Mama Potzenklotz motzt

Die letzten 2 Wochen waren irgendwie anstrengend. Die Kinder waren extrem nölig, fordernd und zänkisch. Ich war NUUUUR am meckern. Mähäähäää! Man konnte es ihnen nicht recht machen, sie mir aber auch nicht.
Es gipfelte am Wochenende darin, dass ich den Kaffe auf hatte, und zwar gründlich. Am Samstag musste der Herr Papa mal komplett übernehmen. Ich wollte einfach nur EINMAL so ganz in Ruhe mit MIR allein sein.
Sonntag war Kaffe und Kuchen mit Omas und Opa angesagt. Das war an sich entspannt und der Montag schaukelte sich noch mal auf.

Der Rückweg vom Kindergarten gestaltete sich so ungefähr:

Mama Alltag

…und dauerte statt 10 Minuten eine Dreiviertelstunde.

Also ich war seit langem mal wieder an einem Melting Point angelangt. Die letzten Wochen mit dem Keuchhusten hatten viel Aufmerksamkeit von mir verlangt. Ich war rund um die Uhr im Einsatz. Das merkt man dann doch. Da wird man dünnhäutig. Manches hab ich auch ein bisschen schleifen lassen. Und so dachte ich mir: SO GEHT ES NICHT WEITER!

Und wie immer, wenn ich an diesem Punkt angelangt bin, ändert sich die Lage. Ich weiß nicht ob es ein Wechselspiel ist. Ich vermute es stark. Ich trete klarer und entschlossener auf und die Kinder verwandeln sich plötzlich wieder in nette Kinder.

Und obwohl ich tendenziell eher gereizt unterwegs war, ergaben sich lustige Momente.

Meine Kinder kennen es, dass ich manchmal einfach ausflippe. Da ergab sich eines abends in der letzten Woche im Bad wieder einmal ein Konglomerat an Gehampel und Getrotzte, dass mir mit Vorankündigung die Hutschnur platzte und ich lauthals einen Vortrag hielt. Sowas mache ich gern mit großer Geste und unterstreiche mit Händen und Füßen was ich sage.
Da sagte der Sohn ganz belustig: „ Mama! Du bist ja ganz wild! Du bist ja so wild wie die Wilde 13!“
Ich musste lachen und dachte sofort an die Schwarzweißversion von Jim Knopf und die Wilde 13. Da gibt es ernsthaft eine Liedpassage, in der die Wilde 13 sowas singt wie: „blablabla….und ein Fass voller RUM!“
Ha, das waren noch Zeiten, als man Marionetten sowas singen ließ. Da ich mir Texte schlecht merken kann (wie man sieht) und in diesem Fall das mit dem Rum auch nicht passend fand, erfand ich ein neues Lied und verwandelte mich dabei direkt in einen anderen Kinderbuchklassiker mit „wildem“ Zeitgenossen.
Das Lied geht so: „Ich bin die Mama Potzenklotz, ich schimpfe, brülle, schrei und motz!“ Dazu tanzte ich im Bad herum und die Kinder gleich mit. Die gereizte Stimmung war erstmal verflogen.

Hab ich gedacht: Kann man auch mal ein neues Kinderbuch draus machen. „Mama Potzenklotz motzt“😁

 

  6Comments

  1. Sora   •  

    Haha! Ich sitze hier ‚mit mir alleine‘ und lache mich schlapp! Laut! LG

    • Beatrice   •  

      Schön! 🙂 Dafür ist es gedacht. 😀

  2. Nätty   •  

    Ich lach gleich mit euch mit ;D Ich liebe deine Texte und die Bilder erst. Der Kracher. Eigentlich wollte ich bei mir auf`m Blog auch mehr zeichnen, aber hab grad irgendwie eine Blockade. Deine Bilder bringen mich immer zum Lachen. So viel Witz! Einfach toll!

    • Beatrice   •  

      Danke! Danke! Danke! 😊 Ich hab mich schon gewundert auf deinem Blog. Blockaden kenn ich auch. Es hilf wirklich, wenn man einen Flitz im Kopf hat, den wenigstens hinzukritzeln und dann, wenn man einen guten Moment hat, die Sachen halbwegs vernünftig ins Reine zu zeichnen. Für mich ist auch wichtig nicht so perfekt zu denken. Immer wenn ich, schon früher, irgendwas so hingesrotzt hab, sagten viele: „Mensch, DAS ist ja super!“ Und ich dachte immer: „Hä? Ist ja nichtmal in der Proportion richtig oder so!“ Und seit ich mich da befreit habe und sage: „Pffff egal, man erkannt ja was ich meine.“, kommt es meist ganz leicht aufs Papier.

  3. Nätty   •  

    Ja, du hast Recht. Manchmal sind die schnellen Skizzen einfach die besten. Ich hab letztens alte Jahresplaner von mir als Teenie gefunden und die waren auf jeder Seite voll Zeichnungen und tollen Skizzen. Man, ich glaub ich brauch mal wieder so einen Planer. Da kritzelt man schneller mal was hin, als wenn man eine Idee in sein Handy tippt 😉 Das Handy ist nämlich momentan mein Terminplaner. Was dem Zeichnen-Hobby nicht guttut …

  4. Sabrina   •  

    Oh das ist ja der Knaller, das muss ich mir unbedingt merken 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.