Ein Haushalts-Rant

Ich will ehrlich sein. Ich kann gut faul sein und bin nicht die Ordentlichste. Ich kann Chaos gut!

Ich freue mich auch immer, wenn jemand sagt oder schreibt, dass es bei ihm zu Hause auch chaotisch und alles in Unordnung ist. Ich lese auch gerne, dass man statt Aufräumen lieber Zeit mit den Kindern verbringen soll. Die gemeinsame Zeit ist wertvoller, als eine aufgeräumte Wohnung. Das sehe ich auch so. Ich bin auch froh, dass alle sagen, dass die Unordnung mit Kindern normal ist.
Ich lache oft und zucke seufzend mit den Achseln, wenn ich mich hier zu Hause umsehe.

ABER ganz ganz manchmal möchte ich IM STRAHL KOTZEN wegen der ganzen Unordnung.
Dann helfen Tipps und gute Ratschläge und aufbauende Sprüche auch nichts mehr!

ICH MÖCHTE KOOOOOTZEN!

Wir hatten tolle drei Wochen Ferien. Wir haben viel gemacht und geschafft. Aber es ist im Haushalt viel liegen geblieben. Die Zeit am Tag, die ich sonst für die üblichen Minimal- Aufgaben gebraucht hätte, brauchte ich, um die Verwüstungen von 3 Kleinkindern in Schach zu halten. Oder ich saß komplett erledigt und starrte mehr oder weniger Ergebnislos in meinen Computer.
Die erste Woche nach den Ferien wollte ich den Haushaltspflegestau beseitigen. Aber dann kam das tolle Sommerwetter. Wir haben statt Ordnung zu schaffen die Zeit draußen verbracht. Wir waren schwimmen und im Garten und was man so macht bei den Temperaturen. Wieder blieb viel liegen. Ich habe immer nur die täglich anfallenden Handtuchberge nach dem Schwimmbadbesuch oder den Plantschbeckenorgien gewaschen und wieder nur das Nötigste gemacht.

Entsprechend sieht es hier aus. Wenn mich einer fragt, wann ich das letzte Mal den Fußboden geputzt habe, muss ich ehrlich sagen: Keine Ahnung, aber er hat´s schon länger wieder nötig. Und ich bin da großzügig mit den Zeitabständen! (Wenn meine Mama das jetzt liest, kommt sie wahrscheinlich sofort angebraust und wischt los.) Aber keine Sorge Mama, es ist schon passiert. Mit einem kaputten Wischer. Den hatte der Sohn neulich und nutzte ihn im Garten als Seilbahngondelhalterung und fuhr damit die Wäscheleinen ab. Man kann ja nicht immer NEIN sagen, also ließ ich ihn dieses kreative Spiel spielen. Jetzt ist der Wischer kaputt.
Aber bevor man wischen kann, muss man ja diesen ganzen wahnsinnigen Kleinkram weg schaufeln, der ÜBERALL rumfliegt. Wahnsinn! Und die Hälfte von dem Zeug klebt. Von Knete oder Zahnpasta oder Eis oder Marmelade oder was weiß ich. Manchmal will ich es nicht so genau wissen.

Ich habe nackte Puppen, einzelne Puppenschuhe, Puzzleteile, Bücher, kaputte Kissen, Spielküchenzubehör echt pp eingesammelt.
Die Kinder haben alle drei keinen Sinn für Ordnung! Also so garnicht! Egal wie hübsch und übersichtlich man was arrangiert und verräumt. Selbst die Lieblingsspielzeuge fliegen irgendwo rum. ….und bei CDs macht es mich auch ganz hektisch. Die ganzen schönen Kinderhörspiele….ich habe sie extra in einem Schrank in einer für Kinder unpraktischen Höhe. Sie sollen mich fragen, wenn sie eine andere Folge hören wollen. Aber nein, kaum dreht Mama sich um, werden Stühle gerückt, geklettert und Verwüstungen veranstaltet. So einige schöne CDs sind leider so verkratzt, dass man sie nicht mehr hören kann. Hüllen fehlen oder CDs. Ich HASSE DAS!!!!!!

Und so kam es am schönen sonnigen Sonntag, dass ich sehr unzufrieden vor mich hin grummelte. Einerseits dachte ich, ich solle den Tag mit den Kindern genießen, aber die Unordnung überall machte mich unruhig. Trotz Hitze begann ich zu räumen. Und setzte es heute vormittag fort.

Und dann muss ich ehrlich gestehen: Diese immer gleichen Aufgaben ööööden mich gerade so dermaßen an. Wäsche waschen, Wäsche aufhängen, nächste Maschine. Spülmaschine ausräumen, nächste Ladung rein. Essen servieren, Küche wieder aufräumen. Mindestens 4mal am Tag.
Gewaschene und getrocknete Wäsche in die Schränke einsortieren. Katzenklo sauber machen. Müll raus bringen. Die Kinder antreiben das Spielzeug aufzuräumen und mitmachen. Gutes Beispiel sein. Man räumt und kramt und macht und tut……Immer das selbe. Und es sieht trotzdem aus, wie vorher. Einkaufen ist Wellness für den Kopf.

Katzenhaare ballen sich auf der Treppe zu Büscheln zusammen, schon einen Tag nachdem man gesaugt hat. Katzenstreu klebt unter meinen Füßen, wenn ich das Bad betrete. Das Bad. Das Bad….ich will es putzen….Aber diese Klamottenberge von getragener Wäsche, die zu sauber ist um sie zu waschen und zu dreckig um sie in den Schrank zu räumen. Sie sind Zeugen der kühleren Tage. Morgen wird es kühler -inshallah- , denke ich, und dann können diese getragenen Sachen wieder angezogen werden ….(Hahahahahahahah! Erkläre das mal den Kindern, die haben dann schlechte Laune und holen sich trotzdem was neues aus dem Schrank.) und dann fliegt das Zeug abends in die Wäsche. Und ist aus dem Weg! DANN kann ich das Bad putzen. Nein, das mache ich gleich noch, nach meiner Kaffee-Pause. Dann werfe ich ganz verwegen die ganzen halbsauberen oder halbdreckigen Sachen in die Waschmaschine. Umwelt hin oder her. Heute wird gesündigt. Heute ist Seelenfrieden dran!

Das Kinderzimmer muss auch gesaugt werden. Aber zum wiederholten Mal ist die Playmobilkiste wieder ausgekippt worden. Gestern abend. Nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht habe. 🙁 Entweder ich räume es auf, oder ich muss wieder warten, bis die Kinder aus dem Kindergarten zurück sind. Aber wer weiß, was dann ist?

IMMER IST WAS!

Manchmal weiß ich nicht wo ich anfangen soll. Und dann krame ich mal hier mal da, renne Trepp-aufTrepp-ab, freue mich, dass ich was schaffe. Und wenn ich mich dann umsehe, sieht es so neutral betrachtet immer noch aus, wie vorher. AAAAAAAAAAAAAAH! Zum KOOOOTZEN! KOTZEN! KOTZEN!

  5Comments

  1. Claudia   •  

    Hallo BC,
    GENAU SO!!! Einkaufen ist Wellness – wie wahr 😉
    Schön, das du so ehrlich schreibst. Habe vier, nun schon etwas größere Kinder (9, 6jähr. Zwillinge und 4,5 Jahre). Am schlimmsten sind die Sonntagnachmittag im Winter, wenn alle nach dem Wochenende durchdrehen und man gefühlt von Nachmittags bis Bettzeit räumt.
    Alle deine geschilderter Trotz- und Motzattacken der Kids kenne ich rauf und runter. Aber: ES WIRD BESSER! Schon tausendmal gehört, aber wirklich so.
    CB

    • Beatrice   •  

      Hey CB 😀
      Jaja, die Sonntagnachmittage im Winter…ich hatte sie schon verdrängt…wie freu ich mich schon…:-D Es beruhigt mich zu hören, dass es besser wird! Ich finde immer beeindruckend, wie andere das mit noch mehr Kindern hinkriegen. Ich finde Großfamilien toll! Und wenn ich Schwanger-sein und das erste Babyjahr nicht so mühsam fände, wäre ich noch mehr Kindern trotz des ganzen Wahnsinns nicht abgeneigt. Spaß macht es ja dann doch. 😀 LG

  2. Katharina von schaumalher   •  

    Liebe Bea, ich nenne Dich jetzt einfach mal Bea 😀 Ich fühle so mit Dir, entweder Du hast bei mir Mäuschen gespielt oder unser Haushaltsleben läuft fast gleich ab. Genau so geht es mir täglich, ich liebe eigentlich frische Wäsche, aber ich hasse sie zusammen zu legen. Da ich nicht täglich saugen kann, mich aber die Katzenhaare und Katzenklokrümel ultra nerven und zwar nicht nur an den Füßen, greife ich täglich zum Besen. Unsere Kinder unterscheidet, dass meine Große sich täglich frische Sachen mit ins Bad nimmt und diese dann liegen lässt, weil sie etwas anderes anzieht. Jeden Morgen vor der Arbeit fülle ich den Geschirrspüler um das selbe am Abend zu wiederholen. Das Spielzeug lasse ich inzwischen einige Tage sogar liegen, weil es sich nicht lohnt es aufzuräumen. In der Couch liegen dann Eisstiele und Eispapier und die Katzen verteilen ihr Katzenfutter neben dem Napf. Oh ja ich bin ganz bei Dir und rufe AMEN zu Deinem Beitrag. Inzwischen nehme ich es so hin, ich werde nie so eine aufgeräumte Katalogwohnung haben, das liegt wohl nicht in unserer Natur und mehr als machen geht auch nicht.
    Keine Sorge, Du bist nicht allein :-*

    • Beatrice   •  

      Danke schön! Das tröstet….keine Zeit zum antworten…

  3. Anna   •  

    Oh, ja, dieses „ICH KÖNNTE KOTZEN“-Gefühl kenne ich nur zu gut. Manchmal glaube ich, ich bin aus der Art geschlagen, Ordnung halten ist furchtbar schwierig. Wie machen andre das nur? Putzen die bis tief in die Nacht? Wäsche sortieren, ist einfach nur eine Folter. Alle Socken haben plötzlich kein Pendant mehr. Ich könnte echt schreien. Aus diesem Grunde habe ich mir einen extra Wäschekorb für verwaiste Socken angelegt, da kommen immer alle rein, die ich nicht zuordnen kann. Manchmal, wenn ich echt viel Freizeit und Muße habe (also 1 Mal im Jahr), sortiere ich diesen Korb und siehe da, einige Paare kamen wieder zusammen. ABER: Leer wurde er noch nie. NOCH NIE! Immer tümmeln sich da noch Exemplare. Ich werde diese jetzt einfach mal entsorgen. SO! Und einen Tag nicht gesaugt, dann rollen schon die Hundehaarbüschel über den Boden, dass man meinen könnte, man sei in der Prerie. Deshalb hasse ich unangekündigten Besuch. Ich brauche immer Vorlaufzeit, um wenigstens das Gröbste zu beseitigen. Ach, liebe Beatrice, ich fühle mit Dir. :-). Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht organisiert und strukturiert genug? Ich muss beim Putzen immer Pausen machen, damit ich vor Frust nicht ganz den Koller bekomme. Ob das normal ist? Und dabei liebe ich, wenn allles super sauber und ordentlich ist. Dannach bin ich total glücklich, wenn alles glänzt und strahlt. Aber dieser ZUstand währt ja leider nur kurz. Es ist wie im Hamsterrad. NACH DEM PUTZEN IST VOR DEM PUTZEN! Eine Erkenntnis bleibt: Unordnung geht sehr fix, putzen dagegen nicht. Naja, jedenfalls bin ich beruhigt, dass es nicht nur mir so geht. Fühl dich fest gedrückt, ich habe VOLLSTES Verständnis :-). Einen lieben Gruß aus unserem unaufgeräumten Wohnzimmer 😉

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