Der „Frühbruar“ ist da

Samstag

Der Februar startete nun mit diesem Wochenende. Oder sollte ich sagen, der Frühling? Sagen wir einfach Frühbruar.

Der Sohn wurde 9 Jahre alt und im Gegensatz zu vor 9 Jahren mutet es mächtig frühlingshaft an. Das finde ich irgendwie irritierend, obgleich ich mich schon wieder sehr freue, wenn das Leben mehr außerhalb der Vierwände stattfindet.

Aber Frühblüher am ersten Februar?

Während der Sohn am Freitag auf einem Kindergeburtstag war, kaufte ich bereits alle Zutaten für sämtliche zu fertigen Backwaren ein.

Samstag vormittag lockte ich aber zuerst alle Kinder mit mir in den Baumarkt zu fahren und versprach danach dürften sie einen Film schauen. Ich wollte nun endlich ein paar Erledigungen machen, die ich seit Tagen vor mir her schob, weil ich zu Gunsten der Kinder MEINE Wünsche hinten anstellte. Ein bisschen geht mir gerade die Puste aus, wenn es darum geht mich hinten anzustellen.

Im Baumarkt kamen wir unter anderen im der  Pflanzenabteilung an. Ich will es grüner im Haus. Nicht nur, weil mir der aktuelle Trend urbanjungel gefällt, das tat es nämlich schon immer, auch schon ohne hippen Namen, sondern weil mir hier die ein oder andere Ecke nicht gefällt. Der Mann hat mich bisher immer abgehalten Pflanzen aufzustellen, weil ihm die meisten Grünpflanzen nicht gefallen, aber MIR gefällt es und da ich nun mal die meiste Zeit hier zu Hause bin, mach ich mir das nun auch behaglich grün. Ist ja auch für die Raumluft gut.

Also, wir kamen in die Pflanzenabteilung, in der es erfreulicherweise auch gerade, wahrscheinlich dem Trend geschuldet, eine tolle große Auswahl gab. Die Kinder staunten auch und fragte, ob die Pflanzen echt seien, so schön waren viele. Der Sohn trug schon erste Töpfe mit Grün herbei, die ihm besonders gefielen.

Einen Dschungel wolle er vor allem im Bad haben, sagte er. 

Später an der Kasse wollte ein Scherzkeks noch unser Baby kaufen. Ahahahaha. 🙄

Zu Hause sahen die Kinder dann einen Film, ich kochte Milchreis und Quitten zu Mittag und verräumte schon die neuen Pflanzen an ihre angedachten Plätze.

Als ich das Hummelchen stillte, kam es zu einem Dialog mit dem Sohn, der eine Taschenlampe mit neuen Batterien befüllen wollte und anfing nach Batterien zu kramen. (da muss man allerdings Schräubchen an der Taschenlampe raus drehen)

-Ach, bitte…nicht jetzt einfach verselbstständigen! sagte ich, denn immer wenn ich gerade nicht kann, kommen die Kinder auf Ideen und verbreiten Chaos. 

-Aber so kann ich schon mal üben erwachsen zu sein.

-Ok.

Mama, das muss man ja auseinander schrauben! Maamaa….

-Dann, mach. Dann kannst du schon mal üben erwachsen zu sein. (Ich entnahm dem Maamaa nämlich ein „Hilf mir mal!“)

Er hat’s dann aber doch selbst versucht. Und es hat geklappt! Sieh an.

 

Ich sollte und wollte sodann einen Super Mario Kuchen zum Geburtstag backen. Ich dachte, ich mach einfach einen runden Kuchen mit Mario Kopf drauf. Ganz easy. Mit Marzipandecke, weil das hier alle mögen und Fondant ist mir zu süß und mit dem Material kann ich gar nicht umgehen. Ich sah das Marzipan-Werk schon vor mir.

Ich backte einen geschmacklich wunderbaren Rührkuchen, der in der Mitte leider zusammenfiel. 🙁

Währen der Kuchen abkühlte, montierte ich im Bad ein paar neue Dinge zwecks besserer Ordnung in diesem 6 Personenehaushalt.

Dann begab ich mich an den Kuchen. Ich schnitt ihn soweit runter, dass die Fläche oben wieder eben war und bestrich ihn mit aufgekochter Konfitüre. Wieder abkühlen lassen. Zeit zum Stillen und ein bisschen Spielen, sowie Waschmaschine ausräumen.

Dann legte ich die Marzipandecke drüber, ärgerte mich noch über den Verpackungsmüll und musste dann feststellen, dass das Marzipan so klebte (warum auch immer) dass sich die Folie nicht lösen ließ, ohne die Marzipandecke zu zerreißen. Scheiße. 

Ich wollte über das Loch einfach Marios Käppi „basteln. Ich begann Marzipan rot zu färben, stellte dann fest, dass wir leider doch keinen Puderzucker mehr im Haus hatten. Nochmal Scheiße. Und warf das erste Stück matschige rote Pratsche weg.

Während der ganze Schose miaute der Kater, krähte das Baby und drei naseweise Kinder kommentierten alles. Allen voran der Sohn, der meinte, es müsse aber auch noch Platz für den Boser sein. Ich hab nicht mal ne Ahnung, wie der Aussieht und wie man das richtig schreibt, geschweige denn, dass ich den Boser berücksichtigt hatte. Das war nicht abgemacht.

Ich friemelte eine ungefärbte Kappe auf das Loch und stellte alles zur Seite. Ich wollte am nächsten Morgen einfach mit Zuckerguss alles an- und aufmalen.

 

Gegen 17 Uhr gab es freundlicherweise eine Regenpause und wir brachten alle zusammen zu Fuß unser Sirenchen zu einer Übernachtungsparty.  Ich gebe zu, ich war etwas hin und her gerissen. Denn ich kannte die Familie nicht und das Sirenchen hat noch nie irgendwo auswärts genächtigt (außer bei Oma und in der KiTa zum Abschied.) Da sie sich über die Einladung unbändig freute, entschieden wir Eltern unser dezentes Unbehagen zu unterdrücken und das Kind mal ziehen zu lassen.

Zurück Hause vermisste ich das wilde Mädchen sofort und die Geschwister fuhren noch ein bisschen mit dem Roller vor dem Haus hin und her.

Das Knöpfchen hatte dann noch ein Anliegen an mich:

-Mama, dahinten hat ein Hund mitten auf den Bürgersteig gemacht und die Kacke verteilt!

-Das ist nicht schön. Dann fahr da nicht durch.

-Aber ich will bis zum Kreisel fahren. Mama!

-Auf der Straße darfst du nicht fahren.

-Mama, aber da liegt Kacke!

-Ja.

-Mama!

-Ich mach das nicht weg!

  • Ach so. Schade!

 

Sonntag

Am nächsten Morgen musste der Sohn feststellen, dass es keinen schönen Geburtstagstisch für ihn gab, wie er es gewohnt ist. Ich erklärte, das läge daran, dass ich aktuell einfach immer viel zu müde sei und ja nun auch abends mit schlafen ginge und keine Zeit hätte so etwas dann vorzubereiten. Ich versprach später einen schönen Tisch zu machen. Der Mann hat keinen Sinn für sowas. Noch nie gehabt. Dafür hat er einen Sinn für schöne und passende Geschenke! Echt!

Der Sohn hatte Verständnis. Zum Glück.

Es gab dann ein erstes kleines Geschenk und ein schnelles Frühstück. Ich versuchte den Mario-Kuchen zu retten und fabrizierte das Ober-mega-Desaster meiner ganzen Kuchenbackkarriere. Ich bescherte mir selbst einen fulminanten Lachanfall. Es liefen mir die Tränen vor Lachen. Ein bisschen auch aus Verzweiflung. Der Sohn fragte ganz trocken: „Was ist denn das????“ und ich lachte und lachte und immer wieder lache ich noch heute, wenn ich mir das Bild von diesem Kuchen ansehe. Verkackt. Auf ganzer Linie. Aber der Sohn verbot ihn weg zu schmeißen. Denn schmecken würde er ja schließlich. Da hatte er allerdings Recht!

Der Zuckerguss verlief, dann war die Farbe viel zu schnell leer…..Alles Scheiße. 😂

 

Dann machten sich Vater und Sohn auf, zu einer Art kleinem Schachturnier auswärts und ich holte das Sirenchen wieder von der Übernachtungsparty ab.

Das Kind war gut gelaunt und ganz beseelt. Sie hatten einen super Abend gehabt und es zeigt mal wieder, dass die elterlichen Lösungsschwierigkeiten oft sehr unbegründet sind.

Währen die Männer noch unterwegs waren, backte ich einen weiteren Kuchen und schmückte die Lampe über dem Esstisch. Die letzten Jahre hatte ich immer bunte Papierpunkte im Februar aufgehängt. Das passte zu den beiden Geburtstagen und dem Karneval. Aber ich entschied mich diesmal für Blätter. Weil dem Sohn der Dschungel im Baumarkt so gefallen hatte. (Und mir gefällt es auch.) Ich kramte sogar noch eine CD mit Regenwaldgeräuschen aus dem Keller.

Die Küche war ein Schlachtfeld, welches ich auch noch in Ordnung brachte und dann standen auch schon meine Eltern vor der Türe und brachten ein großes Gemeinschaftsgeschenk mit. Der Sohn entschwand sodann in sein Zimmer und wandte sich überglücklich seinem Legouniversum zu. 

Der Tag verging sehr entspannt und ich fiel dennoch am Abend wieder völlig erledigt ins Bett.

Die kommende Woche hat es nochmal in sich.

  2Comments

  1. Avatar Christina   •  

    Hallo,
    ich lese seit geraumer Zeit deinen Blog, so leicht, ehrlich zum mitfühlen – das Leben! Ich habe drei Kinder (1, 4, 6) – noch. Letzte Woche wartete ich auf das monatliche Geschehen, am Mittwoch hab ich den positiven Test in der Hand gehabt Ich erinnere mich an deinen Geburtsbericht, an die tolle Hebamme.
    Ich wohne ganz in der Nähe und wollte dich fragen, ob du mir Infos über sie geben kannst. Meine bisherige Hebamme ist derzeit nicht verfügbar.
    Einen schönen Sonntag
    Christina

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Liebe Christina,

      ich habe dir letzte Woche den Kontakt gemailt. Ich hoffe die mail ist angekommen.

      LG

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