WMDEDGT Oktober 2020

6.30 Weckerklingeln 

Das Kleinkind ist auch sofort wach. Wir kuscheln und ich lese ein bisschen Nachrichten auf dem Smartphone. 

6.40 

Wir stehen auf. Türschutzgitter auf, dem Kleinkind hinterher zur Treppe nach oben. Geschwister wecken.

7.00 

Alle sind wach. Ich lege Kleidung für den Tag für jedes Kind raus. Der Sohn wählt etwas völlig anderes. Mit den Mädels hab ich heute Glück, sie tragen ohne Murren das, was ich rausgelegt habe.

7.15 

Alle Kinder haben sich angekleidet, ich habe die Hummel angekleidet und wir gehen in die Küche. Türschutzgitter zu.

Ich beginne mit den Frühstücksdosen für die Schule und dem Frühstück hier zu Hause für die Kinder.

7.30 

fällt zwei Kindern ein, sie hätten da noch Zettel zum Unterschreiben in den Postmappen. Ich merke an, dass ich am Freitag noch Post gefragt hätte, aber niemand sich gerührt hätte. Immerhin fiel es ihnen jetzt ein.

Ich lese und unterschreibe. Die Kinder werden ungeduldig. Sie müssten doch los. Ich merke an, dass sie keinen Zeitdruck hätten so oder so und hätten sie mir am Freitag ihren Kram gegeben…ihr wisst schon.

Ich schreibe außerdem noch eine Entschuldigung für das die letzte Woche kranke Kind und vergesse völlig jenem Kind noch das Geld für den Laternenstab und den kleinen Beitrag  für das Geburtstagsgeschenk der Lehrerin einzupacken. (Das fällt mir aber erst später ein.)

7.43 

sind alle Schulkinder fertig angezogen, mit Masken ausstaffiert und laufen los.

Ich fange unser Hummelchen wieder ein, welches grundsätzlich hinterher möchte und mache ihr eine Flasche Milch. Während das Wasser kocht, beginne ich die Spülmaschine auszuräumen. Dann trinkt die Hummel ihre Milch auf meinem Schoß eingekuschelt.

8. Uhr 

Ich bewache die Hummel beim Erklimmen der Treppe und lotse sie ins Bad. ICH möchte mich nun ankleiden. Gleichzeitig stelle ich noch eine Waschmaschine Handtücher an.

8.10 

Ich lüfte das Schlafzimmer von der Hummel und mir, schüttelt das Bettzeug auf und folge der Hummel, die bereits die nächste Treppe in Angriff genommen hat. Ganz oben angekommen lüfte ich die Kinderzimmer und mache die Betten. Die Hummel erkundet alles und spielt mit einer Puppe und einem Puppenwagen vom wilden Mädchen. Ich lasse sie ein bisschen. Dann ist sie später zufriedener. Während dessen überlege ich, wie das ein oder andere noch optimiert werden kann auf dieser Etage.

8.25

 trage ich den Puppenwagen nebst Inhalt und die Hummel unter den Arm geklemmt die Treppen wieder nach unten. Türschutzgitter zu.

Wohnzimmer lüften. Teewasser aufsetzen, Kaffee machen, Spülmaschine fertig ausräumen und wieder einräumen. Dabei ein schnelles heißes Programm wählen und  entscheiden danach ein Reiningungsprogramm laufen zu lassen. Die Hummel öffnet den Spülenunterschrank und schwenkt den kleinen Zeigefinger. Nei-Nei, sagt sie dazu und schließt die Türen wieder.

Was koche ich heute eigentlich, schießt mir als Frage in den Kopf. Und pflücke dabei die Hummel vom Esstisch. Da klettert sie derzeit gefühlt 254 mal am Tag drauf.

Dann nehme ich meinen Kaffee und ein Stück Apfelkuchen, welches gestern übrig geblieben ist. 

Bevor ich mich hinsetze, pflücke ich nochmal die Hummel vom Tisch.

8.41 

Frühstück für mich (dabei tippe ich diesen ersten Teil schon mal und sammele erneut die Hummel vom Tisch)

ca 9.00

Ich räume in der Küche rum und säubere Dinge, die nicht täglich im üblichen Flow sind. Messerblock, eine Steckdose, ein paar Kanten, noch eine Steckdose…ich krame alles weg, was auf dem Boden liegt. Schmutzige Küchenhandtücher werfe ich über das Türschutzgitter in den Flur, leere Einkaufstüten gebündelt für den Mann auch. Spielzeuge in den Spielzeugkorb…ein alter Brotkanten unterm Tisch, fege überall. Der Mann erscheint, frühstückt und entschwindet ins Bad. Er hat Spätschicht. Die Hummel ruft Paapaa, Paaapaaaa.

Bevor ich den Müll rausbringen kann, muss ich meinen zweiten Schlappen suchen. Die Hummel trägt Schuhe gern hin und her.  Ich muss dann ständig Schuhe suchen. Müll raus. Dabei das Kind davon abhalten mir auf Socken in den Regen zu folgen. 

9.55

Das Kind hat die Hose voll. Ich klemme sie mir unter den Arm, gehe nach oben ins Bad, wechsel die Windel und mache in einem mit dieser Stinktüte auch das Katzenklo sauber. Dann klemme ich mir Kind und Stinktüte unter den Arm und trage alles nach unten. Und die Stinktüte raus. Türschutzgitter zu.

Die Hummel kramt derweil im Gewürzschrank und läuft mir dann mit dem Handfeger zwischen den Füßen rum und verlangsamt mein Vorankommen. Leider wirft sie auch den Inhalt des Altpapierkorbes in der Küche verteilt rum. Wieder einsammeln. Dann sauge ich gründlich.

10.15 

Ich öffne das Türschutzgitter und bitte die Hummel mich nach oben zu begleiten. Ich bewache ihren Treppenaufstieg und leite sie in ihr und mein gemeinsames Zimmer. Türschutzgitter zu. Im Bad die Wäsche aus der Maschine räumen und aufhängen. Der Wäscheständer steht in unserem Zimmer. Sie reibt derweil ihr juckendes Zahnfleisch an einem der frisch gewaschenen noch feuchten Handtüchern. Die Zähne…

Ich räume dann alle Duplosteine und versprengten Spielzeuge ein und sauge den Raum. Danach widme ich mich einem „Kleidertausch“. Die Kisten mit aktuell nicht passenden Kinderkleidern stehen auf dem Schrank und ich hole für die Hummel nun passende Sachen, die ich noch von den Geschwistern habe raus und nutze die leere Kiste für erstmal wegsortierte Kleidung, die ich für das schnelle Aussortieren zu diesem Zweck in einer großen Kiste gut zu erreichen im Kleiderschrank stehen habe. Die Kiste war mittlerweile sehr voll, nun ist sie wieder leer.

Nebenbei sortierte ich noch Kleidung aus, die auch der Hummel nicht mehr passt. In Altkleider-, Verschenken-, Verkaufen- und Aus-dem-Stoff-nähe-ich-Puppenkleider- Stapel.

Die Hummel wird unleidig. Somit komme ich nicht weiter an dieser Stelle.

10:56

Ich trage das Kind nach unten und reiche einen kleinen Obst-Zwieback-Imbiss. 

Ich erhalte eine Nachricht, die unser nächstes Wochenende betrifft und beantworte diese.

Die Spülmaschine ist fertig, ich beginne sie auszuräumen, aber das Kind signalisiert Müdigkeit. 

gegen 11.15 packe ich die Hummel in den Kinderwagen, den ich vorne ums Haus hinters Haus auf die Terrasse schieben muss. Es regnet. Ich packe den Wagen mit der Regenplane ein. Dann stelle ich die Roller der großen Schwestern noch trocken unter. Die standen im Regen.

12.00 

Mittlerweile ist das erste Schulkind schon wieder zu Hause. Ich biete einen Snack an und mache mich ans Mittagessen kochen.

Die Erstklässlerin legt mir erstmal noch einen Zettel zur Unterschrift vor. Dieses Blatt hatte ich heute morgen bei den anderen beiden auch unterschrieben. Jetzt fällt mir auf, dass es eine Rückseite hat und ich diese entscheidende Seite bei den anderen Kindern nicht gesehen und auch nicht ausgefüllt hatte.

Immerhin hab ich aber jetzt diesem Kind noch das fehlende Geld ins Mäppchen gesteckt.

12.10

Ich beginne mit dem Kochen. Während die Tomatensoße köchelt, ist die Spülmaschine fertig, ich räume sie aus, reinige das Sieb und lasse das Reinigungsprogramm laufen. 

12.35

 Die Nudeln sind gerade im Wasser, klingelt das Telefon. Der Sohn fühlt sich nicht wohl und die Lehrerin schickt ihn früher nach Hause. Als ich bald darauf mit seinem Erscheinen rechne klingelt es, aber das wilde Mädchen steht vor der Tür. Ich bin irritiert, aber stelle fest, dass sie ganz normal Schule aus hatte. Ich hatte mich nur im Tag geirrt. 10 Minuten später klingelt auch der Sohn.

13.15 

essen wir. Der Sohn schlägt mächtig zu und gewinnt wieder an Gesichtsfarbe und Energie. Ich frage ob er in der Schule sein Pausenbrot gegessen und etwas getrunken hat. Hatte er nicht. Schmeckte ihm nicht. Trinken hatte er vergessen. 

Alles klar. Beim Fiebermessen kommt auch nicht mal erhöhte Temperatur raus. Ich beschließe dennoch ihn genau zu beobachten.

Das Mittagessen zieht sich etwas und alle wollen noch etwas Süßes zum Nachtisch.

14 Uhr

Das Reinigungsprogramm der Spülmaschine ist fertig, ich räume sie nun mit dem wieder neu angefallenen dreckigen Geschirr ein und wische den Tisch ab.

14.15

Alle Kinder sitzen am Tisch und machen Hausaufgaben. Ich helfe der Erstklässlerin, pflücke die Hummel wieder mal vom Tisch, koche neuen Tee und muss dann nochmal eine frische Windel machen.

Ich höre die Mädchen unten laut streiten. 

Es ist 14.40

Ich muss schimpfen und sortieren und wieder für Ordnung sorgen und die Hummel wieder vom Tisch sammeln. Das wilde Mädchen braucht mehrere sehr deutliche Ansagen mit Konsequenzen, die ich bei wiederholtem Entgleisen gnadenlos umsetzen würde. Das Kind ist die letzten Tage wieder mal komplett außer Rand und Band.

Ich bleibe am Tisch sitzen, damit es nicht wieder eskaliert. Und damit mir nicht langweilig wird dabei, zeichne ich ein Beitragsbild. Die Hummel spielt derweil mit der Erstklässlerin.

Ab 15.10 Uhr verliere ich den Überblick über die Zeit.

Wir beenden das Hausaufgaben-Ding und gehen alle nach oben. Beim wilden Mädchen muss auch mal aufgeräumt und entstaubt werden. Die Hummel kramt in allen Zimmern rum. Ich nehme mir Kassetten und CDs vor. Zu meinen Leidwesen hat sich hinsichtlich des sorgsamen Umgangs mit den Medien nichts verbessert. Ich weine und schimpfe und verzweifle immer wieder daran. Ich lasse die Kinder in allen Ecken und Winkeln Kassetten, CDs und Hüllen suchen und zusammen tragen. Einen Großteil konnten wir wieder passend zusammen sortieren. Aber ein Teil fehlt. Entweder die Hüllen oder die Tonträger. Das bereitet mir beinahe Schmerzen. 

Ich sortiere mit, räume und entstaube mit, gebe Anleitung.

Die Erstklässlerin hat komplett in Eigenregie ihr Bett frisch bezogen und sitzt mit der Hummel in einer großen Kiste auf Kissen. Sie rudern mit Kochlöffeln durch eine stürmische See. Irgendwann wird die Hummel ungeduldig und motzig. Sie kaut auf ihren Fingern rum.

Ich lasse die großen Kinder alleine weiter werkeln und gehe mit der Hummel nach unten. Obwohl sie neuerdings nur noch einmal am Tag schläft, lege ich sie nochmal in den Kinderwagen, aber schiebe sie nicht nach draußen.

Es ist 16:22

 Sie ruht und nuckelt am Schnulli.

Ich nutze diesen Moment, um den Tag weiter aufzuschreiben.

16.28 

zwei Kinder kommen nach unten gepoltert. Die Hummel schreckt wieder auf. Ich frage: Seid ihr fertig? Nein, Ich muss mal auf Toilette und Ich habe Hunger  stehen erwartungsvoll vor mir. Die Hummel motzt und ich atme tief ein und aus. Dann macht, aber leise.

Ich hätte gerne eine Pause bevor es mit dem erfahrungsgemäß kniffligsten Teil des Tages weiter geht. 

Wie durch ein Wunder gelingt es. Ich mache mir ein Interview auf dem MDR an und die ruhigen Stimmen von Moderator und Gast lassen die Hummel eindösen. Ich lausche interessiert und friemel nebenher ein bisschen an WordPress rum. Da funktionieren gerade ein paar Dinge nicht.

Nachdem das Interview zu Ende ist, erwacht auch die Hummel und hat Hunger. Während ich alleine einen kleinen Snack hinstelle, tippe ich den Rest hier zu Ende.

Spektakulärer wird der Tag nicht. Es folgt das „Abendprogramm“ mit Abendbrot und zu Bett bringen und das war’s. Mehr Glamour war früher.

😉

Mehr Was macht du eigentlich den ganzen Tag gibt es drüben bei Frau Brüllen.

https://bruellen.blogspot.com

  1 Kommentar

  1. Avatar Cornelia   •  

    Oh, da kommt mir vieles sehr bekannt vor!
    Und die Situation, zwei Schulkinder an einem Tisch, ging bei uns gar nicht. Sie setzten sich aber am liebsten an einen Tisch, obwohl noch ein anderer Tisch bereit stand. Einmal ging ich in einen anderen Raum und es war so angenehm, ein paar Minuten seine Ruhe zu haben. Aber gleich kam mir das sehr verdächtig vor. Das kann doch nicht sein! So lange an einem Tisch ohne Geschrei??? Ich schaute nach, sie saßen tatsächlich einträchtig und fleißig arbeitend beieinander. Ja,das kam mir dann noch viel spanischer vor. Ich schaute ihnen mal über die Schulter.Aha,Heftetausch! Der Erstklässler rechnete Zweitklässleraufgaben und fühlte sich offensichtlich richtig ausgelastet, der Zweitklässler war ganz versunken in sein Hobby Malen, nämlich dem Schreiben von großen bunten Buchstaben…

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