Ein bisschen wie Tetris- Woche 7

In dieser 7. Woche war ich zeitlich wieder ganz gut sortiert. Also, was die Zuordnung der Wochentage angeht. Unsere Tagesstruktur litt weiter. Alles verschobt sich immer weiter nach hinten und die Kinder wollten die Schlafanzüge auch nicht mehr gegen Straßenkleidung tauschen. Für größere und kleinere Spaziergänge, die ich nach wie vor täglich verordne, ist dann stets ein großes Gemotze über das Umkleiden der Startschuss.

Der Mann kann glücklicherweise seine Arbeitszeit erstmal auf 50% reduzieren, was mich hier zu Hause entlastet. Als es zunächst hieß, er müsse wieder voll arbeiten, sah ich mich hier komplett alleine mit den vier Kindern sitzen (Was unter normalen Umständen völlig ok ist) und bekam Schnappatmung. So aber geht es. Nachteilig für einen allzeit geregelten Ablauf sind seine wechselnden Schichten. Somit sortieren wir uns mehr oder weniger nach seiner An- und Abwesenheit. 

 Wirklich positiv fühlte ich in der Woche, dass der Mann und ich uns ganz gut als Team im neuen „Familienalltag“ gefunden haben. Allerdings haben wir eindeutig zu wenig Zweisamkeit. Also gar keine, um genau zu sein. Zunehmend schwierig finde ich, dass wir keinen Satz sprechen können ohne unterbrochen zu werden, ja selbst diesen Text kann ich nicht ohne Gequatsche von der Seite tippen. Ich werde dahingehend gerade immer weniger tolerant und schneller ungeduldig.

Diese Woche steht nicht zuletzt auch deswegen unter Tatendrang und wir haben beschlossen konkret die Schlafsituation zu verändern. Da ich nach wie vor mit dem Baby schlafen gehe, fehlt die abendliche Paarzeit und mir im speziellen Erwachsenenzeit und eine Art Feierabend. 

Da die Kinder und ich ein Familienbett teilen, kann ich unsere kleine Hummel nicht ins Bett legen und gehen. Dann machen die Geschwister noch Unsinn und das Hummelchen kommt nicht zur Ruhe. Und wenn sie unruhig ist, werden die Geschwister auch wieder unruhig. Ein ungünstiges Pingpong Spiel. Somit haben wir diese Woche Betten für die Kinderzimmer bestellt und werden die großen Kinder in ihre Zimmer „verbannen“. Da die Zimmer alle gemütlich und dicht beieinander sind, werden sie sich nicht einsam fühlen. Ich persönlich würde sehr gerne dort schlafen. Vielleicht ziehe ich im Zweifelsfall mit der Hummel einfach nach oben. ;-D

Das Baby und ich bleiben nach derzeitigem Plan aber erstmal im Familienbett. Mal schauen, ob ich dann wieder zu etwas Erwachsenenzeit am Abend komme und mich davon stehlen kann. Manche Pläne funktionieren ja nicht, wie gedacht. Aber die Hoffnung stirb zuletzt. ;-D

Vor allem wird es mir Nachts mehr Platz verschaffen und da bestimmt mehr Ruhe rein bringen. Die Hummel dreht sich nach dem Stillen selbst zur Seite, aber wenn ich mich dann anders hinlege, wird sie wieder wach und ich muss mich wieder um sie herum betten. Das ist auf Dauer unbequem. Wenn ich selbst dann viel Platz habe zum Wegdrehen ohne große Gekrame, dann schläft sie bestimmt auch ruhiger weiter. Hoffe ich inständig!

Außerdem habe ich mir zur Belohnung einfach mal selbst etwas für mich bestellt. 

Und für den Sohn neue Hosen und ein paar Sneaker für die Kinder, denn nur mit Sandalen kommt man ja auch nicht durch den Sommer. Man kann sagen, ich habe die letzte Woche „die Kuh fliegen gelassen“. Das war für mich echt schon exzessives Shopping.

Damit und mit  Rhabarberkuchen a la frischebrise betäube ich ein wenig meine atemlose Unruhe, welche sich einstellt, wenn ich sehe, wie unfassbar chaotisch meine Kinder spielen. Sie spielen sensationell fantasievoll. Großartig. Wirklich! Den Geschwistern tut diese intensive Zeit hier zusammen sehr gut. Sie wachsen noch mehr zusammen. Sie streiten zwar auch, aber der Zusammenhalt und der Ideenreichtum sind grandios. Weniger grandios sind die Kollateralschäden. Das sind alles Dinge, die würden sonst auch passieren, aber eben nicht in der Dichte, wie aktuell. Weil sonst wären alle ja viel mehr außer Haus unterwegs. 

Somit hatten wir in der letzten Woche schon eine Badüberschwemmung, welche sich in den Flur ergoss und und mit meinem frischen gewaschenem Stapel Handtücher wieder trocken gelegt wurde. Zerbrochen Gläser. Im Wohnzimmer hängen regelmäßig sämtliche Bilder schräg an der Wand und unser Sofa, gerade erst geflickt, macht mir Sorgen, genauso wie die Esszimmerbank. Sie werden als Turngeräte genutzt, wenn man es nicht immer wieder unterbindet. Auf dem Fußboden und an Wäscheklammern, Scheren und anderen Gegenständen klebte plötzlich Kreppband, Gegenstände waren mit Schnüren zusammen geknotet. Meine guten Kissen zerfleddern, weil sie als Sattel für „Pferde“, die die Kinder selbst sind, dienen. Papierschnipsel (die immer wieder neu hergestellt werden, als „Chips“, „Briefmarken“, „Geld“ oder was auch immer, überall. Ebenso wie Murmeln, Glitzersteine und anderer Tand. (Ich bin froh, dass unser Hummelchen nicht alles in den Mund steckt.) Überall fliegt was rum. Ich gestehe, ich habe hier und da heimlich etwas aufgesaugt, wenn keiner hin sah. 

Dann nerven mich die schrillen Kreischer der Mädchen. Vornehmlich vom wilden Mädchen. Erst gestern morgen stand sie laut kreischend mit dem Staubsauger in der Küche und versuchte einen Käfer von der Decke zu saugen. Muss man dabei kreischen? Der Käfer war winzig!

So ging die  Woche 7 vorbei. 

Und Woche 8 beginnt. 

Mittlerweile habe ich das Gefühl in einem großen Tetrisspiel gefangen zu sein. Ein fortgeschrittenes Level bei dem sich schon einen Turm Steine bis zur Oberkante aufgetürmt hat, weil ich an einer entscheidenen Stelle nicht schnell und präzise genug war. Und wenn ich dann denke, ich bin gleich game over  komme ich doch zu einem guten Zug, manövriere gerade noch einen guten Stein in tiefere Gefilde um ein paar Reihen schrumpfen zu lassen und dann denke ich: Ach, so schlimm ist es doch gar nicht.

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