-Schöneberg! 

Indisch Essen in Southall with an authentic view.

 

 

 

 

 

 

Danach entschieden die Herren eher geruhsam auf einer Bank zu verweilen und das bunte Treiben zu beobachten, während die Girls in die vielen kleinen/großen bunt glitzernden Läden verschwanden. Eintauchen in eine andere Welt. In einem Laden, ganz hinten durch, bei leiser entspannter indischer Musik sahen wir uns Armreifen an. Die Geräusche der Straße waren wie hinter einer Wattewand fast verschwunden. In aller Ruhe probierten die Kinder an und wurden beraten und sind nun Besitzerinnen von glitzernden Reifen an den Armen. Auf die Frage, ob man die Armreifen einzeln kaufen muss oder ob es immer einen ganzen Packen (ca 10cm breit) gäbe, kam die Antwort: Niemand will nur zwei Armreifen kaufen! 😀 Alles klar. Wenn schon, denn schon.

Eine winzig kleine Auswahl des tatsächlichen Angebotes!

Äußerst leckere pakistanische Mangos nahmen wir außerdem noch mit.

Abends gingen K2 und K1 nochmals mit zum Badminton.

 

An einem anderen Tag teilten wir uns auf. K3 und meine Schwägerin zog es in ein ruhigeres schönes Café. K2 ging auf Shoppingtour mit der Cousine. Und alle anderen fuhren zum sience museum.

Danach wanderten wir in nochmals neu zusammengesetzter Gruppe durch den Hydepark Richtung Oxfortstreet. Wir brauchten noch etwas aus einer Apotheke. 

(An dieser Stelle gäbe es eigentlich noch stimmungsvolle Schnappschüsse, aber aus irgendeinem Grund lassen sich die Bilder leider nicht hochladen.)

 

Die restliche Zeit verbrachten wir mit Zug fahren, Tube fahren, Bus fahren, einkehren und essen, zu Hause zusammen kochen, essen, plaudern, spazieren im ländlichen Vorstadtterrain und einfachem Zusammensein. 

Abendspaziergang

Was ich persönlich gerne noch gemacht hätte wäre das Quentin Blake Centre for Illustration zu besuchen und mit K2 und der Cousine in der Bricklane bummeln/shoppen zu gehen. Aber das ließ sich beides nicht umsetzen. Die Wege in Großstädten sind weit, die Zeit rast immer und ich mag im Urlaub nicht von Ort zu Ort hetzen. Zudem ist K4 nach wie vor sehr Mama-fixiert und musste ohnehin oft genug kooperieren und Dinge mitmachen, die sie eher doof findet. Ihr zu liebe sind wir deshalb auch oft Bus gefahren und mehrfach „in die Höhle“ gegangen. Ich hatte mit ihr auch besprochen, dass sie mit den anderen ins sience museum gehen könne und ich würde mit K2 und der Cousine shoppen gehen. K4 war zunächst einverstanden, brach aber in Tränen aus, als sich die Wege trennen sollten. Nun denn. Der kurze Frust darüber verflog bei dem Gedanken, dass diese Phase zwar anstrengend ist, aber aufs ganze Leben gesehen auch nur einen kurzen Moment ausmacht. 

Unser Handicap, welches ich aus  Gründen der Privatsphäre nicht benenne, wurde dann außerdem noch durch eine weitere Entwicklung verschärft und sorgte für zusätzliche Anpassungsmaßnahmen.

Und trotzdem: Es waren wieder viele schöne und intensive Eindrücke und Erinnerungen.

London, ich komme wieder! Ich muss wieder einen „guten Eindruck“ hinterlassen.

Crazy mom on tour.
hello, hello, aus der tube station

Und ich weiß jetzt schon, dass mindestens eines der Kinder auch wieder gerne und sogar dringend nach London reisen möchte.

 

P.S.: Was eventuell interessieren könnte.

Wir waren mit einem E-Auto unterwegs und es war kein Problem das Auto unterwegs zu laden. Auch in England gab es überall Lademöglichkeiten. Wir hätten sogar zur Not auf der Fähre laden können, sagte man uns an der Fährstation.

Wir haben auf der Fahrt von Köln bis in den Londoner Norden zweimal laden müssen. Einmal in Frankreich, und um ehrlich zu sein tat es gut mal 20 Minuten auszusteigen. Ein weiters Mal luden wir bei der Ankunft in Dover mit Blick auf Hafen und Meer. War auch nicht schlimm.

Auf der Rückfahrt luden wir erst in Belgien wieder und verbanden dies mit einem kleinen Abendbroteinkauf in einem Supermarkt.

 

 

 

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