Immer diese faulen Mütter

Oder: Verdammt zur Untätigkeit

Wer kennt das auch? (Nicht immer, aber manchmal.)

Ich gehe mit den Kindern ins Kinderzimmer. Auf der Etage gibt es genug zu tun. Neue Wäsche anschmeißen, fertige Wäsche aufhängen. Trockene Wäsche wegräumen. Der Kinderkleiderschrank kann dabei auch gleich nochmal sortiert und ausgemistet werden. Super.
Ich beginne mit meinen Räumarbeiten im Bad. Die Kinder beginnen zu spielen, streiten dann aber. Ich verlege meine Tätigkeit ins Kinderzimmer und widme mich dem Kleiderschrank. Ich bin in Schwung und fische eine Batterie zu klein geratenen Strumpfhosen und auch Oberteile aus den Fächern. Die passen keinem mehr in diesem Haus. Dem Kater vielleicht. 😁
Doch ich komme nicht weit. Die Kinder streiten und nölen. Es ist furchtbar. Alle zwei Minuten schreit einer. Ich setze mich auf den Boden und tröste und maßregele. Die Kinder finden wieder ins Spiel. Ich mache im Kleiderschrank weiter. Wieder Streit. Schließlich setze ich mich wieder und bleibe sitzen. Die Kinder spielen wieder. Ich beobachte sie dabei und freue mich auch. Aber es wird dann doch langweilig und ich würde gerne den Schrank weiter aufräumen. Ich starte eine neuen Versuch. Sofort bricht wieder Streit aus. Ich mache eine Versuch und setze mich wieder und bleibe tatenlos sitzen. Was glaubt ihr passiert? Die spielten eine gute halbe Stunde friedlich, während ich einfach nur so da rum saß. Ich war nichtmal im Spiel beteiligt.

Das hat System! Das habe ich schon öfter beobachtet!

Zum Beispiel auch beliebt: Ich gehe zusammen mit dem Knöpfchen in den Garten. Wir buddeln im Sand. Das Kind buddelt zunehmend versunken mit. Ich fange an mich zu langweilen. Ich langweile mich sehr. Ich gehe an die Gartenarbeit. Das Kind unterbricht seine Buddelarbeiten im Sand. Das Kind wird zur Gartenarbeit herzlich miteingeladen, auch wenn dabei mehr Blumen, als Unkräuter gerupft werden. Egal. Aber leider hat das Kind weder Spaß daran weiter im Sand zu buddeln, während Mama in der Erde buddelt. Noch hat es Freude MIT Mama in der Erde zu buddeln. Was passiert also?
Das Kind schreit los, will etwas aus dem Gartenhäuschen haben. Man stellt den Fuhrpark bereit. Das Kind schreit. Es schreit so lange bis ich untätig mitten im Garten rumstehe und zu sehe, wie das Kind die Fahrzeuge alle durchprobiert. Runde um Runde. Da steht Mama nun. Mitten im Garten und langweilt sich wieder. Aber wehe man nähert sich wieder einem Blumenbeet. Das Geschrei geht wieder los.
Also stehe ich mitten im Garten und starre Löcher in die Luft.

ODER:
Man ist unterwegs mit Kind und es wirft sich urplötzlich theatralisch zu Boden, weil man zum Beispiel nicht erlaubt, die verdreckte Mülltonne am Wegesrand abzulecken.
Da liegt es nun und schreit. Und schreit. Und schreit. Und schreit.
Da man aus vorhergehenden Erlebnissen dieser Art weiß, dass das Schreien NICHT aufhört, wenn man versucht es aufzuheben, es abzulenken oder in den Kinderwagen setzt, sondern das Schreien noch schlimmer wird, bleibt man abwartend stehen und hofft auf eine Ablenkung externer Art. Ein bellender Hund, ein Hubschrauber, eine Kindergartengruppe oder ähnliches. Nette Omis, die stehen bleiben und das Kind bedauern, sind eher kontraproduktiv.
Kommt keine externe Ablenkung, so wird das Schreien nach einer Weile alleine aufhören, das Kind aufstehen und man kann weiter.
Bis dahin steht man ziemlich tatenlos und gelangweilt in der Gegend rum.

trotzendes Kind

So, da liegt es. Ein schönes Plätzchen.

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