Neuer Alltag als Großfamilie in Zeiten der Pandemie

Ein neuer Alltag ist gestartet.

Drei Grundschulkinder und ein gerade einjähriges Kleinkind unter Pandemiebedingungen….huiiii

Der Alltag mit Kleinkind ist ohnehin fragil, weil sich ständig etwas ändert (eine Phase jagt die nächste).

Die Erstklässlerin hat obligatorisch noch einen verkürzten Stundenplan zur Eingewöhnung und wird erst in der übernächsten Woche den Plan mit der Gültigkeit für das nächste halbe Jahr mitbringen. Das bedeutet wir tasten uns langsam an die neue Regelmäßigkeit heran und üben den Schulweg, was für mich am Vormittag ein Abholzeitfenster bedeutet, welches in den Vormittagsschlaf vom Hummelchen fällt. Zum Glück schläft sie am Tag ohnehin im Kinderwagen draußen, ich muss dann nur mit ihr losschieben. Blöd ist, dass die Hummel auf dem Weg zur Schule wach wird, weil sie andere Geräusche vernimmt. Das Schläfchen ist dann zu kurz. 

Die Drittklässlerin und der Viertklässler haben auch einen vorläufigen Stundenplan, der in der übernächsten Woche angepasst wird an eventuell neue Vorgaben des Ministeriums „für Zauberei“ und den Möglichkeiten der Schule. Allerdings sieht der Stundenplan ganz vernünftig aus für die gegebenen Umstände. Das darf meinetwegen sehr gerne so bleiben.

Ich finde die Schule hat alles gut organisiert, um mögliche Coronaausbruchsherde zu lokalisieren und die Vermischung etwaiger Virenherde in der Schule zu vermeiden. 

Den Kindern macht es nichts unter den neuen Umständen und mit Maske zur Schule zu gehen. Sie gehen alle drei gerne zur Schule und denken sogar erfreulich selbstständig daran eine Maske mitzunehmen.

Ein bisschen umständlich ist, dass auch die Unterrichtsstunden versetzt starten und enden. Das bedeutet, ich schicke morgens die Kinder im 15 Minuten Takt aus dem Haus und sie trudeln noch verteilter zu Mittag wieder ein.. Bzw die Drittklässlerin und die Erstklässlerin können zusammen zur Schule hin gehen, weil die Drittklässlerin ein etwas großzügigeres Startfenster hat. Warum das so ist, ist mir egal, denn es bedeutet für mich einen Gewinn, ich kann morgens die Mädchen dann doch zusammen los schicken und muss die Erstklässlerin nicht begleiten, sondern nur abholen.

Wenn alles so weiter laufen könnte, wie bisher, wäre ich sehr zufrieden. 

Ich bin allerdings in Lauerstellung, denn nichts ist so sicher, wie das nichts sicher ist derzeit. Ich rechen mit allem und versuche so viel Verlässlichkeiten zu schaffen, wie möglich.

Die Organisation des gesamten Alltages ist allerdings schon deutlich aufwendiger.

Für die Schulkinder habe ich zusätzlich zu ein paar selbstgenähten Masken noch je Kind je 5 Masken dazugekauft und zwei Wäschenetze präsent an die Garderobe gehängt. Ein Netz mit frischen Masken und ein Netz mit getragenen Masken. Immer Freitags werfe ich das Netz mit den getragenen Masken in die Waschmaschine und habe Montags wieder frische parat. Ein paar Ersatzmasken hängen auch noch an der Garderobe.

Ich finde das Maskenthema einen zusätzlichen mental load Punkt in meinem Kopf, aber so wie wir es derzeit organisiert haben, läuft es recht geschmeidig und meist Fehler frei.

 

Die Sportkurse der Kinder laufen auch nach und nach wieder an. Ich finde bisher gut organisiert und auf maximal mögliche Prävention ausgelegt. Die Kinder freuen sich wieder teilnehmen zu können.

Verabredungen treffen wir auch. Vornehmlich draußen oder in kleiner Besetzung. Der Sommer ist ja gnädig was outdoor Aktivitäten und auch das gute Durchlüften der Wohnräume angeht. Ich sehe auch wie wichtig die Sozialkontakte für die Kinder sind und möchte sie möglichst wenig einschränken müssen.

Kniffelig ist weiterhin das Auskommen ohne Großeltern. Das muss in unserem Fall aus diversen Gründen weiter ohne gehen. Zum Beispiel  kann man aktuell ja nur mit einem oder maximal zwei Kindern zum Kinderarzt. Ich habe aber 4 Kinder. Je nachdem in welcher Besetzung ich zum Kinderarzt muss, muss der Mann sich frei nehmen oder ich muss die Kinder verabreden oder aber die Älteren schaffen auch mal eine Spielfilmlänge alleine zu Hause. Oder ich ergattere ein Zeitfenster, welches den kurzen Schulvormittag günstig berücksichtigt. 

Elternabende oder was auch immer so ansteht…da wo sonst Oma und Opa einspringen konnten, kommen nun vermehrte Absprachen mit dem Mann und seiner Arbeit zu tragen. 

Ich bin einmal mehr dankbar darum, dass heutzutage alles per Kurznachrichten organisiert werden kann. So kann ich meine Informationen oder Antworten dann verschicken, wenn ich gerade sortiert bin oder dran denke. Manchmal auch um 4 Uhr morgens, wenn ich gerade wach liege. Das kommt vor weil aktuell  die Nachtruhe etwas zwischen unruhig und super schwankt. In unruhigen Nächsten wälzt sich das Hummelchen ganz schrecklich und weint immer wieder auf. Ich kann nicht genau sagen ob es neue Zähne oder Leibschneiden sind, die da zu Unwohlsein führen. Jedenfalls macht sie nicht die Nacht zum Tag. Sondern sie ist hundemüde, aber gequält. Und ich dann gleich mit. Und wenn ich sie wieder in einen wohligen Schlaf geleiten konnte, bin ich dann oft erstmal wach.

 

Obwohl der Sommer sich Mühe gibt noch lange anzuhalten, stehen aber auch Saison bedingte Anschaffungen vor der Tür. Die Kinder wachsen ja immer so schnell aus allem heraus und hier und da muss nachgerüstet werden.

Neue Schuhe und Kleidung für die Kinder versuche ich aktuell weitestgehend zu bestellen. Aber gerade bei Schuhen ist es schwierig, wenn man zur Familie der Quadratlatschen gehört. Anprobieren muss da schon sein und ich weigere mich 3 paar Schuhgrößen in 3 Modellen je Kind schicken zu lassen. Das ist mir viel zu viel Karton und Hantier. Aber war schon mal jemand mit 4 Kindern alleine Schuhe kaufen???? 😭

So manches Schuhwerk reiche ich erfolgreich vom Ältesten zur Jüngsten durch. Aber manchmal passen Jahreszeit und Größe bei keinem Kind und ich muss alles neu kaufen. (Schuhe kaufe ich persönlich nicht Second Hand. Nur Kleidung. Schuhe kaufe ich immer neu. Die Kinder haben je Saison ein paar Alltagsschuhe (werden  noch weiter gereicht, wenn sie überlebt haben), ein Paar Gummistiefel (werden weiter gereicht), ein Paar Hausschuhe (werden meist weiter gereicht), ein Paar Badelatschen (werden meist weiter gereicht) und ein Paar Sportschuhe (werden weiter gereicht). Da kommt genug Schuhwerk zusammen. Auf modische Wechselschuhe muss hier verzichtet werden, es sei denn es ist noch etwas passendes und gut erhaltenes von einem Geschwisterkind dabei. Das Alltagsschuhpaar der kühleren Saison ist von den großen Kindern meistens völlig durch und kann dann danach in die Tonne. Gebrauchte Schuhe würden keinen Sinn machen.)

Schuhe kaufen ist eine nervenaufreibende Sache, vor allem seit das Hummelchen so wuselig ist. Überall rennt sie rum und räumt die Regale aus. Allerdings trägt sie selbst nur ganz dünne Krabbelschühchen aus Leder noch vom großen Bruder. Sobald man ihr richtige Schuhe ( und seien sie noch so weich) anzieht, rührt sie sich nicht mehr von der Stelle und weint. Das kann ja heiter werden im Winter. 

Dafür nimmt das Abstillen weiter Gestalt an. Nachts trinkt sie problemlos Wasser, wenn sie wach wird. (Am Wasser liegen die unruhigen Nächte nicht, denn sie verlangt auch nicht nach der Brust.) Nur noch vor dem Einschlafen nuckelt sie nochmal. Es ist wohl mehr Gewohnheit. Auch das wird sich verlaufen und ich freue mich schon auf mein erstes Rum haltiges Getränk!

 

Bevor der Herbst nun mit obligatorischen Infekten anrollt, genieße ich nun also die Vormittage, an denen mir ein bisschen Zeit nur mit einem Kind bleibt. Wenn die Hummel dann schläft, kann ich schon mal 30 Minuten mit Schwung ein paar Handgriffe im Haushalt machen, die mit dem wachen Kind nicht gehen. Oder auch nicht gut gehen, wenn die anderen drei zusätzlich da sind.

Ich habe zwei Nachmittagsschläfchen vom Hummlchen versucht unseren Mirabellenbaum zu beschneiden. Ich werde einen dritten Nachmittag brauchen. Aber manchmal regnet es, manchmal sind wir Unterwegs…die Zeitfenster sind rar. Der Baum muss warten.

Gleiches gilt für Wäsche.

Waschen geht gut. Wäsche sortieren geht nur so semi -optimal. Kaum steht ein fertiger Korb bereit, und ich begebe mich an den nächsten, rupft die Hummel schon wieder die sortierte Wäsche auseinander oder kramt irgendwas aus den Schränken.

Wir haben zwar an zwei entscheidenden Stellen Türschutzgitter, die den ein oder anderen zu bearbeitenden Aufgabenbereich ermöglichen, aber auch nur bedingt . Ein zentrales Gitter trennt den Wohnraum von Flur und Treppenhaus. Aber allzuoft vergisst einer der anderen Bewohner das Gitter wieder hinter sich zu schließen und ich kann schon wieder die flinke Hummel von der Treppe pflücken. Das ein oder andere Mal war sie schon fast ganz oben angekommen.

Also eigentlich kontrolliere ich ständig ob das Türschutzgitter zu ist, erinnere daran es zu schließen und das Gleiche gilt für die Tür des Gäste-WCs. 

Neben diesem ganzen Kram gibts natürlich noch die üblichen Nebeschauplätze. Geschwisterstreit, nervige Diskussionen über die Dauer und Menge von Fernsehprogrammen oder Tabletspielen und eines der Kinder ist nach der OP neulich noch nicht wieder 100% Einsatz klar. Nichts Bedenkliches, ich muss mich also nicht mehr sorgen, aber noch etwas umständlich ist es im Alltag und muss mit bedacht werden. Außerdem immer wieder „gern“, die morgendlichen Ausflipper der Mädchen wegen zwickender, kratzender oder „falscher“ Kleidung und Frisuren. Egal was abends rausgelegt wurde, am Morgen ist irgendwas falsch mit der Klamotte. 

Dennoch versuche ich Raum für mich zu finden. Während vor einiger Zeit noch Nähen möglich war, geht aktuell Lesen besser. Ich nehme es wie es kommt und erfreue mich derzeit an einigen richtig guten Büchern. Vor allem zur Einschlafbegleitung kann ich aktuell lesen, was mich sehr entspannt und geduldiger abwarten lässt. Manchmal lese ich auch einfach weiter, obwohl das Kind schon längst eingeschlafen ist. Einfach weil es so schön ist. Und die unaufgeräumte Küche kann warten.

Ein bisschen doof finde ich, dass ich nach wie vor zu selten Gelegenheit habe nochmal zu den wachen großen Kindern zu gehen, um jedem einzeln nochmal gute Nacht zu sagen. Sie schlafen oft schon. 

Alles gleichzeitig geht halt nicht. 

Aber es funktioniert auch so. 

 

P.S. Diesen Text schrieb ich in mehreren Etappen. Am Stück schreiben gelingt nicht mal bei den paar Zeilen.

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