Liebes Tagebuch…

….ich bin so müde!

Wir waren bei Freunden zum Essen und Spielen( Siedler) und Erzählen und Lachen. Nach langer Zeit endlich mal wieder schafften wir einen gemeinsamen Termin.

Die Startbedingungen hinsichtlich fit im Sinne von nicht müde zu sein, waren als ausreichend bis mangelhaft zu bezeichnen. Ich war ohnehin die letzten Tage immer so müde und war zu allem Überfluss gestern morgen mit Herzklopfen um 6 Uhr erwacht, da ich geträumt hatte mein Wecker hätte geklingelt. Sowas Bescheuertes! Wer träumt denn bitte ne Stunde zu früh, dass der Wecker klingelt?
Jedenfalls konnte ich nicht wieder einschlafen und die rheinisch-schwüle Hitze zermatschte über den Tag mein müdes Hirn noch mehr. Es half auch nicht, dass das Knöpfchen mir im Plantschbecken kannenweise Wasser über den Kopf goss.
Dennoch konnte ich den Abend genießen und um zivilisierte 1.30 legten wir uns zur Ruhe.
Die Oma hatte auf die Kinder aufgepasst und durfte auf einen echten Job zurück blicken. Bisher haben die Kinder immer vorbildlich und problemlos geschlafen und die Oma hatte sich einen gemütlichen Abend machen können. Nicht so gestern. Da wurde rumort und die Mädels fanden erst gegen 11 Uhr zur finalen Ruhe. Unfassbar.

Heute morgen dann schliefen sie nicht etwa bis zum Weckerklingeln. Naaaaaiiiiiiiiin! Das Sirenchen würgte mich vor Liebe schon gegen 6.30 und der Sohn weckte das Knöpfchen. Neeeeeeiiiiiin! Bitte niiiiicht…..und bekam sodann auch noch Nasenbluten. Und zwar so doll, dass ich schnell mit aufspringen musste. Kaltstarts sind ganz ganz schlecht. Als alle Brandherde behoben waren, spielten die Kinder friedlich im Kinderzimmer und ich nahm meinen Mama- Bausatz mit unter die Dusche. Einmal erfrischt, würde es mir bestimmt besser gehen.
Es ging nicht besser.
Das kennen ja alle Eltern. Ein paar schlechte Nächte, aus welchem Grund auch immer, und man kommt einfach nicht mehr zu sich. Ich schaltete also auf Autopilot und leierte mir vor, an was ich alles denken müsse. Ein bisschen kurzatmig machte ich Anweisungen zum Anziehen und wollte eigentlich wieder ins Bett fallen. Boah…ist das schon wieder schwül……
Flux goss ich noch im Vorgarten die Blumen. Die ließen nämlich die Köppe hängen und sagte, ich würde alle mit dem Lastenrad fahren, weil ich den Törchenschlüssel nicht fände. Der Sohn sagte ganz schlau, dass die Räder doch im Flur stünden. Ach ja. Stimmt. ok. Dann……Der Sohn schnappte sein Rad. Das Sirenchen wollte aber gefahren werden.
Wir radelten los. Auf der Strecke bummelte ein Rentner auf seinem Fahrrad und nahm in dem Moment wieder Fahrt auf, als ich neben ihm war. Ich fuhr jedoch auch nicht schnell, weil ich neben dem Sohn, der auf dem Gehweg radelte, bleiben wollte. Sprach der Rentner: „Bitte, fahren sie mal schneller!“
Hä? Wie? Der bummelt doch hier so komisch rum. Und der sieht doch auch, dass ich neben meinem Kind herfahre, dachte ich. Ich sagte dann knapp: „ICH fahre hier neben meinem Sohn.“ Mehr brachte ich in meinem Zustand nicht hervor. War ich halt unhöflich. Mir doch egal.  Er begriff nur langsam und fuhr zu. 😀
Am Kindergarten angekommen wankte ich mit den Kindern Richtung Gruppe. Oh Mann, der Kreislauf….In dem Raum herrschte fröhliche Stimmung, Lachen und Geplauder und noch irgendwas.…Was ist anders heute, fragte ich mich.
Eine Erzieherin kam freudestrahlend auf mich zu: „Sie kommen genau richtig!“
Oh, äh….wieso? Gibts hier vielleicht einen Espresso?
Sie nahm mich an den Händen und machte Tanzschritte. Da dämmerte mir was anders war an diesem Morgen. Es lief Musik! Und obwohl ich für Musik und Tanz generell zu haben bin….keine Chance. Ich brauchte Sekunden um zu begreifen, dass es sich um Salsa handelte. Alle sahen mich lachend an. Ich unterdrückte ein Gähnen und machte die Spielverderberin. Ich verabschiedete mich so schnell es ging. Wenn ich sooo müde bin und mein Kreislauf auch streikt, kann ich nicht adäquat reagieren. Gähnend radelte ich dem Heim entgegen, froh, dass ich kein Auto steuern musste. Müdesein geht gaaaarnicht.
Gegen Mittag war ich nach 3 Kaffees dann wieder einigermaßen beisammen und kann das hier aufschreiben. Schlaftrunken ist dennoch der richtige Ausdruck, der mein Lebensgefühl heute beschreibt.

  2Comments

  1. angee   •  

    „…nahm ich meinen Mama-Bausatz mit unter die Dusche.“ Großartig!

    Ich lese einfach wahnsinnig gern bei Dir rein, es macht immer Spass!

    • Beatrice   •  

      Vielen Dank! 😀

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