Corona- Woche 5- Über den „Alltag“ und zwei Buchempfehlungen

In meinem Kopf sind 4 verschiedene Texte. Aber ich werde nur einen allgemeinen schreiben, der alles anreißt. Denn meine Zeit reicht nicht.

Ich komme zu nix.

Das Baby klebt an mir.

Ach, was sage ich, die Kinder kleben alle am Mann und mir.

Gestern morgen beklagten wir noch vor dem Aufstehen, dass wir immer belagert werden und der Sohn war so schlagfertig und benannte sich und die Schwestern selbst als Helikopter-Kinder. 😀

Der Mann und ich haben darauf hin entschieden, dass wir offenbar zu nett sind. Wir müssen mal „härter durchgreifen“. 

Das eher ruhige Fahrwasser in dieser Shutdownsituation hält bei uns weiter an. 

Wobei, manchmal kommt auch ein Strudel.

Das wilde Mädchen führte zaghaft an, dass sie die Schule und ihre Freundinnen ein bisschen vermissen würde. Was ich ihr glaube und ein bisschen blutet mein Herz, denn sie hatte im letzten halben Jahr zaghaft ein paar sehr nette Kontakte mit ein paar Mädchen ihrer Klasse geknüpft, was in ihrem Fall nicht selbstverständlich ist. Wenn es nicht passt, dann hält sie sich lieber fern und wenn es passt, dann öffnet sie sich mit ganzem Herzen. 

In den letzten und auch folgenden Wochen wird sich dieses zarte Freundschaftsband wahrscheinlich wieder lockern und wenn irgendwann das neue Schuljahr wieder los geht, dann ist sie wieder in einer anderen Lerngruppe. Jahrgangsübergreifender Unterricht ist Fluch- und Segen zugleich. 

Zudem bewegt sich das wilde Mädchen so unfassbar gern. Ihr fehlt der Sportunterricht, das Tanzen am Nachmittags und die freien Nachmittage auf den Spielplätzen.

Ostern entlud sich dann das erste Mal ihre Verunsicherung hinsichtlich der ganzen Situation. Als Oma und Opa überraschend klingelten und wir uns von Bürgersteig und Haustür zu winkten und ein bisschen plauderten, bekam das wilde Mädchen einen Ausraster, weil der Osterhase ein „falsches“ Buch gebracht hatte. Das Buch war es nicht. Das war mir sofort klar. Es war diese überaus surreale Situation. Die oft auf den ersten Blick seltsamen Momente für wilde Ausbrüche kennen wir. Also fingen wir das eigentliche Problem auf.

Tatsächlich sagte das wilde Mädchen abends (die Geschwister allerdings auch), es wären sehr schöne Ostern gewesen. ❤️

Unser Ostern war auch schön. Mit Filmschauen, kleinen Radausflügen und ein paar schönen Überraschungen vom Osterhasen (Die Nachbarschaft und eine Freundin hatten ungeplant dazu beigetragen.)

Der Sohn versinkt erlaubter Weise immer mal wieder im Tablet und erkundet und gestaltet sich seinen Spielraum in Minecraft. (Übrigens ist es auch immer sehr schwierig ein Zeitfenster zu erwischen, in dem ich eine digitale Zeichnung für den Blog machen kann. Das Tablet ist entweder leer oder in Gebrauch oder ich habe kein Zeitfenster.)

Dank  Patricia Cammarata (das Nuf) und ihrem Buch: „Nur 30 Minuten, dann ist aber Schluss“, beiße ich die Zähne zusammen und lese mich ein bisschen in das Spiel Minecraft ein und konnte dem Sohn schon ein paar nützliche Tipps geben. Und tatsächlich verstehe ich jetzt auch wovon er spricht, wenn er mir darüber was erzählt. Irgendwie ist es auch süß, wenn er mich um Rat fragt.

Das Buch kann ich übrigens JEDEM Elternteil nur wärmsten empfehlen! Ich habe einiges gelernt, einige meiner Meinungen wurden bestärkt, andere revidiert und auch meine partielle Ratlosigkeit hinsichtlich des Umgangs mit den „neuen“ Medien hat sich nahezu aufgelöst.

Wer sich fragt, wie Lesen und Zeitmangel zusammen passen….Da das Baby so überaus anhänglich ist/war, musste ich in den letzten beiden Wochen viel Zeit mit dem schlafenden Baby auf dem Arm rum sitzen. Dabei kann ich zwar nichts im Haushalt machen oder Blogbeiträge schreiben, aber lesen. Und ich lese schnell. Das kommt mir und meinem Lesehunger zu Gute.

Und so kam es, dass ich in dieser letzten Woche noch ein weiteres Buch begann, welches den Mann ebenfalls interessierte. Somit fanden wir einen Weg unsere fehlende Erwachsenenzeit zwecks gedanklichem Austausch am Abend in den Vormittag zu legen. Während das Baby nach dem Frühstück auf meinem Arm einschlief und auch nur dort weiter schlief, las ich laut aus Rutger Bregman: „Utopien für Realisten“ vor und der Mann brachte parallel die Küche in Ordnung. Das war eine sehr annehmbare Arbeitsteilung. Und die Kinder verstanden nur Bahnhof und suchten das Weite.

Diese Buch kann ich auch nur jedem ans Herz legen. Gerade in dieser Krise sollte mal ernsthaft über neue Wege nachgedacht werden und das Buch liefert wertvolle Denkanstöße.

Und während der Mann und der Sohn gerade Quartett spielen, das Baby tatsächlich nochmal im Kinderwagen schläft -jipiiiii- und die Mädchen als Meerjungfrauen im Garten abtauchen, kann ich diesen Beitrag schreiben, um auch diese Ausnahmewoche im Groben fest zu halten.

Ich hole auch vorsorglich nochmal Luft. Denn ab Montag geht „die Schule“ wieder los, der Mann wird wieder zur Arbeiten müssen/dürfen und ich werde versuchen Homeschooling, KiTakind, Baby, Haushalt UND die Laune aller Beteiligten auf annehmbarem Niveau zu halten.

Keine Ahnung wie das alles weiter geht. 

Haltet durch! Bleibt gesund!

 

Und ich drücke schnell auf veröffentlichen, denn das Hummelchen ist schon wieder wach. tätää

 

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