Vom Kindergeburtstag und Karneval

Ich habe ja bereits geschrieben, dass ich unser Aktivitätenpensum aktuell recht groß finde, denn die drei Sportnachmittage mit der Fahrer-und Warterei fressen doch eine Menge Zeit.

Nachdem mich dann letzte Woche ein paar Schwindelanfälle ereilten, nahm ich etwas Tempo aus allem heraus. Keine Sorge. Ist nix Gefährliches mit dem Schwindel. Ich habe einfach vergessen zu ENTspannen. Mein Bewegungsaparat stand unter Dauerspannung und mit Hilfe von progressiver Muskelentspannung und Mut zur Lücke hinsichtlich der Kindergeburtstagsplanung konnte ich mir helfen. 

Am Freitag hatten wir nämlich Kindergeburtstag in da House. 14 Kinder.

Zur Verköstigung gab es nachmittags:

Selbstgebackene Muffins, gekaufte Berliner vom Bäcker, eine große Dose Süßkram, Apfelschnitze mit Schokoglasurspritzern verziert und Sprudelwasser mit und ohne Limonadensirup.

(Ich denke für den nächsten Geburtstag, der Ende Februar ansteht, gibt es nur gekaufte Berliner oder sowas und Obst mit Schokoladenglasur.)

Zum Abendessen:

Brötchen vom Bäcker, Bratwürstchen (Bio), Ketschup, Snacktomaten, saure Gurken, Kroketten und Trauben-Käsespieße.

Getränke wie oben.

Alles als Fingerfood auf dem Tisch serviert. Wir hatten nur Gläser und die Serviergefäße in die Spüle zu räumen und den Tisch abzuwischen.

Fertig.

Als Unterhaltungsprogramm gab es eine kleine „Schnitzeljagt“. Die gestalte ich grundsätzlich so, dass niemand vorher eine Spur auslegen muss. Ich schreibe Rätselkarten, die ein Ziel beschreiben. Ist dieses erreicht, gibt es das nächste Rätsel von mir ausgehändigt. So stürmt die Meute auch nicht zu weit vor. Erfahrungsgemäß fällt den meisten Kindern auch nicht auf, ob die „Karten“ wirklich schön gemachte Karten sind, oder einfach auf ein Blatt Papier geschrieben und skizziert wurde. 

Empfehlenswert ist es einen Kaugummiautomaten mit einzubauen. Das finden die meisten Kinder voll super. 

Eine Aufgabe war im Kiosk eine von mir hinterlegte Tüte mit Lollies, die ich dort gekauft hatte, mit Hilfe eines Passwortes, welches zuvor entschlüsselt werden musste, einzusammeln. (Beim erstellen des Passworträtsels hatte ich jedoch einen Denkfehler. War aber egal. Sie haben es auch so rausgefunden.)

Einen Zwischenstopp auf einem Spielplatz gab es ebenfalls. Und ein Spiel für den Garten hatte ich auch im Petto. 

Falls das alles nicht gereicht hätte, hätten die Kinder noch Dart spielen können oder Pfeil- und Bogenschießen im Garten.

Eine angedachte Aufgabe mit Luftballons hatte ich ausgelassen, weil ich sie vorher ausprobieren hätte müssen, aber es zeitlich nicht geschafft hatte.

Die Ballons hatte der Mann aber dennoch mit Helium gefüllt, was ganz hübsch als Deko aussah und am Ende bekam jeder den erbeuteten Lolli aus dem Kiosk an einen Ballon gebunden (so konnten die Ballons auch nicht wegfliegen), als Mitgebsel. 

Zur Übernachtung blieb mein Neffe. Er ist gleichaltrig mit dem Sohn und wenn die beiden zusammen hier sind, dann ist zwar rechnerisch ein Kind mehr im Haus, aber vom Aufwand her gefühlt eins weniger. Man sieht die beiden nur zu den Mahlzeiten.

Unser Baby-Mädchen hat übrigens alles locker mitgemacht und sogar fast 2 Stunden auf der Terrasse geschlafen während des Geburtstages. 

Am Samstag gab es dann die restlichen Brötchen vom Vortag aufgebacken und die letzten Muffins zum Frühstück. Den Tisch deckte ich ganz verwegen gar nicht erst ab. Denn zum Mittag würde es auch nochmal Brötchen geben. Diesmal mit Hackfleisch überbacken. Wozu abräumen und das Gleiche zwei Stunden später wieder decken?

Den Vormittag verbrachte ich damit das Baby zu versorgen, das Mittagessen vorzubereiten und Karnevalskostüme bereit zu legen. Mich selbst zog ich sogar schon fast fertig an. Das Sirenchen wünschte ebenfalls schon kostümiert zu sein. Sie durfte auch lange Ohrringe von mir tragen. Gerade schaut sie genau, was ich so mache und orientiert sich sehr daran.

Nach dem Mittagessen mussten sich auch die Jungs endlich in Schale schmeißen und auch wir Mädels machten uns komplett fertig. Wir wollten zu einer Kindersitzung.

Pünktlich saßen wir im Auto und kamen gut gelaunt an der Mehrzweckhalle an.

Da die Party letztes Jahr richtig gut war, war ich schon voller Vorfreude.

Mit einem Schwung befreundeter Familien, inklusive meiner Schwester, suchten wir uns einen Platz im hinteren Teil der Halle, um auch den Kinderwagen bequem parken zu können.

Nach einer kurzen Ankommensphase stellte sich dann heraus, dass ein Kinderanimateurteam durch den Nachmittag führen würde. Die Moderatorin, welche sonst leicht, locker und kindgerecht durch das Programm führte, fiel dieses Jahr leider aus.

Das Animatuerteam gab alles. 

Die Kinder hatten in einer bestimmten Altersrange durchaus ihren Spaß an den Spielen. Allerdings kippte die Stimmung nach 1,5 Stunden. Denn es war einfach kein Ende in Sicht. Was fehlte, war jedwede Karnevalsstimmung und Karnevalsmusik fehlte fast komplett. Stattdessen dudelte als Untermalung ein Kinderliedermadley und die dezent zu laut eingestellten Mikrofone ließen die Moderation scharf in den Ohren stechen. Ich sah wie sich einige Kinder die Ohren zu hielten und hörte auch Äußerungen, es sei zu laut. Einige Kinder wollten auch recht bald nach Hause. Ich hoffte immer noch auf einsetzende Partystimmung und Karnevalsmusik, damit wirklich ALLE mitgenommen werden. Kinder UND Eltern. So wie in den Vorjahren. Aber das blieb aus. Der Saal füllte sich auch nicht wie letztes Jahr gegen Ende immer mehr, sondern die Leute brachen verfrüht wieder auf. Es leerte sich immer weiter und ich hörte in allen Ecken, es sei leider nicht das Selbe wie die anderen Jahre.

Das Festkomitee hatte es mit Sicherheit gut gemeint. Und das Animatuerteam machte unermüdlich seinen Job. Aber es war einfach zu lang, zu laut, zu viel Gelaber und viel zu wenig Karneval. Das sagten auch die Kinder. Die wollten eigentlich gerne selber tanzen und singen.

Etwas ernüchtert brachen wir auch früher als geplant auf. Sogar die Kinder kamen prompt und ohne ein einziges Wort des Unmutes sofort mit, als ich zum Aufbruch trommelte.

Unser Baby-Mädchen hat übrigens auch die zu laute „Karnevals“-Party ganz locker mitgemacht. Ein geselliges Kind mit viel Frohsinn. Sie hat zunächst gestaunt, alle angelacht und ist dann in der Trage eingeschlafen. Da hatte sie ein Ohr auf meiner Brust und das andere hatte ich ihr zugehalten. So war es für sie auch nicht so laut. 

Ich hoffe, wir können doch noch ein bisschen Karneval nachholen, wenn der Straßenkarneval los geht. Ich würde mit dem fröhlichen Baby gern ein bisschen singen und tanzen.

Der heutige Sonntag steht ganz unter dem Stichwort Sturm Sabine. Wir sind im Schlafanzug geblieben, haben uns ein bisschen berieseln gelassen und rumgehangen und warten mal, was die Sturmnacht so bringt.

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