Autor: Beatrice
Am Dienstag war der Sommer vorbei und ich hatte es noch gar nicht begriffen. Dieser April…..Und es war eigentlich Elternsprechtag in der Schule. Im Vorfeld hatte ich überlegt, wie ich die Kinder in der Zeit unterbringen könnte. Denn mein Termin war Nachmittags und ich wollte ohne die Kinder zum Gespräch.
Es fügte sich dann so, dass das Sirenchen auf einem Geburtstag im übernächsten Nachbardorf eingeladen war und der Sohn ebenfalls eine Verabredung hatte. Das Knöpfchen hätte ich dann tatsächlich doch mitgenommen. Sie ist noch weit genug weg vom Schulalltag. Das Timing wäre also aufgegangen.
Jedoch fiel dann der Sprechtag wegen Erkrankung der Lehrerin aus. Leider. Es wäre gerade interessant für mich.
Es entzerrte den Zeitplan allerdings.
Ich holte zusammen mit dem Sohn die Mädchen im Kindergarten ab. Dort ergab sich kurzfristig auch für das Knöpfchen eine Verabredung, zu der ich sie aber auch etwas später bringen müsste (aus Gründen) und radelte sofort weiter zum Ort des Kindergeburtstages. Das Sirenchen hatte sich, als sie die Einladung erhielt gefreut, sagte dann einen Tag vor dem Geburtstag, sie wolle da gar nicht hin (was für mich ok gewesen wäre). Am nächsten Morgen sagte sie dann aber, sie wolle zum Geburtstag eine Kette und einen Ring tragen, was mich annehmen lies, sie wolle doch hin gehen. Also brachte ich sie auch. Sie protestierte auch nicht.
Jedoch wollte sie dann par tout nicht dort bleiben. Sie wurde herzlich empfangen, der Sohn und das Knöpfchen wären sofort geblieben, aber das Sirenchen klammerte sich an mich und war auch nach 30 Minuten nicht von meiner Seite zu lösen. Also nahm ich sie wieder mit.
Die Einladung zum ersten Elternabend für das Sirenchen kam letzte Woche an. Nun wird die nahende Einschulung greifbar.
Noch im letzten Herbst war ich unsicher, ob das Sirenchen diesen Sommer bereit für die Schule sein würde. Sie wird punktgenau zum Schulstart 6 Jahre alt. Ich finde ja, es schadet nicht, wenn die Kinder schon einen Ticken älter sind.
Allerdings hat sich in dem letzten Jahr so viel getan beim Sirenchen.
Sie ist ausgeglichener geworden. Obwohl sie im November letzten Jahres nochmal in alte Muster zurück verfiel.
Das Sirenchen hatte frisch ihr erstes Kindergartenjahr OHNE ihren großen Bruder begonnen und war zudem zu den Vorschulkindern aufgestiegen. Zwei Dinge, die neu und ein bisschen aufregend waren. Das kann verunsichern.
Schön zu sehen war allerdings, wie sie in diese neue Rolle mit der Zeit hinein wuchs. Sie musste sich ohne ihren großen Bruder in der Gruppe orientieren und konnte ihre unglaubliche Selbstständigkeit ausleben. Sie half/hilft den jüngeren Kindern im Kindergartenalltag (was sie sehr gerne macht) und wird von den jüngeren Kindern auch bewundert. Das große Vorschulmädchen. Wow. Mittlerweile macht sie sich das durchaus auch zu nutze und spielt die Karte der Stärkeren auch gerne mal aus. Sie bestimmt dann einfach darüber was gespielt oder getan werden soll. Nicht immer zur Freude der kleineren Kinder.
Das Sirenchen kann zunehmend besser ihre Emotionen verbal ausdrücken. Es schützt aber nicht vor kleineren Aussetzern. Ihre Kleidung, vornehmlich Socken, treiben sie manchmal zur Verzweiflung, weil irgendwas nicht so am Körper sitzt, wie sie es gerne hätte.
(Wenn man sie lässt, trägt sie übrigens ausschließlich rosa, pink und kitschige Tierbildaufdrucke mit großen Kulleraugen. 🙂 Das ist ihr Geschmack, den wir so nicht geprägt haben. Ich bin nur froh, dass sie bei Jacken und Schuhen noch die Bequemlichkeit in den Vordergrund stellt.)
Was sie insgesamt ruhiger macht, sind ihre erweiterten Kompetenzen. Sie kann Dinge selbst besser einschätzen und somit entscheiden und darf das dann auch. Was ihrem Bedürfnis ALLES selbst zu tun, sehr entgegen kommt.
Sie kann jetzt besser Gefahren einschätzen, versteht besser, wenn es zeitliche Gründe hat und ich deshalb für alle eine Entscheidung treffe oder sie in gewissen Situationen nicht an sich alleine ohne die Folgen für andere denken kann.
Es ist gerade genug los, über das ich schreiben könnte und gleichzeitig auch nicht.
Man könnte auch sagen: Ich habe keine Lust. 😬
Denn ich bin müde. Nein, nein, keine Sorge, der Kur-Erfolg ist nicht schon wieder verpufft. Der plötzliche Sommer und dann noch so früh im Jahr, schlägt mir auf den Kreislauf und der Heuschnupfen tut sein übriges hinzu.
Habt ihr schon mal im April ein Planschbecken aufgestellt? Also ich noch nie! Bis auf dieses Jahr. Aber wie sagt man so schön: Irgendwann ist immer das erste Mal. Und der Sohn fasste es Schulter zuckend mit den Worten zusammen: „Wieso passt doch! April, April, der macht was er will!“
Warum nicht auch Sommer?
Dies allerdings ließ mich hektisch die Garderobe der Kinder ergänzen.
Weil die Kinder aus einigen Sachen herausgewachsen waren, hatte ich schon vor wenigen Wochen eine Kleiderschrankinventur gemacht und mir notiert, was mal ergänzend besorgt werden muss. Für den Sommer.
Als die Mädchen Montags Kindergartenfrei hatten, fuhr ich mit ihnen zum Sekondhandladen. Dort gibt es ein Bällebad und eine kleine Spielecke. Ich trug alles was geschmacklich und von der Größe her in Frage kommt, zusammen und ließ die Mädchen entscheiden und anprobieren. Das garantiert eine größere Chance, auch Kleidung im Schrank zu haben, die tatsächlich getragen wird. Allerdings auch nur die Chance. Keine Garantie.
Vor zwei Wochen ungefähr kam der Frühling vollends in Schwung im Rheinland. Und mit den endlich anhaltend langen warmen Temperaturen explodierte die Flora. Alles erblühte auf einen Schlag. Und mit einem Schlag traf mich derselbe.
Heuschnupfen der übelsten Sorte. Ich hatte schon ganz vergessen, wie das geht. Denn seit knapp 9 Jahren war ich nahezu Beschwerde frei. Da nämlich hatte ich auch eine der heftigsten Attacken, die man so haben kann. Man ist quasi krank ohne krank zu sein, was es doppelt ärgerlich macht. Heuschnupfen Geplagte wissen was ich damit meine.
Ich litt also vor 9 Jahren vor mich hin und wie es der Zufall wollte, waren wir auf einer Familienfeier im Oberbergischen geladen. Ich war wenig motiviert und wäre am liebsten im Bett geblieben. Allerdings war die Flora im Oberbergischen noch nicht so weit, wie im Rheinland und am Ende des Tages war ich wieder genesen und fühlte mich top fit. Alle Symptome waren weg. Da sagte der Mann: „Und von dieser pollenfreien Luft nimmst du dir in Gedanken jetzt eine Schutzhülle mit und wirst keinen Heuschnupfen mehr haben!“
Ich hielt ihn für einen Spinner, aber in der Verzweiflung versucht man ja alles und so stellte ich mir ganz feste eine große Luftblase mit Pollen freier Luft um meinen Körper herum vor.
Zu meiner Überraschung bekam ich keinen schlimmen Heuschnupfen mehr. Seither mache ich mir diese Technik immer zu nutze, wenn sich erste Anzeichen abzeichnen und konnte das Unheil so stets in sehr erträglichem Rahmen halten. (Sprich, rechtzeitig Schutzhüllen bilden.)
Dieses Frühjahr jedoch war die Wucht der Pollen zu groß, weil alles auf einmal blühte. Vor allem meine Augen waren rot, juckten, brannten, tränten und ich wachte morgens mit dick geschwollenen Liedern auf. Vor allem mein linker Augapfel schien rund herum wie aus Schmirgelpapier zu bestehen.
Ich versuchte es mit den herkömmlichen freiverkäuflichen Mitteln aus der Apotheke. Alles, außer die Augen, bekam ich in den Griff.
An einem Samstag Abend bekamen wir Freunde zu Besuch und ich versuchte noch mein zunehmend schmerzendes Auge nebst pochender Schläfe mit einem Schwips zu verdrängen, aber das funktionierte gar nicht. Etwas verzweifelt kam mir eine Idee.
