Kopfläuse- jetzt haben wir die auch noch!

Kopfläuse sind eine wirklich überflüssige Erfindung. Der Sohn fragte auch schon nach dem Nutzen der Tierchen in der Natur. 

Nun, da Läuse nicht auf dem gängigen menschlichen Speiseplan stehen, wie bei unsere Vorfahren der Affen, weiß ich keine Antwort darauf.

Sie sind schlicht weg überflüssig.

Tatsächlich kam ich bislang mit Läusen nur als Zuschauer in Kontakt. Oder als Fahnder. Brach in der Schule eine nicht enden wollenden Läuseepedemie aus, kontrollierten wir Lehrer die Köpfe der Kinder. Ich fand schon Läuse und Nissen und weiß, wie das alles aussieht.

Immer wenn eine Läuseepedemie ausbrach, juckte es mich sofort und am ganzen Körper, was schon ein sicheres Zeichen dafür war, dass ich IM Kopf Läuse hatte, aber sehr wahrscheinlich keine AUF dem Kopf. Das bewahrheitete sich dann auch jedes Mal.

Ich las mir diverse Informationen über Kopfläuse an, um mich generell zu entspannen und weiß, dass man nicht in übertrieben Putz-und Waschzwänge verfallen muss. Nach spätestens drei Tagen sind Läuse, sollten sich sich einmal versehentlich abseits eines Kopfes verirren, hinüber.

Meine Kinder und ich blieben freundlicherweise bisher von jeglicher Läuseplage verschont. Selbst bei hartnäckigen Epidemien in der Kita. Letztes Jahr war es einmal so arg, dass ich mir zur Sicherheit einen Läusekamm besorgte und alle Köpfe gründlich durcharbeitete. Aber es war nie etwas. Einzig ein dezentes Schütteln, weil ich es schon fies finde, wenn kleine Krabbeltiere über Köpfe laufen und sich dort heimlich ausbreiten.

 

Und da erwischte es uns doch

In der Schule der beiden „großen Kinder“ war mal wieder Läusealarm.

Das Sirenchen und der Sohn beklagten die letzten beiden Tage, es jucke manchmal am Kopf. Ich sah die Köpfe durch und fand durchaus weiße Hautschuppen. Ich dachte, sie hätten vom Winter und der Heizungsluft trockene Kopfhaut. Das habe ich durchaus auch öfter. 

Dann jedoch erspähte ich zufällig auf des Knöpfchens Köpfchen beim morgendlichen Kraulen ein flitzenden Tierchen zwischen ihren Haaren. Ich war sofort hellwach und versuchte es zu finden. Mit dem Läusekamm über dem Waschbecken beförderte ich prompt zwei ausgewachsene Läuse hervor. Sie fielen strampelnd ins Waschbecken. Da ich ja wusste wie sie aussehen, hatte ich keine weiteren Zweifel über einen Kopflausbefall.

Ich zitierte das Sirenchen, welches erst zur zweiten Stunde Schule hatte, ins Bad und kämmte sie mit dem Läusekamm kurz durch. Das Ergebnis war auch hier eindeutig.

Ich kämmte mich durch. Bingo.

Ich gab in der KiTa bescheid, sammelte die Mädchen ins Lastenfahrrad, fuhr zur Schule, lieferte den Klassenlehrerinnen auch Bericht und sammelte den Sohn wieder ein. Auch hier eine gute Entscheidung. Die Kinder waren nicht weniger genervt als ich. Sie wollten sehr gerne in Schule und KiTa und nicht schon wieder zu Hause bleiben müssen. (Die letzten Wochen war ja schon genug ausgefallen.)

 In der Apotheke bekam ich das aktuelle Mittel der Wahl (Nyda) in Familienpackungsgröße zum Preis von Gold. So kam es mir vor. Noch nie habe ich soviel Geld in einer Apotheke gelassen. (Ich habe mir am Tag drauf für die Kinder ein Rezept vom Kinderarzt ausstellen lassen.)

Zu Hause verschwanden wir dann erstmal ins Bad und ich verpasste uns allen eine gründliche Packung Anti-Läusemittel. Es stand darauf man könne nach frühestens 45 Minuten das erste Mal auskämmen. Aber man müsse das Mittel mindestens 8 Stunden einwirken lassen, bevor man es auswäscht. Am besten kein Handtuch um den eingeölten Kopf legen, das kann unter umständen die Flüssigkeit aufsaugen und die Wirkung mindern.

Ich setzte also die Kinder eine Kinderfilmlänge vor den Fernseher. 

Danach konnten wir ziemlich gute Beute toter Tierchen machen. Ich würde unverblümt sagen wollen: Wir waren sehr verlaust.

Appetitliche ist das nicht. Aber der ein oder andere Läuse-Unerfahrene freut sich vielleicht über konkretes Bildmaterial. 

Eine ausgewachsene Laus.

 

Im Größenvergleich zum Finger, die ausgewachsne Laus. Larven sind deutlich schwerer zu erkennen.

 

Und hier das Ergebnis, wenn man üppig fündig wird. Das zwischen den Zinken des Kammes sind auch kleine Läuse oder Larven.

 

Übrigens funktioniert als Schnelltest auch, wenn man den Kopf über dem angefeuchteten Waschbecken gründlich durchstrubbelt. Wenn kleine schwarze Pünktchen ins Becken fallen und sich darum eine zart rosa-rote Wolke bildet, handelt es sich um Läusekot. Der löst sich in Wasser auf.

Hygienemaßnamen im Haus

Was dann anstand war ein Wechsel der Bettwäsche und das Waschen aller genutzter Handtücher. Stofftiere, Kuschelkissen und Tiere verbannte ich für ein paar Tage auf ein Regal und saugte alles gründlich durch, was Polster ist und nicht gewaschen werden kann.

Mützen und Schals wusch ich ebenfalls und zusätzlich müssen die einfach ein paar Tage ungetragen warten. Alle Kinder hatten heute Ersatzmützen an.

Außerdem reinigte ich gründlich sämtliche Bürsten und Kämme und auch die aktuell benutzen Haargummies. Den Läusekamm machte ich nach jedem Kämmen mit Seifenlauge und einer alten Zahnbürste gründlich sauber.

 

Und weiter?

Der Mann hat übrigens keine Läuse. Da er mich kennt, ließ er mich die Sache höchst persönlich bei sich kontrollieren. 😬

Heute wusch ich nochmal gründlich die Köpfe der Kinder und schnitt auch nochmal die Haare etwas nach. Und kämmte auch nochmal alle Köpfe sorgfältig durch. (Der Sendung mit der Maus auf dem iPad sei Dank.) Letzteres werde ich in kurzen regelmäßigen Abstand zwei Wochen lang machen. Und für die notwenige Wiederholung der öligen Anti-Läuse-Prozedur in ein paar Tagen haben wir schon eine schöne Spielnachmittagsverabredung mit einer Freundin der Familie und sind damit dann auch angenehm abgelenkt und beschäftigt.

 

Und dann hoffe ich, dass es endlich mal gut ist mit diesen ganzen Epidemien in diesem Haushalt!

  4Comments

  1. Avatar Anke   •  

    Das wünsche ich euch von ganzen Herzen! Blöde Epidemien!
    Ich „durfte“ meine beiden Mädchen auch mal behandeln; meine Große mit ihren damals mindestens brustlangen und nicht so ganz glatten und dadurch schwer kämmbaren Haaren war natürlich durchweg begeistert. Ich auch. Das „Beste“ daran ist: ich wurde von einer Erzieherin angerufen, dass die beiden Läuse hätten. Nach fünf Minuten intensiver Suche fand sie einen kleinen dunklen Punkt in ihrem Haar und meinte, das sei eine Nisse. Ich selbst habe nichts weiter gefunden und auch nichts im Kamm. Natürlich habe ich trotzdem beide weiter behandelt und auch die zweite Anwendung des Zeugs durchgezogen. Nichts gefunden, erst recht keine erwachsene Laus. Ich bezweifle mittlerweile, dass da überhaupt was war.

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Oh weia, mit langen Haaren doppelt gemein. Es kann schon sein, dass da gar nichts war. Habe ich auch schon erlebt, dass Leute glaubten Kinder hätten Läuse, aber es waren nur ein paar Sandkörner. Wenn man es einmal in echt gesehen hat, weiß man wonach man suchen muss.

  2. Avatar Christine Burger   •  

    Ja, ich kenne das auch, leider. War auch baff, wie viel das Zeug kostet. Oje. Was auch noch gut ist, die Wollsachen/ Kuscheltiere einfrieren oder bei Minusgraden nachts auf die Terasse legen. So machen wir das und Autositze nicht vergessen, auch die müssen abgesaugt werden. Liebe Grüße

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Da wir seltenst mit dem Auto unterwegs sind, liegt unsere letzte Tour schon Wochen zurück. Das dürfte keine Laus überlebt haben, sollte sich eine verirrt haben. 🙂 Aber Danke! Liebe Grüße

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