Stürze auf den Kopf mit und ohne Platzwunde bei Kindern. #Schreckmoment

Mit diesem älteren Beitrag nehme ich an der Blogparade Schreckmomente auf dem Blog Elternkram mit.

 

Vor allem unser Sirenchen ist für ihre wilden Stürze bekannt.

Als Eltern rutscht einem das Herz ja in die Hose und solche Sachen passieren in der Regel  auch immer in den ungünstigsten Situationen. Nämlich unterwegs und womöglich noch am Wochenende. Wann sonst?
Da hilft es mir persönlich, wenn ich dann ein paar Dinge weiß. Zum Beispiel worauf ich in einer solchen Situation achten muss und was ich tun kann, außer zum Arzt zu fahren, bzw um abschätzen zu können, ob ich schnell einen brauche oder erstmal abwarten kann.


Sturz vom Klettergerüst ohne Kopfverletzung

Das Sirenchen hatte neulich einen spektakulären Sturz aus 2 Meter Höhe. Überschlag über die Brüstung einer Rutsche.

Sie hatte wild rumgehampelt und Übergewicht bekommen. Sie landete ein bisschen wie eine Katze, nur etwas zu seitlich.

Bei diesem Rutschbahnsturz wusste ich aus einem erste Hilfe Kurs noch ein paar Dinge und ich war beeindruckt, wieviel Ruhe mir das gab. Das Sirenchen stürzte also und zum Glück war rundherum Sand aufgeschüttet. Sofort schmiss sie ihre Super-Alarm-Sirene an. Wir waren flott zur Stelle, denn wir hatten den Sturz gesehen. Es hätte mich mich nicht gewundert, wenn ein Bein oder ein Arm oder beides gebrochen gewesen wäre. Eine noch schlimmere Verletzung konnte ich mir jedoch nicht vorstellen, denn dazu war sie zu gleichmäßig aufgekommen und hatte sich vor allem mit ihrem rechten Bein und Arm gut abgefangen. Da ich kein Blut und verdrehte Gliedmaßen oder eine merkwürdige Liegeposition sah, bat ich sie weniger laut zu schreien, damit ich mit ihr sprechen könnte und berührte ihre Schultern vorsichtig. Sie stützte sich dann von alleine mit dem Oberkörper auf und lehnte sich an mich. Ich hielt sie im Arm und beruhigte sie weiter, bis sie wieder richtig ansprechbar war. Sie war etwas blass vom Schreck und klagte über Schmerzen im Bein. Ich tastete beide Beine von oben bis unten ab. Zunächst meinte sie Druckschmerzen knapp unterm Knie zu haben. Sie konnte aber problemlos mit den Zehen wackeln und das Knie beugen. Als der Herr Papa mit einem Eis zu Hause lockte, stand sie sogar sofort auf und lief ganz normal. Kein Hinken, keine Beschwerden. Nix. Alles gut. Dabei blieb es auch.

Mich hatte in der Situation wirklich beruhigt, dass ich erstens den Sturz gesehen hatte und sicher war, dass dem Rücken und dem Kopf nichts passiert war. Und dann erinnerte ich mich an den Tipp vom 1.Hilfe Kurs, das Kind von Kopf bis Fuß abzutasten und somit Ruhe zu generieren. Erstens bei mir selbst, dann hat man etwas Sinnvolles zu tun. Und zweitens für das Kind, dass sich auch sofort betreut fühlt und dadurch ruhiger wird. Durch das Abtasten kann man dann auch schon feststellen, ob es sogar vielleicht einen Bruch gibt (wenn man ihn nicht ohnehin sieht). Und dabei macht man auch nichts falsch.
Man gewinnt Zeit und wie gesagt Ruhe, um die Situation mit recht kühlem Kopf einzuschätzen zu können.
Also blieb es bei diesem Fall bei einem Schreck. (Übrigens sagte sie am nächsten Morgen, dass wäre ja ganz cool gewesen. Das würde sie nochmal machen. Dann würde sie auch nicht weinen. Man täte sich dabei ja garnicht weh.😳)


Stürze auf den Kopf

Einen wirklich dramatischen Sturz hatte sie mit gut 2 Jahren von einem Klettergerüst aus knapp 1,60 Höhe rückwärts voll auf den Kopf. Der Sturz von vor 2 Jahren war der Schlimmste von allen und wir waren überhaupt nicht vorbereitet auf eine solche Situation.
Wir waren auch wieder alle gemeinsam auf einem Spielplatz. Auch an einem Sonntag. Das Knöpfchen war noch ein Säugling und bei mir im Tragetuch. Das Sirenchen stürzte aus 1,60 Meter Höhe von einer Leiter. Ich stand daneben und hatte nur kurz zur Seite geschaut. Denn sie kletterte zum wiederholten mal und sehr souverän. In dem Augenblick leider nicht. Sie knallte mit dem Kopf voll auf die festgetrampelte Erde. An diesem Gerüst gab es keinen Sand drumherum. Es gab eine mega Erschütterung und das Kind weinte kurz und laut. Kreidebleich ließ sie sich ein Getränk einflößen, wirkte aber apatisch. Wir beschlossen erstmal zum Auto zu laufen. Im Kinderwagen schlief das Sirenchen sofort ein. Es war ganz unheimlich. Wir wollten direkt zur Uniklinik fahren, obgleich mit Säugling und dem Sohn…..puh, was ne Aufregung. Beim Umladen ins Auto erwachte das Sirenchen wieder und bat energisch nach etwas zutrinken. Sie schlief danach wieder ein. Übergeben musste sie sich allerdings nicht. Auf der Heimfahrt, die ohnehin auf der Strecke zur Uniklinik lag, beratschlagten wir und entschieden erstmal nach Hause zu fahren. Wir wollten einen vertrauenswürdigen Experten zu dem Thema anrufen. Und ggf dann zur Klinik, aber ohne die anderen beiden Kinder. Wenn man schon einen Experten kennt….Zum Glück erreichten wir diesen Experten sofort, der sagte uns dann, was wir tun könnten, außer ins Krankenhaus zu fahren.

Denn: Es ist normal, dass Kinder nach solchen Stürzen erstmal einschlafen. Das ist eine Art Reset. Man muss die Kinder nach einem solchen Sturz 24 Stunden genau beobachten. Nichts anderes tut die Klinik auch. Also sollten wir das Sirenchen alle paar Stunden wecken und beobachten, ob sie sich normal verhält und ansprechbar wäre. Außerdem sollten wir die Pupillen beobachten. Sie müssen bei Lichteinfall z.B. mit einer Taschenlampe beide gleichgroß sein. Ist eine Pupille kleiner oder größer als die andere muss man sofort ins Krankenhaus. Ebenso, wenn die Kinder sich nicht wecken lassen, nicht ansprechbar sind oder sich merkwürdig verhalten.

HIER kann man das auch nochmal ganz genau nachlesen. Da steht alles, was uns unser Experte auch sagte, detailliert aufgelistet.

Ich traute mir diese Beobachtung zu und saß etwas aufgeregt Wache am Bett vom Sirenchen und weckte sie regelmäßig. Es war alles, wie es sein sollte. Um ein Uhr nachts erwachte sie dann von allein. Wollte essen und trinken, war ganz quasselig und munter.
Ich reichte Essen und Trinken, sie tollte noch eine Runde durch die Wohnung. Wir machten eine verspätete Katzenwäsche und zogen den Schlafanzug an. Ich schlief im Kinderzimmer in der Nacht, um weiter zu überwachen. Aber es blieb alles unauffällig. Am nächsten Morgen stand sie frisch und gut gelaunt auf. Glück gehabt.

(Der Sohn hatte neulich dann auch einen Kopfsturz und wir handhabten es wie beschrieben.)


Kleine Platzwunden am Kopf

Zweimal hatte das Sirenchen sich auch schon den Kopf aufgeschlagen (ausgerutscht und gegen einen Gegenstand geknallt war sie und der Sohn auch schon einmal) und beide hatten jeweils kleine Platzwunden davon getragen.

Bei Platzwunden war ich bisher auch nicht im Krankenhaus. Bei Platzwunden entscheide ich so:

Wenn sie nur ein paar Millimeter groß sind und sich dazu noch unter den Haaren befindet, fahre ich nicht zum Arzt. Am Kopf blutet es immer ziemlich stark, so dass man sich als Eltern sehr erschreckt. Wenn man dann aber erstmal ein sauberes Tuch und irgendetwas zum Kühlen zur Hand hat, kann man die Blutung gut und schnell stoppen. Das Kind beruhigt sich. Man selber auch. (Wenn es nicht aufhört, fährt man natürlich ins Krankenhaus oder ruft einen Arzt.) Und wenn man dann nachguckt, sieht man, dass die Wunden oft kleiner sind, als man denkt. Ich sprühe dann Desinfektionsspray drauf und wenn es noch ein bisschen weiter blutet, mache ich einen Druckverband. Das sieht richtig spektakulär aus.
Die Verletzungen waren sehr schnell wieder verheilt. Der Sohn hat eine kleine Narbe am Hinterkopf, aber die sieht man ja unter den Haaren nicht. Die muss man schon suchen.
Die zweite Platzwunde beim Sirenchen haben wir erst gar nicht bemerkt. Als wir sie bemerkten, hatte sich die Wunde schon mit einer dicken Haarsträhne verklebt. Ich sprühte Desinfektionsmittel drauf und versuchte die Strähne vorsichtig zu lösen. Es gelang nicht, also ließ ich es dabei. Im Laufe des nächsten Tages erledigte sich die Sache von allein. Die Strähne war gelöst, die Wunde ordentlich verkrustet und alles gut.

Insgesamt gibt es mir ein sicheres Gefühl gewisse Dinge einfach selbst regeln zu können und nicht abhängig von jemandem zu sein.

Wenn ich etwas aber nicht weiß und nicht einschätzen kann, macht mich das nervös. Dann fahre ich sofort zum Arzt oder rufe ihn zumindest an.

  4Comments

  1. Avatar Nätty   •  

    Hui, da habt ihr ja schon einiges mitgemacht! Einige Tipps werde ich mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen. Faszinierend wie cool du bleiben kannst! Ich werde aber auch etwas besser 😉 Jetzt wo ich gemerkt habe, was Kinder so alles wegstecken können. Zum Glück sieht es ja meistens wirklich schlimmer aus als es ist, aber bei mir zieht sich im ersten Moment doch immer alles zusammen, wenn wieder etwas passiert. Und Blut kann ich wirklich ganz schlecht sehen. Zum Glück waren es bisher bei uns immer nur ein paar Tröpfchen. Das Bilderbuch-Mädchen fällt ja irgendwie oft auf die Nase, oder rammt eben diese beim Sturz gegen eine Wand/ ein Metall-Fußbein oder Ähnliches. Dann hat sie meist leicht Nasenbluten und sieht einen halben Tag aus, als hätte man ihr auf die Nase gehauen. Die Schwellung und Flecken verschwinden bei der Kleinen immer so schnell – bei manchen vorangegangenen Stürzen ist das echt erstaunlich 😉

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  3. Avatar Mama will Schoko   •  

    Wow! Da habt Ihr ja schon einiges durch! Ich bewundere dich, wie entspannt du bist und finde es super, dass du deinen Kindern das Spital erspart hast. Wahrscheinlich wird man auch mit jedem Kind gelassener, oder? Der Erste-Hilfe-Kurs ist auch eine wichtige Sache.
    LG Schokomama

    • Avatar Beatrice   •  

      😀 Ja, bei drei Kindern kommt was zusammen. Wobei wir bisher wirklich immer Glück hatten. Meistens kann ich ganz gut die Ruhe bewahren. Ich fand es als Kind auch immer beruhigend, wenn ich das Gefühl hatte, die Erwachsenen haben den Überblick und wissen was sie tun. Das möchte ich meinen Kindern auch geben. Allerdings fand ich die Kopfstürze auch alles andere als lustig. Ich war schon sehr beunruhigt. Aber wenn man dann weiß, worauf man achten muss, dann traue ich mir die Beobachtung zu. Ich kenne meine Kinder ja und kann ihr Verhalten auch am besten einordnen. Irgendwie wird man gelassener. Aber irgendwie auch nicht.

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