Schnullerfrei ganz ohne Fee und großen Zauber

So, auch das letzte Kind hat hier den Schnuller abgegeben.

Natürlich muss jeder selbst entscheiden, wie lange er den Kindern den Schnuller lässt. Ich persönlich finde, Dreijährige mit Schnuller sehen deppert aus. Sorry. Auch wenn die Kinder nicht deppert sind. Aber irgendwie macht es mir ein komisches Gefühl, wenn ich Dreijährige mit Schnuller rumlaufen sehe. Irgendwie passt das für mich optisch nicht zusammen. Ich bin auch nicht sicher, ob Dreijährige ein ehrliches Bedürfnis nach dem Schnuller haben oder einfach der Gewohnheit unterliegen. Deshalb habe ich ab dem 2. Lebensjahr bei allen drei Kindern auf den passenden Moment zur Abgewöhnung gewartet und diesen genutzt.
Die Sache läuft nämlich nur, wenn nicht gerade große Umbruchsszenarien oder Reisen, Krankheiten oder sonstige Probleme vorliegen. In diesen Zeiten sollte man so ein Entwöhnungsprojekt nicht anfangen.

Und jetzt muss ich noch was provokativ in den Raum schmeißen: Scheiß auf die Schnullerfee! Es geht komplett ohne irgendwelchen Belohnungen oder ewig langen Entwöhnungs-Szenarien. Ohne Theater. Ohne langes Reden oder Diskutieren. Ohne ewiges Trösten. Es muss nicht immer für alles eine Belohnung geben. Die Belohnung ist doch ein neues Freiheitsgefühl. Für ein Kind ist es doch auch toll nicht mehr von dem ollen Sauger abhängig zu sein und zu lernen, dass es für viele Dinge einfach einen passenden Zeitraum gibt und dann etwas Neues anfängt.
Beim Sohn ging es super easy.  Da habe ich noch an einen glücklichen Zufall geglaubt und keinen wirklich Plan gehabt.
Beim Sirenchen ging es auch ruckzuck. Von heute auf morgen. Die Umstände waren nicht wirklich so, wie ich mir das als Mutter gewünscht und gedacht habe. Aber es schien zu passen. Das kann man alles detailliert HIER nachlesen.

Beim Knöpfchen hat´s vor knapp zwei Wochen auch problemlos einfach so geklappt. Und sie war am Schnuller-versessesten von allen. Egal wo sie einen Schnulle fand, zack, war er wieder im Mund.

Wie ging das nun mit dem Schullerfrei?
Das Knöpfchen ist neuerdings von der NEIN-ICH-Krankheit befallen und strich immer mal ihr Mittagsschläfen. Zudem war sie des abends zu überdrehtem Schabernack aufgelegt, bunkerte in ihrem Bett Spielzeuge, die sie dann krakeelend und laut lachend auf ihre schon dahindämmernden Geschwister warf.
Ich merkte irgendwann an, dass so große Mädchen, die immer NEIN-ICH sagen und alles selber können UND abends die Geschwister wecken, keinen Schnuller mehr bräuchten. Den bräuchten nur Babys und ganz kleine Kinder.
Soweit zur Ankündigung.
Schließlich merkte ich an, dass der Schnuller weg käme, wenn sie weiterhin mit Sachen auf ihre Geschwister werfe. Ein paar Abende hörte sie immer wieder auf, wenn ich die Konsequenz anführte. Aber dann ging es wieder los.
Da kam ich ins Kinderzimmer und blickte streng. Bevor ich etwas sagen konnte, reichte mir das Knöpfchen (ohne Witz) lachend! ihren Schnuller an.
Die nächsten zwei Tage fragte sie noch jeweils genau einmal und das sehr halbherzig, nach dem Schnulli. Ich antwortete ihr dann freundlich, dass sie jetzt schon groß sei und große Kinder keinen Schnulli bräuchten. Fertig. Thema beendet. Zur Belohnung gibt extra Kuscheleinheiten und ein Küsschen von Mama.
Der Schnuller fehlt ihr überhaupt nicht. Es war einfach nur Gewohnheit.Und Mittagsschläfchen macht sie auch wieder.

 

  7Comments

  1. Katja   •  

    Oh toll, dein Beitrag macht ja Mut! Kind 1 hatte nie einen Schnuller, Kind zwei ist 9 Monate und ich frage mich, wie sie den wohl los werden wird! Oft sind die einfachen Lösungen ja, die besten! Hier darf aber noch ein wenig weiter geschnullert werden!
    Liebe Grüße
    Katja

    • Beatrice   •  

      J, dein Küken hat noch viel Zeit zum Schnullern. 😀 Und später kommt es auch nicht auf ein paar Wochen oder Monate an. Man hat schnell raus, ob noch wirklicher Widerstand herrscht oder es eigentlich ok wäre, den Schnuller abzulegen. Im Frühling hab ich es auch schon mal vorsichtig versucht mit Ankündigung der Schnullerfee. Da meinte das Knöpfchen entschieden, die soll neue Schnuller bringen. 😀 Ich hab das Thema dann ruhen lassen.
      LG

  2. Danielle   •  

    Hach – das schreibt sich locker flockig, wenn man Kinder hat, die diesbezüglich ganz unkompliziert sind.

    Meine Tochter hat mit 2,5 Jahren relativ unkompliziert ihren Schnuller abgegeben und ich habe mich wie der Superheld gefühlt. Alles easy und unkompliziert – super!

    So – bei meinem 2,5-jährigen Sohn auch ausprobiert: Ging GAR nicht. GAR nicht. Ein hysterisch schluchzendes Kind, das sich gar nicht mehr beruhigte bei dem Gedanken, den Schnuller abgeben zu müssen. Das brach das Mutterherz und keine Frau auf der Welt wäre so grausam gewesen, das „durchzuziehen“. Nun ist er 4 und braucht (!) seinen Schnuller definitiv noch. Das ist keine „Gewohnheit“ – das ist wirkliches Bedürfnis.

    Früher habe ich auch gedacht: alle Kinder, die mit mehr als drei Jahren Schnullern, sind echt befremdlich. Mittlerweile denke ich: Sie sollten den Schnuller abgeben, wenn sie bereit sind. Und mein Sohn ist es mit 4 Jahren noch nicht. Aber das ist nicht schlimm. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht :-).

    Liebe Grüße
    Danielle

    • Beatrice   •  

      Du hast natürlich recht mit dem Gras und so. Und bestimmt klappt das auch nicht mit allen Kindern, wie ich das geschildert habe. Ich kenne auch ein Kind, dass sehr sehr spät den Schnuller abgeben hat. Wenn es so garnicht geht, dann lässt man es einfach. Ich hatte auch immer noch einen Notfall-Schnulli im Geheimversteck, für den Fall der Fälle. Aber den brauchte ich netterweise nie.
      Jedoch kenn ich sehr viele die die Schnullerfee-Geschichte auspacken und dann mit tollen Überraschungen aufwarten. Einerseits ja ganz süß. Aber anderseits auch verquer. Ich denke bei den Schnullerfee-Kindern ginge das auch ohne Schnullerfee zu diesem Zeitpunkt.
      Letztenendes kann es ja auch jeder machen wie er will. Es kommt immer auf das Eltern-Kind-Gespann an.
      Ich habe eigentlich auch nur einen „Hals“ auf die Schnullerfee, weil sie einfach nicht zu mir passt. Da kann ich die Geschichte auch nicht glaubwürdig rüber bringen.:-D
      Liebe Grüße zurück an den hohen Besuch! Ich schätze deinen Blog im Übrigen sehr!

  3. Pingback: Schnullerfee – nötig oder nicht? – alexakindermoden

  4. Anke   •  

    Huhu,
    ich habe es endlich geschafft, auch was dazu zu schreiben. Hier ist der Link: https://alexakindermoden.wordpress.com/2017/01/24/schnullerfee-noetig-oder-nicht/

    Ich denke, es hängt auch sehr vom Kind ab, ob es gut ohne klappt oder nicht. Meine Beiden sind sehr unterschiedliche Typen; die eine rennt begeistert auf alles Neue los und die andere guckt es sich erst einmal gründlich an, bevor sie mitmischt.

    Liebe Grüße,

    Anke

    • Beatrice   •  

      Hallo Anke,
      das ist doch auch eine süße Schnuller-Entwöhnungs-Geschichte! Danke! 🙂 Ich finde es auch vollkommen ok zu tricksen. Und in dem Fall hätte ich auch die Schnullerfee kommen lassen. Ich finde es nur ein bisschen wahnsinnig, wenn man per se denkt, es ginge nur mit der Schnullerfee.

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